Isolierung, Quarantäne, KrankheitsverlaufRegeln und Tipps bei Corona-Infektion und -Kontakt

Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss sich in Isolation begeben. In der Praxis ist das oft einfacher gesagt als getan: Was, wenn ich mit mehreren Personen in einem Haushalt lebe? Ab wann sollte ich zum Arzt? Und wie lange muss ich mich überhaupt isolieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

14.01.2022

THE HAGUE - A woman is quarantined at home with her children because she is infected with the corona virus. The RIVM has adjusted the quarantine rules after the new advice from the Outbreak Management Team. If you have corona, you immediately go into isola
Wird eine Corona-Infektion mit einem positiven PCR-Testergebnis bestätigt, muss sich die infizierte Person in Isolierung begeben (picture alliance / ROBIN UTRECHT)

Wie erkenne ich, dass ich infiziert bin?

Mit einem PCR-Test. Bei Symptomen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuten, nach einem positiven Ergebnis eines PCR-Pooltest, eines Antigen-Schnell- oder Selbsttests oder nach einem Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall muss die betroffene Person einen PCR-Test machen. Er gilt laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) als Goldstandard, um den Verdacht auf SARS-CoV-2 abzuklären und ist in den genannten Fällen kostenlos.

Welche Regeln gelten in Isolierung?

Ist die Corona-Infektion durch einen PCR-Test bestätigt, muss sich der oder die Betroffene in eine Isolierung begeben, bei der bestimmte Verhaltens- und Hygieneregeln eingehalten werden sollten. Die Isolierung wird vom zuständigen Gesundheitsamt angeordnet. Sie gilt sieben Tage, in der Regel können sich Infizierte nach sieben Tagen mit einem PCR- oder Schnelltest "freitesten" lassen.
Isolierung ≠ Quarantäne

Eine Isolierung ist eine behördlich angeordnete Maßnahme für nachweislich infizierte Personen. Sie kann zu Hause erfolgen oder bei schwerem Krankheitsverlauf im Krankenhaus.

Quarantäne ist ebenfalls eine behördlich angeordnete Maßnahme für Personen, die mit Infizierten Kontakt hatten. Dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten müssen sich jedoch nach einem Bund-Länder-Beschluss vom 14.01.2022 auch nach einem solchen Kontakt nicht mehr in Quarantäne begeben.

Die neuen Regeln im Überblick.
Wem Isolierung angeordnet wurde, der darf das Zuhause nicht verlassen und keinen Besuch empfangen und auch Kontakt an der Haustüre - mit Briefträgern, Lieferdiensten oder Nachbarn - sollte unterbleiben. Doch nicht jeder wohnt allein – was also gilt für Menschen, die in Familien oder Wohngemeinschaften zusammenleben?
Zunächst einmal gelten ungeimpfte Haushaltsangehörige als enge Kontaktpersonen und stehen unter häuslicher Quarantäne, während doppelt Geimpfte, Geboosterte oder Genesene (die Infektion muss hier weniger als sechs Monate zurückliegen) nicht als enge Kontaktpersonen erfasst werden.
Laut Robert Koch-Institut (RKI) sollten sich die infizierten Personen unabhängig vom Impfstatus der Haushaltsangehörigen möglichst getrennt von anderen Personen in einem Einzelzimmer aufhalten, Gemeinschaftsräume wie Küche oder Bad sollten nicht häufiger als unbedingt nötig genutzt und regelmäßig gelüftet werden. Kontakt sollte nur zu den Haushaltsangehörigen gesucht werden, deren Unterstützung benötigt wird, dabei empfiehlt das RKI einen Mindestabstand von 1,5 Metern und das jeweilige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Verhaltens- und Hygienetipps im Überblick:

  • Kontakte zu Haushaltsangehörigen beschränken
  • Hygieneregeln wie Händewaschen und Husten- und Niesregeln einhalten
  • Wenn Kontakt unvermeidbar ist, Abstand halten und Maske tragen
  • In Gemeinschaftsräumen Abstand halten und Maske tragen
  • Räume regelmäßig lüften
  • Lieferungen vor der Haus- oder Wohnungstür ablegen lassen
  • Wäsche bei mindestens 60°C waschen
  • In Gemeinschaftsbädern Oberflächen mindestens einmal täglich reinigen, Handtücher nicht gemeinsam nutzen
  • Abfälle wie Taschentücher in einem Müllsack gut verschnüren und im Restmüll entsorgen

Wann endet meine Isolierung? Kann ich mich "freitesten"?

