Stereo-Versuchsaufnahmen in Berlin 1943/44
Ihrer Zeit voraus

Ein paar Tüftler rund um den Toningenieur Helmut Krüger haben in Berlin um 1943 erste Experimente mit Stereo-Aufnahmen gemacht. Das Ergebnis ist aus heutiger Sicht bemerkenswert! Leider ist der Großteil der Aufnahmen verloren gegangen, die Sendung präsentiert aber erhaltene Dokumente.

Am Mikrofon: Michael Kuhlmann |
Blick auf ein Mikrof vor einem Laptopbildschirm, der gerade zwei Spuren aufnimmt.
Stereofonie kommt aus dem Altgriechischem: Stereos bedeutet im Deutschen hart oder starr, fone bedeutet Laut oder Ton‘´. Bezeichnet werden Techniken, die mit Hilfe von zwei oder mehr Schallquellen einen räumlichen Schalleindruck beim Hören erzeugen. (Pexels / Seej Nguyen)
Für die kleine Schar von Enthusiasten, die da 1944 in der Studioregie zusammensaß, muss es wie eine Offenbarung geklungen haben: eine Musikaufnahme, die den Raum wiedergab, die das Orchester in einem Panorama geradezu physisch greifbar machte. Der Toningenieur Helmut Krüger und seine Mitstreiter hatten völliges Neuland erschlossen. Gerade erst hatte die neue Magnetbandtechnik den Durchbruch geschafft: schon das war ein klanglicher Quantensprung.
Jetzt baute Krüger darauf auf und brachte auch den Stereo-Klang in eine neue Dimension. Hunderte Aufnahmen entstanden - die meisten sind nach dem Krieg verschollen. Doch eine Handvoll Bänder mit Orchesterwerken von Beethoven, Brahms und Bruckner existiert.
Ludwig van Beethoven
Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur, op. 73
Walter Gieseking, Klavier
Großes Berliner Rundfunkorchester
Leitung: Arthur Rother
Aufnahme von 1944
erschienen auf der Sonder-CD Zum 50. Jahrestag von Stereo-Tonbandaufnahmen (AES/SFB)
Johannes Brahms
Menuett I+II aus der Serenade für Orchester Nr. 1 D-Dur op. 11
Großes Berliner Rundfunkorchester
Leitung: Walter Lutze
Aufnahme von 1943
erschienen auf der Sonder-CD Zum 50. Jahrestag von Stereo-Tonbandaufnahmen (AES/SFB)