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Seit 19:15 Uhr Zur Diskussion
09.07.2015

Astronomie Forscher haben ein Schwarzes Loch beim Frühstücken beobachtet

Auf dem Astronomenkongress in Wales haben britische Forscher von einer 42 Millionen Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernten Galaxie berichtet: in ihrem Zentrum haben sie ein Materie-Monster entdeckt. Mit Hilfe des in Puerto Rico stehenden Radioteleskops  konnten sie beobachten, wie die  Aktivität des Schwarzen Loches innerhalb weniger Monate hunderte Male zugenommen habe. Vermutlich sei es Millionen von Jahren inaktiv gewesen und man habe ihm jetzt – Glücksfall für die Forscher - beim Aufwachen und dem Anschließenden Heißhunger zugeschaut.

Quelle: Agenturen

Dermatologie Je weniger Talgdrüsen jemand hat, desto tiefere Falten bekommt er

Japanische Mediziner haben Hautproben von 52 männlichen und weiblichen Leichen analysiert, die zum Todeszeitpunkt zwischen 20 und 90 Jahre alt waren. Dabei konzentrierten sie sich auf  die Dicke und Struktur der tiefer liegenden Leder- und Unterhaut sowie die Gesamtmasse der Talgdrüsen. Das Resultat haben sie im Fachblatt „Clinical Anatomy" veröffentlicht: Je geringer die Drüsendichte, desto größer die Faltentiefe. Das erkläre im Vergleich von Stirn und äußerem Lidwinkel, dass sich um die Augen tiefere Falten bilden.  Möglicherweise wirkten Talgdrüsen wie ein Polster in der Haut, vermuten die Forscher. Talgdrüsen schrumpfen bei Frauen ab dem 50ten, bei Männern etwa ab dem 60. Lebensjahr.

Quelle: Clinical Anatomy

Zoologie Delfine sind Weltmeister im Ausatmen

Wie Delfine atmen haben Forscher aus Texas erstmals genauer untersucht. Sie konstruierten ein Messgerät, das über das Blasloch eines Delfins gestülpt werden kann. Im „Journal of Experimental Biology"  präsentieren sie das  überraschende Ergebnis: Die Delfine saugen mit einem Atemzug gut 33 Liter Luft pro Sekunde ein und können beim Ausatmen sogar noch zulegen: Mit fast 140 Liter Luft pro Sekunde können die Delfine ihr gesamtes Lungenvolumen ausstoßen und damit in weniger als einer Sekunde selbiges komplett erneuern. Es bleibt kaum ein Totvolumen, das nicht ausgetauscht wird. Ganz im Gegensatz zum Menschen.

Quelle: Journal of Experimental Biology

Biologie Eine neu entdeckte Dinoart trug einen imposanten Kopfschmuck

Wendiceratops – so der Name des in Kanada entdeckten Dinosaurieres – war rund sechs Meter lang, wog ein bis zwei Tonnen und lebte vor 97 Millionen Jahren. Besonders auffällig war der Dinovertreter, weil er ein mächtiges Nasenhorn und knorrige nach vorn gerichtete Hörner auf dem Nackenschild besaß. Er ernährte sich von Pflanzen, die er mit einem papageienähnlichen Schnabel pflückte. Im Fachmagazin PLOS One beschreiben Paläontologen ihren Fund.

Quelle: PLOS ONE

Klimaschutz Umweltzonen verringern die Feinstaubbelastung

Das belegt eine Studie der Universität Münster. Verkehrswissenschaftler hatten meteorologische und Luftverschmutzungsdaten des Umweltbundesamtes aus den Jahren 2000-2009 ausgewertet und mit dem jeweiligen Verkehrsaufkommen abgeglichen. Ab Anfang 2008 wurden die ersten Umweltzonen in Deutschland eingeführt. Die Studie der Münsteraner konnte zeigen, dass die Einführung den Feinstaubanteil in der Luft der Innenstädte signifikant gesenkt hat. Das wiederum spiegelte sich auch in der Zahl der verfrühten, durch Feinstaub mitverursachten Sterbefälle wieder: Bei Umweltzonen der Stufe 1 verringerten sich die Sterbefälle statistisch um etwa 400 im Jahr, bei der strengeren Stufe 2 sogar um 1200 pro Jahr.