Eine milde Covid-19-Erkrankung ist in der Regel nach zwei bis drei Wochen überstanden. Auch wenn sich Infizierte und Erkrankte bereits nach wenigen Tagen wieder besser fühlen oder gar keine Krankheitssymptome haben, kann die häusliche Isolierung nicht selbstständig aufgehoben werden, heißt es seitens der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Die Entlassung aus der Isolierung erfolgt nach festgelegten Kriterien. Ein „Freitesten“ aus der Isolation ist frühestens sieben Tage und dann nur mit einem zertifizierten Antigen-Schnelltest oder einem erneuten PCR-Test möglich. Das gilt allerdings nur, wenn mindestens 48 Stunden vor dem Test keine Symptome vorlagen. Für den Test dürfen Infizierte die Isolierung selbstständig kurzzeitig verlassen, den Antigen-Schnelltest gibt es als Bürgertest kostenlos, wer einen PCR-Test machen möchte, muss das selbst bezahlen.

Übersicht der aktuellen Quarantäne- und Isolationszeiten

Bund und Länder haben am 14. Januar 2022 beschlossen, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene. Für alle übrigen soll die Quarantäne für Kontaktpersonen in der Regel nach zehn Tagen enden. Die Isolation ist für alle, auch für die Geboosterten, auf 10 Tage angesetzt.
Im Falle einer Infektion oder als Kontaktperson ist das "Freitesten" nach sieben Tagen durch einen PCR- oder zertifizierten Antigen-Schnelltest möglich. Eine Isolierung endet erst, wenn sie durch die zuständige Behörde wieder aufgehoben wurde.
Das Bild veranschaulicht den Bund-Länder-Beschluss über verkürzte Isolation und Quarantäne
Mit der verkürzten Quarantäne- und Isolationszeit von generell 14 auf zehn Tage soll kritische Infrastruktur aufrecht erhalten werden (Bundesregierung)
Für Beschäftigte in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen sollen Isolation oder Quarantäne sieben Tage dauern. Freitesten dürfen sie sich nur, wenn 48 Stunden vorher keine Symptome auftreten soll diese mit einem verpflichtenden PCR-Test beendet werden.
Auch für Schul- und Kitakinder gelten Sonderregeln: Als Kontaktperson müssen sie fünf Tage in Quarantäne, als Infizierte sieben Tage in Isolation. Danach müssen sie sich testen lassen.
Umgesetzt werden müssen die neuen Quarantäne- und Isolationsregeln durch Länderverordnungen.

Wie werden meine Kontaktpersonen ermittelt?

Da Covid-19 laut Infektionsschutzgesetz zu den meldepflichtigen Krankheiten gehört, meldet das entsprechende Testlabor ein positives PCR-Test-Ergebnis an das zuständige Gesundheitsamt. Um Infektionsketten zu unterbrechen, ermittelt dieses nun Kontaktpersonen. Daneben können Infizierte selbstverständlich auch schnell und unbürokratisch ihre letzten Kontakte vorab schon einmal selbst informieren. Eine Ansteckung ist bereits ein bis zwei Tage vor Symptombeginn einer infizierten Person möglich.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt generell, während der Pandemie die Kontakte regelmäßig zu notieren, um diese im Falle einer Infektion besser nachzuvollziehen zu können – beispielsweise mit einem Corona-Kontakttagebuch.
Zusätzlich wird das Nutzen der Corona-Warn-App angeraten, in der ein positives PCR-Test-Ergebnis eingetragen werden kann, sodass Kontaktpersonen anonym benachrichtigt werden. 
Corona-Warn-App - Woran es 2021 bei der Weiterentwicklung hakte

Krankheitsverlauf - was sollte ich beachten?

