Samstag, 04. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 31. Oktober bis 03. November +++

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 17.214 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Ansteckungsrate - der sogenannte R-Wert - ist laut RKI leicht gesunken. Im nahezu kompletten Stadtgebiet von Düsseldorf gilt seit heute eine Maskenpflicht für Fußgänger. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

31.10.2020

Außenansicht des Robert Koch-Instituts in Berlin
Außenansicht des Robert Koch-Instituts in Berlin (imago images/Christian Ditsch)
Mittwoch, 4. November
+++ Im nahezu kompletten Stadtgebiet von Düsseldorf gilt seit heute eine Maskenpflicht für Fußgänger. Ausnahmen gelten nur für nicht bebaute Gegenden wie Wälder, Parks und Grünanlagen, wie die Stadt mitteilte. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt reagiert damit auf die drastisch gestiegenen Corona-Infektionszahlen: Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz lag zuletzt bei bei mehr als 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern.
In der nun in Kraft getretenen Verfügung wird das Tragen einer Alltagsmaske auf öffentlichen Straßen und Wegen in bebauten Düsseldorfer Ortsteilen vorgeschrieben, "solange nicht aufgrund von Tageszeit, räumlicher Situation und Passantenfrequenz objektiv ausgeschlossen ist, dass es zu Begegnungen mit anderen Personen kommen kann, bei denen ein Abstand von fünf Metern unterschritten wird". Die Maskenpflicht gilt nicht für Rad- und Autofahrer.
+++ Minijobber gehören zu den Verlierern der coronabedingten Rezession, erklärt das Berliner DIW-Institut. Sie verlieren demnach in einer Wirtschaftskrise vergleichsweise schnell ihre Beschäftigung. "Deshalb trifft sie die derzeitige Situation besonders hart", sagt DIW-Experte Markus Grabka. Einer DIW-Studie zufolge lag die Zahl der Minijobber im Juni um 850.000 oder zwölf Prozent unter dem Vorjahresniveau.
+++ Mit fast 19.800 nachgewiesenen Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldet Russland einen Höchstwert. Die Zahl der Ansteckungsfälle stieg um 19.768 auf über 1,69 Millionen. Allein in Moskau kamen über 5800 Fälle hinzu. Die Behörden verzeichnen 389 weitere Todesfälle, die Gesamtzahl liegt nun bei 29.217.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 17.214 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Wie das RKI weiter mitteilte, sind dies 1.862 mehr als gestern. Zunächst hatte das RKI 16.498 Neuinfektionen gemeldet, diese Zahl dann aber nach oben korrigiert. Das RKI hat auch die Angaben zu den Todesfällen aktualisiert, danach starben 151 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt stieg die Zahl der Todesfälle auf 10.812. Die Zahl der Genesenen wird auf 371.500 geschätzt. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut dem gestrigen RKI-Lagebericht bei 0,94 und ist damit im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Durchschnitt knapp einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.
Eine Bedienstete weist in einem Terminal des Frankfurter Flughafens den Weg zur Anmeldung für einen Corona-Test. 
Corona-Testzentrum am Flughafen Frankfurt (picture alliance / Frank Rumpenhorst)
+++ Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ist nach eigenen Angaben trotz Corona-Einschränkungen voll arbeitsfähig. "Zur Vorsorge für etwaige Erkrankungs- oder Quarantänefälle wird in allen Arbeitsbereichen beginnend ab dem 4. November 2020 erneut ein Zwei-Schichten-System eingeführt, das gegebenenfalls den Weiterbetrieb durch die jeweils andere Schicht ermöglicht", teilte Deutschland höchstes Gericht mit. "Zudem bleiben Außenkontakte und die Präsenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf das Notwendigste beschränkt."
+++ Der dänische Justizminister Nick Hækkerup ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde sich deshalb in der nächsten Zeit zu Hause isolieren, teilte der Minister auf Facebook mit. Hækkerup hatte wegen Krankheitssymptomen am Montag einen Corona-Test gemacht und sich seitdem zu Hause aufgehalten. Er zählt in der Corona-Krise neben Regierungschefin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke zu den wichtigsten Akteuren der sozialdemokratischen Regierung in Kopenhagen. Ministerpräsidentin Frederiksen, die am Freitag an einem Treffen mit Hækkerup teilgenommen hatte, mache schnellstmöglich einen Corona-Test und isoliere sich, bis das Testergebnis vorliege, teilte ihr Büro via Twitter mit.
+++ Das Luftfahrtbundesamt (LBA) hat einem Zeitungsbericht zufolge in 21 Fällen gegen Fluggesellschaften Bußgelder verhängt, die Ticketkosten von Corona-bedingt stornierten Flügen nicht fristgerecht zurückbezahlt haben sollen. Das habe ein Sprecher der Behörde auf Anfrage mitgeteilt, berichtet das "Handelsblatt". Details zur Höhe der Geldstrafen habe er nicht genannt. Insbesondere die in der Corona-Krise vom Staat gestützte Lufthansa stand zuletzt in diesem Zusammenhang in der Kritik. Verbraucherschützer hatten der Airline eine mangelnde Rückzahlung stornierter Flüge vorgeworfen.
