Am Wahlabend, eine knappe halbe Stunde nach den ersten Hochrechnungen, wendet sich Nicolas Sarkozy mit einer Rede an die Franzosen, als Präsidentschaftskandidat, der den ersten Wahldurchgang gewonnen hat. Vor allem aber als aussichtsreichster Kandidat, der keine Zeit verliert und sofort die zweite und entscheidende Wahlkampfrunde ums Präsidentenamt angeht. Und plötzlich zeigt sich der Politiker, der bei vielen Franzosen nicht nur im Umgang mit Worten als rüde bis brutal gilt, versöhnlich und mitfühlend:
"Das Frankreich von dem ich träume, lässt niemanden fallen. Ein Frankreich wie eine Familie, wo der Schwächste, der Verletzlichste, der Zerbrechlichste genauso viel Recht auf Liebe, Respekt und Aufmerksamkeit hat, wie der Stärkere. "
Nicolas Sarkozy muss sein Image aufbessern. Das jedenfalls meinen seine Berater und engsten Parteifreunde. Der Ruf eines autoritären Politikers habe Nicolas Sarkozy zwar in der ersten Wahlkampfrunde geholfen, dem rechtsextremen Jean-Marie Le Pen Wähler abzujagen. Im zweiten und entscheidenden Wahldurchgang, könne dieses Image jedoch zum Verhängnis werden. Denn nicht nur die Jugend aus den französischen Vororten fürchtet Nicolas Sarkozy. Meinungsumfragen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Franzosen den Politiker und seine Methoden besorgniserregend findet. Ängste, die sich nicht gelegt haben. Stimmen aus der Pariser Innenstadt:
"Ich finde ihn sehr gefährlich. Nicht wegen seiner liberalen Wirtschaftspolitik, sondern wegen seiner Härte und der Starrheit seiner Überzeugungen. Sein ungeschicktes Verhalten während der Krise in den Vorstädten zum Beispiel - da hat er versucht seine Linie mit aller Härte und mit Gewalt durchzusetzen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Für mich bleibt der Mann gefährlich.
Ich habe Angst vor der Wirkung seiner Worte und seiner Art Politik. Er schockiert viele Franzosen, hetzt die Leute gegeneinander auf - so lange, bis es knallt. Und wenn ich daran denke, dass sich Nicolas Sarkozy als Staatspräsident auch um die Außenpolitik kümmert, mache ich mir erst recht Sorgen. Schließlich ist Frankreich - trotz der wirtschaftlichen Probleme - noch immer ein militärisches Schwergewicht. Und das Militär sollte doch unter der Aufsicht eines ruhigen und überlegt handelnden Mannes stehen. "
Das Kürzel TSS steht für "Tout sauf Sarkozy" - alles, nur nicht Sarkozy, Ein mittlerweile gängiger Slogan, der nicht nur von der Extremlinken benutzt wird. Auch die Sozialisten und der erfolgreiche Mann der neuen Mitte, François Bayrou, verurteilen die politischen Methoden ihres Gegners als gefährlich für den sozialen Frieden und die französische Demokratie. Und auch außerhalb der politischen Parteien regt sich Widerstand. In einem Artikel der französischen Tageszeitung "Le Monde" mit der Überschrift "Das Risiko der totalen Macht" warnte kürzlich der Historiker und Soziologe Patrick Weil vor Nicolas Sarkozy. Der angesehene Wissenschaftler vom staatlichen französischen Forschungszentrum, CNRS, fürchtet, dass der Politiker - wird er am 6. Mai tatsächlich als Staatspräsidenten gewählt - außer Kontrolle geraten könnte:
"Sollte Nicolas Sarkozy gewählt werden und gewinnt außerdem bei den Parlamentswahlen im Juni die Mehrheit, dann wird er zum mächtigsten Präsidenten, den die 5. Republik seit ihrer Gründung 1958 gesehen hat. - Eine nie da gewesene totale Macht, ohne irgendein politisches Gegengewicht. "
Die werde Nicolas Sarkozy ohne Skrupel nutzen, davon ist Historiker Weil überzeugt: um seine Politik gegen alle Widerstände durchzusetzen. Aber auch, um Gegner und Kritiker politisch auszuschalten:
