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Landtagswahl in HessenHerbe Verluste für CDU und SPD

Die Spitzenkandidaten der Parteien, Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Tarek Al-Wazir (Bündnis90/Die Grünen) und Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, stehen während der HR-Fernsehrunde nebeneinander und schauen auf die Zahlen einer Hochrechnung. (dpa)
Landtagswahl in Hessen: Die Spitzenkandidaten der Parteien Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), Tarek Al-Wazir (Bündnis90/Die Grünen) und Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, in der Fernsehrunde des Hessischen Rundfunks. (dpa)

Bei der Landtagswahl in Hessen haben CDU und SPD jeweils etwa 10 Prozent verloren. Die Grünen steigerten sich auf knapp 20 Prozent, auch FDP, Linke und AfD gewannen. Lesen Sie hier unseren Liveblog nach, mit dem wir das Geschehen bis kurz vor Mitternacht abgebildet haben.

23:08 Hiermit beenden wir unseren Live-Ticker. Alle weiteren Infos zur Wahl in Hessen finden Sie auf dlf24.de und hören Sie in den Programmen von Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur. Wir wünschen eine Gute Nacht. 

22:57 Wegen der Berechnung und Verteilung der Überhangmandate bleibt die exakte Sitzverteilung bis zuletzt unklar. Wegen des komplizierten hessischen Wahlrechts lässt sich dies mittels Hochrechnungen auch nicht vorhersagen.

22:24 Grünen-Spitzenkandidat Al-Wazir hat in seiner Heimatstadt Offenbach das landesweit erste Direktmandat für seine Partei überhaupt gewonnen. Der amtierende Verkehrs- und Wirtschaftsminister Hessens erhielt dort 27,5 Prozent der Stimmen.

22:15 Hessens Ministerpräsident Bouffier will mit SPD, Grünen und FDP über die Bildung einer Koalition sprechen. Dabei habe er die klare Präferenz für eine Jamaika-Koalition, sagt der CDU-Politiker in der ARD. Nur im Notfall komme ein Bündnis mit der SPD infrage.

22:07 Italiens Innenminister Salvini meldet sich zur Wahl in Hessen zu Wort: "Die in Brüssel regierenden Parteien haben einen epochalen Hammerschlag abbekommen", sagte der Chef der rechtsgerichteten "Lega" in der Nähe von Mailand.

21:42 Die großen Städte in Hessen sind noch nicht fertig ausgezählt. Die Mehrheitsverhältnisse könnten sich deshalb noch ändern, etwa, weil es dort üblicherweise mehr Stimmen für die Grünen gibt als auf dem Land.

21:30 Die stellvertretende SPD-Bundesvorsitze Malu Dreyer fordert nach der Wahlschlappe in Hessen Veränderungen in ihrer Partei. Auch bei dieser Wahl sei deutlich geworden, dass die meisten Wähler nicht den Eindruck hätten, dass die SPD Zukunftsfragen beantworte, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin dem Radiosender RPR1. Ein Ende der großen Koalition sehe sie im Moment nicht, aber der Zustand der Regierung müsse sich sofort ändern. Das Wahlergebnis in Hessen "schmerze total", sagte Dreyer.

21:07 Laut ARD kann die CDU mit 35 Sitzen rechnen, die Grünen kommen auf 25 bei einem Landtag mit insgesamt 121 Mitgliedern. Das ZDF geht von einem Landesparlament mit 124 Sitzen aus, bei dem die CDU 36 und die Grünen 26 Sitze erhalten.

21:05 Es wird es eng: Die jüngsten Hochrechnungen von ARD und ZDF sehen keine Mehrheit mehr für Schwarz-Grün.

Landtagswahl in Hessen: Fernsehrunde mit den Spitzenkandidaten der Parteien beim Hessischen Rundfunk. (dpa / Oliver Dietze)Landtagswahl in Hessen: Fernsehrunde mit den Spitzenkandidaten beim Hessischen Rundfunk. (dpa / Oliver Dietze)

20:12 Eine klare Mehrheit sehen sowohl ARD und ZDF für eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP. Die CDU kommt auf 27,2 (ZDF) beziehungsweise 27,4 Prozent (ARD). Grüne und SPD liegen sehr nah beieinander. Das ZDF sieht sie jeweils bei 19,6 Prozent, die ARD bei 19,6 Prozent (SPD) und 19,5 Prozent (Grüne). Die Linke kommt auf 6,0 bis 6,4 Prozent, die FDP erhält 7,8 Prozent der Stimmen. Die AfD liegt bei 12,8 beziehungsweise 13,0 Prozent.