+++ In den USA verzeichnen die Gesundheitsbehörden mindestens 92.500 Neuinfektionen. Damit steigt die Zahl der Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden auf rund 9,42 Millionen. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben, stieg um mindestens 1.142 auf 232.748. Die USA sind sowohl bei den Infektions- als auch bei den Todesfällen das am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.
+++ Indien meldet 46.253 nachgewiesene Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Mit 8,3 Millionen Ansteckungsfällen liegt das Land weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Seit dem Höhepunkt im September verlangsamt sich die Ausbreitung, und die täglich gemeldeten Neuinfektionen sind zurückgegangen. Seit zehn Tagen liegt die Zahl unter 50.000.
Dienstag, 3. November
+++ In Frankreich melden die Gesundheitsbehörden über 850 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. Das ist die höchste Zahl seit Mitte April. Innerhalb von 24 Stunden wurden erneut mehr als 400 Tote in den Krankenhäusern gemeldet. Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Todesfälle in Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich aktualisiert.
Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus nahm im Vergleich zum gestrigen Höchststand von über 52.000 aber deutlich ab und liegt nun bei 36.000 neuen Fällen innerhalb eines Tages. Frankreich hat knapp 67 Millionen Einwohner.
+++ In den Niederlanden wird das öffentliche Leben weiter eingeschränkt. Wie Ministerpräsident Rutte ankündigte, werden ab morgen öffentliche Gebäude sowie Kultur- und Unterhaltungsstätten für zwei Wochen geschlossen. Man denke zudem über eine Ausgangssperre und die Schließung von Schulen nach. Zwar gehe die Zahl der neu gemeldeten Fälle zurück, allerdings nicht schnell genug, sagte Rutte.
+++ Die Zahl der Corona-Neunfektionen in Italien ist binnen eines Tages um mehr als 28.000 gestiegen. Damit liegt der Wert um rund 6.000 höher als am Vortag. Landesweit starben seit Montag 353 Menschen in Zusammenhang mit Covid-19, so viele wie seit Mai nicht mehr.
+++ Union und SPD haben sich auf eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes geeinigt, damit die Corona-Maßnahmen künftig besser vor den Gerichten bestehen können. Nach Angaben von SPD-Fraktionschef Mützenich und Gesundheitsminister Spahn soll darüber am Freitag im Bundestag in erster Lesung beraten werden. Mitte des Monats könnte die Vorlage dann verabschiedet werden. Neben der bisherigen Generalklausel enhält der Entwurf nun eine Aufzählung konkreter Maßnahmen, beispielsweise die Schließung von Gaststätten. Aufgeführt werden unter anderem auch Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im öffentlichen und privaten Raum, Abstandsgebote und Maskenpflicht.
+++ Nach Kanzlerin Merkel gestern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn heute in einer Pressekonferenz an die Bürgerinnen und Bürger appelliert, die Bemühungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu unterstützen. Am Ende komme es auf jeden einzelnen an, sagte der CDU-Politiker. Jeder könne einen Unterschied machen. Corona sei für die Bürger und für den Staat eine Herausforderung. Man befinde sich jetzt in einer entscheidenden Phase. Der stellvertretende Vorsitzende des Robert-Koch-Instituts, Lars Schaade, appellierte an die Bürger, die Verhaltensregeln einzuhalten. Nähme die Fallzahl weiter so schnell zu wie zuletzt - mit einer Verdoppelung innerhalb von zehn Tagen -, gäbe es nach seinen Worten 400 000 Fälle pro Tag bis Weihnachten.
Berlin: Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, kommt mit Mund-Nasen-Schutz zur Pressekonferenz in seinem Ministerium.
Gesundheitsminister Spahn positiv auf Corona getestet. (Kay Nietfeld/dpa)
+++ Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe nach ersten Erkältungserscheinungen keine Diensttermine mehr wahrgenommen, teilte Regierungssprecher Florian Engels mit. Nun würden Kontaktpersonen identifiziert.
+++ Das Konzertverbot in Berlin wurde durch einen Gerichtsbeschluss bestätigt. Den Eilantrag zweier Pianisten gegen das in der neuen Corona-Verordnung festgelegte Verbot wies das Berliner Verwaltungsgericht zurück. Zur Begründung hieß es, die Maßnahmen schienen geeignet, die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Virus zu verringern. Die Musiker wollten ein für den Dienstagabend geplantes Konzert im Appollo-Saal der Staatsoper unter den Linden durchsetzen.
+++ Aus Protest gegen die erneute Schließung aller Theater werden mehrere Kulturhäuser in Bayern in den kommenden Wochen rot beleuchtet.
Das Staatstheater am Gärtnerplatz in München ist rot beleuchtet.
Nach Zwangsschließung: Bayerische Bühnen leuchten aus Protest rot (dpa/Christian Pogo)
Mit der Aktion mit dem Motto #alarmstuferot wolle man das Augenmerk auf die besondere Situation der Kulturschaffenden richten, teilten mehrere betroffene Bühnen gemeinsam mit. Die Entscheidung der Regierung sei gefallen, obwohl es umfangreiche und erprobte Hygienekonzepte gegeben habe, kritisieren die Kulturhäuser die Maßnahme, zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Theater bis Ende November zu schließen.
