Dienstag, 07. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 19. bis 22. Juli +++

Die Inzidenz in Deutschland steigt weiter +++ Bundeskanzlerin Merkel sieht eine besorgniserregende Dynamik bei den Infektionszahlen +++ China lehnt den WHO-Vorstoß ab, auf der Suche nach dem Ursprung des Virus auch chinesische Labore zu prüfen +++ Mehr im Newsblog

21.07.2021

Ein Zettel mit Aufschrift "Kein Test notwendig" klebt im Schaufenster eines Modegeschäft s in der Innenstadt von Bad Nauheim, Hessen.
Vielerorts gelten gelockerte Corona-Maßnahmen - trotz wieder steigender Infektionszahlen. (imago / Ralph Peters)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Donnerstag, 22. Juli
+++ Apotheken in ganz Deutschland können derzeit keine sigitalen Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium vorerst gestoppt worden sei. Hintergrund ist, dass es dem "Handelsblatt" gelungen war "mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten" auf dem Server des Verbands einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden seien. Aktuell würden deshalb die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen.
Ein Handy mit einem digitalen Impfnachweis auf dem Display.
Digitaler Impfpass - zur Zeit nicht in der Apotheke zu bekommen. (dpa/picture alliance/Matthias Balk)
+++ Die EU-Kommission hat 120 Millionen Euro für elf neue Forschungsprojekte zur Bekämpfung des Coronavirus und seiner Varianten zugesichert. An den Projekten seien mehr als 300 Forschungsteams aus 40 Ländern - darunter auch Deutschland - beteiligt, hieß es in Brüssel. Viele der Projekte dienen den Angaben zufolge dazu, klinische Prüfungen für neue Therapien und Impfstoffe zu unterstützen. Andere wiederum wollten sich mit dem Austausch von Daten, Fachwissen und Forschungsressourcen beschäftigen.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist abermals gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert Koch-Instituts jetzt bei 12,2. Eine Woche zuvor betrug der Wert 8,0. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 1.890 neue Ansteckungen. Das waren fast 250 mehr als vor einer Woche. 42 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt wurden bisher 91.458 Corona-Tote registriert.
+++ Wegen eines als wahrscheinlich eingeschätzten Anstiegs der Corona-Fälle im Herbst und Winter dringt das RKI darauf, jetzt vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Als Handlungsempfehlungen werden eine erfolgreiche Impfkampagne und die Beibehaltung der Grundregeln wie Abstand, Maske und Lüften genannt. Das Erreichen einer Herdenimmunität sei nicht realistisch, heißt es.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat den Anstieg der Corona-Infektionszahlen als besorgniserregend bezeichnet. Die CDU-Politikerin sagte in ihrer voraussichtlich letzten Sommer-PK in der Bundespressekonferenz in Berlin, es gebe ein exponentielles Wachstum. Man müsse damit rechnen, dass es in weniger als zwei Wochen jeweils eine Verdopplung der Sieben-Tage-Inzidenz gebe. Es sei nötig, Schutzmaßnahmen wie Masken, Abstand und Lüften weiter zu beachten. "Wir wollen alle unsere Normalität zurück", sagte die Kanzlerin. "Aber diese Normalität erhalten wir nicht allein, sondern nur als Gemeinschaft zurück." Dazu werde ein deutlich höherer Impfschutz benötigt: "Jede einzelne Impfung zählt."
+++ Deutschlandfunk-Wissenschaftsredakteurin Kathrin Kühn fasst zusammen, welche Informationen und welche Fragen in der Debatte über das Coronavirus aus ihrer Sicht zu wenig Beachtung finden. In einem längeren Twitter-Thread verweist sie zudem auf Quellen, die es sich lohnt, zu diesen Themen zu verfolgen.
+++ In Nordrhein-Westfalen können 12- bis 15-Jährige jetzt auch die Impfzentren nutzen. Bisher durften sie nur von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten geimpft werden. Dem besonderen Beratungsbedarf der Eltern und Kinder sollten die Impfzentren "bei der Terminplanung Rechnung tragen", heißt es in einer Mitteilung der Landesregierung.
+++ Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, sieht trotz der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus keinen Grund zur Panik. Die Variante sei nach den ihm bekannten Daten zwar ansteckender, aber nicht gefährlicher, sagte Reinhardt im Deutschlandfunk. Er verwies darauf, dass die Inzidenzwerte in Ländern wie Großbritannien und den Niederlanden zwar formal hoch seien. Dennoch falle die Belastung der Gesundheitssysteme deutlich geringer aus als noch vor Monaten.
+++ Die chinesische Regierung kritisiert den Vorstoß der Weltgesundheitsorganisation zur Kontrolle chinesischer Labore im Rahmen von Untersuchungen zum Ursprung des Coronavirus. Der stellvertretende Gesundheitsminister Zeng warf der WHO eine Missachtung des gesunden Menschenverstandes und eine Arroganz gegenüber der Wissenschaft vor. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation, Tedros, hatte vor wenigen Tagen erneut verlangt, Labore in China zu kontrollieren. Schon bald nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, ob das Virus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan, in dem an Coronaviren geforscht wird, entwichen sein könnte. Die Regierung in Peking bestreitet dies.
Vor dem virologischen Institut in Wuhan in China stehen Männer in Uniform und mit Mundschutz.
Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus stand auch das virologische Institut in Wuhan mehrfach im Blickpunkt. (picture allaince / AP / Yomiuri Shimbun)
+++ Die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission, Schneider, drängt darauf, in afrikanischen Staaten eine Produktion für Corona-Impfstoffe aufzubauen. "Die Bundesregierung muss ihre Haltung zum Recht auf geistiges Eigentum ändern", sagte sie dem Evangelischen Pressedienst. Hintergrund ist die Debatte um die Patente auf Impfstoffe. Deutschland lehnt eine Freigabe der Patente ab. Das Institut für Ärztliche Mission mit Sitz in Tübingen ist als gemeinnütziger Verein organisiert, der sich in Zusammenarbeit mit Partnern in Kirchen und Nichtregierungsorganisationen für die Stärkung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern engagiert.
+++ Die Kassenärztliche Bundesvereinigung ruft zu mehr Engagement von großen Unternehmen und Universitäten bei der Corona-Impfkampagne auf. Große Arbeitgeber könnten noch stärker eingreifen, genau wie die Universitäten, wenn die Semester wieder losgehen, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Hofmeister der Deutschen Presse-Agentur. Das halte man für geeigneter, als mit dem Impfbus abends vor der Disco zu stehen. Derzeit zeichne sich in einigen Regionen eine Impfmüdigkeit ab. Insbesondere in den Impfzentren gehe die Frequenz deutlich nach unten, erklärte Hofmeister.
+++ In mehreren asiatischen Ländern, darunter etwa Indonesien und Myanmar, ist die Corona-Lage sehr ernst. Reuters berichtet, dass auch in Südkorea die Zahl der Infektionen weiter stark ansteigt.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland steigt weiter. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 12,2 an. Gestern lag er bei 10,9 und vor einer Woche bei 8,0. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 1.890 weitere Infektionen binnen eines Tages und damit 248 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden 42 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert.
