Reform der gesetzlichen Krankenversicherung
Expertenkommission legt Empfehlungen vor

Angesichts hoher Ausgaben und steigender Beiträge im Gesundheitssystem legt eine Expertenkommission heute Empfehlungen für eine Reform der gesetzlichen Krankenversicherungen vor. Der GKV droht im laufenden Jahr ein Defizit von mehr als zehn Milliarden Euro, bis 2027 könnte es auf zwölf Milliarden steigen.

    Elektronische Gesundheitskarte, Detail von Leonardo-da-Vinci-Logo und Datenchip.
    Experten sollen u.a. eine Prognose für die Entwicklung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung errechnen (Symbolbild). (imago / Martin Bäuml)
    Bundesgesundheitsministerin Warken (CDU) hatte das Gremium im Herbst eingesetzt. Die Expertinnen und Experten sollen eine Prognose für die Entwicklung der Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung bis 2030 errechnen, maßgebliche Kostentreiber im Gesundheitssystem identifizieren und Maßnahmen vorschlagen, um die Beiträge der Versicherten stabil zu halten.
    Die schwarz-rote Koalition will das System günstiger und effizienter machen. Diskutiert wurde zuletzt unter anderem über die Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung für Ehepartner, die Streichung bestimmter Leistungen oder die Einführung zusätzlicher Abgaben auf ungesunde Genussmittel wie Zucker und Tabak.

    Wurzel: 50 Einzelvorschläge der Kommission erwartet

    Der Hauptstadtstudio-Korrespondent des Deutschlandfunks, Steffen Wurzel, erklärte, die Reformkommission werde am Nachmittag rund 50 Einzelvorschläge machen. Es werde keine bequeme Aufgabe für die Bundesregierung, eine Auswahl davon umzusetzen, so Wurzel.
    Im Vorfeld warnten Patienten- und Sozialverbände vor Leistungskürzungen und höheren Belastungen für Patienten. Vertreter der Gesundheitsbranche wiesen darauf hin, dass kurzfristige Einsparungen zu Versorgungsproblemen und längerfristig zu Mehrausgaben führen könnten.
    Der unabhängigen Kommission gehören zehn Professorinnen und Professoren an, unter anderem aus Gesundheits- und Rechtswissenschaften, Ethik und Volkswirtschaftslehre. Der Arbeitsauftrag sieht noch einen weiteren Bericht zu umfassenderen Reformschritten vor. Ministerin Warken hatte deutlich gemacht, dass alle Versorgungsbereiche, Ausgaben und Einnahmen auf den Prüfstand kommen.

    Weiterführende Informationen

    Hohe Erwartungen an Reformkommission für gesetzliche Krankenversicherung
    Diese Nachricht wurde am 30.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.