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StartseiteInterview"Problematisch ist, dass die Neuinfektionen gestreut auftreten"13.08.2020

Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland "Problematisch ist, dass die Neuinfektionen gestreut auftreten"

Nach Einschätzung der Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci findet derzeit eine besorgniserregende Verschiebung bei den Corona-Neuinfektionen statt. Diese ließen sich immer weniger lokalisierbaren Ausbrüchen zuordnen. Damit seien sie schwieriger beherrschbar, warnte die SPD-Politikerin im Dlf.

Dilek Kalayci im Gespräch mit Silvia Engels

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Dilek Kalayci (SPD), Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung bei einer Pressekonferenz (imago/Christian Ditsch)
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In Deutschlans ist die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Mittwochabend 1.445 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Grafik: Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Ländervergleich (Deutschlandradio / Andrea Kampmann)Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Ländervergleich (Deutschlandradio / Andrea Kampmann)

Dilek Kalayci (SPD), Berliner Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung und derzeit auch Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, beobachtet die Entwicklung mit Sorge, da sie mit einer Verschiebung beim Infektionsgeschehen einhergehe. Krankenhäuser und Pflegeheim, in denen es vor allem zu Beginn der Verbreitung des Virus in Deutschland zu Ausbrüchen kam, hätten die Situation aufgrund von vorhandener Schutzkleidung und Hygienekonzepten weitgehend im Griff. Neuinfektionen in Berlin fänden aktuell zu 50 Prozent im privaten Rahmen statt, auch bei privaten Partys und Familienfeiern, ein weiterer Hotspot seinen Restaurants und Gaststätten.

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Problematisch sei auch, dass nur noch 30 Prozent der Infektionen auf örtlich lokalisierbaren Ausbrüchen zurückgehen. Diese seien gut abgrenzbar und dementsprechend gut einzudämmen. Die aktuellen Neuinfektionen stiegen jedoch nicht mehr klar abgrenzbar, sondern breit gestreut. Das zu beherrschen sei schwieriger und breite daher Sorge. Vor diesem Hintergrund appelierte Kalayci an die Verantwortung jedes einzelnen: "Die Regeln sind inzwischen bekannt, dass Abstandhalten, Maskentragen hier auch erheblich dazu beitragen kann, das Infektionsgeschehen einzudämmen."


Lesen Sie hier das komplette Interview im Wortlaut.

Silvia Engels: Auch in Berlin werden ja Urlaubsrückkehrer auf das Coronavirus getestet. Mit Blick auf die Vorkommnisse in Bayern haben Sie bestimmt auch schon nachgeschaut. Wie gut läuft hier denn die Meldung der Ergebnisse an die Getesteten?

Dilek Kalayci: Also mir sind vergleichbare Fälle wie in Bayern in Berlin nicht bekannt. Das ist natürlich auch wichtig, dass die Testergebnisse auch ganz schnell die betroffenen Personen erreichen. Das hängt aber auch von den Kapazitäten in den Laboren und auch von der Zahl der Testungen ab. Insgesamt haben wir die Testungen in Deutschland sehr deutlich in sehr kurzer Zeit erweitert. Das war ja auch erklärtes Ziel: testen, testen, testen. Da kann es auch zu Engpässen kommen.

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Ganz wichtig ist, dass die betroffenen Personen, bis das Testergebnis kommt, dann auch selbst in Quarantäne sind. Für die Reiserückkehrenden aus den Risikoländern ist es auch vorgeschrieben. Für die auch Nicht-Risikoländern kann man das nur empfehlen, damit solche Pannen dann auch keinen großen Schaden anrichten, wenn diese Menschen dann auch in Quarantäne sind.

Reiserückkehrende im Fokus

Engels: Verstehe Sie richtig, Sie haben also Verständnis dafür, dass in Bayern da etwas schieflief, weil einfach die Kapazitäten vielleicht überlastet sind?

Kalayci: Nein, das hat erst mal mit dem bayrischen Fall nichts zu tun, das ist generell die Situation. Wir beobachten, wenn natürlich wenig Testungen da sind, dann liegen die Ergebnisse auch schneller vor, und sobald die Testungen hochgehen, kann man zu Engpässen kommen. Das hat jetzt mit dem bayrischen Fall nichts zu tun. Das ist eher eine allgemeine Feststellung.

Engels: Bayern hat ja sehr umfassend und großzügig Testkapazitäten auch kostenlos für die Betroffenen angeboten. Lassen sich Urlaubsrückkehrer bei Ihnen in Berlin so flächendeckend testen wie gewünscht und ähnlich wie das in Bayern gemacht wird?

Kalayci: Wir haben ja immer gesagt, dass wir gezielt testen, und die Reiserückkehrenden, da sind wir uns ja einig gewesen, Bund und Länder, sind im Fokus, weil wir sehen ja international, das Infektionsgeschehen ist hochdynamisch, und dadurch sind die Reiserückkehrenden ein Risiko, dass sie auch Infektionen nach Deutschland einschleppen. Deswegen war es richtig, zu sagen, dass wir genau diese Menschen erreichen und sie testen, natürlich mit dem Ergebnis, so schnell wie möglich ihr Testergebnis ihnen zu übermitteln und dafür zu sorgen, dass man sie rausfischen …, dass sie nicht andere infizieren. Das ist natürlich das Hauptziel.

