
Die Einschätzung einiger Beobachter, dass alle Trümpfe bei China lägen, teile er nicht, betonte Zippelius. Die Warnung Xis in der Taiwan-Frage sei nicht nicht überraschend gewesen - wenngleich sich die Sprache Chinas deutlich verschärft habe. Es handele sich um die wichtigste Frage für China. Chinas Staatspräsident Xi hatte damit gedroht, dass die Beziehungen zu den USA hier in eine äußerst gefährliche Lage kommen könnten. China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und strebt eine Vereinigung mit dem Festland an - notfalls auch mit militärischen Mitteln.
Das deutsche Verhältnis zu China und Taiwan bezeichnete Zippelius als unverändert. Deutschland verfolge zwar eine Ein-China-Politik, pflege aber mit Taiwan eine Beziehung auf unteren Ebenen - etwa zur wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Zusammenarbeit.
Trump und Xi deuten Annäherung an
Trump und Chinas Xi hatten bei ihren Gesprächen nach Angaben aus Peking eine Reihe neuer Übereinkünfte erzielt. Details nannte das chinesische Außenministerium nicht. Weiter hieß es, die Gespräche hätten gegenseitiges Verständnis gefördert und gegenseitiges Vertrauen vertieft. Beide Staatschefs hätten vereinbart, die Anliegen des anderen angemessen zu behandeln. Zudem wollten sie die Koordination in internationalen und regionalen Fragen verstärken. Das Außenministerium rief erneut zu einer Beilegung des Iran-Konflikts auf. China ist der größte Abnehmer von iranischem Öl und pflegt eine Partnerschaft mit dem Regime in Teheran.
Zuvor hatte Trump Fox News gesagt, Xi habe angeboten, zu einer Lösung im Iran beizutragen. Die iranischen Führer, mit denen die USA verhandelten, bezeichnete Trump als vernünftig. Mit Blick auf Wirtschaftsfragen sollen Chinas Vertreter laut dem US-Präsidenten Interesse am Kauf amerikanischen Erdöls bekundet haben, zusätzlich zum Kauf von 200 Boeing-Flugzeugen. Trump wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Ihr gehört auch Boeing-Chef Ortberg an. Der Staatsbesuch endet heute.
Aus dem Deutschlandfunk-Programm
Trump in Peking: China warnt USA wegen Militärhilfe für Taiwan (Audio)
Diese Nachricht wurde am 15.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.