+++ In Singapur wird eine Corona-Tracing-App ab nächsten Monat für Schülerinnen und Schüler Pflicht - sofern sie älter als sieben Jahre alt sind. Zusätzlich werden noch Umhängebänder verteilt, an denen ein Token hängt und mit dem - genau wie mit der App - Kontakte per Bluetooth ausgetauscht und verfolgt werden können. Laut einem BBC-Bericht ist das Teil einer größeren Kampagne, mit der Singapur die Kontaktverfolgung in Risiko-Bereichen - zum Beispiel in Fitnessstudios, Kinos oder Hotels - verbessern will.
+++ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland 15.352 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Gestern hatte die Zahl bei 12.097 gelegen. Allerdings sind die Daten an Montagen in der Regel niedriger, da sich am Wochenende weniger Menschen testen lassen und nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Am Dienstag vor einer Woche waren noch 11.409 Neuinfektionen gemeldet worden. Zudem gab es 131 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Gesamtzahl stieg damit auf 10.661. Das RKI schätzt, dass hierzulande rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind. Die ausführlichen Zahlen können Sie hier nachlesen.
+++ Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, hat vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. Reinhardt sagte der "Passauer Neue Presse", insbesondere die steigende Zahl an Corona-Patienten auf den Intensivstationen sei besorgniserregend. Sie habe sich in den vergangenen zwei Wochen fast verdreifacht. Auch der Anteil der älteren Patienten habe wieder zugenommen.
Der Leiter der internistischen Intensivmedizin an der Uniklinik Köln, Kochanek, verwies im Deutschlandfunk auf die schwierige Personallage. Auf Intensivstationen würden hochspezialisierte Pflegekräfte und Ärzte benötigt. Daher könne man nur bedingt Personal aus anderen Fachabteilungen einsetzen. Zudem seien die Intensivstationen meist schon mit anderen Patienten ausgelastet und nicht alle geplanten Operationen könne man aufschieben, betonte Kochanek.
+++ Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen fordert einen gestaffelten Beginn des Schulunterrichts. Damit könnten Busse und Bahnen in der Pandemie entlastet werden, sagte VDV-Präsident Wortmann. Die Beeinträchtigung des Schulbetriebes wäre minimal, wenn etwa die jüngeren Kinder gegen 8 Uhr starten würden und ältere zeitversetzt beispielsweise eine Stunde später. Ministerien und Behörden müssten sich mehr mit der Beförderung von Schülern auseinandersetzen, forderte Wortmann.
+++ Spanien verzeichnet im Zuge der Coronavirus-Pandemie deutlich weniger ausländische Touristen als im Jahr 2019.
Die Zahl ist nach Angaben der spanischen Statistikbehörde INE in den Monaten Januar bis September um rund 75 Prozent gesunken. Nach rund 67 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres besuchten nur noch 16,8 Millionen Menschen das Land.
+++ Die britische Regierung plant ein Programm für Coronavirus-Tests in der Stadt Liverpool. Dabei kann jeder einen Test vornehmen lassen, der in der Stadt wohnt und arbeitet. Mit dem Versuch soll die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden. Bei dem Programm sollen in der 500.000-Einwohner-Stadt verschiedene Technologien eingesetzt werden, darunter Methoden, bei denen innerhalb von einer Stunde ein Ergebnis vorliegen kann.
+++ Die Koalitionsparteien Union und SPD haben ihren Streit um die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes offenbar beigelegt. Auf Wunsch der SPD soll die Vorlage "gesetzliche Konkretisierungen" für einzelne Corona-Schutzmaßnahmen erhalten, sagte Mützenich in Berlin. Es gehe darum, eine bundeseinheitliche klare Regelung für Maßnahmen wie etwa die pandemiebedingte Schließung von Gaststätten zu schaffen. Dafür solle dem Gesetz ein neuer Paragraf 28a hinzugefügt werden.
Montag, 2. November
+++ Der britische Premierminister Johnson hat die Maßnahmen seiner Regierung im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie im Parlament verteidigt. Die Labour-Opposition warf ihm dagegen katastrophale Fehler vor.
+++ In Frankreich breitet sich das Coronavirus immer schneller aus - an einem Tag wurden jetzt 52.000 Neuinfektionen gemeldet.
+++ Im US-Wahlkampf bleibt die Coronapandemie das beherrschende Thema: Joe Biden warf Präsident Trump in einer Rede noch einmal völliges Versagen vor.
+++ In der Slowakei sind nach einer großangelegten Corona-Testaktion mehr als 38.000 Personen in Quarantäne. Die Regierung hatte in den vergangenen beiden Tagen rund zwei Drittel der Menschen in dem Land testen lassen.
+++ Gegen die neuen Corona-Beschränkungen sind allein beim Verwaltungsgericht Berlin bereits 39 Eilanträge eingegangen. Die meisten stammen von Gastronomen, die sich gegen die Schließung ihrer Lokale wehren.