Quelle: Universität Münster PM

Technik Forschungserfolg bei superkleinen Computerchips

Einem internationalen Forscherteam ist es gemeinsam mit dem Computerkonzern IBM ist es gelungen, einen Chip herzustellen, der eine Strukturbreite von nur sieben Nanometern hat. Das ist eine kleine Sensation, denn mit heutigen Herstellungsverfahren konnte eine so geringe Strukturgröße nicht gelingen. Die derzeit in Serie produzierten Chips haben eine Strukturbreite von 14 Nanometern. Entscheidend ist dabei, dass bei kleineren Strukturbreiten umso mehr Transistoren auf die gleiche Fläche passen.

Die sieben Nanometer konnten jetzt dadurch erreicht werden, dass eine neue Silizium-Germanium-Mischung verwendet und auf verschiedenen Ebenen der Chipfertigung Extrem-Ultraviolett-Lithographie eingesetzt wurde.

Damit könnten auf einem Chip in der Größe eines Fingernagels mehr als 20 Milliarden Transistoren untergebracht werden.

Quelle: IBM PM

08.07.2015

Klimawandel Es gibt immer mehr Extrem-Regenfälle

Weltweit hat die Zahl der Extrem-Regenfälle in den vergangenen 30 Jahren deutlich zugenommen. Während sich Schwankungen in der Häufigkeit von Starkregen bis 1980 mit natürlichen Faktoren erklären lassen, gibt es für die Zeit danach einen deutlichen Anstieg solcher zuvor nie da gewesenen Regenfälle. Das notieren Wissenschaftler vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung im Fachblatt Climatic Change.

Die Zunahme der Regenfälle passt demnach zum Anstieg der globalen Mitteltemperatur, deren Ursache in den Treibhausgasemissionen liegt, die aus dem Verbrennen von Kohle und Öl herrühren.

Die Forscher hatten Messdaten von tausenden Wetterstationen seit 1901 analysiert und dabei natürliche Schwankungen berücksichtigt.

Extrem-Regenfälle können zu Sturzbächen und folgenschweren Überschwemmungen führen. [Mst]

Quelle: PIK-Postdam

Virologie In Südkorea gibt es neue MERS bedingte Todesfälle

Wie das Gesundheitsministerium in Sejong mitteilte, sind zwei weitere Patienten an der Atemwegserkrankung MERS gestorben. Bei den Toten handelte sich um eine 50-jährige Frau mit einer Vorerkrankung sowie einen 70 Jahre alten Mann. Damit steigt die Zahl der Mers-Todesfälle in Südkorea auf 35.

Nach dem ersten bestätigten Mers-Fall in Südkorea im Frühjahr hatte sich das Virus, gegen das es bisher keinen Impfstoff gibt, rasch ausgebreitet.

Mers zählt zu den Coronaviren. Der Ausbruch in Südkorea gilt als größter außerhalb der arabischen Halbinsel. [Mst]

Quelle: Agenturen

Elektromobilität Forscher überqueren die Alpen erstmals in einem Elektroflugzeug

Ingenieure aus Stuttgart sind am vergangenen Samstag in Hahnweide mit ihrem Elektroflugzeug e-Genius gestartet und haben die Alpen überquert. Nach gut zwei Stunden Flug und 320 Kilometern Flugstrecke haben die beiden Piloten den norditalienischen Landeplatz Calcinate del Pesce sicher erreicht.

Für die Strecke verbrauchte das gut acht Meter lange Flugzeug 83 Kilowatt pro Stunde, was einer Energie von umgerechnet 9,2 Litern Benzin entspricht, wie die Universität Stuttgart heute mitteilte. [Mst]

Quelle: Universität Stuttgart

Speicherbedarf Genomik wird bald mehr Speicherplatz als die Astrophysik benötigen

DNA-Sequenzierungen von Pilzen, Pflanzen, Tieren und Menschen erzeugen zunehmend mehr Daten. Aktuell verdoppeln sich die Datenmengen in dieser Disziplin alle sieben Monate. Die Forschung an Genomen könnte einer Hochrechnung zufolge bald der größte Mitspieler in der Big Data-Domäne werden. Schon im Jahre 2025
werden die Genomdaten mehrere Exabyte jährlich umfassen und ähnlich großen Speicherbedarf haben wie Youtube, Twitter und die Astronomie, schreiben Computerwissenschaftler aus Illinois im Fachblatt PLOS Biology.

