Donnerstag, 19. Mai 2022

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Einer für alle, alle für einen

"Die Menschen sind gut, nur die Leute sind schlecht." Dieses Zitat Erich Kästners bringt die Dichotomie des menschlichen Daseins auf den Punkt. Wir sind Egoisten und Altruisten zugleich: mal selbstsüchtig, mal selbstlos, mal behandeln wir unsere Zeitgenossen als Rivalen, ein andermal als Kooperationspartner.

10.10.2010

Neue Forschungsergebnisse belegen: Das simple Dogma, wonach sich, wenn es hart auf hart kommt, jeder selbst am nächsten steht, ist angezählt. Wirtschaftswissenschaftler erkennen, dass sich Hilfsbereitschaft am Ende auszahlt. Soziologen ergründen, wie gemeinsames Engagement eine Gesellschaft stark macht. Und Hirnforscher untersuchen, warum selbstlose Menschen im Leben häufig glücklicher und erfolgreicher sind als Egoisten.

Aktuelle Sachbücher renommierter deutscher Wissenschaftsjournalisten thematisieren diesen Paradigmenwechsel und weisen den Weg zu einem neuen Menschenbild. Was sich zu lesen lohnt, verrät das Sachbuch-Trio des Deutschlandfunks in der Sendung Auslese, am Sonntag, den 10. Oktober 2010.

Stefan Klein: Der Sinn des Gebens. Warum Selbstlosigkeit in der Evolution siegt und wir mit dem Egoismus nicht weiterkommen

Richard David Precht: Die Kunst, kein Egoist zu sein. Warum wir gerne gut sein wollen und was uns davon abhält

Werner Siefer: Wir . Und was uns zu Menschen macht

Folgende Bücher hält das Sachbuch-Trio auch noch für empfehlenswert:

Stephen Hawking, Leonard Mlodinow: Der große Entwurf. Eine neue Erklärung des Universums

Richard Powers: Das Buch Ich Nr. 9. Eine Reportage

Apostolos Doxiadis und Christos H. Papadimitriou: Logicomix. Eine epische Suche nach der Wahrheit (Grafik: Alecos Papadatos und Annie di Donna, Übersetzung: Ebi Naumann)

Dan Ariely: Fühlen nützt nichts, hilft aber. Warum wir uns immer wieder unvernünftig verhalten

Sarah Zierul: Der Kampf um die Tiefsee. Wettlauf um die Rohstoffe der Erde

Ulrich Lüttge, Manfred Kluge und Gerhard Thiel: Botanik. Die umfassende Biologie der Pflanzen