+++ Der Einzelhandelsverband HDE und mehrere große Supermarkt-Ketten appellieren an die Bevölkerung, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Mit einer Impfung könne jeder einzelne einen wichtigen Beitrag leisten, heißt es in dem Aufruf. Man müsse den Sommer nutzen, um sich noch besser gegen die Pandemie aufzustellen. Der Aufruf wird unter anderem von Rewe, Edeka und Aldi unterstützt.
Mittwoch, 21. Juli
+++ Der niedersächsische Regierungschef Weil will die nächste Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie vorziehen.
Das für Ende August geplante Treffen solle früher abgehalten werden, sagte der SPD-Politiker der "Braunschweiger Zeitung". Er verwies auf die steigenden Infektionszahlen und auf die Frage nach einem geeigneten Maßstab zur Bewertung der pandemischen Lage. Zuletzt hatten sich die Stimmen gemehrt, dass neben der Häufigkeit der Ansteckungen auch andere Parameter wie der Impffortschritt und die Krankenhausbelegung zur Einschätzung der Corona-Situation berücksichtigt werden müssten. Weil sagte, es gehe nun um eine entscheidende Weichenstellung für das zweite Halbjahr.
+++ Wegen der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus rechnet Bundesgesundheitsminister Spahn mit einem drastischen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht und gestikuliert.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (dpa-Bildfunk / Fabian Sommer)
Wenn sich die derzeitige Entwicklung fortsetze, könnte bereits im September die Marke von 400 überschritten werden und im Oktober die von 800, sagte Spahn in Berlin. Derzeit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 11. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche neu anstecken. Der bislang höchste gemessene Wert in Deutschland wurde an Weihnachten gemessen und lag bei gut 200.
+++ Das Bundeskabinett hat eine "Nationale Reserve Gesundheitsschutz" beschlossen. Damit soll in akuten Notsituationen die Versorgung des Gesundheitssektors für sechs Monate mit Waren wie Masken, Einmalhandschuhen, Schutzanzügen und Medikamenten sichergestellt werden.
Zudem sichert sich der Bund Produktionskapazitäten für Impfstoffe. Gesundheitsminister Spahn sagte in Berlin, damit werde Deutschland besser auf künftige Krisen vorbereitet. Die Corona-Pandemie habe Abhängigkeiten schmerzlich vor Augen geführt. Außerdem sei es immer teurer, erst in Zeiten der Not zu kaufen.
+++ Die coronabedingten Quarantäne-Regeln bei der Einreise nach Deutschland bleiben - in veränderter Form - vorerst bis Mitte September in Kraft.
Bundesgesundheitsminister Spahn gab einen entsprechenden Kabinettsbeschluss bekannt, wonach die aktuell gültige Einreiseverordnung verlängert werden soll. Sie verpflichtet Rückkehrende aus Risikogebieten zu Quarantäne, sofern sie keinen Nachweis über ein negatives Testergebnis, Impfung oder überstandene Infektion erbringen können. Strengere Regeln gelten weiterhin für die Rückkehrer aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebieten.
+++ Das Feiern nach dem italienischen Sieg bei der Fußball-EM und weitere Veranstaltungen im Umfeld der Europameisterschaft scheinen Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit gehabt zu haben.


Nachdem Zehntausende Menschen in der Hauptstadt am 12. Juli im Stadtzentrum die Nationalmannschaft gefeiert hatten, wird in Rom ein starker Anstieg der Corona-Infektionszahlen gemeldet. Diese haben sich gegenüber dem Tag des EM-Sieges am 11. Juli fast verfünffacht. "Wir zahlen einen Preis für die EM-Feierlichkeiten, doch im Moment sind die Krankenhäuser nicht zu stark belastet", berichtete der Gesundheitsbeauftragte der Region Latium.
Fans jubeln den Spielern der italienischen Fußballnationalmannschaft zu, die auf dem offenen Bus ihren EM-Sieg feiern.
Italien feiert den EM-Titel. (Roberto Monaldo/LaPresse/dpa)
+++ Eine südafrikanische Firma mit Sitz in Kapstadt beginnt im kommenden Jahr mit der Produktion des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer. Wie Pfizer mitteilte, wird das Vakzin damit erstmals in Afrika hergestellt.
Das Biovac Institute werde den Impfstoff zum Vertrieb auf dem Kontinent produzieren, hieß es. Afrika verzeichnet aktuell einen Anstieg der Infektionszahlen und leidet unter Impfstoffmangel. Biovac werde Inhaltsstoffe für das Vakzin aus Europa erhalten und die einzelnen Komponenten mischen, in Glasfläschchen abfüllen und zur Verteilung verpacken. Die Produktion soll demnach 2022 beginnen.
+++ Berlins Lehrkräfte sollen nach Auffassung der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) möglichst bald impfen lassen. "Schule wird der Ort sein, wo die meisten Kontakte zwischen Nichtgeimpften sein werden. Von daher kommt da auf uns Erwachsene, auf uns Pädagoginnen und Pädagogen eine besondere Verantwortung zu", sagte der Berliner GEW-Vorsitzende Tom Erdmann der Deutschen Presse-Agentur. "Ich kann nur an die Kollegen appellieren, dass wirklich alle schnell ein Impfangebot wahrnehmen."
Wie geht es nach den Sommerferien in den Schulen weiter? Diese Frage treibt nicht nur viele Eltern um, sondern auch Politik und Wissenschaft. Klare Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil die Entwicklung der Pandemie nur zu modellieren, aber keineswegs vorherzusehen ist. Dennoch gibt es Maßnahmen, von denen bekannt ist, dass sie das Ziel "Präsenzunterricht" zumindest wahrscheinlicher machen. Ein Überblick.
+++ In der pakistanischen Hafenmetropole Karachi müssen aufgrund einer massiv steigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen Krankenhäuser Patienten abweisen. Das teilten Vertreter von Behörden und Spitälern mit. Die Situation spitzt sich zu: Am Dienstag seien knapp ein Viertel der Corona-Tests in der Stadt mit geschätzt 20 Millionen Einwohnern positiv ausgefallen.
+++ In Deutschland sind mittlerweile 47,3 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 60,2 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten.
+++ Zwei Drittel der Menschen in Indien ab sechs Jahren haben Antikörper gegen das Coronavirus im Blut. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung im Auftrag der indischen Regierung mit Proben von mehr als 36 000 Menschen vom Juni und Juli. Die Menschen hatten sich demnach infiziert oder waren geimpft worden.
Menschen in der indischen Stadt Nagaon warten auf ihre Impfung gegen Covid-19.
Menschen in der indischen Stadt Nagaon warten auf ihre Impfung gegen Covid-19. In Indien wütete die Krankheit wegen der Mutationen besonders stark. (picture alliance / dpa / NurPhoto / Anuwar Hazarik)
Die Ergebnisse seien zwar ein Hoffnungsschimmer, sagte der Chef des Indian Council of Medical Research, Balram Bhargava, bei der Pressekonferenz. Er forderte die Bürger jedoch auch auf, sich nach wie vor an Corona-Regeln zu halten. Denn noch hätten rund 400 Millionen der mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner des Landes keine Antikörper.