"Nicolas Sarkozy ist ein Mann, der versucht seine Gegner und Kritiker zu verführen. Gelingt das nicht, reduziert er sie, setzt sie herab. Und das ist für eine Demokratie gefährlich. "
"Das Frankreich von dem ich träume, lässt niemanden fallen. Ein Frankreich wie eine Familie, wo der Schwächste, der Verletzlichste, der Zerbrechlichste genauso viel Recht auf Liebe, Respekt und Aufmerksamkeit hat, wie der Stärkere. "
Nicolas Sarkozy muss sein Image aufbessern. Das jedenfalls meinen seine Berater und engsten Parteifreunde. Der Ruf eines autoritären Politikers habe Nicolas Sarkozy zwar in der ersten Wahlkampfrunde geholfen, dem rechtsextremen Jean-Marie Le Pen Wähler abzujagen. Im zweiten und entscheidenden Wahldurchgang, könne dieses Image jedoch zum Verhängnis werden. Denn nicht nur die Jugend aus den französischen Vororten fürchtet Nicolas Sarkozy. Meinungsumfragen haben gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Franzosen den Politiker und seine Methoden besorgniserregend findet. Ängste, die sich nicht gelegt haben. Stimmen aus der Pariser Innenstadt:
"Ich finde ihn sehr gefährlich. Nicht wegen seiner liberalen Wirtschaftspolitik, sondern wegen seiner Härte und der Starrheit seiner Überzeugungen. Sein ungeschicktes Verhalten während der Krise in den Vorstädten zum Beispiel - da hat er versucht seine Linie mit aller Härte und mit Gewalt durchzusetzen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Für mich bleibt der Mann gefährlich.
Ich habe Angst vor der Wirkung seiner Worte und seiner Art Politik. Er schockiert viele Franzosen, hetzt die Leute gegeneinander auf - so lange, bis es knallt. Und wenn ich daran denke, dass sich Nicolas Sarkozy als Staatspräsident auch um die Außenpolitik kümmert, mache ich mir erst recht Sorgen. Schließlich ist Frankreich - trotz der wirtschaftlichen Probleme - noch immer ein militärisches Schwergewicht. Und das Militär sollte doch unter der Aufsicht eines ruhigen und überlegt handelnden Mannes stehen. "
Das Kürzel TSS steht für "Tout sauf Sarkozy" - alles, nur nicht Sarkozy, Ein mittlerweile gängiger Slogan, der nicht nur von der Extremlinken benutzt wird. Auch die Sozialisten und der erfolgreiche Mann der neuen Mitte, François Bayrou, verurteilen die politischen Methoden ihres Gegners als gefährlich für den sozialen Frieden und die französische Demokratie. Und auch außerhalb der politischen Parteien regt sich Widerstand. In einem Artikel der französischen Tageszeitung "Le Monde" mit der Überschrift "Das Risiko der totalen Macht" warnte kürzlich der Historiker und Soziologe Patrick Weil vor Nicolas Sarkozy. Der angesehene Wissenschaftler vom staatlichen französischen Forschungszentrum, CNRS, fürchtet, dass der Politiker - wird er am 6. Mai tatsächlich als Staatspräsidenten gewählt - außer Kontrolle geraten könnte:
"Sollte Nicolas Sarkozy gewählt werden und gewinnt außerdem bei den Parlamentswahlen im Juni die Mehrheit, dann wird er zum mächtigsten Präsidenten, den die 5. Republik seit ihrer Gründung 1958 gesehen hat. - Eine nie da gewesene totale Macht, ohne irgendein politisches Gegengewicht. "
Die werde Nicolas Sarkozy ohne Skrupel nutzen, davon ist Historiker Weil überzeugt: um seine Politik gegen alle Widerstände durchzusetzen. Aber auch, um Gegner und Kritiker politisch auszuschalten:
"Nicolas Sarkozy ist ein Mann, der versucht seine Gegner und Kritiker zu verführen. Gelingt das nicht, reduziert er sie, setzt sie herab. Und das ist für eine Demokratie gefährlich. "
