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StartseiteGesichter EuropasDas Ende vom Öl29.09.2018

Aberdeen in SchottlandDas Ende vom Öl

Aberdeen nennt sich stolz die "Hauptstadt des Öls". Von hier aus versorgen die großen Konzerne per Schiff und Hubschrauber ihre Bohrinseln in der Nordsee.

Von Erik Albrecht

Blick auf den Industriehafen von Aberdeen (Schottland) mit zahlreichen Tanks, aufgenommen am 13.04.2014 (picture alliance / dpa - Teresa Dapp)
Der Industriehafen von Aberdeen mit seinen Tanks: Jeder dritte Job in der schottischen Stadt hängt von der Rohstoffindustrie ab (picture alliance / dpa - Teresa Dapp)
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Ölförderung in der Nordsee Aberdeen leidet unter sinkendem Ölpreis

Jeder dritte Job in der schottischen Stadt hängt von der Rohstoffindustrie ab. Das schwarze Gold hat der Aberdeen lange Zeit sicheren Wohlstand gebracht.

Doch das könnte bald vorbei sein. 50 Jahre nach Beginn des Booms gehen viele Quellen zur Neige. 2014 ist der Ölpreis heftig eingebrochen und hat Aberdeen in eine tiefe Krise gestürzt.

Für die Zukunft stellt sich die Stadt deshalb neu auf. Hunderte Bohrinseln müssen demnächst verschrottet werden – das soll Jobs bringen. Auch High-Tech-Industrien und der Tourismus sollen wachsen.

Eine Reportage aus Aberdeen in fünf Teilen.

Schiffe liegen im Hafen der schottischen Stadt Aberdeen (AFP/ Andy Buchanan) (AFP/ Andy Buchanan)Wenn die Quellen versiegen
Das Öl hat Aberdeen reicht gemacht. Von den Exzessen der Ölbranche können viele in der schottischen Stadt ein Lied singen - von ihrem Niedergang auch. Die Wirtschaft Aberdeens hängt am Geschäft mit den Bohrinseln vor der Küste, doch nach Jahrzehnten der Förderung sind die Ölquellen erschöpft.

Mechelle Clark am Eingang zu ihrem Imbiss  (Deutschlandradio/ Erik Albrecht) (Deutschlandradio/ Erik Albrecht)Neue Jobs dank der Krise
Der Ölpreisverfall hat die schottische Stadt Aberdeen hart getroffen. Zehntausende Arbeiter, Berater und Ingenieure aus der Ölindustrie haben seit 2014 ihre Jobs verloren. Aber manche - wie Mechelle Clark - sehen die Krise auch als Chance, nutzen die sinkenden Mieten und machen sich selbstständig.

Schottlands Erste Ministerin Nicola Sturgeon bei der Eröffnung einer Offshore-Windkraftanlage in der Nordsee nahe der schottischen Küste bei Aberdeen (picture alliance/Michal Wachucik/PA Wire) (picture alliance/Michal Wachucik/PA Wire)Schottische Zukunftspläne nach dem Brexit
Die Diskussion um eine Unabhängigkeit Schottlands nimmt wieder an Fahrt auf. Auslöser ist der bevorstehende Brexit, den die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon und die meisten Bürger ablehnen. Das Ende des Ölbooms wirft die Frage auf, wie Schottland wirtschaftlich ohne das Vereinigte Königreich zurechtkäme.

Ölplattformen in der Nordsee (picture alliance /Andrew Milligan/PA Wire) (picture alliance /Andrew Milligan/PA Wire)Aufräumen in der Nordsee
Was passiert mit Bohrinseln, wenn das Öl versiegt ist? Dann muss die gigantische Infrastruktur wieder abgebaut werden. Die schottische Nordsee dürfte eine der ersten Ölförderregionen sein, die abgewickelt wird. Ob das die neuen Arbeitsplätze in der Abwrack-Industrie bringt, die sich die krisengeschüttelte Hafenstadt Aberdeen erhofft, ist offen.

Ein Dudelsackspieler spielt bei der Eröffnung eines Windparks von Vattenfall vor der schottischen Küste bei Aberdeen (picture alliance/ Michal Wachucik/PA Wire) (picture alliance/ Michal Wachucik/PA Wire)Windpark statt Bohrinsel
Die schottische Stadt Aberdeen rüstet sich mit neuen Technologien und Ideen für die Zeit nach dem Öl. Der sanfteste Teil des industriellen Strukturwandels könnte der Übergang zu erneuerbaren Energien sein, denn Wind und Wellen gibt es in der Hafenstadt im Überfluss. Im Hintergrund spielt das Öl aber noch immer eine große Rolle.

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