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StartseiteThemaWelche Koalitionen sind denkbar?24.09.2021

Bundestagswahl 2021Welche Koalitionen sind denkbar?

Eine künftige Regierungskoalition wird voraussichtlich aus mindestens drei Parteien bestehen müssen. Das legen die aktuellen Umfragewerte zur Bundestagswahl nahe. Doch nicht jedes Bündnis, das rechnerisch möglich erscheint, ist auch inhaltlich denkbar. Ein Überblick.

Die Farben Schwarz und Gelb liegen in einem Malkasten zusammen zwischen den Farben Rot und Grün (picture-alliance/ dpa | Karl-Josef Hildenbrand)
Wenn die Umfragen zur Bundestagswahl recht behalten, wird es auf ein Dreier-Bündnis als künftige Bundesregierung hinauslaufen (picture-alliance/ dpa | Karl-Josef Hildenbrand)
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Die Bundestagswahl ist offen wie selten zuvor, eine Vielzahl von Koalitionen ist möglich. Für Zweier-Bündnisse wird es eher nicht mehr reichen - auch wenn die derzeitige Regierungskoalition aus CDU und SPD, die ja bislang als "Große Koalition" galt, den derzeitigen Umfragen zur Bundestagswahl zufolge wieder eine hauchdünne absolute Mehrheit im Bundestag erreicht. Allerdings möchte die SPD lieber nicht mehr mit der CDU koalieren. Andere Konstellationen wie Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder auch Schwarz-Grün sind laut aktuellen Umfragen derzeit nicht möglich.

Koalitionsrechner - wer könnte laut Umfrage mit wem koalieren?

Sehr wahrscheinlich werden also mindestens drei Parteien eine Koalition bilden müssen. Rechnerisch ist vieles möglich, inhaltlich passen manche Parteien dann doch nur schwer zusammen.

Eine Zusammenarbeit mit der AfD lehnen die anderen im Bundestag vertretenen Parteien ab. Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich zudem gegen eine Koalition mit der Linkspartei ausgesprochen.

Dem ZDF-Politbarometer von Ende August zufolge sind die Ampel und ein Mitte-Links-Bündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei die beliebtesten Koalitonsoptionen. Entscheidend könnte also die Frage sein, wie die SPD sich zur Linkspartei positioniert. Und die FDP könnte zum Zünglein an der Waage werden.

Grafik zur Bewertung von Koalitionsoptionen zur Bundestagswahl 2021, Stand 27.8.2021 (Statista/ ZDF Politbarometer)Bewertung von Koalitionsoptionen zur Bundestagswahl 2021, Stand 27.8.2021 (Statista/ ZDF Politbarometer)

Ampel-Koalition: SPD, Grüne, FDP

Die Ampel-Koalition ist laut ZDF-Politbarometer die aktuell am besten bewertete Koalitionsoption neben einem Mitte-Links-Bündnis. FDP-Chef Christian Lindner und seine Partei wollen auch nach dem 26. September die Königsmacher sein - aber nicht um jeden Preis. Lindner betont stets, dass mit der FDP kein Linksruck zu machen sei. Im ARD-Sommerinterview sagte er in Bezug auf ein Ampelmodell: "Mir fehlt die Fantasie."

Es ist das Ziel der FDP, die eigenen Inhalte umzusetzen, vor allem in der Wirtschafts- und Finanzpolitik. Christian Lindner geht inzwischen offensiv mit seiner Bewerbung als Finanzminister in den Wahlkampf, wohl auch, um das zu unterstreichen. Auch FDP-Generalsekretär Volker Wissing sah dafür im Deutschlandfunk-Interview am 28.08.2021 noch hohe Hürden für eine Koalition mit SPD und Grünen. Zwischen den Parteien gebe es viele inhaltliche Differenzen, erklärte er.

Fraktions-Vize Michael Theurer dagegen hat dafür plädiert, die Ampel-Option nicht von vornherein auszuschließen. Vor allem wird es um die Frage gehen, wer den Kanzler oder die Kanzlerin stellt - SPD oder Grüne. Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki sagte am 13.09.2021 im Dlf-Interview, hinsichtlich möglicher Koalitionen werde die FDP einer Einladung des SPD-Kandidaten Olaf Scholz folgen - rote Linien bei den Themen Steuererhöhungen und Schuldenbremse werde man aber nicht überschreiten.

Christian Lindner, FDP-Bundesvorsitzender, spricht vor Teilnehmern auf einer Wahlkampfveranstaltung (picture alliance/dpa | Stefan Sauer) (picture alliance/dpa | Stefan Sauer)Die Regierungsambitionen der FDP 
"Besser nicht regieren, als falsch zu regieren" – nach der Bundestagswahl 2017 ließ FDP-Chef Christian Lindner die Jamaika-Verhandlungen platzen. Die Partei ging in die Opposition. Diesen Herbst soll alles anders werden. 

