Montag, 20. Mai 2024

Kölner Forum Journalismuskritik 2024
Auf der Suche nach Verständnis und Verständigung

Ein voller Saal, mit Menschen verschiedener Generationen, zwei hochinteressante Diskussionen, eine berührende Preisverleihung sowie ein Konzert von Yael Deckelbaum und Meera Eilabouni. Das und noch einiges mehr gab es am Tag der Pressefreiheit, dem 3. Mai 2024, in Köln: Der Deutschlandfunk öffnete sei Funkhaus für das achte Forum für Journalismuskritik.

Von Marco Bertolaso | 03.05.2024
    Fünf Personen sitzen auf Sesseln und diskutieren.
    An der Diskussion zum Thema "Wie reden über Nahost" nahmen teil: Benjamin Hammer (Deutschlandfunk, ehemaliger ARD-Nahost-Korrespondent), Deborah Schnabel (Bildungsstätte Anne Frank), Nazih Musharbash (Deutsch-Palästinensische Gesellschaft), Kai Hafez (Kommunikationswissenschaft Universität Erfurt). Moderation: Sina Fröhndrich (Deutschlandfunk). (Thomas Kujawinski / Deutschlandfunk)
    „Verständnis und Verständigung. Medien in polarisierten Zeiten“, so lautete am 3. Mai 2024 der Titel des diesjährigen Forums Journalismuskritik im Kölner Funkhaus. Eingeladen hatten die Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion und die Initiative Nachrichtenaufklärung, gemeinsam mit der Redaktion „Meinung & Diskurs“, die die beiden Diskussionen organisiert hat.
    Im ersten Panel sprach Deutschlandfunk-Moderator Christoph Schäfer mit Yasmine M’Barek („Die Zeit“), Jessica Rosenthal (SPD) und Annika Sehl (Katholische Universität Eichstätt). Ihr Thema: „Macht, Medien und Menschen: Wie gelingt Kommunikation in der Krise?“. Mehr zur Diskussion, an die sich eine intensive Diskussion im Saal anschloss, finden Sie hier.
    Vier Personen sitzen auf Sesseln, eine Frau spricht in ein Mikrofon.
    Annika Sehl (rechts) ist Journalistik-Professorin an der Katholischen Universität Eichstätt und nahm an der ersten Diskussionsrunde teil. (Thomas Kujawinski / Deutschlandfunk)

    „Wie reden über Nahost?“

    Ähnlich lebendig war die zweite Diskussion . Unter der Überschrift „Zwischen Kritik, Polemik und Hetze: Wie reden über Nahost?“ begrüßte die Leiterin der Deutschlandfunk-Redaktion "Meinung & Diskurs", Sina Fröhndrich, vier Gäste: Kai Hafez (Universität Erfurt), Deborah Schnabel (Bildungsstätte Anne Frank), Nazih Musharbash (Deutsch-Palästinensische Gesellschaft) sowie Benjamin Hammer (Deutschlandfunk/früherer ARD-Nahost-Korrespondent). Eine Zusammenfassung finden Sie hier.
    Ein Mann sitzt auf einem Sessel und spricht in ein Mikrofon.
    Nazih Musharbash und Deborah Schnabel in der zweiten Diskussion. (Thomas Kujawinski / Deutschlandfunk)

    Weitere Inputs und Preisverleihung

    Neben den Diskussionen gab es einige kürzeren Inputs: Jörg-Christian Schillmöller stellte gemeinsam mit Marion Mainka und Lea Marie Meier aus dem Deutschlandfunk-Sprecherensemble das Konzept der „Nachrichten in einfacher Sprache“ vor. Die „Initiative Nachrichtenaufklärung“ berichtete über das wachsende Problem des „Agenda Cuttings“, zu dem die NGO einen neuen Sammelband veröffentlicht hat. Im Pausengespräch konnten die Hörerinnen und Hörer schließlich mehr zu „30 Jahre Deutschlandradio“ erfahren.
    Zum Abschluss wurden zwei Preise vergeben: Der Kölner Medienwissenschaftler Martin Andree erhielt den Sonderpreis der „Initiative Nachrichtenaufklärung“ für sein Buch „Big Tech muss weg!“ Der „Günter-Wallraff-Preis für Pressefreiheit und Menschenrechte“ ging zu gleichen Teilen an eine palästinensische und eine israelische Frauenfriedensinitiative, „Women of the Sun“ und „Women Wage Peace”. Die Auszeichnung nahmen stellvertretend Meera Eilabouni und Yael Deckelbaum entgegen.

    Dlf-Chefredakteurin Birgit Wentzien als Laudatorin und Günter Wallraff als Laudator begründeten die Entscheidung. Yael Deckelbaum und Meera Eilabouni bedankten sich mit einer berührenden Rede - und mit einem Konzert, an dessen Ende Standing Ovations im Kammermusiksaal des Deutschlandfunks standen.
    Eine Gruppe von Menschen steht nebeneinander und blickt lächelnd in die Kamera.
    Den „Günter-Wallraff-Preis für Pressefreiheit und Menschenrechte“ Der „Günter-Wallraff-Preis für Pressefreiheit und Menschenrechte“ ging zu gleichen Teilen an eine palästinensische und eine israelische Frauenfriedensinitiative, „Women of the Sun“ und „Women Wage Peace”. Die Auszeichnung nahmen stellvertretend Meera Eilabouni und Yael Deckelbaum entgegen. (Thomas Kujawinski / Deutschlandfunk)
    Das nächste Kölner Forum für Journalismuskritik findet am 9. Mai 2025 statt.