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Engels: Setzen Sie in Berlin mittlerweile aufgrund der steigenden Infektionszahlen auch darauf, neben den verpflichtenden zu Testenden aus Risikogebieten, auch freiwillig aus anderen Regionen Kommende zu testen?

Kalayci: Das ist ja grundsätzlich möglich, denn mit der neuen Testverordnung können sich ja auch Reiserückkehrende aus Nicht-Risikoländern innerhalb von 72 Stunden testen lassen und werden auch kostenlos getestet. Es gibt ja mehrere Möglichkeiten, sich testen zu lassen. Das sind nicht die Teststellen, die jetzt zügig durch die Länder eingerichtet worden sind, sondern die kassenärztliche Vereinigung, die niedergelassenen Ärzte haben hier sozusagen ihre Leistung zugeschrieben bekommen. Deswegen sind es auch die niedergelassenen Praxen, die diese Testung vornehmen können.

"Private Feierlichkeiten sind große Infektionsherde"

Engels: Dann weiten wir den Fokus etwas. Die Urlaubsrückkehrer gelten als eine Gruppe derjenigen, die möglicherweise das Virus zurück nach Deutschland bringen. Andererseits wird ja immer wieder gesagt, dass wir derzeit viele Ausbrüche sehen, die auch in anderen Zusammenhängen stehen, beispielsweise private Feiern, beispielsweise Zusammentreffen von Menschen auf Familienveranstaltungen. Haben Sie hier in Berlin einen besonderen Schwerpunkt, wo gerade besonders das Virus grassiert?

Kalayci: Also zwei Beobachtungen sind wichtig. Das beobachten wir für Berlin, aber gilt auch bundesweit. Zum einen die Ausbrüche, wo finden die statt? Natürlich ganz am Anfang Krankenhäuser, dann Pflegeheime, Flüchtlingsheime, aber auch Unternehmen wie Tönnies. Gaststätten kommen jetzt in Berlin auch dazu. Aber ein großer Teil in Berlin, 50 Prozent, finden in den privaten Haushalten statt. An zweiter Stelle kommt in Berlin inzwischen die Restaurants und die Gaststätten. Das heißt, da verschiebt sich auch was. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, nach meinem Eindruck, haben die Situation sehr gut schon im Griff, weil die Schutzkleidungen da sind, weil Hygienekonzepte da sind, aber trotzdem finden da auch hin und wieder Ausbrüche statt. Das sind aber nicht die großen Hotspots bisher. Das heißt, da verschiebt sich was, der private Haushalt Nummer eins, das ist ein ganz großer Anteil. Und, ja, private Feierlichkeiten sind hier wirklich große Infektionsherde.

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Die zweite Sache ist, wie viel Prozent von den Neuinfektionen finden eigentlich in Ausbrüchen statt, ist dieser Anteil hoch oder gering. In Berlin sehen wir, dass der Anteil zurzeit unter 30 Prozent liegt, die in Ausbrüchen lokalisiert werden können. Warum ist das wichtig? Wenn der Anteil, die in Ausbrüchen stattfindenden Infektionen, hoch ist, dann kann man das lokalisieren und besser eindämmen. Dafür haben wir sehr viele Beispiele in Deutschland, auch in Berlin, wo die Gesundheitsämter gute Arbeit geleistet haben, dann auch solche lokalisierbaren Ausbrüche einzudämmen.

Eigenes Verhalten beeinflusst das Infektionsgeschehen

Engels: Also mit Ausbrüchen, um das zu erläutern, meinen Sie jetzt diese berühmten Multispreader, also die Menschen, die dann mit ihrer Infektionsquelle sehr viele, aber dann klar eingrenzbare Menschengruppen anstecken?

Kalayci: Mit Ausbrüchen meine ich eigentlich eine Betriebsstätte, also wie Tönnies, oder Wohnkomplexe oder ein Pflegeheim oder ein Asylheim, das heißt lokalisierbar, abgrenzbar. Wenn man dann feststellt, es hat keine große Streuung in die Bevölkerung stattgefunden, dann kann man erfolgreich diesen Ausbruch dann auch lokalisieren, eingrenzen. Problematisch wird es, was wir jetzt erleben, dass die Neuinfektionen gestreut, also nicht lokalisierbar, gebündelt auftreten, sondern gestreut hochgehen. Das zu beherrschen ist noch schwieriger. Das ist tatsächlich ein Grund, dann noch mehr Sorge zu haben, dass ein Großteil der Infektionen nicht lokalisier- und beherrschbaren Ausbrüchen passiert, sondern breit gestreut. Das ist schwieriger zu beherrschen.

Engels: Wie halten Sie als Gesundheitssenatorin dagegen, wenn Sie gerade den Fokus richten auf private Haushalte, auf Feiern, aber auch auf Gaststätten?

