Sonntag, 03. März 2024

US-Republikaner
Nur Nikki Haley trotzt noch Donald Trump

Wer wird Kandidat der Republikaner für die US-Präsidentschaftswahlen 2024? Bislang dominiert Ex-Präsident Donald Trump die Vorwahlen deutlich. Seine Konkurrenten haben allesamt aufgegeben - bis auf Nikki Haley. Wie sehen ihre Chancen aus?

26.02.2024
    Stimmabgabe bei den Vorwahlen der Republikaner in South Carolina.
    Trump oder Haley? Stimmabgabe bei den Vorwahlen der Republikaner in South Carolina. (picture alliance / dpa / Sipa USA)
    Am 5. November 2024 stehen in den USA Präsidentschaftswahlen an. Für die Demokraten will Amtsinhaber Joe Biden (81) erneut antreten. Und alles sieht derzeit so aus, als würde Biden es wieder mit Donald Trump (77) zu tun bekommen.
    Um Präsidentschaftsbewerber der Republikaner zu werden, muss sich Trump innerhalb der eigenen Partei in Vorwahlen, den sogenannten Primaries, durchsetzen. Das hat er bisher in allen Bundesstaaten, in denen bereits gewählt wurde, auch getan.
    Seine Konkurrenten sind alle ausgestiegen - nur die ehemalige UN-Botschafterin Nikki Haley will es noch wissen. Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass Haley den signifikanten Rückstand auf Trump verringern kann.

    Inhalt

    Wer ist bei den Republikanern noch im Rennen um die Kandidatur für das Präsidentenamt?

    Donald Trump

    Donald Trump will erneut US-Präsident werden - er hat innerhalb der Republikanischen Partei eine treue Anhängerschaft, die ihn teils vorbehaltlos unterstützt. Selbst zahlreichen Prozesse und Skandale konnten seiner Popularität nichts anhaben. Der Ex-Präsident ist immer weiter nach rechts gerückt und bedient sich oft einer brutalen Rhetorik.
    Bei den ersten Vorwwahlen am 15. Januar im Bundesstaat Iowa holte Trump 51 Prozent der Stimmen und lag damit klar vor seiner Konkurrenz. Auch die folgenden Abstimmungen absolvierte er erfolgreich: in New Hampshire, Nevada und auf den Amerikanischen Jungferninseln. Am 24. Februar fuhr er in South Carolina nach Auszählung fast aller Stimmen knapp 60 Prozent ein – rund 20 Prozentpunkte mehr als Nikki Haley, seine einzig verbliebene Konkurrentin.

    Nikki Haley

    Nikki Haley war während der ersten Präsidentschaft Trumps Botschafterin der USA bei den Vereinten Nationen. Mittlerweile hat sie sich aber von ihrem Ex-Boss emanzipiert. Unter dem Motto „Es ist Zeit für eine andere Generation“ wirbt die 52-Jährige für eine Rückkehr zu traditionellen republikanischen Werten.
    Haley bekam in Iowa 19 Prozent der Stimmen und landete damit auf dem dritten Platz hinter Trump und Ron DeSantis. In den weiteren Abstimmungen unterlag sie jeweils ihrem Konkurrenten Trump, zuletzt auch in ihrem Heimatstaat South Carolina, wo sie in der Vergangenheit mehrere Jahre Gouverneurin gewesen war.

    Wie sehen die Umfragen aus?

    In den landesweiten Umfragen führt Trump seit Monaten unangefochten das republikanische Bewerberfeld an. Die anderen Kandidaten kamen nicht ansatzweise in die Nähe seiner Popularitätswerte - inzwischen sind alle bis auf Nikki Haley ausgestiegen.
    Trumps Siegessicherheit ist so groß, dass er noch nicht einmal an den TV-Debatten mit seinen Kontrahenten teilnahm. Laut einer Analyse der „Washington Post“ ist Trumps Rückhalt tatsächlich besonders solide – mit sehr vielen fest zur Stimmabgabe entschlossenen Anhängern.

    Wie laufen die Vorwahlen ab?

    Nach den Abstimmungen in Iowa, New Hampshire, Nevada und South Carolina steht am 5. März der sogenannte "Super Tuesday" an. An diesem „Super-Dienstag“ wird an einem einzigen Tag in zahlreichen Bundesstaaten eine große Anzahl von Delegierten gewählt.
    Der weitere Prozess der Vorwahlen zieht sich bis in den Sommer hin. Wer sich die meisten Delegiertenstimmen sichert, wird Mitte Juli bei der Republican National Convention offiziell zum Präsidentschaftskandidat der Republikaner gewählt. Die eigentliche Präsidentschaftswahl findet dann am 5. November 2024 statt.

