Nach FCAS-Aus
"Team Gen 6": Airbus und sieben weitere Unternehmen stellen alternatives Kampfjet-Projekt offiziell vor

Airbus und sieben weitere Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen haben ihr Alternativprojekt zur Entwicklung eines neuen europäischen Kampfjets offiziell vorgestellt. Im Rahmen der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin wurde ein Positionspapier veröffentlicht.

    Das Airbus-Logo leuchtet vor dunklem Hintergrund.
    Das Luftfahrt-Unternehmen Airbus ist Teil eines neuen Kampfjet-Projekts. (Joaquin Corchero/EUROPA PRESS/dpa)
    Darin heißt es, man dürfe keine Zeit verlieren und müsse Verantwortung übernehmen. Die nächsten Schritte des Projekts mit dem Titel "Team Gen 6" wurden offen gelassen. Als wahrscheinlich gilt eine multinationale Zusammenarbeit mit dem schwedischen Kampfjet-Hersteller Saab und einer Allianz aus Spanien, die sich ebenfalls neu gegründet hat. Der Name "Team Gen 6" bezieht sich auf die sechste Generation in Europa entwickelter Kampfjets, die das Konsortium anstrebt. Die beteiligten deutschen Unternehmen sind MTU, Hensoldt, Autoflug, Diehl Defence, Liebherr, sowie Rohde und Schwarz, außerdem gehört der europäische Rüstungsentwickler MBDA zu der Allianz.
    Airbus war ursprünglich Teil des deutsch-französischen Projekts FCAS, auch Spanien war daran beteiligt. Die Entwicklung eines Kampfjets wurde jedoch nach anhaltenden Differenzen zwischen den beteiligten Unternehmen beendet.

    Entscheidung der Bundesregierung steht noch aus

    Bundesverteidigungsminister Pistorius zeigte sich grundsätzlich offen für "Team Gen 6", erwägt nach eigenen Angaben aber auch einen Kauf zusätzlicher Kampfjets aus den USA. Das Projekt ist von der Bundesregierung abhängig, da sie die Bestellung neuer Kampfflugzeuge durch die Bundeswehr in Auftrag gibt.
    Bei den neuen Kampfflugzeugen geht es um die Frage, ob und wie Europa militärisch unabhängiger von den USA werden kann. Dass die modernen, amerikanischen F-35-Kampfflugzeuge einen immer wichtigeren Teil der Flotte ausmachen, sorgt aufgrund der zunehmenden Unstimmigkeiten in den transatlantischen Beziehungen für Bedenken. Die bisherigen in Europa entwickelten Kampfjets, darunter die deutschen Eurofighter, sollen zwar noch für längere Zeit eingesetzt werden, eine neue Entwicklung gilt aber als essenziell für die Verteidigungsfähigkeit.
    Diese Nachricht wurde am 11.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.