Es sei daher von großer Wichtigkeit, sich dieser Herausforderung technisch zu stellen, so die Studienautoren. [Mst]

Quelle: PLOS Biology (10.1371/journal.pbio.1002195)

Biologie Spinnenmännchen kopulieren mit Gefühl

Bislang galten die Begattungsorgane männlicher Spinnen als unempfindlich. Dem widersprechen Zoologen aus Greifswald im Fachblatt Biology Letters. Bei ihrer Studie haben sie erstmals Nervenzellen im Begattungsorgan von Spinnenmännchen der Art Hickmania troglodytes nachgewiesen. Offenbar haben die männlichen Vertreter dieser tasmanischen Arachniden während der Paarung Einfluss auf ihren Vaterschaftserfolg; ein derartiges Vermögen wurde bislang nur weiblichen Gliedertieren unterstellt.

Die Studienautoren vermuten, dass die Männchen über die Nerven während der Paarung Informationen über das Weibchen erhalten und den Fluss ihres Ejakulats situationsbedingt anpassen können.

Diese Vermutung wird auch durch den Nachweis zweier Drüsen im Begattungsorgan unterstützt, die offenbar beim Transfer des Spermas während der Kopulation eine Rolle spielen. [Mst]

Quelle: Biology Letters (10.1098/rsbl.2015.0465)

Astronomie Magnetfeld des Planeten Neptun ist chaotischer als gedacht

1989 sorgte die Raumsonde Voyager 2 für Aufsehen, als diese am Neptun vorbeiflog. Denn die Daten zeigten ein sehr ungewöhnliches Magnetfeld um den Planeten. Während das Magnetfeld der Erde zwei Pole besitzt, die sich in der Nähe der Rotationsachse befinden, besitzt das Feld des Neptuns vier magnetische Pole. Außerdem ist das Magnetfeld um 47 Grad gegen die Rotationsachse verschoben.

Die alten Daten hat ein internationales Wissenschaftlerteam erneut modelliert und die Ergebnisse auf der Jahrestagung der Royal Astronomical Society vorgestellt. Demnach widersprechen Neptuns Eigenschaften den grundlegenden Vorstellungen darüber, wie Magnetosphären funktionieren.

Unklar sei weiter, woher der Neptun überhaupt sein Magnetfeld hat.

Eine Simulation zeigt, dass der Sonnenwind in das Neptun-Magnetfeld eintritt und in ihm zirkuliert: Erst die Kombination aus der Planetenrotation und dem Zirkulationsmuster lasse das schiefe Magnetfeld entstehen, so die Forscher. [Mst]

Quelle: RAS.org

07.07.2015

Medizin Ein Medikament gegen Magengeschwüre wirkt auch gegen Tuberkulose.

Das haben Mediziner festgestellt, die hunderte zugelassene Medikamente untersucht haben. Dazu entwickelten sie eine neue Methode: Sie infizieren Lungenzellen mit dem Tuberkulose-Bakterium und versehen sie gleichzeitig mit dem zu testenden Wirkstoff. Überleben die Zellen drei Tage, gilt der Stoff als wirksam. So fanden die Forscher heraus, dass der Säureblocker Lansoprazol gegen Tuberkulose wirkt. Das Medikament wird eigentlich gegen Magengeschwüre eingesetzt. Weil es nur wenige Nebenwirkungen habe und in hohen Dosierungen angewendet werden könne, eigne es sich auch zur Behandlung von Tuberkulose, berichten die Forscher im Magazin "Nature Communications". Allein 2013 verursachte das Tuberkulose-Bakterium 1,5 Millionen Tote. Viele Stämme sind resistent gegen Antibiotika, weshalb Forscher auf der Suche nach neuen Wirkstoffen sind. Weil deren Entwicklung jedoch mindestens zehn Jahre dauert, prüfen sie, ob auch bereits zugelassenen Wirkstoffen gegen Tuberkulose helfen. [hell]

Quelle: Euerkalert, IDW, Nature Communications 07.07.2015. DOI: 10.1038/ncomms8659

Klimaforschung Forscher untersuchen die "Renaissance der Kohle".

