Archiv

Deutsche Olympia-Bewerbung
Milz: "Wir sind mit der Rhein-Ruhr-Region im Rennen"

Der Deutsche Olympische Sportbund will ein Konzept für eine neue deutsche Olympia-Bewerbung erarbeiten. NRW-Sport-Staatssekretärin Andrea Milz (CDU) befürwortet im Dlf den Fokus auf Nachhaltigkeit und glaubt, dass die Rhein-Ruhr-Region Chancen hat.

Andrea Milz im Gespräch mit Maximilian Rieger | 03.12.2022
Andrea Milz (Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Politikerin, MdL) 11. Plenarsitzung des Landtags Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Politik, 15.11.17 Düsseldorf NRW Deutschland Landtag Nordrhein-Westfalen *** Andrea Spleen Secretary of State for Sports and Community Service Politician MdL 11 Plenary session the Land parliament North Rhine Westphalia Dusseldorf politics 15 11 17 Dusseldorf NRW Germany Landtag North Rhine Westphalia Copyright: xcdnx
Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt in NRW (CDU) (Imago)
Diverse Male hat es nicht geklappt, Olympische Spiele nach Deutschland zu holen. Aber der Deutsche Olympische Sportbund träumt weiter und hat auf seiner Mitgliederversammlung den Grundstein für eine neue Bewerbung gelegt.
Einstimmig wurde entschieden, im Jahr 2023 ein Olympia-Konzept zu erarbeiten. Dafür soll es zum einen Lenkungskreis geben, in dem Vertreter aus Politik und Sport sitzen. Außerdem sollen bundesweit Debattencamps stattfinden, um über das Wann, Wo und das Warum zu diskutieren.

"Das ist der richtige Weg"

"Dass ist tatsächlich ein ernsthafter Versuch zu klären: Warum, wie und wo kann das gelingen?", befindet Andrea Milz, Staatssekretärin für Sport in NRW. Auch die geplante Einbindung der Zivilgesellschaft sieht sie positiv. "Das sind die Bedingungen, damit es gelingen kann und damit die Bevölkerung auch ja sagt. Das ist der richtige Weg."
Die CDU-Politikerin befürwortet den Versuch, zum ersten Mal seit 1972 wieder Olympia nach Deutschland zu holen: "Also ich glaube, von Olympischen Spielen wie überhaupt von Sportgroßveranstaltungen gehen immer Impulse auch in die gesamte Gesellschaft. Und deswegen wäre es 50 Jahre nach den Spielen in München möglich an der Zeit, dass wir uns in Deutschland auch wieder mit einer guten Bewerbung präsentieren", sagt Milz.

"Eine ganze Region beflügeln"

Mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit seien auch die Menschen zu überzeugen, weil sie profitierten: "Was bleibt für mich nachher, wenn die Spiele vorbei sind? Das sind eben nicht nur die Sportstätten, sondern das ist ein viel mehr an Innovationen und Investitionen, was dann ja oft in dieser Region auch sehr, sehr nachhaltig die ganze Region beflügelt. Das kann man weltweit sehen: Überall, wo Olympische und Paralympische Spiele vor, ich sage mal zehn oder 20 Jahren stattgefunden haben, da sehen Sie heute noch, dass die Spiele dort gewesen sind." Die Olympische Flamme beflügele Menschen, findet Milz.
Aufgrund des Konzeptes des DOSB benötigt die Region Rhein-Ruhr jetzt aber einen Partner - denn in NRW gibt es kein taugliches Leichtathletik-Stadion. Da es aber auch in Hamburg, München oder Berlin nicht alle nötigen Sportstätten gibt, sieht Milz weiter Chancen für NRW.
"Wir sind genauso im Rennen wie alle anderen. Denn wenn ich die vier Regionen sehe, die jetzt immer als mögliche Bewerber genannt werden, dann kann keine von denen alleine unter einer 100-Prozent-Voraussetzung Olympische und Paralympische Spiele ausrichten. Das bedeutet, es wird Partnerschaften geben. Und da haben wir generell nichts gegen."
Ob NRW sich mit München oder Berlin zusammentue - das ist für Milz nicht entscheidend: Sie nehme, wen sie bekomme.

Eine Bewerbung ohne neues Stadion wäre "total innovativ"

Die Zustimmung in der eigenen Bevölkerung stimme ohnehin, sagt Milz: "Ich hätte keine Sorge, dass wir eine Bürgerbefragung in Rhein-Ruhr auch positiv gewinnen würden."
Und auch für das IOC könne eine deutsche Bewerbung trotz großer Skepsis der Bevölkerung interessant werden: "Wir sagen, wir haben alle Stadien bereits, das wäre ja etwas total innovatives. Das hätte es ja bisher dann noch von keiner Bewerber oder von keinem Land gegeben."
2025 würden zudem die Führungspositionen im IOC neu gewählt. Dort könnten dann Dinge neu und anders gesehen werden. Die Kraft des Sports in Deutschland könne dann überzeugen, glaubt Milz.