+++ Der Präsident des Lehrerverbandes, Meidinger, erwartet auch im kommenden Schuljahr große Einschränkungen infolge der Corona-Pandemie. Meidinger sagte der Zeitung "Die Welt", niemand könne eine vierte Welle ausschließen, in der dann auch wieder Wechselunterricht nötig würde. Meidinger rief die Politik zu Ehrlichkeit auf. Wer jetzt verspreche, dass es im nächsten Jahr auf jeden Fall vollständigen Präsenzunterricht geben werde, begebe sich auf dünnes Eis.
+++ Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist weiter gestiegen. Sie liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts jetzt bei 11,4. Gestern betrug der Wert 10,9 und vor einer Woche 7,1. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages mehr als 2.200 neue Ansteckungen. Das sind rund 650 mehr als vor einer Woche. 19 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Insgesamt wurden bisher 91.416 Corona-Tote registriert. Die Anzahl der Patienten, die wegen Covid-19 auf einer Intensivstation behandelt werden, ging leicht zurück auf 356.
+++ In Frankreich sind die Corona-Regeln wieder verschärft worden. So ist der Besuch von Museen, Theatern, Kinos und Touristenattraktionen nur noch mit einem negativen Corona-Test oder einem Impf- oder Genesungsnachweis möglich. Mit den neuen Regeln will die Regierung Macron die Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante des Virus eindämmen.
Das Foto zeigt Menschen im "Jardin du Luxembourg" in Paris.
Zu sorglos? Auch in Frankreich breitet sich die Delta-Variante stark aus. (AFP / Bertrand Guy)
+++ Schätzungsweise 1,1 Millionen Kinder weltweit haben als Folge der Corona-Pandemie mindestens ein Elternteil oder ein für sie sorgendes Großelternteil verloren. Das berichten Forscher im Fachjournal "The Lancet". Die Zahl beziehe sich auf den Zeitraum März 2020 bis April 2021. Rechne man weitere im Haushalt wohnende ältere Angehörige noch hinzu, hätten sogar mehr als 1,5 Millionen Kinder eine Betreuungsperson verloren. Besonders hoch seien die Verluste in Südafrika, Mexiko, Brasilien und Kolumbien.
+++ In der ostchinesischen Stadt Nanjing sind nach der Entdeckung von neun weiteren Corona-Infektionen unter Mitarbeitenden des Flughafens heute mehr als 300 Flüge gestrichen worden. Schon am Vortag waren mehr als 100 Flüge abgesagt worden, wie die Behörden berichteten. Die Gesamtzahl der infizierten Mitarbeiter stieg laut Behördenangaben auf 17. In vier Gebieten nahe des Flughafens gab es Massentests. Wer die acht Millionen Einwohner zählende Metropole verlassen will, muss jetzt einen negativen Coronatest nachweisen.
+++ Kurz vor Eröffnung der Olympischen Spiele von Tokio am Freitag haben die Organisatoren acht weitere Corona-Fälle festgestellt. Wie das Organisationskomitee in dem am Mittwoch veröffentlichten Tagesbericht mitteilte, ist auch ein Athlet darunter, der nicht im olympischen Dorf wohnt. Insgesamt stieg damit die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 75.
+++ Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in den Olympischen Spielen von Tokio ein Zeichen der Hoffnung im Kampf gegen Corona. "Olympische Spiele haben schon im Schatten von Kriegen und Wirtschaftskrisen stattgefunden, aber noch nie im Schatten einer Pandemie. Covid hat die Spiele verschoben, aber nicht besiegt", sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch bei der 138. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Tedros lobte, die Organisatoren hätten "ihr Bestes" gegeben, um Infektionen zu verhindern. "Es gibt im Leben kein 'Null-Risiko'. Es gibt nur mehr Risiko oder weniger Risiko", sagte er.
Dienstag, 20. Juli
+++ Die Corona-Zahlen auf Mallorca sind weiter angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde nach aktuellen Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums mit 335 angegeben. Am Vortag hatte der Wert bei 310, vergangenen Freitag jedoch noch bei 270 gelegen.
+++ In Frankreich hat sich die Corona-Lage deutlich verschlechtert. Wie Gesundheitsminister Véran mitteilte, wurden binnen eines Tages 18.000 Neuinfektionen registriert. Das entspreche einem Anstieg von 150 Prozent in einer Woche. Véran sprach von einer vierten Corona-Welle und führte diese auf die hoch ansteckende Delta-Variante zurück. Von morgen an werden deshalb die Corona-Auflagen wieder verschärft.
+++ Trotz der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus will Brandenburg bald wieder Großveranstaltungen mit bis zu 25.000 Besuchern zulassen. Details dazu sollen von der Landesregierung in einer neuen Umgangsverordnung am Mittwoch kommender Woche beschlossen werden, wie die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung mitteilte. Bislang sind nur maximal 1.000 Teilnehmer erlaubt.
Eine in grünes Licht getauchte Bühne. Davor steht Publikum und einzelne Hände ragen in die Luft.
Festivals und andere Großveranstaltungen - in Brandenburg wohl bald wieder möglich. (picture alliance / Zoonar / Max)
+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat ein schnelles Prüfverfahren für den Corona-Impfstoff des französischen Herstellers Sanofi Pasteur eingeleitet. Nach den bisher vorliegenden Daten aus Laborstudien und klinischen Versuchen könnte das Präparat Vidprevtyn vor einer Covid-19-Erkrankung schützen, teilte die EMA in Amsterdam mit. Wann das Verfahren abgeschlossen sein wird, ist unklar.
+++ Die Zahl der Neuinfektionen in Großbritannien ist im Verlauf der vergangenen Woche um 40,7 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen. Den Regierungsangaben zufolge wurden dabei zuletzt 46.558 neue Fälle an einem Tag gemeldet.
+++ Bayern will ab August wieder Messen erlauben. Das sagte Gesundheitsminister Holetschek in München. Die Pilot-Messe "TrendSet" sei erfolgreich durchgeführt worden, nun könne der Messestandort Bayern seinen Betrieb wieder aufnehmen. Die IAA, die Internationale Automobil-Ausstellung, soll als eine der größten und international bedeutendsten Automobil-Fachmessen nun im September erstmals in München stattfinden.
+++ Drei Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio gibt es weitere Corona-Fälle bei Athleten. Nach Angaben des mexikanischen Verbandes wurden zwei Mitglieder der Baseball-Mannschaft positiv auf das Virus getestet. Auch der Trainer der tschechischen Beachvolleyballerinnen hatte ein positives Test-Ergebnis. Die Zahl der seit 1. Juli registrierten positiven Tests im Umfeld der Olympischen Spiele stieg laut einer Mitteilung auf insgesamt 67.
Ein Sicherheitsbeamter in Tokio trägt eine Schutzmaske und steht vor dem Nationalstadion.
Die Zahl der Coronainfektionen vor den Olympischen Spielen steigt. (dpa-Bildfunk / AP / Shinji Kita/Kyodo News)
+++ Die Löhne und Gehälter sind im Corona-Jahr 2020 im Mittel so wenig gestiegen wie seit 2009 nicht mehr. Das Entgelt aller sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten lag im Mittelwert bei 3.427 Euro: ein Plus von lediglich 26 Euro gegenüber 2019, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Grund sind vor allem die starke Nutzung von Kurzarbeitergeld sowie ausbleibende Sonderzahlungen oder ausgesetzte Erhöhungen.