20:11 Nach jetzigem Stand ist eine Mehrheit für die schwarz-grüne Regierungskoalition noch nicht sicher. Laut Berechnungen des ZDF von 20.00 Uhr fehlt CDU und Grünen eine Stimme zur absoluten Mehrheit im Landtag. Die Parteien kämen zusammen auf 62 von 124 Sitzen, nötig wären aber 63. Die ARD geht dagegen in ihrer Hochrechnung von 19.57 Uhr von einer Stimme Mehrheit für Schwarz-Grün aus. Beide Parteien kämen demnach zusammen auf 61 von 121 Sitzen. In den Zahlen sind jeweils Überhangs- und Ausgleichsmandate eingerechnet.

20:01 CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer verlangt eine "neue Arbeitskultur" in der Großen Koalition in Berlin.

19:49 Es rumort in der CDU angesichts der Stimmenverluste in Hessen. Die baden-württembergischen CDU-Bundestagsabgeordneten von Marschall und von Stetten fordern Konsequenzen an der Bundesspitze ihrer Partei. "Die Wahlergebnisse zeigen, dass die Menschen von der CDU eine Erneuerung erwarten", sagte von Marschall der "Stuttgarter Zeitung". Er sei "nicht bereit, tatenlos mit anzusehen, wie die CDU Monat für Monat an Zustimmung bei den Bürgern verliert".

19:33 Hessens SPD-Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel wurde nach Konsequenzen aus dem Wahlergebnis an der Spitze der Bundes-SPD gefragt. Seine Antwort: "Wir haben ein bisschen häufig unsere Vorsitzenden ausgetauscht, und es hat ehrlich gesagt im Ergebnis auch nichts gebracht."

19:30 CDU-Präsidiumsmitglied Spahn sieht in den Verlusten für die Union in Hessen und Bayern "mehr als eine kleine Delle". Es handele sich um ein strukturelles Problem, sagt der Gesundheitsminister im ZDF.

19:22 Der Spitzenkandidat der FDP in Hessen, Rock, meldet seine Partei als bereit zu Sondierungsgesprächen. Die FDP habe ein Interesse an einer schnellen Regierungsbildung.

19:03 Die SPD sollte nach den Worten von Bundesvize Ralf Stegner jetzt nicht anfangen, sich selbst zu zerlegen. Debatten über Personen seien nun überhaupt nicht richtig, sagt Stegner im ZDF. Es gebe Klärungsbedarf bei der SPD wie auch zwischen den Parteien. Zur Mitte der Legislaturperiode werde überprüft, ob man noch richtig in der Koalition aufgehoben sei.

19:01 Möglich sind nach Berechnungen von ARD und ZDF in Hessen derzeit eine schwarz-grüne Koalition und ein Bündnis aus CDU und SPD. Nach den Hochrechnungen von 18.45 Uhr hätten beide Koalitionen eine hauchdünne Mehrheit. Laut ARD käme die amtierende Regierung aus CDU und Grünen auf 56 von 110 Sitzen, auch CDU und SPD hätten 56 Mandate. Nach ZDF-Berechnungen liegen Schwarz-Grün und Schwarz-Rot bei jeweils 63 von 125 Sitzen.

Das Foto zeigt die SPD-Partei- und Fraktionschefin Andrea Nahles am 28.10.2018 in Berlin. (picture-alliance / dpa / Kay Nietfeld)SPD-Chefin Nahles in Berlin (picture-alliance / dpa / Kay Nietfeld)

18:57 Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hat nach der Landtagswahl die große Koalition in Berlin scharf kritisiert. "Der Zustand der Regierung ist nicht akzeptabel", sagte sie in Berlin. Schwarz-Rot müsse nun einen "verbindlichen Fahrplan" für die kommenden Monate vorlegen - falls dessen Umsetzung bis zur "Halbzeitbilanz" der Regierung nicht gelinge, müsse die SPD überlegen, ob sie in der Koalition noch "richtig aufgehoben" sei.

18:50 Die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel bezeichnet die AfD bei Twitter als Volkspartei. Sie sei jetzt in jedem Landtag vertreten. "Die AfD ist fest verankert in der deutschen Wählerschaft. Gekommen, um zu bleiben!"

