Dossier / 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Historischer Stadtplan an der Kölner Synagoge.
Historischer Stadtplan an der Kölner Synagoge.

Im Jahr 321 wurde die jüdische Gemeinde Kölns in einem Dekret erstmals schriftlich erwähnt. Kaiser Konstantin erlaubte den in der römischen Kolonie im Rheinland lebenden Juden, Ämter in der öffentlichen Verwaltung zu übernehmen und in den Stadtrat berufen zu werden.  

Die Urkunde belegt als früheste schriftliche Quelle, dass schon vor 1700 Jahren Juden in Mittel- und Nordeuropa lebten. Das Jubiläum ist Anlass für ein bundesweites deutsch-jüdisches Festjahr mit zahlreichen Veranstaltungen, die auf die Geschichte zurückblicken, aber auch das heutige jüdische Leben in Deutschland sichtbar machen.

Thema / Geschichte

Das Dekret des römischen Kaisers Konstantin, das die Berufung von Juden in Stadträte gestattete - hier 2012 in einer Ausstellung des Kölner Museum Kolumba

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Kaiserliches Edikt vor 1.700 JahrenAls Rom den Kölnern erlaubte, Juden in den Stadtrat zu berufen

Dass 2021 bundesweit das Festjahr "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" begangen werden konnte, verdankt sich einem Dekret des römischen Kaisers Konstantin vom 11. Dezember 321 - das erstmals jüdisches Leben nördlich der Alpen schriftlich erwähnte.

Holocaustueberlebende Pnina Katzir wird von ihrer Enkelin Yael im Sitzen umarmt, beide haben die Augen geschlossen. