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StartseiteSportgespräch"Starke Argumente gegen die Türkei"23.09.2018

EM-Vergabe"Starke Argumente gegen die Türkei"

Vor der Vergabe der Fußball-Europameisterschaft treffen drei unterschiedliche Perspektiven zur deutschen und türkischen Bewerbung aufeinander. CDU-Bundespolitiker Johannes Steiniger, Schriftsteller İmran Ayata und Sportjournalist Thomas Kistner rechnen jedoch alle mit einem Zuschlag für Deutschland.

Johannes Steiniger, İmran Ayata und Thomas Kistner im Gespräch mit Jessica Sturmberg

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Bandenwerbung für die deutsche EM-Bewerbung (Rolf Vennenbernd/dpa/picture-alliance)
Bandenwerbung für die deutsche EM-Bewerbung (Rolf Vennenbernd/dpa/picture-alliance)
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Die Gesprächsteilnehmer sind sich einig: Sie rechnen damit, dass die EM 2024 in Deutschland ausgetragen wird. Johannes Steiniger, Bundestagsabgeordneter für die CDU und Mitglied im Sportausschuss und Finanzausschuss des Bundestags hofft auf einen Boom für den Fußball, wie er ihn selbst als Vereinstrainer nach der WM 2006 erlebt hat.

Thomas Kistner, Sportjournalist der Süddeutschen Zeitung, sieht den Evaluierungsreport der UEFA als klaren Fingerzeig dafür, dass die UEFA-Administration das Turnier gerne nach Deutschland vergeben würde. Das könne ein gewichtiger Faktor sein, da auch der UEFA-Präsident mitstimmt.

Die Affäre um Bestechung bei der Vergabe der WM 2006 sieht Steiniger nicht als problematisch. Er glaubt, dass die gute Organisation des Turniers international viel größeres Gewicht habe, als der spätere Skandal.

Fehlende Weltoffenheit oder einigendes Band?

Der Schriftsteller İmran Ayata sieht außerdem "starke Argumente gegen die Türkei": "Wenn eine Organisation wie die UEFA im Evaluierungsbericht schon auf die Lage der Menschenrechte verweist, dann kann man sich ja vorstellen, wie es um die Menschenrechte dort bestellt ist."

Dazu könnten die finanziellen Schwierigkeiten des Landes problematisch sein und die UEFA verschrecken.

Kistner weist allerdings darauf hin, dass das Turnier 2024 international möglicherweise kein so positives Bild erzeugen könnte, wie 2006. Die Weltoffenheit sei mit zunehmenden nationalistischen Tendenzen nicht mehr da. Eine These, die Ayata unterstützt: Er hält die aktuellen politischen Änderungen in Deutschland für gravierend.

Steiniger sieht die Entwicklungen längst nicht so schwarz und verweist mit Blick auf die Bewerbung und die die Frage der Weltoffenheit auf die Arbeit im Breitensport: "Wenn wir den Zuschlag bekommen, dann kann das auch ein einigendes Band sein. Und die Integrationsleistung, die in den vielen tausend Fußball- und Sportvereinen läuft, (…) die ist wirklich toll."

Das gesamte Gespräch können Sie mindestens sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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