18:48 Die SPD kann laut der zweiten Hochrechnung ihre Position als zweitstärkste Kraft vor den Grünen wohl knapp verteidigen. Die ARD sieht die Sozialdemokraten derzeit bei 19,8 Prozent und die Grünen bei 19,4. Das ZDF berechnet für die SPD 19,9 und für die Grünen 19,6 Prozent.

18:47 Der Grünen-Spitzenkandidat Tarek Al-Wazir sieht im Ergebnis der Landtwagswahl einen Auftrag an seine Partei, die Energie-, Agrar- und Verkehrswende fortzusetzen und die offene Gesellschaft zu verteidigen. "So grün war Hessen noch nie", sagt Al-Wazir vor Anhängern.

18:40 FDP-Chef Christian Lindner stellt klar, dass seine Partei immer zur Verfügung stehe, wenn es um eine Regierungsbeteiligung gehe. "Die einzige Voraussetzung ist, es muss ein partnerschaftliches Miteinander sein", sagt er im ZDF. Er bedauere, dass bürgerliche Protestwähler nicht von der CDU zur FDP gekommen seien.

18:33 Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier spricht von einem Abend sehr zwiespältiger Gefühle. "Die Verluste machen uns demütig, das nehmen wir ernst", sagt der CDU-Politiker. Es sei allerdings gelungen, dass gegen die CDU keine Regierung gebildet werden könne. Bouffier kritisierte, der Wahlkampf sei überlagert worden vom Erscheinungsbild der Großen Koalition. Das Ergebnis sei ein klares Signal nach Berlin. Die Menschen wünschten sich weniger Streit, sondern "mehr Sachorientierung und mehr Lösung".

Das Foto zeigt Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD, M), Spitzenkandidat und Landesvorsitzender der SPD Hessen. (picture-alliance / dpa / Arne Dedert)Thorsten Schäfer-Gümbel: "Es gibt nichts zu beschönigen!" (picture-alliance / dpa / Arne Dedert)

18:31 Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel räumt seine Niederlage ein: "Es ist ein schwerer und bitterer Abend für die SPD", so Schäfer-Gümbel. Es sei das schlechtestes Ergebnis für seine Partei seit 1946. Es gebe nichts zu beschönigen. "Wir haben uns auf die Themen konzentriert, die hessische Wähler für wichtig gehalten haben. Da haben da auch die Kompetenzzuschreibung bekommen. Dennoch haben wir das Rennen um Platz eins verloren."

18:29 CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer fordert als Konsequenz aus der Hessenwahl eine "neue Arbeitskultur" in der großen Koalition. "Es muss Schluss sein mit der Debatte, ob wir zusammen regieren oder nicht", sagt die CDU-Politikerin. Die große Koalition sollte sich auf drei große Projekte für die nächsten Monate einigen. Für die CDU sei es schmerzhaft, Stimmen eingebüßt zu haben, so Kramp-Karrenbauer. Eine rot-rot-grüne Mehrheit sei jedoch in Hessen verhindert worden und Volker Bouffier könne seine Arbeit fortsetzen.

18:27 Der Co-Vorsitzende der AfD, Jörg Meuthen, zeigt sich mit dem Ergebnis seiner Partei zufrieden. Das Ziel eines deutlich zweistelligen Ergebnisses sei erreicht worden. "Und wir sind jetzt in allen Landtagen vertreten."

18:26 Die Wahl in Hessen war nach den Worten von Linken-Bundeschefin Katja Kipping "eine Denkzettelwahl für die große Koalition". Die Linke ziehe gestärkt in den hessischen Landtag ein, auch wenn sie sich ein paar Prozentpunkte mehr erhofft habe, sagt Kipping im ZDF. Aufgabe der Linken sei es, sich stark zu machen für Alltagsthemen der Menschen.

18:22 SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil spricht in der ARD von einem schlechten Ergebnis. "Es ist ein Signal an die Große Koalition, dass die Dinge anders werden müssen."

18:20 Michael Boddenberg, CDU-Fraktionschef in Hessen meint, der Streit im Bund habe vieles überlagert. "Landespolitische Themen sind untergegangen. Themen wurden übergeordnet gesetzt." Nun habe man einen Auftrag, mit diesem Wahlergebnis umzugehen.