+++ Auch in Italien werden die Maßnahmen weiter verschärft: Ministerpräsident Conte hat unter anderem nächtliche Ausgangsbeschränkungen angekündigt.
++ Es gibt auch gute Corona-Nachrichten: In Tschechien hat sich die Ausbreitung des Virus offenbar verlangsamt.
+++ Ab Mittwoch gilt für über 120 der mehr als 300 Kommunen in Portugal ein Teil-Lockdown. Die Bürger dürfen zur Arbeit gehen, wenn Heimarbeit nicht möglich ist, und ihre Kinder in die Schule bringen. Geschäfte müssen spätestens um 22 Uhr schließen. Portugal hatte in der vergangenen Woche erstmals die Schwelle von 4.000 Neuinfektionen an einem Tag überschritten.
Ein wenig besuchter Strand in Portugal.
Strandleben in Coronaviruszeiten - Abstand halten, Einbahnstrassen, Sicherheitsabstand und viel freier Platz. (Jochen Faget)
+++ Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ebenso wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) die neuen Einschränkungen in der Corona-Pandemie verteidigt. Merkel sagte nach einer Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts in Berlin, die Einschränkungen seien schweren Herzens entschieden worden - aber auch aus voller Überzeugung. "Wenn wir das einen Monat mit aller Konsequenz durchhalten, kann das in dieser zweiten Welle ein Wellenbrecher sein", so die Bundeskanzlerin. Die Pandemie sei ein sehr besonderes und sehr herausforderndes Ereignis, das es so wohl nur einmal pro Jahrhundert gebe.
Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt in der Bundespressekonferenz vor Hauptstadtjournalisten eine Pressekonferenz.
Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel (Kay Nietfald/dpa-Pool/dpa)
Das Weihnachtsfest werde in diesem Jahr unter schwierigen Bedingungen stattfinden, so Merkel. Sie hält Familienbesuche zu Weihnachten grundsätzlich für möglich, wenn die Corona-Einschränkungen in den kommenden vier Wochen beachtet werden.
+++ Verteidigungsministerin und CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer hat sich nach Kontakten zu einem Corona-Infizierten für sechs Tage in Quarantäne begeben. Es gebe aber bereits ein negatives Ergebnis, hieß es. Der Kontakt habe vor acht Tagen im privaten Umfeld stattgefunden.
+++ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland 12.097 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden registriert worden. Vergangenen Montag lag der Wert bei 8.685. Der bisherige Höchstwert insgesamt liegt bi über 19.000. Nach Angaben des RKI gab es 49 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 10.530. Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle hat sich laut RKI-Lagebericht von gestern in den vergangenen zwei Wochen fast verdreifacht, auf 2.061. Davon werden 1.086 invasiv beatmet.
+++ In ganz Deutschland hat um Mitternacht ein vierwöchiger Teil-Lockdown begonnen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen. In allen Bundesländern sind nun entsprechende Verordnungen in Kraft. Gastronomie, Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln: In den meisten Bundesländern dürfen nur noch zwei Haushalte zusammenkommen - teils gilt das sogar für Treffen im privaten Raum. Die Bürger sind aufgerufen, auf touristische Reisen zu verzichten, auch auf Besuche bei Verwandten und Tagesausflüge.Anders als im Frühjahr bleiben aber Kitas und Schulen sowie Geschäfte generell geöffnet. Restaurants dürfen Speisen zum Mitnehmen verkaufen. Der Teil-Lockdown soll zunächst bis Ende November dauern, nach zwei Wochen wollen Bund und Länder gemeinsam eine Bestandsaufnahme machen.
+++ Im bayerischen Markt Schwaben hat einen einen Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim gegeben, wie der Bayerische Rundfunk unter Berufung auf das Landratsamts Ebersberg berichtet. 34 von 40 Bewohnerinnen und Bewohnern wurden positiv auf das Virus getestet. Zwei davon sind inzwischen verstorben. Darüber hinaus sind 13 Beschäftigte positiv gestestet worden.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn hat die Bürger dazu aufgerufen, ihre Kontakte deutlich zu reduzieren. Der CDU-Politiker sagte im ZDF, um angemessen mit der Corona-Pandemie umzugehen, sei eine "nationale Kraftanstrengung" nötig. Damit Kitas und Schulen offen bleiben könnten, müssten die Kontakte an anderer Stelle umso mehr verringert werden. Spahn betonte, die vergangenen Wochen mit den hohen Zahlen der Neuinfektionen in Deutschland hätten gezeigt, dass es ohne staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht gehe.
Sonntag, 1. November
+++ Die Polizei in München hat einen Protest gegen die Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie aufgelöst. Den Angaben zufolge hatten sich nach einem Aufruf der Gruppierung "Querdenken" rund 1.900 Menschen auf der Theresienwiese versammelt. Der Veranstalter hatte die Versammlung zu einem Gottesdienst erklärt. Die Teilnehmerzahl von Gottesdiensten im Freien ist in Bayern nicht beschränkt. Zuvor hatten zwei Gerichte die Entscheidung der Stadt München bestätigt, wonach lediglich 1.000 Personen zu der Veranstaltung zugelassen waren.
Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden rund 200 Belehrungen ausgesprochen, weil Teilnehmer der Veranstaltung einen unzureichenden oder keinen Schutz über Mund und Nase trugen.
+++ Über mögliche Lockerungen der neuen Corona-Beschränkungen kann nach den Worten des Unions-Fraktionschefs im Bundestag, Brinkhaus, erst in vier Wochen entschieden werden. "Danach müssen wir weitersehen", sagte er in der Aufzeichnung der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Garantien für Lockerungen im Dezember könne niemand abgeben. Jetzt gehe es darum, dass alle bei den Einschränkungen mitmachten, "damit wir die Welle brechen".
Brinkhaus äußerte sich optimistisch, dass die zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossenen Beschränkungen auch vor Gericht Bestand haben. Die Maßnahmen seien gut begründet. Man habe ein sehr starkes Ansteigen des Infektionsgeschehens. "Da muss jetzt was gemacht werden", sagte der CDU-Politiker im "Bericht aus Berlin". Er denke, die Maßnahmen seien auch verhältnismäßig. "Die Länder, die das dann auch umsetzen, haben das auch gut begründet."
+++ Bundesfamilienministerin Giffey (SPD hat bekräftigt, trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen sollten Schulen und Kitas möglichst lange geöffnet bleiben. Die Schulen seien besser vorbereitet als im Frühjahr, sagte sie im "Bericht aus Berlin im ARD-Fernsehen. "Es ist wichtig, dass wir jetzt bei der zweiten Welle eben sagen: Die Schließungen von Kitas und Schulen sind nicht das erste Mittel. Sondern die sind das letzte Mittel, wenn es um Einschränkungen geht."
Porträt der Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, 23.10.2020.
Franziska Giffey (picture alliance/Tagesspiege/Doris Spiekermann-Klaas)
+++ In Gesundheitsämtern werden nach Angaben von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) mittlerweile 4.000 Bundeswehr-Soldaten eingesetzt. Es gebe täglich neue Anfragen, was die Brisanz der derzeitigen Corona-Lage zeige, sagt sie RTL und n-tv.
Angesichts des Anstiegs der Corona- Infektionszahlen ist im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nun doch Hilfe von Bundeswehr-Soldaten willkommen. Der Krisenstab des Bezirksamtes habe entschieden, für Corona-Testungen künftig auf medizinisches Personal der Bundeswehr zurückzugreifen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Das grün und linksalternativ geprägte Friedrichshain-Kreuzberg hatte seit Wochen als einziger von zwölf Berliner Bezirken keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zugelassen.
+++ Der Schweizer Kanton Genf verhängt angesichts knapper Krankenhausbetten in der Corona-Krise ab Montagabend den Ausnahmezustand. Schließen müssen Restaurants, Bars und Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, außerdem Kinos, Theater, Fitnesscenter und Dienstleister wie Friseure. Wie der Kanton mitteilte, sollen Schulen und Kindergärten offen bleiben.
+++ Großbritannien meldet 23.254 neue Infektionen mit dem Coronavirus, 1339 mehr als am Samstag. Die Zahl der Toten steigt um 162.
+++ Die britische Gesundheitsaufsicht hat eine beschleunigte Prüfung des Corona-Impfstoffkandidaten von AstraZeneca gestartet, wie der Pharmakonzern mitteilt. Bei der Entwicklung kooperiert er mit der Universität Oxford.
+++ Der Virologe Christian Drosten erwartet erst zum nächsten Sommer hin eine allmähliche Normalisierung der Lage. Ostern sei die Pandemie noch nicht beendet, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das sei "sicher". Für den Alltag der rät der Virologe zu konsequenter Vorsicht. Am besten wäre es, wenn alle so täten, als wären sie selbst infiziert und die anderen Menschen auch.
Prof. Dr. Christian Drosten, Leiter des Instituts fuer Virologie der Charite Berlin, am 29.01.2020 in einem der Labore im Institut für Virologie.
Prof. Christian Drosten (laif / Andreas Pein)
+++ Die Regierung in Italien plant ab Anfang der Woche eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, angesichts der rasant steigenden Infektionszahlen wolle Ministerpräsident Guiseppe Conte am Montag im Parlament eine Erklärung abgeben und anschließend per Dekret neue Restriktionen erlassen. Laut Medien sind regionale Lockdowns in Virus-Hotspots wie der Lombardei und Metropolen wie Neapel und Genua vorgesehen. Reisen zwischen den Regionen könnten stark eingeschränkt werden. Am Samstag waren in Italien fast 32.000 Neuinfektionen registriert. Gestern Abend gab es bei Protesten gegen die bestehenden Maßnahmen in Rom erneut Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und der Polizei.
+++ In Spanien hat es die zweite Nacht in Folge gewaltsame Proteste gegen die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie gegeben. In der Hauptstadt Madrid lieferten sich nach Polizeiangaben gewalttätige Gruppen Straßenschlachten mit Sicherheitskräften.
