
Der bisherige Hitzerekord für Deutschland hatte bei 41,2 Grad Celsius gelegen, gemessen am 25. Juli 2019. Auch an anderen Orten erreichten die Temperaturen im Laufe des Tages über 40 Grad, etwa in Bad Kreuznach und Trier. Nach Angaben des DWD war es an 147 Wetterstationien so heiß wie noch nie an einem Junitag.
Am Wochenende soll sich die starke Hitzebelastung auf ganz Deutschland ausbreiten. Vielerorts wurden Veranstaltungen abgesagt. Die Deutsche Bahn erwartet Störungen im Zugbetrieb und rät von Reisen ab.
Hochdruckgebiet schließt heiße Luft ein
Die Hitzewelle wird Meteorologen des Reuters Climate Monitor zufolge durch eine sogenannte Omega-Wetterlage verursacht. Dabei schließt ein Hochdruckgebiet, dessen Form dem griechischen Buchstaben Omega ähnelt, heiße Luft über einen längeren Zeitraum in einer Region ein.
Schutz vor Hitze als Aufgabe für Städte und Kommunen
Um die Menschen in Deutschland vor den Folgen solcher Hitzewellen zu schützen, sieht die stellvertretende Vorsitzende der Klima-Union von CDU und CSU, Winter, vor allem Kommunen und Länder in der Verantwortung. Winter, die auch Fraktionschefin ihrer Partei in der Bremer Bürgerschaft ist, sagte im Deutschlandfunk, jede Stadt habe andere Bedingungen, daher seien lokale Lösungen wichtig.
Konkret gehe es dabei um Maßnahmen wie die Einrichtung von Trinkwasserbrunnen, die Begrünung von Städten und die Anpassung von Infrastruktur. Den Ländern stehe dafür bereits Geld zur Verfügung, unter anderem aus dem Sondervermögen für Infrastruktur.
Marburger Bund kritisiert mangelnden Hitzeschutz in Krankenhäusern
Der Ärzteverband Marburger Bund kritisiert mangelnden Hitzeschutz in Krankenhäusern. Die Vorsitzende Johna sagte dem ZDF, nur ein Drittel der Kliniken habe klimatisierte Patientenzimmer. Klare Vorgaben gebe es lediglich für Operationsbereiche oder die Radiologie, weil die Geräte die Hitze nicht aushielten. Johna forderte Politik, Architekten und Klinikbetreiber auf, bei der Gebäudeplanung stärker Hitzewellen zu berücksichtigen.
Selbst bei Neubauten werde manchmal auf eine Außenbeschattung verzichtet, weil das Design höher gewichtet werde. Für Patienten sei die Hitze sehr belastend und auch eine Gefahr, betonte die Vorsitzende des Marburger Bunds. In Hitzewellen stürben Menschen häufiger - das sei auch im Krankenhaus der Fall.
Extreme Hitze auch in Niederlanden, Großbritannien und Frankreich
Auch in anderen Ländern hat die Hitzewelle erhebliche Auswirkungen. In den Niederlanden gab das Wetterinstitut KNMI für fast das gesamte Land die seltene rote Warnstufe heraus.
Auch die Behörden in Frankreich reagierten mit weitreichenden Maßnahmen auf die Wetterlage. Premierminister Lecornu aktivierte die höchste Stufe der Mobilisierung im Gesundheitswesen. Rund 13.500 Schulen blieben in Frankreich geschlossen oder stellten auf Sonderpläne um. In mehreren Orten im Umland von Paris wird das Trinkwasser knapp: Die Bewohner von neun Dörfern im Département Val d'Oise sollten vorerst mit Plastikflaschen versorgt werden, hieß es. In Paris gilt aktuell ein Alkoholverbot, um die Krankenhäuser zu entlasten. In mehreren Regionen Italiens wurde das Arbeiten im Freien während der heißesten Stunden des Tages verboten.
Diese Nachricht wurde am 26.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.








