Montag, 23. Mai 2022

Karrieren von Pianistinnen
Töchter, Ehefrauen, Mütter

Es gibt Aufnahmen mit mehr als 100 Pianistinnen, die bis in die 1950er-Jahre produktiv waren, Zeugnisse eines Freiheitsdrangs und großer Begabung. Als Dirigenten endlich Frauen auf dem Podium zuließen, öffneten sie Karrieretüren, wie die von Elly Ney.

Am Mikrofon: Philipp Quiring | 12.05.2022

Ein schwarz-weiß Foto der Pianistin Elly Ney, zeigt sie am Klavier sitztend und spielend, während ihr eine Büste von Beethoven über die Schulter zu schauen scheint.
Die Pianistin Elly Ney wurde als Beethoven-Interpretin weltweit bekannt und trat auf den großen Bühnen Europas sowie in den USA auf. (picture-alliance / dpa)
Tonaufzeichnungen vermitteln einen Eindruck von den Karrieren verschiedener Pianistinnen.

Karriere im Nationalsozialismus

Auf der Vita von Elly Ney liegt ein düsterer Schatten. Sie begeisterte sich für den Nationalsozialismus, war unter anderem Mitglied der NSDAP und stellte ihre Kunst ganz in den Dienst der Propaganda. Auch Beethoven und die „nordische Musik“ wurden dabei instrumentalisiert.
Dennoch konnte Ney nach dem Krieg auch in Deutschland ihre Laufbahn fortsetzen.

Dem Schatten entflohen

Immer wieder auf der Flucht war hingegen während des Krieges ihre Kollegin, die Jüdin Clara Haskil. Als vor allem für ihre Mozart-Interpretationen berühmte Musikerin konnte sie dank ihrer Kontakte überleben und in der Schweiz Zuflucht finden.
Außerdem sind Rosalyn Tureck, Johanne Stockmarr und Phyllis Sellick zu hören.