    Juristischer Ärger in Colorado

    Trump, der sich in mehreren Prozessen vor Gericht verantworten muss, hat auch bei den Vorwahlen juristischen Ärger. Nach Ansicht des Obersten Gerichts von Colorado soll der Politiker in dem Bundesstaat von den Primaries ausgeschlossen werden. Trump sei wegen seiner Rolle bei der Kapitol-Erstürmung am 6. Januar 2021 für das Amt disqualifiziert, heißt es in einem Urteil.
    Der Fall liegt inzwischen beim Supreme Court, dem Obersten Gerichtshof der USA, wo es am 8. Februar 2024 eine mündliche Anhörung gab. Eine Entscheidung steht noch aus. Auch in Maine will die Wahlleitung Trumps Kandidatur ausschließen. In anderen Bundesstaaten scheiterten entsprechende Versuche.

    Wer hat seine Kandidatur bereits zurückgezogen?

    Die prominentesten Aussteiger sind Ex-Vizepräsident Mike Pence und Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida. Pence beendete seine Präsidentschaftskandidatur bereits im Oktober 2023 - laut US-Medienberichten wegen schlechten Umfragewerten und einem Mangel an finanzieller Unterstützung.
    DeSantis galt lange als härtester Konkurrent Trumps. Er zog seine Bewerbung eher überraschend zurück – noch vor den zweiten Vorwahlen. Er kündigte daraufhin an, nun Trump unterstützen zu wollen. Politisch liegen DeSantis und Trump auf einer Linie.
    Ebenfalls nicht mehr dabei sind: der Gouverneur von North Dakota, Doug Burgum, der Senator Tim Scott, der Radio-Moderator Larry Elder, Geschäftsmann Perry Johnson, der Ex-Abgeordnete Will Hurd, der Bürgermeister von Miami, Francis Suarez, und der ehemalige Gouverneur von New Jersey, Chris Christie. Letzterer sagte, er wolle alles tun, um eine weitere Präsidentschaft Trumps zu verhindern.
    Der indischstämmige Unternehmer Vivek Ramaswamy gab seine Kandidatur nach einem enttäuschenden Abschneiden bei den Vorwahlen in Iowa auf. Er hatte versucht, mit rechtspopulistischen Tiraden zu punkten. Wie Christie und DeSantis kündigte Ramaswamy ebenfalls an, nun Trump unterstützen zu wollen. Auch der als Außenseiter geltende ehemalige Gouverneur von Arkansas, Asa Hutchinson, schmiss hin. In Iowa hatte der Trump-Kritiker nur 0,2 Prozent geholt. Nach seinem Rückzug stellte sich Hutchinson hinter die Bewerberin Nikki Haley.

    Wer tritt bei den Demokraten an?

    Traditionell sind die Vorwahlen bei der Partei des amtierenden Präsidenten meist reine Formsache. Amtsinhaber Joe Biden kandidiert bei den Wahlen 2024 erneut - auch wegen Trump. Allerdings ist der Präsident im eigenen Lager nicht unumstritten. Immerhin zwei Außenseiter gehen ins Rennen: die Autorin Marianne Williamson und der demokratische Politiker Dean Phillips. In Umfragen liegt Biden weit vorn.
    Es gibt zudem noch unabhängige Kandidaten wie etwa Robert F. Kennedy Jr., Jill Stein (Grüne) oder Cornel West, die laut Umfragen ebenfalls Unterstützung bei einem Teil der Wählerschaft haben und den Ausgang der Wahl im November 2024 zumindest beeinflussen könnten.
    Ein Thema in den öffentlichen Debatten ist immer wieder das Alter von Biden, der am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit 86 Jahre alt wäre. Auch das Alter des nur wenige Jahre jüngeren Trump wird diskutiert.
    Aktuelle Umfragen deuten an, dass Trump bei einem erneuten Rennen ums Weiße Haus gegen Biden durchaus Chancen hätte. Für den Fall, dass Biden doch nicht antritt, wird aufseiten der Demokraten immer wieder über eine Kandidatur des Gouverneurs von Kalifornien, Gavin Newsom, spekuliert.

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