Landtagswahl Hessen: Anhänger der Grünen jubeln in Wiesbaden über das Ergebnis. (dpa / Uwe Anspach)Anhänger der Grünen jubeln in Wiesbaden über das Ergebnis. (dpa / Uwe Anspach)

18:18 Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat sich begeistert über das gute Abschneiden ihrer Partei bei der hessischen Landtagswahl gezeigt. "So grün war Hessen noch nie", sagte sie. "Die Klimakrise ist mitten in Deutschland angekommen."

18:10 Kanzleramtschef Helge Braun räumt ein, dass die CDU ein "schwieriges Ergebnis" eingefahren habe. Allerdings sei das Ergebnis der Landtagswahl auch ein Regierungsauftrag für die CDU in Hessen. "Die große Koalition wird zusammenrücken", sagt der CDU-Politiker in Berlin auf die Frage nach den Folgen für die Bundesebene. Union und SPD würden verstärkt die Sacharbeit in den Mittelpunkt stellen.

18:02 Die Wahlbeteiligung lag bei gut 67 Prozent. 2013 waren es noch gut 73. Damals fanden aber auch gleichzeitig Bundestagswahlen statt.

18:01 Damit wäre derzeit in Hessen wohl die Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition möglich, ebenso wie Schwarz-Rot und verschiedene Dreierbündnisse.

18:01 Die Landtagswahl bringt CDU und SPD laut der ersten Prognose die erwarteten deutlichen Verluste. Die CDU kommt auf 28 Prozent (minus 10,3), die SPD liegt bei 20 Prozent (minus 10,7). Die Grüne gewinnen deutlich hinzu und kommen auf 19,5 Prozent (plus 8,4). Die Linke gewinnt 1,3 Prozentpunkte hinzu und kommt auf 6,5 Prozent. Die FDP liegt bei 7,5 Prozent (plus 2,5), die AfD zieht mit 12 Prozent erstmals in den Landtag ein. 18.00 Die Wahllokale sind geschlossen.

+++ Angespannt war die Stimmung vor der hessischen Landtagswahl vor allem bei CDU und SPD. SPD-Chefin Andrea Nahles betonte allerdings, sie sehe keine "Schicksalswahl" in Hessen – weder für die Große Koalition noch für sie selbst. Ähnlich äußerte sich sich Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel. Sie findet es falsch, "jede Landtagswahl zu einer kleinen Bundestagswahl zu stilisieren".

+++ Wähler entschieden inzwischen sehr wechselhaft, sagte der Meinungsforscher Klaus-Peter Schöppner vor der Wahl im Dlf. Oft seien die Entscheidung emotional: "Normalerweise müsste man in Hessen jetzt sagen, diese Regierung hat eigentlich gut gearbeitet. Sie hat viel bewegt, sie hat sich engagiert". Die Wähler goutierten aber diese geräuschlose Zusammenarbeit nicht. Stattdessen schauten sie nach Berlin und wollten die Große Koalition abstrafen. Mehr zum Einfluss von Meinungsforschern lesen Sie hier

+++ Die Berliner Politikwissenschaftlerin Sabine Kropp sprach im Deutschlandfunk von einer Schicksalswahl. Sie werde zeigen, inwieweit die große Koalition in Berlin unter Druck sei und wie weit sie aufgrund dessen in der Lage sei, eine bessere Regierungsleistung an den Tag zu legen und die internen Querelen zu beenden.

+++ Bis zum Mittag war die Wahlbeteiligung eher mäßig. Nach Angaben des Wahlamtes in Wiesbaden lag sie in 20 repräsentativ ausgewählten Kreisen bei rund 25 Prozent. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt bereits 43 Prozent. Damals wurde jedoch auch ein neuer Bundestag gewählt.

+++ Wahlberechtigt in Hessen sind knapp 4,4 Millionen Bürger. Parallel zur Landtagswahl wird auch über 15 Änderungsvorschläge zur hessischen Verfassung abgestimmt. Dabei geht es um Themen wie Gleichberechtigung, Kinderrechte und Datenschutz sowie die Kultur- und Sportförderung. Die 1946 in Kraft getretene Landsverfassung enthält auch noch die Todesstrafe, die durch das Grundgesetz aber längst außer Kraft gesetzt ist.

+++ Herzlich Willkommen zu unserem Liveblog zu Hessen-Wahl. Wir werden Sie den ganzen Abend über umfassend über Ergebnisse und Reaktionen informieren.

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