+++ Im Hochwasser-Katastrophengebiet Ahrtal ist ein Impfbus gestartet. Ohne Anmeldung können sich Bewohnerinnen und Bewohner der Region dort impfen lassen, wie das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. In dem Bus gibt es auch die Möglichkeit zu Corona-Schnelltests. Impfen und Testen seien die beiden wichtigsten Vorkehrungen gegen eine Zunahme von Infektionen.
+++ Fast die Hälfte der Australier ist wieder im Lockdown: Nach Sydney und Melbourne gelten auch im Bundesstaat South Australia mit der Großstadt Adelaide strenge Vorgaben: Die Menschen dürfen nur noch unter bestimmten Bedingungen das Haus verlassen, etwa um einzukaufen oder zur Arbeit zu gehen. Die Einschränkungen sollen zunächst für sieben Tage gelten.
+++ In Deutschland sind inzwischen 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal gegen das Corona-Virus geimpft. Dies sei ein "wichtiger Meilenstein", schrieb Bundesgesundheitsminister Spahn auf Twitter. Den vollen Impfschutz haben inzwischen 46,7 Prozent. Spahn rief dazu auf, die Impfungen gegen das Coronavirus weiter wahrzunehmen. "Für einen sicheren Herbst und Winter brauchen wir allerdings noch mehr, die mitmachen und so sich und andere schützen."
Ein Plakat als Werbung für Impfung.
60 Prozent der Deutschen sind gegen Corona geimpft. (www.imago-images.de/Horst Galuschka)
+++ Homeoffice und Schwierigkeiten bei der Kinderbetreuung haben in der Corona-Pandemie zu einer Verschiebung von Arbeitszeiten in die Abendstunden und auf das Wochenende geführt. Davon waren mehr Frauen als Männer betroffen, wie aus Erhebungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht. Rund 52 Prozent der Mütter mit Kindern unter 14 Jahren haben laut dem Institut ihre Arbeitszeit zu Beginn der Pandemie im April 2020 zumindest teilweise auf die Abendstunden oder das Wochenende verlagert. Bei Vätern habe dies auf rund 31 Prozent zugetroffen. Der Anteil bei Müttern sank demnach bis Oktober 2020 auf rund 26 Prozent, lag im Schnitt aber immer noch deutlich höher als bei Vätern mit rund 18 Prozent.
+++ In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz in der Corona-Pandemie weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 10,9 an. Gestern hatte er noch bei 10,3 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.183 weitere Infektionen. Das sind fast 540 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden 34 weitere Todesfälle in Verbindung mit einer Ansteckung registriert.
Mehr zu den aktuellen Infektionszahlen in Deutschland finden Sie hier.
+++ Bundesliga-Absteiger Schalke 04 geht wenige Tage vor dem Saisonstart der 2. Liga in ein Quarantäne-Trainingslager. Wie der Verein bekannt gab, hatte sich zuvor der Verdacht eines Coronafalles in der Mannschaft durch einen PCR-Test bestätigt. Der namentlich nicht genannte Spieler bleibt somit in Isolation. "Die Lizenzspielerabteilung begibt sich in ein freiwilliges Quarantäne-Trainingslager, um mögliche Infektionsketten zu verhindern und damit auch die Familien der Spieler und Staff-Mitarbeiter zu schützen", teilten die Schalker mit. Das Liga-Auftaktspiel gegen den Hamburger SV am Freitag sei derzeit nicht gefährdet.
+++ In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gibt es Befürchtungen, dass sich in den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Gebieten das Coronavirus verstärkt verbreiten könnte. Begründet wird das mit den Hilfsaktionen und der Unterbringung vieler Menschen in Notunterkünften. Der Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz teilte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" mit, derzeit kämen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Man müsse jetzt aufpassen, dass dies nicht zu einem Superspreader-Event werde. 
+++ Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Laumann (CDU) hält nichts davon, den Druck auf Impfmuffel per Kostenpflicht für Corona-Tests zu erhöhen. "Irgendwann kommt der Punkt, wo man darüber nachdenken kann. Dieser Punkt ist aber nicht erreicht", sagte Laumann der "Rheinischen Post". Testen sei grundlegend im Kampf gegen Corona.
Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen.
Eine Frau lässt sich in einem Corona-Schnelltest-Zentrum mit einem Nasenabstrich auf das Coronavirus testen. (picture-alliance / dpa / Daniel Reinhardt)
+++ Vor Beginn der Olympischen Spiele von Tokio haben die Organisatoren neun weitere Corona-Fälle registriert. Darunter sei ein Athlet im olympischen Dorf, teilte das Organisationskomitee mit. Die Zahl der seit 1. Juli ermittelten positiven Tests stieg damit insgesamt auf 67. Bereits am Montag hatte das Nationale Olympische Komitee Tschechiens mitgeteilt, dass Beachvolleyballspieler Ondrej Perusic positiv auf das Coronavirus getestet worden sei. Der 26-Jährige wurde zur Isolation in ein für solche Fälle bestimmtes Hotel gebracht.
+++ Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Montgomery, warnt angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen vor zu schnellen Lockerungen. Montgomery sagte den Zeitungen der "Funke Mediengruppe", schon die kleineren Öffnungsschritte der vergangenen Wochen hätten die Inzidenzwerte anwachsen lassen. Die Zahl der Infizierten verdoppele sich momentan im Wochenrhythmus. Montgomery plädierte für ein schrittweises und kontrolliertes Vorgehen. Man solle nicht gleich alles aufmachen, wie es in Großbritannien geplant sei, sondern nach und nach mehr Kontakte zulassen.
Montag, 19. Juli
+++ Angesichts stark steigender Corona-Zahlen werden auf Mallorca voraussichtlich wieder schärfere Einschränkungen ergriffen. Wie die "Mallorca Zeitung" berichtet, sollen Strände und Parks künftig von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr geschlossen werden, um Partys vor allem junger Leute zu bekämpfen. Die Justiz müsse den Plänen noch zustimmen. Teilnehmern solcher Partys drohen demnach Bußgelder in Höhe von 1.000 Euro. Verstößt ein Partygast mit seiner Teilnahme gegen eine Quarantäne, sollen 2.000 Euro fällig werden. Wurde der Teilnehmende positiv auf Corona getestet, sind sogar 5.000 Euro geplant. Den Organisatoren illegaler Parties drohen Strafen von bis zu 100.000 Euro.
+++ Die Ärztekammer Westfalen-Lippe und die Uni-Klinik Münster fordern Corona-Schutzimpfungen für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Kammerpräsident Gehle und der Ärztliche Direktor des Klinikums, Van Aken, sagten in Münster, wenn man nicht schnell handle, werde sich Corona auch in dieser Altersgruppe unaufhaltsam ausbreiten. Die Abwägung von Nutzen und Risiken spreche eindeutig für das Impfen.
Kinder unter 12 Jahren können noch nicht geimpft werden, die zwischen 12- und 17-Jahren oder ihre Eltern sind wegen der ausstehenden Stiko-Empfehlung zum Teil unsicher. Dennoch soll sichere Schule möglich sein. Wie geht es nach den Sommerferien weiter? Klare Antworten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, weil die Entwicklung der Pandemie nur zu modellieren, aber keineswegs vorherzusehen ist. Dennoch gibt es Maßnahmen, von denen bekannt ist, dass sie das Ziel "Präsenzunterricht" zumindest wahrscheinlicher machen. Ein Überblick.
