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StartseiteInformationen am AbendNeue Bestechungsvorwürfe um Fifa-WM-Vergabe 202207.04.2020

Anklage in den USA Neue Bestechungsvorwürfe um Fifa-WM-Vergabe 2022

Zur Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar 2022 gibt es in den USA wieder neue Bestechungsvorwürfe. Diesmal sind drei ehemalige FIFA-Exekutivkomitee-Mitglieder und Mitarbeiter des Medienriesen Fox im Visier der Ermittler.

Von Jan Bösche

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Plakat zeigt Hamad ibn Dschasim ibn Dschabir Al Thani, ehemaliger Premierminister von Katar, der den Fußball-WM-Pokal in Händen hält (dpa/Andreas Gebert)
Katar: Stolzer Ausrichter der Fifa-Fußball-WM 2012 - in den USA gibt es aber neue Bestechungsvorwürfe (dpa/Andreas Gebert)
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Das Dokument der Ankläger ist 70 Seiten lang, es enthält 53 Anklagepunkte. Staatsanwalt Richard Donoghue sagte, die Anklage zeige die andauernde Verpflichtung seiner Behörde, die Korruption in den höchsten Ebenen des internationalen Fußballs aufzuspüren. Unternehmen und Individuen sollten wissen, dass sie zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie das US-Finanzsystem für korrupte Ziele ausnutzten.

Die neue Anklage ist die bislang detaillierteste Auflistung, wie die Bestechung rund um die Fußball-Weltmeisterschaften in Russland 2018 und Katar 2022 abgelaufen sein könnte. Im Mittelpunkt stehen drei frühere Mitglieder des FIFA-Exekutivkomitees aus Argentinien, Paraguay und Brasilien. Zwei von ihnen sind bereits gestorben. Die drei sollen Bestechungsgelder angenommen haben, damit sie für Katar als Austragungsort stimmte.

Die US-Ermittler rollten auch die Vergabe der letzten WM an Russland wieder auf. Laut Anklage soll der frühere FIFA-Vize Jack Warner über fünf Millionen Dollar bekommen haben. Dafür stimmte er für Russland. Rafael Saguero aus Guatemala erhielt eine Million Dollar.

Auch Fox-Mitarbeiter im Visier

Im Visier der amerikanischen Ermittler sind auch zwei frühere Mitarbeiter des Medienriesen Fox. Fox hatte die Rechte erworben, die Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 zu übertragen. Die beiden Manager sollen dabei Insider-Informationen genutzt haben. Die Ankläger werfen ihnen vor, Loyalitäten ausgenutzt zu haben, erworben durch Bestechungsgelder. Die Anwälte der beiden Manager wiesen die Vorwürfe zurück.

Fox hatte für die Fernsehrechte mehr als 400 Millionen Dollar gezahlt. Später bekam der Sender auch die Rechte zugesprochen, die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zu übertragen. Fox hatte sich zuvor beklagt, dass die Weltmeisterschaft in Katar in den Herbst verschoben wurde. Die amerikanischen Fernsehzuschauer sind mehr im Sommer mehr an Fußball interessiert, wenn die anderen Sportarten Pause machen.

Die Vorwürfe stehen schon lange im Raum, dass die Weltmeisterschaften für Russland und Katar mit Bestechungsgeldern gesichert wurden. Vor fünf Jahren schalteten sich dann die amerikanischen Ermittler ein, 2017 kam es zum Prozess. Insgesamt wurden 43 Personen angeklagt, 26 plädierten schuldig. Russland und Katar selbst wiesen alle Vorwürfe zurück, eine FIFA-interne Untersuchung entlastete sie. Angesicht der neuen Anklageschrift in den USA kündigte Der Fußball-Verband an, er werde weiterhin vollständig mit den Behörden kooperieren.

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