
Magyar betonte, die bisherige Regierung von Ministerpräsident Orbán habe Ungarn geplündert, ausgeraubt und ruiniert. Als eine der ersten Maßnahmen kündigte er Schritte gegen Korruption an. Zudem werde man die Gewaltenteilung wiederherstellen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters schreibt, will die kommende ungarische Regierung die Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zunächst aussetzen. Dies solle gelten, bis eine unvoreingenommene Berichterstattung garantiert werden könne, sagte Magyar demnach. Kritiker werfen dem noch amtierenden Ministerpräsidenten Orbán Eingriffe in die Pressefreiheit vor.
Änderungen soll es auch in der Außenpolitik geben. Ungarns Platz sei in Europa, erklärte Magyar. Die europäischen Staaten sollten mit Ungarns Hilfe eine starke und geeinte Stimme erhalten. Mit Blick auf die Ukraine-Politik signalisierte Magyar, dass der 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an Kiew nicht an seinem Land scheitern werde. Allerdings sei er dafür, dass Ungarn aufgrund seiner finanziellen Probleme nicht zu den Geldgebern gehören müsse. Einen beschleunigten EU-Beitritt der Ukraine lehnte Magyar ab. Er strebt nach eigenen Worten pragmatische Beziehungen zur Regierung in Moskau an. Sein Land sei im Energiebereich von Russland abhängig, sagte Magyar. Er werde alle Verträge überprüfen und bei Bedarf neu verhandeln oder kündigen.
Magyars Partei Tisza wird im Parlament künftig eine Zwei-Drittel-Mehrheit stellen. Damit kann sie die Verfassung ändern und weitreichende Reformen anstoßen. Der langjährige Ministerpräsident Orbán räumte seine Niederlage ein.
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Diese Nachricht wurde am 14.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