+++ Nach mehr als einem Jahr weitgehender Einreisebeschränkungen öffnet Kanada seine Grenze für US-Amerikanerinnen und -Amerikaner mit vllständigem Impfschutz. Wie die ein Sprecher der kanadischen Gesundheitsbehörde mitteilte, gilt die Regelung ab dem 9. August. Ab dem 7. September sollen auch Einwohner anderer Länder einreisen dürfen, sofern sie immunisiert sind. Besucher müssten dazu auf einem Internetportal ihre Daten hinterlegen.
+++ Die US-Gesundheitsbehörde CDC warnt angesichts der starken Zunahme der Coronavirus-Infektionen in Großbritannien vor Reisen in das Land. Angesichts der Lage bestehe selbst für vollständig Geimpfte das Risiko, sich zu infizieren und Varianten des Coronavirus weiterzuverbreiten, hieß es heute in einer Mitteilung zur Verhängung der höchsten Stufe der Reisehinweise.
+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA überprüft den Einsatz des Arthritismittels Kineret des schwedischen Biotechunternehmens Sobi zur Behandlung von erwachsenen Covid-19-Patienten mit Lungenentzündung, bei denen das Risiko eines Lungenversagens besteht. Das Ergebnis der Überprüfung wird nach Angaben der EMA für Oktober erwartet. Gegenwärtig ist Remdesivir von Gilead das einzige Medikament, das in der Europäischen Union zur Corona-Behandlung zugelassen ist.
+++ Die niederländische Regierung hat angesichts einer Zunahme von Coronavirus-Infektionen zu einer Rückkehr ins Homeoffice aufgerufen. Der geschäftsführende Ministerpräsident Mark Rutte sagte am Montag, die Aufhebung fast aller Lockdown-Maßnahmen im Juni sei eine Fehleinschätzung gewesen, für die er um Entschuldigung bitte. Rutte ordnete bis Mitte August die Schließung von Nachtclubs und Diskotheken an, die vergangenen Monat wieder öffnen durften.
Junge Menschen in einem Londoner Nachtclub
Während in englischen Nachtclub die Beschränkungen fallen, schließen die Niederlande ihre Discotheken wieder. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Alberto Pezzali)
+++ Trotz hoher Corona-Zahlen lockert Bangladesch vorübergehend seinen Lockdown, um Gläubigen die Teilnahme am muslimischen Opferfest Eid Al-Adha zu ermöglichen. Zehntausende Menschen reisen derzeit von der Hauptstadt Dhaka in ihre Dörfer, um dort am Mittwoch zu feiern. Behörden begründeten die temporären Lockerungen damit, dass das Reisen und die Geschäfte im Vorfeld des Festes auch angesichts der Armut im Land wichtig seien. Sie wiesen die Menschen aber an, Masken zu tragen und Abstand zu halten.
+++ Trotz steigender Infektionszahlen sind in England seit heute fast alle Corona-Maßnahmen aufgehoben. Dies gilt unter anderem für die Pflicht zum Tragen von Masken sowie für Abstandsregeln und zahlenmäßige Beschränkungen für Veranstaltungen in Innenräumen. Bestehen bleibt die Maskenpflicht im Nahverkehr in London. Premierminister Johnson, der von einem "Freedom Day", also "Tag der Freiheit", spricht, begründet die Öffnung mit der hohen Impfquote. Er rief die Bürger gleichwohl zur Vorsicht auf. Wegen der Ausbreitung der Delta-Variante warnen Experten davor, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Johnson selbst verbringt den Tag in Quarantäne, da er Kontakt mit dem infizierten britischen Gesundheitsminister hatte.
+++ In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 10,3 an. Gestern hatte er noch bei 10,0 gelegen. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages 546 weitere Infektionen. Das sind 222 mehr als vor einer Woche. Zudem wurde ein weiterer Todesfall in Verbindung mit einer Ansteckung registriert.
+++ Der Corona-Lockdown in der australischen Stadt Melbourne wird verlängert. Anders als geplant würden die Restriktionen nicht am Dienstag um Mitternacht enden, sondern würden fortgesetzt, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, am Montag. Zur Dauer der Verlängerung äußerte er sich zunächst nicht. Das Ziel der Maßnahmen - ein Rückgang der Infektinen auf Null - wurde verfehlt: Am Montag meldeten die Behörden im Bundesstaat Victoria 13 weitere Ansteckungsfälle. Auch die Millionen-Metropole Sydney befindet sich derzeit im Lockdown. Dort wurden am Montag 98 Neuinfektionen registriert. Insgesamt sind in Australien zwölf Millionen Menschen von Corona-Beschränkungen betroffen.
+++ Wegen der rasch steigenden Zahl an Corona-Toten in Myanmar gehen Freiwillige dort von Haus zu Haus und holen die Leichname ab. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Die Behörden meldeten am Wochenende fast 5.500 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Beobachter schätzen die tatsächliche Infektionsrate deutlich höher ein. Nach dem Putsch der Militärjunta ist das Gesundheitssystem massiv beeinträchtigt: Zahlreiche Mitarbeiter des Gesundheitswesens wurden im Zuge der Proteste festgenommen, Patienten meiden die vom Militär betriebenen Krankenhäuser. Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar hatte gewarnt, das Land drohe zum "Super-Spreader-Staat" zu werden.

Sonntag, 18. Juli
+++ In der Europäischen Union sind inzwischen prozentual mehr Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft als in den USA. Laut einer Statistik des Daten-Portals "Our World in Data" haben 55,5 Prozent der EU-Bürger mittlerweile mindestens eine Dosis Corona-Impfstoff erhalten. In den USA sind es 55,4 Prozent.
Emilie Repikova (links),Veteranin des Zweiten Weltkriegs, beobachtet wie Andrej Babis, Premierminister von Tschechien, im Zentralen Militärkrankenhaus mit dem Corona-Impfstoff geimpft wird.
Der tschechische Ministerpräsident Babis wird geimpft. (dpa / CTK / Ondøej Deml)
+++ Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Spiele in Tokio sind weitere Corona-Fälle bei Beteiligten festgestellt worden. Unter ihnen sind zwei Fußballer und ein Betreuer des südafrikanischen Teams ebenso wie der südafrikanische Rugby-Trainer. Sechs britische Athleten begaben sich vorsorglich in Isolation, da sie auf ihrem Flug in die japanische Hauptstadt in Kontakt mit einer Person gekommen waren, die sich später als infiziert herausstellte.
+++ Auf Mallorca wird nach einem Bericht der "Mallorca Zeitung" die als ansteckender geltende Delta-Variante des Corona-Virus inzwischen bei 85 Prozent aller Proben festgestellt. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen sei bis Freitag auf gut 270 gestiegen. Für die Balearen insgesamt, also neben Mallorca auch Menorca, Ibiza und Formentera, werde dieser Wert mit 290 angegeben, schrieb die Zeitung am Sonntag. Der sogenannte R-Wert lag nach Angaben der Gesundheitsbehörde bei 1,63. Die Zahl bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 163 weitere Menschen anstecken.