In Barcelona versammeln sich Demonstrierende bei Protesten gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie. Es ist dunkel, ein Mann hält eine Fackel hoch.
Demonstrierende in Barcelona protestieren gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona-Pandemie. (dpa / AP)
Auch in Barcelona, in der nordspanischen Stadt Logrono sowie in Haro im Weinanbaugebiet La Rioja spielten sich ähnliche Szenen ab.
Morgen tritt in Deutschland der neue Teil-Lockdown in Kraft. Welche Regeln dann gelten und wie die einzelnen Bundesländer sie umsetzen, haben wir hier für Sie zusammengefasst.
+++ Mehrere Kunstmuseen in Deutschland protestieren gegen die durch die Corona-Einschränkungen bedingte Schließung ihrer Häuser ab Montag. In einem Brief von 36 Direktorinnen und Direktoren heißt es, wieder sei der Kulturbetrieb in extremem Maß betroffen - und mit ihm die Museen. Sie hätten zwar Verständnis "für die Herausforderungen, die Corona uns allen auferlegt", doch die Schließung der Museen hielten sie für eine falsche Entscheidung.
+++ Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung geht davon aus, dass der ab morgen geltende einmonatige Teil-Lockdown die Unternehmen in Deutschland rund 19,3 Milliarden Euro kosten wird. Wie die Welt am Sonntag berichtet, rechnet das DIW mit Einbußen in Höhe von 5,8 Milliarden Euro allein für Gastronomie und Hotels. Die Bereiche Sport, Kultur und Unterhaltung müssen beispielsweise ein Minus von 2,1 Milliarden Euro verkraften.
+++ Laut RKI gab es 29 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Toten steigt damit auf 10.481. 1.944 Corona-Patienten liegen laut RKI-Lagebericht von gestern auf der Intensivstation, davon werden 1.004 invasiv beatmet.
Das RKI-Logo in blauer Schrift auf weißem Papier.
Das RKI-Logo (dpa/Marijan Murat)
+++ Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Deutschland 14.177 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden registriert worden. An Wochenenden sind die veröffentlichten Zahlen in der Regel niedriger als an Arbeitstagen, da sich weniger Menschen testen lassen und nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten übermitteln. Gestern lagen die neuen Fälle bei über 19.000.
Welche Testverfahren spielen in der Corona-Pandemie eine Rolle und wie genau sind die Tests zum Nachweis des Virus? Hier finden Sie ein Dossier mit den wichtigsten Begriffen und Informationen.
+++ Bundesaußenminister Maas hat zugesichert, dass die deutschen Grenzen zu den Nachbarstaaten auch bei einer weiteren Verschärfung der Coronavirus-Pandemie geöffnet bleiben werden. Der SPD-Politiker sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", man habe im Frühjahr genügend Erfahrungen gemacht, wie Kontrollen organisiert werden müssten, falls sie notwendig würden. Staus über Dutzende von Kilometern werde es nicht geben.
+++ In Deutschland sind aus Infektionsschutzgründen aktuell mindestens 165 Schulen komplett geschlossen. Das ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag" unter den 16 Kultusministerien der Bundesländer. Am höchsten ist die Zahl mit 135 in Bayern. Baden-Württemberg kam zum letzten Stichtag vor den Herbstferien auf 15 geschlossene Schulen. In Hessen findet derzeit in sechs Schulen kein Präsenzunterricht statt, in Mecklenburg-Vorpommern sind es vier, in Schleswig-Holstein zwei. Jeweils eine Schule ist in Rheinland-Pfalz, Sachsen und Brandenburg geschlossen.
Ein leeres Klassenzimmer mit Blick Richtung Whiteboard.
Ein leeres Klassenzimmer (imago / Bastien Pons)
+++ In Portugal hat die Regierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie neue Maßnahmen ab Mittwoch, den 4. November gelten. Der Teil-Lockdown gilt für rund 70 Prozent der Bevölkerung und soll nicht ganz so strikt ausfallen wie im Frühjahr, wie Ministerpräsident Costa am Abend in Lissabon bekanntgab. Die Regeln, die seit etwa zehn Tagen in drei Gemeinden im Norden des Landes gelten, sollen auf 121 von insgesamt 308 Kommunen ausgeweitet werden. Bürgerinnen und Bürger sollen sich in ihre Wohnungen zurückziehen, sie dürfen aber zur Arbeit gehen, wenn Heimarbeit nicht möglich ist, und ihre Kinder in die Schule bringen. Geschäfte müssen spätestens um 22.00 Uhr schließen.
Samstag, 31. Oktober
+++ Der britische Premierminister Johnson hat wegen der Corona-Pandemie einen Teil-Lockdown für England angekündigt. Vom nächsten Donnerstag an sollen nur noch Schulen und Universitäten geöffnet bleiben, wie Johnson mitteilte. Unter anderem Kultureinrichtungen, Sportzentren, nicht-lebensnotwendige Geschäfte sowie Restaurants und Kneipen müssen bis zum 2. Dezember schließen. Johnson betonte, das Virus breite sich schneller aus, als es wissenschaftliche Berater in einem Worst-Case-Szenario angenommen hätten.