Demnach steigt der Kohleverbrauch vor allem in vergleichsweise armen, aber schnell wachsende Entwicklungsländer. Die Staatengruppe, zu der Indien, Indonesien und Vietnam gehören, hat ihren Kohleverbrauch seit 1990 mehr als verdoppelt. Damit sind die Länder für mehr als die Hälfte der weltweiten Kohleemissionen zuständig, notieren die Forscher im Magazin "PNAS". Die Ergebnisse könnten für die UN-Klimakonferenz Ende des Jahres bedeutend sein, denn die Energieerzeugung mit Kohle führt auch dazu, dass die CO2-Emissionen ansteigen. Ein Grund für den Anstieg des Kohle-Konsums in den Ländern sei der globale Kohlemarkt. Wegen ihm spielen nationale Vorkommen keine große Rolle mehr. Relevant sei hingegen, dass der Weltmarktpreis pro Energieeinheit aus Kohle deutlich unter dem von erneuerbaren Energien liege. Der Bau neuer Kohlekraftwerke in diesen Ländern, könnte der Welt auf Jahrzehnte hin höhere CO2-Emissionen bescheren. Um das zu verhindern, so das Fazit der Forscher, müssten Wege gefunden werden, den Entwicklungsländern Alternativen zur Kohle anzubieten. [hell]

Quelle: PNAS

Medizin Warum haben Frauen eine größere Lebenserwartung als Männer?

Dieser Frage sind US-Forscher nachgegangen. Dazu untersuchten sie die Sterblichkeitsraten der Geburtenjahrgänge von 1800 bis 1935 in verschiedenen Industrieländern. Dabei legten sie ihr Augenmerk auf die Lebenserwartung von Männern und Frauen, die älter als 40 Jahre waren. Sie stellten fest: Zunächst verlängerte sich die Lebenserwartung beider Geschlechter gleichermaßen. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts haben Männer eine kürzere Lebenserwartung als Frauen, notieren die Forscher im Magazin "PNAS". Der Hauptgrund dafür seien Herz-Kreislauferkrankungen von Männern im Alter von 50 bis 75 Jahren. Außerdem führten Todesfälle, die auf das Rauchen zurückzuführen seien, zu der kürzeren Lebenserwartung der Männer. [hell]

Quelle: PNAS

Physik Schwarzer Phosphor könnte Computer verbessern.

Transistoren - also die mikroskopischen Schalter auf Computerchips - sind besonders energieeffizient, wenn sie dünn sind und die Elektronen in ihnen sich nur in zwei Dimensionen bewegen. Forscher aus Kanada konnten nun zeigen, dass Transistoren aus schwarzem Phosphor genau diese Eigenschaften besitzen: Die Elektronen in ihnen bewegen sich in nur zwei Dimensionen. Außerdem lassen sich aus dem Material, das gewisse Ähnlichkeiten mit Graphit hat, nur eine Atomschicht dünne Scheiben fertigen. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler im Fachblatt "Nature Communications" veröffentlicht. Bis die ultradünnen Transistoren ihren Weg in kommerzielle Produkte finden, sei es aber noch ein langer Weg, so die Wissenschaftler. [hell]

Quelle: http://dx.doi.org/10.1038/ncomms8702

Nanotechnologie Nano-Vibrationen könnten die Trinkwasseraufbereitung erleichtern.

Um Wasser zu entsalzen oder es von Keimen zu befreien, presst man es durch Membranen mit winzigen Poren. Die Reibung des Wassers hemmt diesen Prozess jedoch, weshalb er viel Energie verbraucht. Computersimulationen eines internationalen Forscherteams zeigen nun, wie man die Trinkwasseraufbereitung sparsamer gestalten könnte. Man müsste das Wasser durch vibrierende Nanoröhrchen schicken. Die Vibrationen senken die Reibung und verdreifachen die Effizienz der Entsalzung, notieren die Forscher im Fachblatt "Nature Nanotechnology". Für ihre Berechnungen nutzen sie nicht eigene Computer, sondern das so genannte "World Community Grid" von IBM. Dabei stellen über 150.000 Freiwillige die Rechenleistung ihrer Computer zur Verfügung und erleichtern Wissenschaftler so die Arbeit. [hell]

Quelle: Nature Nanotechnology

06.07.2015

Raumfahrt Die Raumstation ISS hat Nachschub bekommen.