+++ Unter strengen Corona-Auflagen haben Tausende Pilger die muslimische Wallfahrt Hadsch in Saudi-Arabien begonnen. Rund 36.000 Menschen reisten dem Nachrichtensender Al-Akhbarija zufolge nach Mekka, Tausende weitere sollten noch folgen. Insgesamt sind 60.000 in Saudi-Arabien lebende Pilger zugelassen. Das ist nur ein Bruchteil der mehr als zwei Millionen, die sonst an der Pilgerfahrt teilnehmen. Um eine weitere Ausbreitung der Pandemie zu verhindern, sind nur geimpfte Teilnehmer zugelassen, die zudem zwischen 18 und 65 Jahre alt sein müssen.
+++ Der britische Premierminister Johnson und Finanzminister Sunak begeben sich nun doch wie vorgesehen in Quarantäne, nachdem sie Kontakt mit einem positiv auf das Coronavirus getesteten Kabinettskollegen hatten.
Wie Johnsons Büro mitteilte, nehmen die beiden Politiker - anders als zuvor angekündigt - nicht an einem Pilotprojekt teil. Es hätte tägliche Tests anstelle der Quarantäne vorgesehen. Gesundheitsminister Javid war nach vollständiger Impfung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Seine Symptome seien mild, hieß es.
Der britische Premierminister Boris Johnson vor der Tür seines Amtssitzes in 10, Downing Street
Boris Johnson vor der Tür von 10, Downing Street (AP Photo/Kirsty Wigglesworth)
+++ Für Bundesarbeitsminister Heil kommt im Falle einer erneuten deutlichen Belastung der Wirtschaft durch Corona eine Verlängerung des vereinfachten Zugangs zum Kurzarbeitergeld infrage. "Ich würde keine Sekunde zögern, die Kurzarbeit über den September hinaus zu verlängern, wenn es durch eine vierte Welle wieder wirtschaftliche Schwierigkeiten geben sollte", sagte der SPD-Politiker der "Welt am Sonntag". Kurzarbeit habe in der Corona-Krise Millionen von Arbeitsplätzen gerettet.
Die Delta-Variante des Coronavirus gilt im Vergleich zum Wildtyp als ansteckender und gefährlicher. Erstmals im Oktober 2020 in Indien entdeckt, breitet sie sich inzwischen in vielen Weltregionen aus. Auch in Deutschland steigt ihr Anteil. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
+++ Berlins SPD-Vorsitzende Giffey hält einen neuen Lockdown auch im Falle steigender Corona-Zahlen nicht für das richtige Instrument. Planungssicherheit und Perspektiven seien ganz entscheidend für viele Branchen von der Wirtschaft über die Messebranche bis hin zur Kultur. "Und diese Planungssicherheit bekommen wir durch die drei Gs: getestet, genesen, geimpft", sagte die Spitzenkandidatin ihrer Partei für die Abgeordnetenhauswahl.
+++ Im Südamerikahaus des Wuppertaler Zoos können sich Besucher ab heute gegen das Coronavirus impfen lassen. Sie müssten sich dafür eine Karte für den Tierpark kaufen, teilte der Zoo mit. Eine extra Anmeldung für die Impfaktion sei nicht nötig.
+++ In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab den Wert heute früh mit 10,0 an. Gestern hatte er noch bei 9,4 gelegen – und am vergangenen Sonntag bei 6,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.292 weitere Infektionen. Das sind 547 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden drei weitere Todesfälle in Verbindung mit einer Ansteckung registriert.
Hier finden Sie ausführlichere Zahlen zum Infektionsgeschehen.
+++ Wegen steigender Infektionszahlen gelten seit Mitternacht die Niederlande, Griechenland und Teile Dänemarks sowie deren Färöer-Inseln als Corona-Risikogebiete. Damit rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in diese Länder und Regionen ab. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht nachweislich vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich einem Corona-Test unterziehen. Für Flugreisende sind diese ohnehin obligatorisch.
+++ Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat einen erneuten Lockdown ausgeschlossen. Man müsse und werde dies verhindern, sagte der CDU-Politiker. Ein abermaliger Lockdown wäre für viele Geschäfte und Restaurants, die bereits monatelang geschlossen waren, verheerend. Aktuell sieht der Minister auch keinen Bedarf für weitere Maßnahmen. Solange keine Überlastung des Gesundheitssystems drohe, gebe es dafür keinen Grund.
+++ Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Schwesig, unterstützt Forderungen nach einem neuen bundesweiten Warnwert zur Bewertung der Corona-Lage. Man müsse künftig stärker die Impfungen und die Belastung von Krankenhäusern berücksichtigen, sagte die SPD-Politikerin Sie schloss sich damit einem Vorstoß ihrer rheinland-pfälzischen Kollegin Dreyer an. Diese hatte zuletzt erklärt, die Sieben-Tage-Inzidenz habe bei steigenden Impfquoten heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr.Der Wert stellte bislang eine maßgebliche Begründung für viele Alltags-Beschränkungen dar und war auch zentrale Grundlage der Ende Juni ausgelaufenen Bundes-Notbremse.
+++ In Großbritannien haben sich Experten nach Zeitungsinformationen gegen eine Massenimpfung von Kindern ausgesprochen. Das zuständige Beratungsgremium habe der Regierung in London davon abgeraten, berichtet "The Telegraph". Demnach sollen nur vorerkrankte Kinder von zwölf bis 15 Jahren sowie Jugendliche bis 18 Jahren ein Corona-Vakzin erhalten. Bevor auch andere Minderjährige geimpft werden könnten, müssten weitere Daten zu möglichen Risiken vorliegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums steht eine Entscheidung der Regierung dazu noch aus.
Samstag, 17. Juli
+++ In Frankreich hat es erneut Proteste gegen die von Präsident Macron angekündigte Impfpflicht für Personal im Gesundheits- und Pflegebereich gegeben. In zahlreichen Städten gingen tausende Menschen auf die Straße, darunter in Paris, Marseille und Lyon. Die Demonstrierenden sehen ihre Entscheidungsfreiheit verletzt. Premierminister Castex betonte, dass die Impfung für die Allgemeinheit vorerst nicht verpflichtend sei. Eine Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegepersonal sei jedoch unabdingbar, um das Coronavirus zu bekämpfen. Sie soll ab dem 15. September gelten. Bei Verstößen droht ein Arbeitsverbot. In Frankreich steigen die Neuinfektionen wieder deutlich.
+++ Auf der griechischen Insel Mykonos gilt aufgrund missachteter Corona-Regeln in Bars für sieben Tage ein nächtliches Ausgehverbot. Das verkündete die griechische Regierung. Beginnend mit der Nacht zu Sonntag darf für die nächsten sieben Tage zwischen 1.00 Uhr und 6.00 Uhr niemand mehr auf die Straßen. Ausnahme gibt es nur für Notfälle und für Arbeitende in der Nacht. Auch Musik darf nicht mehr in allen Lokalen gespielt werden. Wie der griechische Zivilschutz mitteilte, fielen bei Corona-Schnelltest-Kontrollen in den vergangenen Tagen mehr als zehn Prozent der Tests positiv aus. Die Quarantäneunterkünfte seien bereits überfüllt.
+++ Angesichts hoher Corona-Zahlen in Spanien hat sich die Tourismusbranche pessimistisch über die laufende Sommersaison geäußert. Es gebe einen "plötzlichen Rückgang" bei den Buchungen ausländischer Urlauber, berichtete der spanische Tourismusverband Exceltur. Wenn die Infektionszahlen weiter ansteigen sollten, geht der Verband von einem Umsatz von knapp 38 Milliarden Euro im Sommerquartal aus. Das wären mehr als die 24 Milliardenmehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, aber deutlich weniger als die rund 58 Milliarden des Jahres 2019.