+++ Die schwedische Hauptstadt Stockholm schließt wegen der zunehmenden Corona-Infektionen ab Sonntag vorübergehend alle städtischen Museen und Kunsthallen. Die Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 19. November.
Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit fordert mehr Zurückhaltung bei der Beurteilung des besonderen schwedischen Wegs in der Corona-Krise. In Schweden seien keine Idioten am Werk, sagte Schmidt-Chanasit dem Deutschlandfunk. Er warnte vor einer intellektuellen Überheblichkeit und meinte, es wäre absolut falsch, aus Deutschland mit dem erhobenen Zeigefinger zu agieren.
+++ Dem FC Barcelona droht nach spanischen Medienberichten im Januar die Zahlungsunfähigkeit. Die Pleite des Vereins könne nur abgewendet werden, wenn die Spieler um Superstar Lionel Messi auf Teile ihrer Gehälter verzichten, berichten mehrere Zeitungen. Die Verhandlungen zwischen den Club-Anwälten und denen der Fußballprofis hätten demnach gestern begonnen.
+++ Mit einer Menschenkette durch die Münchner Innenstadt haben Theatermitarbeiter gegen die coronabedingten Schließungen ihrer Häuser demonstriert. Sie waren mit Flatterband verbunden, um sich nicht an den Händen halten zu müssen und Abstand wahren zu können. In Zeiten der Pandemie halte man es für eine offene und demokratische Gesellschaft unabdingbar, dass es Räume für Austausch und künstlerische Auseinandersetzungen gebe, teilten die Organisatoren von den Münchner Kammerspielen mit.
Die Beschlüsse des Treffens von Bundeskanzlerin Merkel mit den Regierungschefs der Länder sehen eine Reihe von Einschränkungen für den November vor. Strenge Regeln, um sich an Weihnachten wieder treffen zu können – das ist das Ziel Maßnahmen, die am Montag in Kraft treten. Hier eine Übersicht.
+++ US-Präsident Trump hat vor dem Hintergrund eines neuen Negativ-Rekords bei Corona-Infektionen schwere Vorwürfe gegen Mediziner erhoben. "Unsere Ärzte bekommen mehr Geld, wenn jemand an Covid stirbt", sagte er bei einer Veranstaltung im Bundesstaat Michigan und unterstellte ihnen damit indirekt, ein Interesse an der Ausweisung von Corona-Todesfällen zu haben. Experten wiesen allerdings darauf hin, dass diese Behauptung nicht zutreffe.
US-Präsident Donald Trump, gestikulierend vor einer Gruppe von Menschen.
US-Präsident Donald Trump (picture alliance / Consolidated News Photos)
+++ Keine letzten Partys am Wochenende: Zwei Tage vor Beginn des Teil-Lockdowns kommen von der Bundesregierung Appelle, sich an die Schutz-Maßnahmen zu halten. Bundesarbeitsminister Heil warnte im Gespräch mit der Bild-Zeitung davor, das Wochenende für Feiern zu nutzen. Man müsse sich vernünftig verhalten. Bundeskanzlerin Merkel sagte in ihrem wöchentlichen Podcast, dass die Infektionszahlen schnell gesenkt werden müssen - sonst drohe eine Überlastung des Gesundheitssystems.
+++ Etwas mehr als 19 Millionen Euro aus dem Corona-Soforthilfeprogramm des Bundes sind bislang in den Profisport geflossen. Das hat eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Innenministerium ergeben. Demnach lagen bis zum 31. Oktober 245 Anträge vor, von denen bislang 80 bewilligt wurden. Die beantragte Summe betrug insgesamt mehr als 58 Millionen Euro. 163 Anträge sind noch in der Bearbeitung.
+++ In Österreich hat Bundeskanzler Kurz wegen der raschen Ausbreitung des Coronavirus weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens angekündigt. Wie Kurz in Wien mitteilte, werden ab Dienstag alle Restaurants und Gastronomiebetriebe geschlossen. Offen bleiben Einzelhandelsgeschäfte, Friseure, Lebensmittelläden, Apotheken, Kindergärten, Kitas und Schulen. Der Universätsbetrieb sowie die Oberstufe werden auf digitalen Unterricht umgestellt. Größere Veranstaltungen werden verboten. Die von der Schließung betroffenen Betriebe erhalten eine Kompensation ihres Verdienstausfalls in Höhe von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In der Öffentlichkeit sowie im privaten Umfeld dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen. Von 20 Uhr bis 6 Uhr gilt ein gegenseitiges Besuchsverbot.
+++ Der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm hält es für gerechtfertigt, dass die Kirchen trotz verschärfter Corona-Maßnahmen für das öffentliche und private Leben im November geöffnet bleiben dürfen. Die Religionsfreiheit sei gesetzlich verankert und habe einen besonderen Stellenwert, sagte Bedford-Strohm im WDR. Dass Gottesdienste in Kirchen gefeiert werden dürfen, sei in der Corona-Krise wichtig: "Die Seele muss gestärkt werden, gerade jetzt!"