Die meisten SARS-Cov-2-Infektionen verlaufen laut RKI asymptomatisch, mild oder mittelschwer – das heißt, die Betroffenen können sie in der häuslichen Isolierung verbringen. Erkrankte mit schwerem Verlauf sollten ins Krankenhaus eingewiesen werden – doch ab wann gilt das? Und wie behandele ich milde Symptome?
Zu den häufigsten und milden Symptomen gehören laut Robert Koch-Institut (RKI-Coronavirus-Steckbrief) ähnliche wie bei einer Grippe oder Erkältung, vor allem Husten, Fieber, Schnupfen und Störungen des Geruchs- und oder Geschmackssinns. Weitere Symptome können Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeine Schwäche, aber auch Magen-Darm-Beschwerden sein. Bindehautentzündung, Hautausschlag und Lymphknotenschwellungen sind ebenfalls möglich. Auch andere Organe und Organsysteme wie das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem, Leber und Nieren können betroffen sein.
Bei milden Verläufen rät das Bundesministerium für Gesundheit Erkrankten, ihr Immunsystem mit viel Ruhe und Schlaf sowie einer ausgewogenen Ernährung unterstützen. Hilfreich sei es auch, viel zu trinken, da der Körper bei Infektionen eher mehr Flüssigkeit als im gesunden Zustand benötigt. 
Krankheitssymptome können in Abstimmung mit dem Hausarzt oder der Hausärztin zuhause auskuriert werden. Abhängig von den Symptomen können diese beispielsweise fiebersenkende Mittel, Medikamente gegen Husten und Schnupfen oder Schmerzmittel empfehlen. 
Was Infizierte nach positivem PCR-Test tun können - Interview mit Internist Josef Pömsl (11.01.2022)
Über die Verabreichung von Corona-Medikamten wie Paxlovid bei schwereren Symptomen entscheiden Ärztinnen und Ärzte.

Mehr zum Thema


Die Art der Therapie ist auch abhängig vom Impfstatus, der Viruslast und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf, wie beispielsweise Übergewicht, Bluthochdruck und Autoimmunerkrankungen. Bei Risikopatienten gibt die Fachgruppe COVRIIN Handlungsempfehlungen zur medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapie.

Ab wann sollte ich zum Arzt oder Notarzt?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät dazu, den oder die Hausärztin zu kontaktieren, wenn sich der Gesundheitszustand nicht während der ersten Woche der Erkrankung bessert oder sich die Beschwerden im Verlauf sogar verschlimmern. Um andere zu schützen, sollte eine Arztpraxis nur mit vorheriger telefonischer Absprache besucht werden.
Eine telefonische Beratung ist neben der Hausarztpraxis auch durch den ärztlichen Bereitschaftsdienst möglich. Auch die jeweiligen Gesundheitsämter geben Auskunft. In Notfällen, zum Beispiel bei akuter Atemnot, sollte der Notruf angerufen werden.
Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Notrufnummer: 112
Tool des RKI zur Ermittlung des zuständigen Gesundheitsamtes
Doch wann handelt es sich um einen Notfall? Wenn beispielsweise das Gefühl besteht, schlecht Luft zu bekommen, rät die Sächsische Landesärztekammer dazu, die Atmung zu beobachten und gegebenenfalls die Sauerstoffsättigung zu überprüfen: „Wenn Sie mehr als 22 Mal pro Minute atmen und das Gefühl haben, die Luft ist knapp, sollten Sie Ihren Hausarzt anrufen. Falls Sie ein Sauerstoff-Sättigungsmessgerät zu Hause hat (zum Beispiel, weil Sie unter Schlafapnoe leiden oder anderes), sollte die Sauerstoffsättigung nicht unter 93 Prozent sinken“, heißt es in einer Patienteninformation.
Quellen: RKI, Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, Bundesgesundheitsministerium, WHO, COVRIIN, Sächsische Landesärztekammer, Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, ikl