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Olympische Winterspiele
Nord- und Südkorea machen gemeinsame Sache

Es ist eine kleine Sensation: Bei der Eröffnungsfeier für die Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang wollen Südkorea und Nachbar Nordkorea gemeinsam einmarschieren. Und das ist nicht die einzige Form der Kooperation.

Von Frank Hollmann | 17.01.2018

    Einmarsch der Olympiamannschaften von Nordkorea und Südkorea unter einer Flagge.
    Einmarsch der Olympiamannschaften von Nordkorea und Südkorea unter einer Flagge bei den Spielen 2006. (imago sportfoto)
    Vor drei Wochen noch unvorstellbar, jetzt wird es Realität. Nord- und Südkorea wollen bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang gemeinsam, einmarschieren, unter der so genannten Flagge der Einheit, weiß, darauf die gesamte Halbinsel ohne Grenze in blau. Das gab es zuletzt bei den Winterspielen 2006 in Turin.
    Darauf einigten sich beide Seiten in der DMZ, der demilitarisierten Zone, die beide Staaten seit dem Bürgerkrieg, seit 1953 trennt.
    Signal weit über den Sport hinaus
    Der Norden will über 200 Menschen nach Pyeongchang schicken, Cheerleader, Musiker, Taekwondo-Kämpfer, aktive Athleten - und sie sollen über den Landweg kommen, auf einer - wie es nach den Verhandlungen hieß - westlichen Route durch die schwer bewachte DMZ. Allein das wäre ein Signal, weit über den Sport hinaus.
    Zudem wollen beide Koreas ein gemeinsames Frauen-Eishockey-Team bilden, die 23-köpfige südkoreanische Mannschaft soll um sieben Nordkoreanerinnen ergänzt werden, aller Kritik auch von der Trainerin des Südens zum Trotz.
    Prestigegewinn für alle Seiten
    All dem muss das IOC noch zustimmen, doch das scheint - auch nach den jüngsten Aussagen von Präsident Thomas Bach - nur eine Formalität. Morgen - Donnerstag - fliegt die Delegation Südkoreas in die Schweiz. Am Samstag verhandeln alle Parteien letzte Details in Lausanne.
    Alle Seiten erhoffen sich davon einen Prestigegewinn. Südkorea kann sich der Welt präsentieren, ohne Störmanöver. Nordkorea tritt friedlich auf die Weltbühne und hofft auf Lockerungen der Sanktionen. Und das IOC freut sich über die Vermittlerrolle - in einem der Krisenherde dieser Welt.