
Kuba wird von den USA zunehmend schwer unter Druck gesetzt, insbesondere seit dem Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. So ließ Trump die Insel seit Dezember 2025 weitgehend vom Zugang zu Erdöl abschneiden. Die Bevölkerung leidet unter den Folgen der dadurch ausgelösten Energiekrise.
Jüngst deutete Trump eine mögliche "Übernahme" Kubas an. Konkreter wurde der Präsident nicht. Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte dagegen "unerschütterlichen Widerstand" an.
Wie setzen die USA Kuba unter Druck?
Der Karibikstaat Kuba unterliegt bereits seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo. Zusätzlich dazu hat US-Präsident Donald Trump die Öllieferungen aus Venezuela unterbinden lassen – nach der Festnahme des autoritären venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der wichtigsten Unterstützer und Öl-Lieferanten Kubas weg. Weiteren Staaten, die Erdöl an Kuba liefern, droht Trump mit zusätzlichen US-Zöllen.
Kuba verfügt zwar als eines der wenigen karibischen Länder über eine eigene Erdölindustrie, fördert jedoch nur rund 40 Prozent des Eigenbedarfs. Seit dem 9. Januar hat das Land kein Öl mehr importiert. Dies führt zu einer Treibstoff- und Energieknappheit im Land.
Zusätzlich äußerte der US-Präsident jüngst, dass er glaube, "die Ehre" zu haben Kuba "in irgendeiner Form zu übernehmen" oder zu "befreien". US-Außenminister Marco Rubio sprach zudem "von notwendigen wirtschaftlichen Reformen auf der Insel" – möglicherweise als Schritt, um später auch eine politische Öffnung zu erreichen.
Wie ist die Lage in Kuba?
Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert, die kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind nicht zugelassen.
In dem Inselstaat leben rund zehn Millionen Menschen. Sie leiden seit Jahrzehnten unter Misswirtschaft, Korruption und dem Handelsembargo der USA. Die andauernde Wirtschaftskrise hat Kuba an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs gebracht, die Infrastruktur ist marode, das Elektrizitätsnetz veraltet.
Aufgrund des aktuellen Embargos verschärft sich der Ölmangel. Für die Stromversorgung ist das Land auf den Rohstoff angewiesen. Jüngst gab es mehrfach Stromausfälle, teilweise landesweit. In Kuba bricht das Elektrizitätsnetz immer wieder zusammen. Kraftwerke gehen oft vom Netz und müssen notdürftig repariert werden.
Der Energie- und Kraftstoffmangel schränkt zusätzlich die Wasserversorgung und den Transport ein, berichtet der Politikwissenschaftler Hans-Jürgen Burchardt von der Universität Kassel. Die Müllabfuhr falle aus und anwachsende Müllberge könnten Seuchen begünstigen. Auch die Lebensmittelversorgung sei sehr schlecht.
Im März kam es in verschiedenen Städten Kubas zu Protesten gegen die schlechte Versorgungslage. Dabei haben Demonstranten auch ein Büro der Kommunistischen Partei verwüstet.
Die Mehrheit der Bevölkerung wolle eine Verbesserung der Lebensverhältnisse, so Burchardt. Dabei stehe die Frage nach Sozialismus oder Kapitalismus jedoch nicht im Zentrum. Es gebe im Land zudem einen ausgeprägten Nationalismus. Kuba wolle seine Unabhängigkeit behalten.
Welche Ziele hat die Kuba-Politik Trumps?
Donald Trump setzt Kuba vor allem deshalb unter Druck, weil er einen Regimewechsel erzwingen möchte, sagt der Politikwissenschaftler Peter Birle. Trumps Ziel sei es, dass das gegenwärtige System – von ihm als "Castro-Regime" bezeichnet – abgelöst wird.
Zentraler Architekt dieser Politik sei Außenminister Marco Rubio. Der Sohn kubanischer Einwanderer sei ein Hardliner und fordere neben dem Regimewechsel eine vollständige wirtschaftliche Öffnung.
Dabei setze Trump seine Politik aus seiner ersten Amtszeit fort und verschärfe sie gleichzeitig. Bereits damals habe Trump die Normalisierungsbemühungen der Obama-Regierung drastisch zurückgedreht.
Kuba hat nun erste Schritte einer wirtschaftlichen Öffnung angekündigt: Die sozialistische Regierung will Investitionen von im Ausland lebenden Kubanern erlauben. Darüber hinaus stehe Kuba auch dem freien Handel mit US-Unternehmen offen, sagte der Minister für Außenhandel und Auslandsinvestitionen, Oscar Pérez-Oliva Fraga.
Der Druck der USA zeige also eine Wirkung, meint Birle. Doch stelle sich die Frage, welche Unternehmen dieses Angebot annehmen würden. Denn mit vergleichbaren Angeboten Kubas in der Vergangenheit, beispielsweise während der Normalisierung der Obama-Regierung, hätten Unternehmen keine guten Erfahrungen gemacht. Birle wertet diesen Schritt eher als eine "Verzweiflungstat".
Welche Rolle spielt Russland in dem Konflikt?
Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter der Linken-Ikone Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Nach dem Amtsantritt von Präsident Donald Trump haben sie sich nochmals verschlechtert.
Dennoch führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. Gleichzeitig kündigte Kubas Präsiden angesichts Trumps Drohungen entschlossene Gegenwehr an.
Dennoch führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. Gleichzeitig kündigte Kubas Präsiden angesichts Trumps Drohungen entschlossene Gegenwehr an.
Die Regierung in Kuba führt anhaltende Wirtschaftskrisen auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA zurück.
Havanna ist seit der sozialistischen Revolution Ende der 1950er-Jahre eng mit Moskau verbündet und wurde jahrzehntelang von der Sowjetunion wirtschaftlich und politisch unterstützt. Auch nach dem Zusammenbruch der UdSSR unterhielt der Kreml weiter enge Beziehungen zu Kuba. In der aktuellen Wirtschaftskrise will Russland Kuba nach eigenen Angaben helfen. Moskau diskutiere mit den "kubanischen Freunden" über "mögliche Optionen, Hilfe zu leisten", so Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.
Nach Angaben der auf die Ortung von Schiffsverkehr spezialisierten Website "Windward" befindet sich ein Tanker mit russischem Diesel derzeit auf dem Weg nach Kuba – mit mutmaßlich rund 190.000 Barrel Diesel an Bord. Ein weiterer Frachter auf dem Weg nach Kuba habe nach Angaben des Analyseunternehmens Kpler 730.000 Barrel Rohöl an Bord.
Die USA haben zwar ihre Handelssanktionen gegen Russland gelockert – wegen des durch den Iran-Krieg ausgelösten Anstiegs der Ölpreise. Für russische Öllieferungen an Kuba gelten die Beschränkungen jedoch weiterhin in vollem Umfang.
Onlinetext: Catherine Shelton

