Knapp drei Wochen vor der Bundestagswahl betonte SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz im "Tagesspiegel" (4.9.) seine Bereitschaft zur Koalition mit den Grünen: "Ich möchte gerne mit den Grünen zusammen regieren." Daran hätte er nie einen Zweifel gelassen, so der Spitzenkandidat. Damit treibe Scholz gegenüber der FDP und möglichen Koalitionsgesprächen die Preise hoch, so Dlf-Hauptstadtkorrespondent Frank Capellan.

Sollte es nicht für Rot-Grün reichen, gilt die Ampel-Koalition als eine Option, die Scholz anstreben würde. Größtes Hindernis für eine Koalition mit den Liberalen könnte dabei der Ruf nach Steuererhöhungen werden, mit denen er die Folgen der Coronakrise schultern will. In einem weiteren Interview hat Scholz zudem der FDP einen fairen Umgang bei möglichen Koalitionsverhandlungen nach der Bundestagswahl versprochen. Die Jamaika-Gespräche 2017 seien auch daran gescheitert, dass sich Union und Grüne nicht viel Mühe gegeben hätten, ein echtes Dreierbündnis zustande zu bringen, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Sie hätten letztlich untereinander verhandelt und der FDP nur eine Nebenrolle zugedacht.

Die Grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock wünscht sich eine grün geführte Regierung mit Beteiligung der SPD. Die Union hätte sie ungern in der Regierung, sagte sie beim letzten TV-Triell der Kanzlerkandidaten.

Christian Lindner sitzt auf einer Sofa (picture alliance/dpa/Revierfoto | Revierfoto) (picture alliance/dpa/Revierfoto | Revierfoto)"Die Festigung des wirtschaftlichen Fundaments unserer Gesellschaft muss Priorität sein"
Christian Lindner hat sich im Dlf zurückhaltend zu möglichen Regierungskoalitionen geäußert. Einer Ampel-Koalition erteilte er keine direkte Absage, wies aber auf die inhaltlichen Unterschiede zu Grünen und SPD hin.

Rot-Rot-Grün: SPD, Grüne, Linke

Ein Mitte-Links-Bündnis aus SPD, Grünen und Linken bewerten viele Befragte für das ZDF-Politbarometer als gutes Koalitionsmodell. Schnittmengeln gibt es dabei vor allem in sozialen Fragen. Linken-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch sagte im Interview der Woche des Deutschlandfunks, es müsse unbedingt verhindert werden, dass ein schwarz-rotes Bündnis fortgeführt werde. Und wichtige Ziele auch von SPD und Grünen wie etwa ein höherer Mindestlohn, eine höhere Vermögensbesteuerung und eine Kindergrundsicherung seien auch mit der FDP nicht erreichbar.

Dietmar Bartsch, Spitzenkandidat der Partei Die Linke (picture alliance/dpa | Danny Gohlke) (picture alliance/dpa | Danny Gohlke)Bartsch (Die Linke): "Nur mit einer starken Linken wird es ein soziales Korrektiv geben" 
Höherer Mindestlohn, Vermögenssteuer, Kindergrundsicherung: Viele auch von SPD und Grünen formulierten Ziele seien nur mit einem progressiven Bündnis durchzusetzen, sagte Linken-Politiker Dietmar Bartsch im Dlf.

Ob ein Bündnis von SPD, Grünen und Linken zustande kommt, ist allerdings auch bei einer rechnerischen Mehrheit fraglich. Die Außen- und Sicherheitspolitik gilt nach wie vor als Bruchlinie. Die Linke hatte etwa der Evakuierungsmission in Afghanistan nicht zugestimmt. Das habe ihn "echt sehr betrübt", sagte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz beim ersten TV-Triell.

Scholz lehnte eine Koalition mit der Linkspartei beim TV-Triell auf RTL zwar nicht ausdrücklich ab. "Immer wenn es um den linken Flügel geht, dann herrscht da ziemliches Stillschweigen", urteilte Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner nach dem Triell im Dlf. "Dieses Thema wird bewusst ausgeklammert." Ein Grund könnte auch sein, dass Scholz bei schwierigen Koalitionsverhandlungen die Preise mit dieser Option hochtreiben könnte.

Scholz forderte für eine von ihm geführte Regierung von allen Koalitionspartnern aber ein klares Bekenntnis 

  • zur NATO und zur EU
  • zum soliden Umgang mit Finanzen und
  • zu einer Wirtschaft, die wachsen muss.

Das müsse in jedem Koalitionsvertrag stehen und gerade zum Bekenntnis zur NATO müsse es auch "aus tiefstem Herzen gemeint sein". Die Linke lehnt die NATO sowie Auslandseinsätze der Bundeswehr allerdings grundsätzlich ab.