Touristen laufen am Strand auf Mallorca.
Dämpfer für den spanischen Tourismus (AFP)
+++ Rund eine Woche vor dem geplanten Start der Olympischen Sommerspiele in Tokio ist dort im olympischen Dorf ein erster Corona-Fall registriert worden. Das teilte das Organisationskomitee mit, ohne weitere Angaben zur Person zu machen. Die Chefin des Komitees, Hashimoto, sagte, sie verstehe die Befürchtungen. Man wolle dafür sorgen, dass sich alle im olympischen Dorf sicher fühlten. Die Sommerspiele finden vom 23. Juli bis 8. August statt - ohne Publikum.
+++ Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer dringt darauf, dass sich Bund und Länder auf einen "neuen Warnwert" zur Beurteilung der Corona-Lage in Deutschland verständigen. Bei steigenden Impfquoten habe die Sieben-Tage-Inzidenz heute viel weniger Aussagekraft als noch vor einem halben Jahr, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wichtig sei die Steigerung der Impfquoten. Deyer betonte, die Inzidenz dürfe auch in Zukunft nicht ignoriert werden. "Wir sollten die Zahl der Infektionen pro 100 000 Einwohner aber verknüpfen mit der Lage in den Krankenhäusern: Wer wird eingeliefert, wer muss auf die Intensivstation?"
+++ Der Deutsche Hausärzteverband fordert, bei der Beurteilung der Corona-Pandemie in Deutschland auch die Versorgungslage der Hausarztpatienten zu berücksichtigen. Für das tägliche Arbeiten seien die reinen Inzidenzzahlen nicht so entscheidend wie die Zahl der Patientinnen und Patienten, die mit mittleren und schweren Symptomen die Praxen aufsuchten, sagte Verbandschef Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Deshalb müsse die Krankheitslast ein stärkeres Gewicht bei der Bewertung der aktuellen Lage bekommen.
+++ Bayerns Ministerpräsident Söder (CSU) hat seinen Stellvertreter Aiwanger (Freie Wähler) aufgefordert, sich für umstrittene Äußerungen in der Corona-Politik zu entschuldigen. Aiwanger hatte in der Diskussion über möglichen politischen Druck auf Menschen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, vor einer "Apartheidsdiskussion" gewarnt. Söder sagte nun, das seien "verstörende Aussagen", die für einen stellvertretenden Ministerpräsidenten unangemessen seien.
+++ Frankreich verschärft die Corona-Testauflagen für nicht geimpfte Reisende aus mehreren europäischen Ländern. Künftig müssen Menschen aus Großbritannien, Spanien, Portugal, Zypern, Griechenland und den Niederlanden bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorlegen, der weniger als 24 Stunden alt ist, wie die Regierung in Paris mitteilte. Die Bestimmung tritt in der Nacht zum Sonntag in Kraft.
+++ Die Kehrtwende der britischen Regierung bei den Regeln für Reiserückkehrer aus Frankreich hat bei der Tourismusbranche im Land und bei Urlaubern für Frust und Empörung gesorgt. Die Regierung in London hatte überraschend mitgeteilt, dass die für Montag geplante Lockerung nicht für Frankreich gelten soll. Zweifach geimpfte Reiserückkehrer müssen demnach in England weiterhin für zehn Tage in Quarantäne, wenn sie sich zuvor in Frankreich aufgehalten haben.
+++ Thailand führt striktere Regeln ein, nachdem die Behörden eine Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen gemeldet hatten. Es gehe vor allem darum, die Mobilität der Menschen einzuschränken und mehr Einrichtungen zu schließen, hieß es. Bangkok und neun andere Provinzen befinden sich seit dieser Woche bereits in einem Teil-Lockdown.
Eine junge Frau erhält in einem Einkaufszentrum in Bangkok eine Impfung gegen das Coronavirus.
Auch Thailand versucht gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus anzuimpfen. (AP/Sakchai Lalit)
+++ Ruanda verhängt für seine Hauptstadt Kigali und acht weitere Regionen einen neuntägigen Lockdown, um die ansteigenden Corona-Infektionszahlen einzudämmen. Die Menschen dürfen das Haus nur noch für notwendige Angelegenheiten verlassen und sollen ihre sozialen Kontakte weitgehend einstellen.
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland steigt. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit 9,4 an - nach 8,6 am Tag zuvor. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.608 weitere Infektionen und 22 weitere Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfektionen bei 952.
+++ Die Arbeitgeber haben vor einem nachlassenden Impftempo in Deutschland gewarnt. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dulger, sagte der Deutschen Presse-Agentur, man müsse aufpassen, dass man das Erreichte jetzt nicht verspiele. Dulger betonte, für das Impfen sollten Anreize gesetzt werden. Dabei könnte man auch an unkonventionellere Maßnahmen denken.
+++ Auf dem Parkplatz eines großen Möbelhauses in Berlin startet heute der erste Drive-in für Corona-Impfungen. Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung kann sich dort jeder ohne Termin impfen lassen. Zur Verfügung stehen die Vakzine von Johnson & Johnson sowie Moderna. Da die Impfkampagne zuletzt etwas in Stocken geraten ist, will die Stadt Berlin kreative Angebote machen, um mehr Menschen zu erreichen.
Ein Mitarbeiter spritzt bei einer Drive-in-Impfaktion eine Dosis Impfstoff von Johnson & Johnson in den Arm einer Frau, die in einem Auto sitzt. 
Drive-in-Impfaktionen gab es auch in Deutschland schon - zum Beispiel in Meerbusch (dpa)
+++ Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Högl, befürwortet Corona-Pflichtimpfungen für Soldatinnen und Soldaten. Die SPD-Politikerin sagte der Funke Mediengruppe, weil Covid-19 noch lange dauern werde, sei sie für eine Aufnahme der Immunisierung in den Katalog der sogenannten "duldungspflichtigen Impfungen". Schon heute sind Soldaten nach dem Gesetz zu bestimmten Impfungen verpflichtet, etwa gegen Influenza.
+++ Die britische Regierung hat geplante Lockerungen für Touristen, die aus Frankreich einreisen, wieder zurückgenommen. Als Grund wird angeführt, dass dort noch immer die Beta-Variante des Coronavirus verbreitet sei, die zuerst in Südafrika nachgewiesen wurde. Die Kehrtwende bedeutet, dass alle Reisenden - also auch Geimpfte - nach ihrer Ankunft in Großbritannien weiterhin für bis zu zehn Tage in Quarantäne müssen.
+++ US-Präsident Biden hat Falschinformationen zum Thema Corona-Impfungen in sozialen Medien kritisiert. Plattformen wie Facebook seien für den Tod vieler Menschen verantwortlich, sagte Biden in Washington. Durch die abwartende oder ablehnende Haltung gegen eine Impfung sei die Pandemie zu einer Pandemie der Ungeimpften geworden, so Biden. - In den USA ist die Zahl der Neuinfektionen in Gebieten mit niedriger Impf-Quote zuletzt rasant angestiegen.
