Newsblog zur Lage im Iran
Erste Hinrichtungen im Iran befürchtet – Trump droht Führung in Teheran

+++ Die Rufe nach der Ausweisung iranischer Diplomaten aus der EU nehmen zu. +++ US-Präsident Trump warnt die iranische Staatsführung vor der Hinrichtung von Teilnehmern der regimekritischen Proteste. +++ Die USA fordern ihre Landsleute auf, den Iran umgehend zu verlassen. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    US-Präsident Donald Trump steht vor einem blauen Hintergund und schaut starr nach vorne
    US-Präsident Donald Trump (picture alliance / Sipa USA / Nicole Combeau)

    +++ Grünen-Europapolitikerin: "Iranische Diplomaten in der EU missbrauchen ihre Privilegien"

    Angesicht der anhaltenden Gewalt gegen regimekritische Demonstranten im Iran fordert die Grünen-Europapolitikerin Neumann die Ausweisung von iranischen Diplomaten aus der EU. Diese würden ganz gezielt ihre Privilegien missbrauchen, um Iraner in der Diaspora unter Druck zu setzen und einzuschüchtern, sagte Neumann im Deutschlandfunk. Zugleich bekräftigte die Grünen-Politikerin ihre Forderung nach einer Ausweitung der Sanktionen gegen das Regime in Teheran und die Listung der iranischen Revolutionsgarden als Terrorgruppe.

    +++ US-Präsident Trump warnt die iranische Staatsführung vor der Hinrichtung von Teilnehmern der regimekritischen Proteste

    Trump sagte dem US-amerikanischen TV-Sender CBS News, man werde „sehr hart“ reagieren. Näher führte Trump seine Drohung nicht aus. Die iranische Justiz hatte zuvor die ersten Protestteilnehmer vor Gericht gestellt. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International warnte, dass bereits heute das erste Todesurteil vollstreckt werden könnte. „Falls sie das machen, werden wir sehr entschlossen handeln“, sagte Trump.

    +++ Die USA fordern ihre Landsleute auf, den Iran umgehend zu verlassen

    Laut einer Reisewarnung aus dem US-Außenministerium sollten Amerikaner den Landweg in Richtung Türkei oder Armenien nutzen. Fluggesellschaften beschränkten weiterhin Flüge von und nach Iran, einige hätten ihren Betrieb ganz eingestellt. Die Proteste im Iran könnten weiter eskalieren und in Gewalt umschlagen, hieß es weiter.

    +++ Der Satelliten-Internetanbieter Starlink bietet im Iran seinen Dienst nun offenbar kostenlos an

    Das teilten Aktivisten der Nachrichtenagentur AP mit. Mehdi Jahjanedschad, ein in Los Angeles ansässiger Aktivist, der dabei geholfen hat, die Geräte in den Iran zu bringen, sagte der AP, dass der kostenlose Dienst bereits gestartet und vollständig funktionsfähig sei. Auch andere Aktivisten bestätigten online in Nachrichten, dass der Dienst kostenlos verfügbar sei. Seit die iranischen Behörden infolge der landesweiten Proteste am Donnerstagabend das Internet abgeschaltet hatten, ist Starlink der einzige Weg für Iraner, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Starlink selbst bestätigte die Entscheidung zunächst nicht.

    +++ Nahost-Forum fordert von Merz Ausweisung des iranischen Botschafters

    Nahostexperten haben die sofortige Ausweisung des iranischen Botschafters aus Deutschland gefordert. Zugleich sei unverzüglich der deutsche Botschafter abzuziehen, teilte die Denkfabrik Mideast Freedom Forum Berlin angesichts der Gewalt gegen Demonstranten mit. Direktor Spaney sagte, das iranische Regime habe keine Legitimität mehr. Auch Bundeskanzler Merz habe öffentlich erklärt, dass das iranische Regime am Ende sei. Jetzt müssten diesen Worten konkrete politische Konsequenzen folgen.

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    Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.