Naher und Mittlerer Osten
Heftige Explosionen in Teheran - Libanon: Mehr als 20 Tote bei israelischen Angriffen seit der Nacht

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine weitere Welle von Luftangriffen auf Ziele im Iran und im Libanon geflogen.

    Teheran: Menschen nehmen an einer Kundgebung anlässlich des jährlichen Al-Kuds-Tages (Jerusalem-Tag) teil, der jedes Jahr am letzten Freitag des muslimischen heiligen Monats Ramadan stattfindet.
    Menschen nehmen an einer Kundgebung anlässlich des jährlichen Al-Kuds-Tages (Jerusalem-Tag) teil. (Saeid Zareian / dpa / Saeid Zareian)
    In der iranischen Hauptstadt Teheran meldete das Staatsfernsehen heute eine schwere Explosion auf einem Platz in der Nähe der Universität. Dort hatten sich dem Bericht zufolge zahlreiche Unterstützer der Regierung zu einer Kundgebung versammelt. Es habe mindestens ein Todesopfer gegeben. Journalisten berichteten von weiteren Detonationen im Stadtgebiet.
    Die israelische Armee teilte mit, man nehme bei den Angriffen gezielt die Infrastruktur des iranischen Regimes ins Visier. Im Libanon habe das Militär zudem erneut Stellungen der Hisbollah-Miliz attackiert. Nach libanesischen Angaben wurden dabei seit der Nacht mehr als 20 Menschen getötet.

    Grünen-Politikerin Kaddor befürchtet für den Libanon ähnliche Zustände wie in Gaza

    Die Grünen-Politikerin Lamya Kaddor sieht die Gefahr, dass Teile des Libanons bald ähnlich zerstört sein könnten wie Gaza. Kaddor sagte im Deutschlandfunk, der Libanon sei schon länger kurz davor zu implodieren. Die Hisbollah habe das Land über Jahrzehnte destabilisiert. Die Terrormilz sei der Staat im Staate. Besonders seit den israelischen Angriffen infolge des 7. Oktobers 2023 sei der Libanon enorm geschwächt. Hinzu komme die seit Jahren andauernde Wirtschafts- und Staatskrise, betonte Kaddor. Das alles zusammen habe Potenzial für ähnliche Zustände wie in Gaza. Kaddor ist Mitglied der Parlamentariergruppe arabischsprachiger Staaten des Nahen und Mittleren Ostens.

    Welthungerhilfe: Not im Libanon ist groß

    Die Welthungerhilfe kündigte unterdessen an, ihre Einsätze im Libanon ausweiten. Die Organisation versorgt laut ihrer Programmdirektorin Bettina Iseli im Libanon etwa 15.000 Haushalte. Das reiche bei Weitem aber nicht aus. Um mehr leisten zu können, sei man auf die Unterstützung und Solidarität von Menschen mit ihren Spenden angewiesen, sagte Iseli im Deutschlandfunk. Viele Menschen hätten innerhalb von Minuten ihre Häuser verlassen müssen mit dem, was sie gerade noch so zusammenraufen konnten, so Iseli. Sie hätten alles zurückgelassen und bräuchten dringend einen Platz zum Schlafen.
    Der Iran setzte seinerseits seine Angriffe auf Ziele in den Golfstaaten fort. Saudi-Arabien war das Ziel von Dutzenden Drohnenangriffen.

    Weitere Informationen:

    Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
    Diese Nachricht wurde am 13.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.