Als hoffnungsvollstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Schon bald werden erste Ergebnisse der wichtigen Phase-III-Studien erwartet.
+++ Auch Bayern fordert nun Touristinnen und Touristen zur Ausreise auf. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums müssen Reisende ihre Unterkünfte in Bayern bis spätestens Montagvormittag verlassen. Auch Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Brandenburg haben vor dem Teil-Lockdown entsprechende Regeln verkündet, teils mit etwas abweichenden Fristen.
+++ Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
+++ In Hessen muss Ministerpräsident Bouffier in Quarantäne, weil sich zwei Mitarbeiter der Staatskanzlei mit dem Coronavirus angesteckt haben. Bouffier selbst sei negativ getestet, erklärte sein Sprecher. Eine für heute vorgesehene Regierungserklärung im hessischen Landtag übernimmt der stellvertretende Ministerpräsident Al-Wazir von den Grünen.
+++ Auch Griechenland geht ab der kommenden Woche in einen Teil-Lockdown. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr früh wird es eine Ausgangssperre geben, erklärte Ministerpräsident Mitsotakis. In Belgien gelten derweil präzise Regeln, wie vielen Menschen man körperlich nah sein darf: ZDF-Korrespondent Stefan Leifert erklärt auf Twitter, was es mit dem "Knuffelcontact" auf sich hat.
+++ Die Zahl der heute neu gemeldeten Todesfälle in Deutschland liegt bei 103 - damit ist dieser Wert zum ersten Mal seit dem 15. Mai wieder dreistellig. Das Robert Koch-Institut gibt täglich bekannt, welche neuen Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 in den vergangenen 24 Stunden bei der Behörde registriert wurden. Das Meldedatum muss dabei nicht identisch mit dem Sterbedatum sein. Seit gestern wurden zudem mehr als 19.000 neue Infektionen festgestellt.
Hier finden Sie weitere wichtige Kennzahlen und Daten aus den Bundesländern sowie eine umfassende Einordnung der Zahlen und Daten, die einmal wöchentlich aktualisiert wird.
+++ In Spanien ist es bei Demonstrationen gegen neue Corona-Beschränkungen zu Ausschreitungen gekommen. Nach Medienberichten lieferten sich in Barcelona mehrere hundert Menschen bis spät in die Nacht Straßenschlachten mit der Polizei. Es gab zahlreiche Festnahmen. Die Polizei machte vor allem rechte Hooligans für die Gewalt verantwortlich.
Demonstranten entfernen Absperrgitter der Polizei, im Hintergrund roter Feuerschein
Ausschreitungen bei Corona-Protesten in Barcelona (AFP/Josep Lago)
+++ Mit einfachem Material aus dem Baumarkt hat ein Forscher der Max-Planck-Gesellschaft eine Lüftungsanlage gebaut, die nach seinen Messungen einen Klassenraum von einem Großteil der ausgeatmeten Aerosole befreit. Der Praxistest in einer Mainzer Gesamtschule verlief demnach erfolgreich. Das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz prüft den Einsatz an weiteren Schulen. Der Wissenschaftler hat nach eigenen Angaben rund 200 Euro für das Material ausgegeben. Er ist Physiker und mit einer Lehrerin verheiratet.
+++ Auch in Großbritannien könnte ein Teil-Lockdown bevorstehen. Premierminister Johnson will sich am Montag dazu äußern. Nach Informationen der Zeitung "The Times" sollen die meisten Geschäfte und viele andere Einrichtungen schließen. Schulen und Kindergärten blieben aber geöffnet, heißt es in dem noch unbestätigten Bericht.
+++ Nach erneuten Problemen mit der Datenübermittlung meldet das Robert Koch-Institut heute 19.059 neu festgestellte Corona-Infektionen in Deutschland. Tags zuvor lag der Wert bei 18.681. Die Zahl der neu registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus wird mit 103 angegeben.
+++ Ein Forscherteam aus Göttingen hat eine Modellrechnung zur Entwicklung der Todesfälle durch Covid-19 vorgestellt. Demnach ist davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen deutlich mehr Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektionen sterben als in den vergangenen Wochen. Anfang November sei mit 500 bis 800 Todesfällen pro Woche durch Covid-19 in Deutschland zu rechnen, erklärte Forschungsgruppenleiterin Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen.
+++ Bund und Länder wollen an Covid-19 erkrankte Intensivpatienten bundesweit verteilen, falls künftig die Betten knapp werden. Das geht aus einem Konzept des Bundesinnenministeriums hervor, das den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorliegt. Deutschland wird darin in mehrere Versorgungsregionen aufgeteilt.
+++ Die Angaben des Robert Koch-Instituts zu Neuinfektionen in Deutschland scheinen sich heute erneut zu verzögern. Am frühen Morgen zeigte das Dashboard der Behörde über 19.000 neu festgestellte Fälle, das wäre ein neuer Höchstwert. Zwischenzeitlich wurden die Daten aber offenbar noch einmal korrigiert. Eine Erläuterung steht noch aus, ebenso wie eine endgültige Zahlenangabe. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
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