Freitag, 16. Juli
+++ Die USA, China, Russland und weitere Pazifik-Anrainerstaaten wollen bei der Verteilung und Produktion von Impfstoff enger zusammenarbeiten. Die Länder wollen unter anderem den freiwilligen Transfer von Produktionstechnologien untereinander fördern, auch mit Blick auf künftige Krisen. Dies erklärten die Staats- und Regierungschefs der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC, darunter US-Präsident Biden, und seine Amtskollegen aus Russland und China, Putin und Xi, nach einem virtuellen Treffen.
+++ Die Delta-Variante ist nach US-Behördenangaben mittlerweile die dominierende Covid-19-Variante weltweit und eine wesentliche Ursache für zunehmende Todesfälle unter Infizierten in den USA. Betroffen seien fast ausschließlich nicht geimpfte Menschen. "Dies wird eine Pandemie der Ungeimpften", sagt die Direktorin der amerikanischen Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC), Rochelle Walensky.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn machte mögliche neue Corona-Einschränkungen im Herbst und Winter vom Fortschritt bei den Impfungen abhängig. Wenn es hier eine Quote von mehr als 70 Prozent gäbe, würden wahrscheinlich nur Maßnahmen wie Abstand und Masken gebraucht, sagte der CDU-Politiker dem Fernsehsender RTL.
+++ In Deutschland haben inzwischen 59,5  Prozent der Bevölkerung (49,5  Millionen Menschen) mindestens eine Impfdosis erhalten. 45,3  Prozent (rund 37,7 Millionen) sind vollständig geimpft. Am Donnerstag wurden 736.361 Impfdosen verabreicht.
+++ Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung ab Sonntag die Niederlande und Griechenland als Risikogebiete ein. Das gab das Robert Koch-Institut bekannt. Das Auswärtige Amt rät von touristischen Reisen in diese Länder ab. Ebenfalls betroffen ist die dänische Hauptstadtregion um Kopenhagen. Wer aus einem Risikogebiet auf dem Landweg nach Deutschland einreist und nicht geimpft oder genesen ist, muss einen negativen Corona-Test vorweisen. In den Niederlanden liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei 376. In Griechenland bei 167. In beiden Ländern breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus rasant aus. Nicht mehr als Risikogebiete gelten Norwegen und Schweden.
+++ Nach Italien, Frankreich und Griechenland führt nun auch Ungarn eine Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen ein. Das kündigte der ungarische Ministerpräsident Orban in einem Radiointerview an. Generell sei man beim Impfen nicht für Zwang, aber im Gesundheitsbereich müsse man davon eine Ausnahme machen, sagte der Regierungschef. Mitarbeiter in diesem Bereich trügen eine besondere Verantwortung für das Leben anderer Menschen. Seit Juni hat sich das Tempo der Impfkampagne gegen das Coronavirus in Ungarn deutlich verlangsamt.
+++ In Großbritannien trifft die neue Corona-Welle zunehmend die Wirtschaft. Vor allem die hohe Zahl der Arbeiter, die sich wegen eines möglichen Kontakts mit einer infizierten Person in Selbstisolation begeben müssen, bereitet Sorgen. Nach Angaben des Verbands der Fleischproduzenten wurde fast jeder zehnte der 97.000 Beschäftigten von der Corona-Warn-App zur Selbstisolation aufgefordert. Einige Unternehmen könnten gezwungen sein, ihre Produktion stillzulegen, was zu Engpässen führen könne, sagte Verbandschef Allen der BBC. Betroffen seien vor allem die lukrativsten Bereiche, etwa die Herstellung von Lammkoteletts. Auch die Autobauer Nissan und Rolls-Royce warnten vor Folgen für ihre Produktion.
+++ Soloselbstständige, die von Corona-bedingten Schließungen und Beschränkungen auch im dritten Quartal 2021 stark betroffen sind, erhalten weiterhin staatliche Unterstützung: Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, Anträge auf "Neustarthilfe Plus" könnten ab sofort über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de gestellt werden. Die Unterstützung erhöhe sich auf bis zu 1.500 Euro pro Fördermonat im Zeitraum Juli bis September. Das Geld wird als Vorschuss ausgezahlt und nicht auf die Grundsicherung angerechnet.
+++ In Berlin gab es großen Andrang beim ersten Pop-Up-Impfen in Neukölln. Seit dem Start um 10 Uhr bildete sich eine lange Warteschlange. Die vorrätigen 250 Impfdosen seien bereits reserviert, sagte ein Sprecher des Bezirksamtes nach wenigen Stunden. Weitere Wartende mussten wieder weggeschickt werden. Ob es heute eine weitere Impfstoff-Lieferung geben könne, sei noch unklar.
Menschen warten in der Schlange eines mobilen Impfteams auf dem Hermannplatzin Berlin.
Die Warteschlange vor dem mobilen Impfteam in Neukölln, Berlin. (dpa)
+++ Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist in Deutschland weiter gestiegen. Das Robert Koch-Institut gab sie heute früh mit 8,6 an gegenüber 8,0 am Tag davor. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1.456 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch rund 500 weniger.
+++ Im Saarland ist der Betrieb an einer Schule im Saalekreis nach mehreren Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus eingestellt worden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, bleibe die Schule bis zum Beginn der Sommerferien in der kommenden Woche geschlossen, teilte das Landratsamt in Merseburg mit. Eine Notbetreuung für die betroffenen Schülerinnen und Schüler sei eingerichtet.
+++ In Israel sind 855 neue Corona-Fälle gemeldet worden, die höchste Zahl seit März. Von den Infizierten der vergangenen Tage und Wochen befanden sich laut Gesundheitsministeruim 52 in einem ernsten Zustand, 17 werden beatmet. Die Zahl der Todesopfer liegt demnach bei 6.443.
+++ Japan will Athleten bei den Olympischen Spielen in Tokio nach Medienberichten auch dann die Starterlaubnis geben, wenn sie engen Kontakt mit Corona-Infizierten hatten, sofern sie kurz vorher negativ auf das Virus getestet werden. Wie japanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichteten, planten die Regierung und die Olympia-Organisatoren zu diesem Zweck PCR-Tests bei betroffenen Athleten rund sechs Stunden vor dem Start bei Wettkämpfen.
+++ Nach monatelanger Corona-Pause öffnet der Eiffelturm wieder für Besucherinnen und Besucher. Online waren die Tickets für den Tag der Wiedereröffnung bereits im Vorhinein ausverkauft. Die Touristen müssen sich an Corona-Regeln halten. Das Pariser Wahrzeichen war wegen der Corona-Krise knapp ein Dreivierteljahr lang geschlossen.
Menschen schauen sich vom Trocadero in Paris aus den Sonnenaufgang am Eiffelturm an.
Menschen schauen sich vom Trocadero in Paris aus den Sonnenaufgang am Eiffelturm an. (AFP / Ludovic Marin)
+++ Die Slowakei spendet 10.000 Dosen Impfstoff an Taiwan. Das mitteleuropäische Land unterstützt damit Taiwan als Dankeschön für Hilfe, die Taiwan im vergangenen Jahr geleistet hatte. Unter dem Motto "Taiwan kann helfen, Taiwan hilft" hatte die Insel seit Beginn der Pandemie Millionen von Gesichtsmasken an die ganze Welt gespendet, darunter nicht nur die Slowakei und weitere europäische Länder, sondern auch USA und Asien.
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