Im Deutschlandfunk verweigerte der verteidigungspolitischer Sprecher und stellvertretender Parteichef der Linken, Tobias Pflüger, das von SPD und Grünen geforderte Bekenntnis. Es müsse viel mehr über Inhalte gesprochen werden, etwa über ein Ende der Auslandseinsätze, über Abrüstung und über eine Kürzung der Militärausgaben. Pflüger forderte, dass das Zwei-Prozent-Ziel der NATO nicht mehr die "Leitschnur" sein solle. Trotzdem hält die Linke eine Koalition mit SPD und Grünen nach der Bundestagswahl weiterhin für denkbar. "Eine Basis ist vorhanden", sagte Pflüger (14.09.)

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister, steht bei einer Pressekonferenz zur Klimapolitik nach der Sitzung des SPD Präsidiums im Willy-Brandt-Haus. (dpa) (dpa)Die SPD vor der Bundestagswahl
Mehr als 40 Prozent würden laut Umfragen SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz wählen. Auch wenn er längst nicht alle Partei-Positionen teilt - für den Weg zum klimaneutralen Deutschland und die Rückbesinnung der SPD auf ihre Stammklientel steht er.

Die Spitzenkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, stellte zwei Wochen vor der Wahl die Regierungsfähigkeit der Linken aufgrund der Außenpolitik der Linken offen infrage: "Ich will eine Bundesregierung, die im Herzen pro-europäisch schlägt und Verantwortung in der Welt übernimmt. Wenn einzelne Parteien das nicht wollen, dann widerspricht das dem Auftrag des Grundgesetzes", sagte sie gegenüber der "SZ" (14.09.). Gespräche zwischen demokratischen Partei auszuschließen, halte sie zwar für falsch, "aber wenn man außenpolitische Handlungsfähigkeit einer Regierung nicht sicherstellen kann, gibt es keine Regierungsgrundlage."

Horst Kahrs von der Linken-nahen Rosa-Luxemburg-Stiftung sieht zudem in der fehlenden Verankerung der Linken in bevölkerungsstarken Bundesländern eine zentrale Schwäche – gerade wenn es um Rot-Rot-Grün im Bund gehe: "Das ist kein stabilisierender Faktor für eine Bundesregierung, wenn daran eine Partei beteiligt ist, die es nicht in diese Landesparlamente schafft." Die Linke ist in Thüringen, Bremen und Berlin an der Landesregierung beteiligt, in Thüringen stellt sie auch den Ministerpräsidenten.

Die Linke" steht auf einem Banner bei der zentralen Wahlkampfveranstaltung der Partei "Die Linke" Berlin (picture alliance/dpa | Paul Zinken) (picture alliance/dpa | Paul Zinken)Die Linke vor der Bundestagswahl 
In den vergangenen vier Jahren ist die Linke vor allem durch parteiinterne Streitereien aufgefallen. Die Umfragen prognostizieren für die kommende Wahl Verluste. Nach der Wahl könnte sich die Frage stellen, ob die Linke mitregieren will und darf.

Jamaika-Koalition: Union, Grüne, FDP

FDP-Parteichef Christian Lindner macht immer wieder deutlich, mit wem er am liebsten regieren würde: "Die Union hat Armin Laschet nominiert, den wir kennen und schätzen aus der erfolgreichen Regierungszusammenarbeit in Nordrhein-Westfalen." Fotos der Feier zum vierten Geburtstag der schwarz-gelben Koalition in NRW hat die FDP unter der Überschrift "NRW-Koalition als Vorbild für den Bund" auf ihre Webseite gestellt. Anknüpfungspunkte im Bund gäbe es mit der Union vor allem in Steuer- und Wirtschaftsfragen.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, spricht beim Politischen Frühschoppen Gillamoos in der Festhalle Bayernland.  (picture alliance/dpa | Armin Weigel) (picture alliance/dpa | Armin Weigel)Söder (CSU): "Jetzt gilt es, den Trend zu brechen"
CSU-Chef Markus Söder sieht die Union angesichts schlechter Umfragewerte in einer sehr ernsten Situation. Um die Trendwende noch zu schaffen, rückte er die Entlastung des Mittelstands sowie die Stärkung der Sicherheit in den Vordergrund.

Schwarz-Gelb ist im Bund laut aktuellen Umfragen unwahrscheinlich. Man dürfe Laschet aber nicht mit den Grünen alleine lassen, so erzählt es Christian Lindner immer wieder. FDP-Klimapolitiker Lukas Köhler sieht viele Punkte, wo eine Zusammenarbeit mit den Grünen vorstellbar wäre, etwa das "progressive Verständnis eines Rechtsstaats": "Da muss man nochmal über die Frage der Rolle der Polizei sprechen vielleicht, aber es gibt ja sehr viele vernünftige Grüne, die gerade bei Fragen wie LGBTIQ-Rechten mit uns auf einer Linie sind und auch Anträge einbringen." Auch FDP-Chef Christian Lindner bekräftigte im Berliner Gespräch sein Bekenntnis zu Jamaika.