Ein russischer Frachter vom Typ "Progress M-28M" hat gestern an der Internationalen Raumstation angedockt - mit 2,3 Tonnen Fracht an Bord: Sauerstoff, Treibstoff, Lebensmittel, Laborausrüstung sowie Post für die ISS-Besatzung.

Die letzten beiden Versuche, Nachschub zur ISS zu bringen, waren gescheitert:

Vor einer Woche explodierte eine Trägerrakete, die den US-Raumfrachter "Dragon" auf den Weg zur Raumstation bringen sollte. Im April verfehlte ein "Progress"-Frachter die vorgesehene Umlaufbahn, geriet außer Kontrolle und verglühte beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Anlass zur Sorge gab es dennoch nicht: Die Vorräte auf der ISS hätten noch bis Ende Oktober ausgereicht. [mawi]

 

Quelle: Quelle: 6.7.2015, mawi, Agenturen

Gentechnik Eine Biotech-Firma zieht ihre Patentansprüche auf genetisch veränderte Schimpansen zurück

Das habe das US-amerikanische Unternehmen Altor BioScience im Vorfeld einer für morgen am Europäischen Patentamt in München geplanten öffentlichen Anhörung mitgeteilt, heißt es in einer Mitteilung von dreizehn Organisationen aus Deutschland, der Schweiz und England. Sie hatten 2013 Einspruch gegen das Patent eingelegt. Die genetische Manipulation macht es möglich, Schimpansen für die Produktion menschlicher Antikörper zu nutzen.

Es sei unzulässig, Tiere als Erfindung zu beanspruchen. Patente auf gentechnisch veränderte Menschenaffen stellten einen Affront gegen die Würde von Mensch und Tier dar, begründete die Allianz ihren Einspruch.

Die australische Firma Bionomics hat bereits ihre Ansprüche auf gentechnisch veränderte Tiere gestrichen. Die Firma Intrexon hingegen will zwei Patente auf mit Insekten-DNA manipulierte Menschenaffen aufrechterhalten. Eine Anhörung zu den Einsprüchen gegen diese Patente ist für September angesetzt. [mawi]

Quelle: mawi, 6. Juli 2015, PM testbiotech.org

Laborversuche mit Katzen Ohne Tiefschlaf kann das Gehirn nicht reifen

In REM-Schlaf-Phasen, während denen die Augen sich sehr schnell bewegen, wandelt das Gehirn Eindrücke des Tages in Langzeit-Erinnerungen und in Fertigkeiten um. Das berichten Forscher der Washington State University im Fachblatt "Science Advances". Die Forscher weckten in ihren Laborversuchen junge Katzen regelmäßig während der REM-Schlaf-Phasen. Die Folge: die Tiere bildeten kein normales Sehvermögen aus.

Das Gehirn von jungen Lebewesen - auch von Kindern - durchlaufe kritische Phasen, in denen das Gehirn reife und sich umorganisiere. In solchen Phasen entwickelten sich Sehvermögen, Sprache, motorische und soziale Fertigkeiten sowie andere höhere kognitive Funktionen. Ohne ausreichend lange REM-Schlaf-Phasen sei dies nicht möglich, so die Forscher. Kinder sollten daher möglichst keine Medikamente bekommen, die den REM-Schlaf stören. Dazu zählen etwa Stimulantien oder auch Anti-Depressiva. [mawi]

Quelle: mawi, 6.7.2015, eurekalert.org

Russische Forscher  Katzen-Urin macht junge Mäuse arglos

Normalerweise reagieren Mäuse sehr heftig auf einen im Katzen-Urin enthaltenen Stoff. Das "Felinin" löst Stress, Angst und Flucht aus, bei trächtigen Mäusen führt er zu Fehlgeburten. Mäuse meiden Katzenurin.

