Donnerstag, 18. August 2022

Eislaufen
Weltverband wählt neuen Präsidenten

Kim Jae-youl ist neuer Präsident des Eislauf-Weltverbandes ISU. Damit wählten die Delegierten auf ihrem Kongress im thailändischen Phuket den ersten nicht-europäischen Präsidenten der 130-jährigen ISU-Geschichte.

Von Andrea Schültke | 10.06.2022

Der südkoreanische Samsung-Manager Kim Jae-youl ist neuer Chef des Eislauf-Weltverbandes.
Der südkoreanische Samsung-Manager Kim Jae-youl ist neuer Chef des Eislauf-Weltverbandes. (picture alliance / AP Photo)
Der 53-jährige Sportfunktionär und Geschäftsmann hat gleich im ersten Wahlgang mit 77 von 119 Stimmen die erforderliche Mehrheit erhalten – ein deutlicher Vorsprung vor der Zweitplatzierten Patricia St. Peter. Auf die ehemalige Präsidentin des US-Verbandes entfielen 24 Stimmen.
Wie alle der insgesamt vier Kandidaten hatte der neue Präsident in seiner Bewerbung betont, die Einheit des Verbandes stärken zu wollen. „Gemeinsam kommen wir voran“, sein Motto.

Finanzierung sichern

Kim Jae-youl bekleidet eine Führungsposition beim südkoreanischen Technologiekonzern Samsung. Diese Erfahrung wolle er einbringen, um die Finanzierung des Weltverbandes zu sichern.
In seiner Zeit als Präsident des koreanischen Verbandes hätten sich die Sponsoring-Einnahmen verdreifacht, führt Kim als Beleg für seine Fähigkeiten an. Als Sportfunktionär war er unter anderem Vizepräsident des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang und Mitglied der Koordinierungs-Kommission des Internationalen Olympischen Komitees für die letzten Winterspiele in Peking. Der Südkoreaner ist bisher Vorstandsmitglied der ISU.
Der Eislauf-Weltverband brauche mehr Veranstaltungen, mehr Geld, klareres Regelwerk und mehr digitale Inhalte, sagte er vor seiner Wahl. Als eines unter seinen vielen Themen nannte Kim den Schutz von Athleten.
Schutz von Athleten
Alle Kandidaten hatten den Blick darauf gelenkt. Anlass war die Olympia-Kontroverse um die 15-jährige Russin Kamila Walijewa, die trotz einer positiven Dopingprobe starten durfte. Bis auf die US-Amerikanerin Patricia St. Peter hatte den Schutz und die Sicherheit der Athletinnen und Athleten aber niemand zu einem zentralen Schwerpunkt des Wahlprogramms gemacht.
Bereits zu Beginn des Kongresses in Phuket hatten die Delegierten Anfang der Woche entschieden, das Mindestalter im Eiskunstlauf innerhalb der nächsten Jahre auf 17 Jahre anzuheben.