Für Laschet würde das Bündnis die wahrscheinlichste Chance bieten, das CDU-Kanzleramt zu verteidigen. Auch bei den Grünen gibt es einige Befürworter. Das Bündnis würde Brücken schlagen zwischen gesellschaftlichen Lagern, heißt es. Allerdings gibt es Differenzen in der Haushalts- und Finanzpolitik. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schloss beim dritten TV-Triell eine Jamaika-Koalition nicht explizit aus. 


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Deutschland-Koalition: Union, SPD, FDP

FDP-Generalsekretär Volker Wissing bricht angesichts einer möglichen Deutschland-Koalition im Bund nicht unbedingt in Begeisterungsstürme aus: "Es ist jedenfalls eine Option. Und diese Optionen sind wertvoll." Auch deshalb, weil mit einer Deutschland-Koalition sowohl FDP als auch Union erstmals in diesem Wahlkampf eine Koalitionsoption ohne die Grünen präsentieren können. Das Bündnis gilt als unwahrscheinlich, da die SPD nicht weiter mit der CDU koalieren möchte.

Die erste Deutschland-Koalition überhaupt formiert sich gerade in Sachsen-Anhalt, als Nachfolgerin der Kenia-Koalition. Erfahrungen mit diesem Modell gibt es also noch nicht.

Bundestagswahl 2021 - zum Dossier (Deutschlandradio / imago images / Alexander Limbach)Das Wichtigste zur Bundestagswahl im Überblick (Deutschlandradio / imago images / Alexander Limbach)

Kenia-Koalition: Union, SPD, Grüne

Die Umfragewerte der Parteien schwanken, eine Kenia-Koalition aus Union, SPD und Grünen aber hat stets eine satte Mehrheit. Im Bund gab es ein solches Bündnis bisher noch nicht - dort reichte es bisher immer für Zweier-Koalitionen. Sowohl die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock als auch Armin Laschet (CDU) haben diese Wahl als eine Richtungsentscheidung bezeichnet. Eine Fortführung der bisherigen Konstellation aus CDU und SPD ergänzt um die Grünen erscheint da nur schwer vorstellbar.

In sechs Tortendiagrammen sind die Frauenanteile der Direktkandierenden innerhalb der Bundestagsparteien dargestellt. Ein weiteres Tortendiagramm zeigt den Frauenanteil der weiteren Parteien, zusammengefasst als "Sonstige". (Bundeswahlleiter/Datawrapper) (Bundeswahlleiter/Datawrapper)Wer sind die Direktkandidatinnen und Direktkandidaten?
Bei dieser Bundestagswahl bewerben sich 3.360 Personen auf ein Direktmandat. Alter, Frauenanteil, Geburtsort – was verraten die Zahlen über die Kandidierenden?

Die deutschlandweit erste Kenia-Koalition (CDU, SPD, Grüne) regierte ab 2016 in Sachsen-Anhalt. Nach der Landtagswahl im Juni 2021 wird dort nun eine sogenannte Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP gebildet – ebenfalls eine Premiere in der Bundesrepublik. Einer eventuellen Fortführung der Kenia-Koalition hatten die Grünen dort bereits vor der Wahl eine Absage erteilt. Ähnliche Konstellationen gibt es inzwischen aber auch in Sachsen (CDU, Grüne, SPD) und Brandenburg (SPD, CDU, Grüne).

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Die Grünen haben in Umfragen zuletzt eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Zu gerne würden sie ins Kanzleramt einziehen, doch eine Regierungsbeteiligung scheint keineswegs mehr ausgemacht. Ein ausführlicher Blick auf die Grünen kurz vor der Wahl.

Ein solch verhältnismäßig großes Bündnis wie die Kenia-Koalition hätte den Nachteil, dass die Opposition im Bundestag ungewöhnlich klein ausfiele. Da für einige Kontrollmechanismen der Regierung mindestens ein Viertel der Abgeordneten zustimmen müssen – zum Beispiel für die Einrichtung von Untersuchungsausschüssen –, wäre eine schwache Opposition je nach Wahlausgang in ihrer Handlungsfähigkeit womöglich eingeschränkt. Bei den derzeitigen Umfragewerten würde eine Opposition aus FDP, AfD und Linkspartei das notwenige Viertel jedoch übertreffen.

Quellen: Ann-Kathrin Büüsker, Stephan Detjen, Frank Capellan, Nina Voigt

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