Russische Forscher vom Severtov Institut für Ökologie und Evolution in Moskau haben in Laborversuchen Mäusejungen im Alter von einem Monat zwei Wochen lang täglich das Felinin zu schnuppern gegeben.

Die Folge: Im Erwachsenenalter reagierten die Tiere auf den Geruch ihrer Fressfeinde scheinbar mäuse-untypisch. Sie zeigten weder Angst noch Fluchtverhalten. Gleichzeitig registrierten sie schon geringste Konzentrationen des Stoffes und produzierten große Mengen an Stresshormonen.

Hohe Sensibilität aber nur geringe Verhaltensänderung: Nach Ansicht der Forscher macht das Sinn bei Mäusen, die in der Nähe von Menschen – und also auch von Katzen - aufwachsen. Sie sollten nicht fliehen, weil sie sonst kein Futter finden.  [mawi]

Der Vorteil für Katzen: Sie finden immer genug Mäuse.

 

Quelle: mawi, 6.7.2015, BBC

Meeresbiologie Eine unscheinbare Tiefsee-Anemone hat gigantischen Appetit.

Die nur etwa drei Zentimeter kleine Seeanemone Iosactis vagabunda fängt und frisst Tiere, die bis zu sechs Mal schwerer sind als sie. Das haben Forscher des Britischen Ozeanographischen Zentrums in Southampton auf Aufnahmen eines Tauchroboters entdeckt. Die erste Dokumentation des Fress- und Bewegungsverhaltens zeigt, dass die Tiefsee-Anemone kleine organische Partikel von der Sedimentoberfläche aufsammelt. Zum anderen verspeist sie auch bis zu zehn Zentimeter lange Borstenwürmer. Nach acht Stunden habe sie den Wurm fast ganz verschlungen. Die Mahlzeit zu verdauen, habe insgesamt 80 Stunden gedauert, berichten die Forscher im Fachblatt "Deep Sea Research".

Anders als ortsständige Seenanemonen auf Korallenriffen, die mit wedelnden Tentakeln kleine Fische oder Krebse anlocken und dann mit ihrem Nesselgift betäuben, wandere Iosactis vagabunda bei der Nahrungssuche im und auf dem Meeresboden umher. [mawi]

doi:10.1016/j.dsr.2015.04.010

Quelle: mawi, 6.7.2015, Deep Sea Research

03.07.2015

Archäologie Forscher finden einzigartiges Grab

Vor ungefähr 2.000 Jahren haben amerikanische Ureinwohner im heutigen US-Bundesstaat Illinois einen jungen Rotluchs rituell bestattet, und zwar in der Nähe von Gräbern, die menschliche Überreste enthielten. Das berichtet ein deutsch-amerikanisches Forscherteam im "Mid-continental Journal of Archaelogy". Nach Angaben der Forscher ist kein weiterer Fall solch eines Begräbnisses für Wildkatzen bekannt. Das Tier trug offenbar eine Kette aus bearbeiteten Muschelschalen und Bärenzähnen. Entdeckt worden waren die Überreste bereits in den 1980ern. Damals waren sie jedoch fälschlich als Hunde-Knochen identifiziert worden. [reu]

Quelle: Midcontinental Journal of Archaeology

Medizin Rinderwahn und das Langzeitgedächtnis haben eines gemeinsam

Wenn Erinnerungen im Langzeitgedächtnis gespeichert werden, dann spielen dabei Proteine eine Rolle, die Prionen ähneln. Prionen sind Eiweiß-Moleküle, die ihre Form ändern können und dabei miteinander verklumpen. So verursachen sie höchstwahrscheinlich die Creutzfeld-Jakob-Krankheit. Forscher aus New York berichten nun im Fachmagazin "Neuron", dass solch ein Mechanismus auch beim Abspeichern von Erinnerungen hilft: Proteine, die ihre Form wechseln können, existieren auch in Nervenzellen. Wird eine neue Verbindung zwischen zwei Zellen geknüpft, dann verklumpen diese Moleküle. Dadurch wird eine biochemische Reaktion in Gang gesetzt, die dafür sorgt, dass die Verbindung bestehen bleibt – und damit auch der Gedächtnisinhalt. [reu]

