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Wahl eines neuen DOSB-Präsidenten
Weikert soll es werden

Anfang Dezember wählt die Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes ein neues Präsidium. Dabei geht es auch um die Nachfolge des umstrittenen amtierenden Präsidenten Alfons Hörmann, der nicht mehr antritt. Nun wird mit Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes, ein Kandidat in Stellung gebracht.

Von Andrea Schültke | 05.10.2021
180503 ITTF president Thomas Weikert under en presskonferens den 3 maj 2018 i Halmstad. *** 180503 ITTF President Thomas Weikert during a press conference on May 3, 2018 in Halmstad PUBLICATIONxNOTxINxDENxNORxSWExFINxAUT Copyright: CARLxSANDIN BB180503CS005
Thomas Weikert, aktuell Präsident des Tischtennis-Weltverbandes, will DOSB-Präsident werden. (imago)
14 Spitzenverbände haben sich in einem internen Schreiben für Thomas Weikert als Kandidaten für das Amt des DOSB-Präsidenten ausgesprochen. Das bestätigte Siegfried Kaidel, Präsident des Deutschen Ruderverbandes, dem Deutschlandfunk. Zuvor hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.
Unterstützung erhält Weikert, aktuell noch Präsident des Tischtennis-Weltverbandes, unter anderem aus der Leichtathletik, dem Rudern, Kanu, Turnen, Ringen, Gewichtheben oder Fechten.
"Es freut mich sehr, dass schon 14 Verbände mich unterstützen. Das ist eine Ehre für mich", so Thomas Weikert gegenüber dem Deutschlandfunk. Zu weiteren Details seiner Kandidatur wollte sich der Sportfunktionär, der sich aus dem Weltverband zurückzieht, nicht weiter äußern.

"Die nötige Erfahrung"

Siegfried Kaidel, Präsident des Deutschen Ruderverbandes ist einer der Unterstützer Weikerts: "Ich persönlich finde, dass er als früherer Präsident des Deutschen Tischtennisverbandes und als Präsident des Weltverbandes die nötige Erfahrung mitbringt. Er hat einen guten Ruf und gute Verbindungen", sagte Kaidel gegenüber dem Deutschlandfunk.
Bei der Mitgliederversammlung in zwei Monaten geht es aber nicht allein um die Nachfolge von Alfons Hörmann. Nach den Vorwürfen, es herrsche im DOSB eine "Kultur der Angst", hatte die Ethikkomission des Verbandes die Neuwahl des gesamten Präsidiums empfohlen. Kaweh Niroomand, Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen, hat danach seinen Rückzug angekündigt. Er mache seinen Platz frei "für neue Köpfe und Ideen", wird Niroomand auf der DOSB-Internetseite zitiert.

Vizepräsidentin tritt wieder an

Petra Tzschoppe, aktuell Vize-Präsidentin für Frauen und Gleichstellung, wird dagegen auch für einen Platz im neuen Präsidium kandidieren und dabei von der Frauenvollversammlung des Verbandes unterstützt. Sie habe sich die Entscheidung für eine erneute Kandidatur nicht leicht gemacht, so Tzschoppe im DLF:
"Ja, ich bin Teil dieses Präsidiums, das mit dem anonymen Brief, wo Teile der Führungsgremien dort in die Kritik genommen worden sind, angesprochen wurde. Ich bin Teil der Empfehlung, die die Ethikkommission gegeben hat, dass man nämlich, um Vertrauen wiederherzustellen, Neuwahlen durchführen sollte. Im Nachgang hat der Vorsitzende der Ethikkommission, de Maizière, auch deutlich gemacht, dass die Intention nicht war, das bisherige Präsidium dürfe nicht wieder antreten."
Petra Tzschoppe tritt wieder an. Sie wolle unter anderem daran mitarbeiten, das Vertrauen wieder herzustellen und diesen Weg mit zu gestalten, so Tzschoppe.