Kalayci: Na ja, da haben wir ja alle miteinander gelernt, dass das eigene Verhalten dazu beiträgt, wie das Infektionsgeschehen ist. Es ist ja nicht so, dass das Virus sich von alleine ausbreitet, sondern hat was mit Verhalten von Menschen zu tun. Die Regeln sind inzwischen bekannt, dass Abstandhalten, Maskentragen hier auch erheblich dazu beitragen kann, das Infektionsgeschehen einzudämmen. Wir beobachten auch in Berlin, dass da eine Nachlässigkeit ist, und diese Nachlässigkeit erhöht natürlich das Infektionsgeschehen. Zurzeit im Fokus in Berlin sind die Gaststätten. Wenn man gepflegt an einem Tisch sitzt und isst und Alkohol konsumiert, ist es absolut kein Problem, wenn man Abstand und alle Regeln einhält, aber wenn vor Bars und Kneipen draußen sich Trauben bilden und Gruppen bilden und dann, ich sage mal, Ballermann-Verhältnisse entstehen, dann ist das schon ein Problem. Das ist jetzt ein Thema, womit wir uns befassen.

Mehr Kontrollen und Bußgelder bei Verstößen

Engels: Und könnte das dazu führen, um es konkret zu machen, dass hier wieder strenger reguliert wird, heißt, die Gaststätten schließen oder gar andere Maßnahmen ergreifen, größere Familienfeiern vom Umfang her reduzieren, bei größeren Menschenversammlungen das Ordnungsamt oder die Polizei diese Gruppen auflösen lassen? Sind das die nächsten Schritte?

Kalayci: Auf jeden Fall mehr kontrollieren, mehr Bußgelder verhängen, und, ja, bei den Bereichen, wo diese Menschenansammlungen sich dann nicht mehr durch mehr Kontrollen und mehr Bußgelder durchsetzen, muss man auch isoliert schließen. Also alle Gaststätten zu schließen, das wollen wir genau vermeiden. Deswegen muss man dann gezielt vorgehen, und die, die sich an Regeln nicht halten, da muss man auch gezielt mal eine Gaststätte schließen und da auch ein Zeichen setzen, dass alle anderen Gaststätten sich auch daran halten müssen.

Engels: Sie setzen hier also auf schärfere Kontrollen im Einzelfall. In Nordrhein-Westfalen wurden nun zum Beispiel auch die Bußgelder im öffentlichen Personennahverkehr drastisch erhöht, wenn dort keine Maske getragen wird. Ist das auch ein Weg für Berlin?

Kalayci: Man muss genau hinschauen, wo funktioniert es, wo funktioniert es nicht. ÖPNV ist gerade in Berlin nicht im Fokus, sozusagen, wo es nicht funktioniert, sondern das ist eher der Bereich Gaststätten, und deswegen muss jeder den Fokus darauf setzen, wo es gerade nicht gut funktioniert.

Risikogruppen noch stärker schützen

Engels: Nun sind ja auch viele der jetzt bekannten Fälle jüngere Menschen, die die Infektionen treffen. Das hat erfreulicherweise die Nebenwirkung, dass derzeit etwas weniger schwere Krankheitsverläufe gemeldet werden. Müssen Sie andererseits jetzt nicht auch schauen, speziell bedrohte Gruppen wie Ältere und Vorerkrankte stärker zu schützen, möglicherweise hier wieder strengere Kontaktverbote zu verhängen, denn das Virus kann ja in der Breite stärker hier überspringen?

Kalayci: Die Älteren schützen, das war von Anfang Programm in Berlin, aber auch insgesamt in der Pandemiebewältigung, das war nach der Kontaktnachverfolgung der erste Strategiepunkt. Gleich das Zweite, was wir in Berlin gemacht haben, wir haben gesagt, wir müssen die vulnerablen Gruppen, die besonderes Risiko haben, noch stärker schützen. Das hat auch was mit Impfungen zu tun, aber auch wie sind die Pflegeeinrichtungen und auch die Pflegedienste aufgestellt mit Schutzkleidungen, mit Hygienekonzepten. Nach meiner Einschätzung, zumindest für Berlin kann ich das sagen, sind wir sehr, sehr weit, dass hier ein Bewusstsein da ist.

Ja, in Berlin haben wir schon von Anfang an einen geringeren Altersmedian gehabt als Bundesdurchschnitt, zurzeit auch 38 Jahre Altersdurchschnitt, bundesweit 47 Jahre. Dadurch haben wir auch eine geringere Verstorbenenrate: 2,2 Prozent, bundesweit 4,2 Prozent, aber das ist absolut kein Grund, sich zurückzulehnen. Weil diese jungen Menschen ja auch Superspreader sein können, dann auch in einem Pflegeheim arbeiten, dann vielleicht doch die älteren Menschen anstecken. Also das heißt, sie sind ja auch unterwegs, jüngere Menschen sind mobiler und damit auch ein erhöhtes Infektionsrisiko.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

 

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