Quelle: Cell Reports

Zoologie/Paläoanthropologie Das Wollmammut gibt das Geheimnis seines Kälteschutzes preis

Im Fachblatt "Cell Reports" beschreibt ein internationales Forscherteam die genetischen Merkmale, die Wollmammuts von heute lebenden Elefanten unterscheidet. Die Wissenschaftler entdeckten rund 1,4 Millionen genetischer Varianten auf ungefähr 1.600 Genen. Die meisten davon hatten mit der Anpassung an ein Leben in der Kälte zu tun: So etwa mit dem Fettstoffwechsel, mit der Entwicklung von Haut und Fell oder mit der Kältewahrnehmung. Für ihre Studie hatten die Forscher ein detailliertes Genom der Wollmammuts erstellt. Das hatten sie verglichen mit dem Erbgut von asiatischen und afrikanischen Elefanten, die beide eng mit dem Mammut verwandt sind. [reu]

Quelle: Cell Reports

Medizin DNA zum Einatmen lindert Lungenleiden

Eine Gentherapie konnte den Zustand von Mukoviszidose-Patienten stabilisieren. Das berichten britische Forscher im Fachmagazin "The Lancet Respiratory Medicine". Bei der Mukoviszidose handelt es sich um eine erbliche Stoffwechselkrankheit, bei der sich in der Lunge ein zäher Schleim ansammelt. Verursacht wird das Leiden von einem einzelnen Gen. Die Patienten der Studie inhalierten ein Medikament, das funktionsfähige DNA-Moleküle dieser Erbanlage enthielt. Dadurch verbesserte sich die Lungenleistung bei ungefähr der Hälfte der 136 Teilnehmer um knapp vier Prozent. Bei Patienten, die ein Placebo erhalten hatten, verschlechterte sich der Zustand der Lunge ein wenig. Die Forscher hoffen nun, die Wirksamkeit der Therapie verbessern zu können, zum Beispiel durch eine höhere Dosis oder durch die Kombination mit anderen Wirkstoffen. [reu]

Quelle: The Lancet Respiratory Medicine

Umwelt Verringern sich die CO2-Emissionen nicht, erwarten Forscher starke Meeres-Schäden

Wenn es nicht gelingt, die Emissionen von Kohlendioxid umfassend zu reduzieren, dann dürften weiträumige und größtenteils unumkehrbare Schäden im Lebensraum der Weltmeere eintreten. So lautet das Fazit einer internationalen Studie, die heute im Fachmagazin "Science" erscheint. Die Wissenschaftler hatten zwei Szenarien untersucht: Sollte das Zwei-Grad-Ziel bis zum Jahr 2100 eingehalten werden, dann dürften die Erwärmung und Versauerung der Ozeane vor allem die Korallen und Muscheln bedrohen. Andere Risiken blieben in diesem Fall eher moderat. Wenn sich die CO2-Emissionen jedoch nicht ändern, dann wären nahezu alle Ökosysteme der Weltmeere betroffen. Das hätte gravierende Auswirkungen auf die Fischerei, den Tourismus und den Küstenschutz, heißt es in der Studie. [reu]

Quelle: Science - DOI: 10.1126/science.aac4722

Biologie Genetiker versuchen, den Duft der Rose zu verstehen

Wissenschaftler aus Frankreich haben ein Enzym entdeckt, das für eine wichtige Duftkomponente von Rosen verantwortlich ist. Dieses Enzym hilft bei der Biosynthese von Geraniol. Dieser Alkohol gehört zu den Monoterpen-Verbindungen und besitzt einen intensiven Duft. Entdeckt haben die Forscher das Enzym, indem sie die Genaktivität verschiedener Rosensorten miteinander verglichen – nämlich solche mit einem starken und einem schwachen Geruch. Die Wissenschaftler hoffen nun, die Erbanlagen für dieses Enzym wieder in moderne Züchtungen einführen zu können. Denn viele Rosensorten duften mittlerweile kaum noch, weil sie auf Aussehen gezüchtet wurden, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science" schreiben. [reu]

Quelle: Science

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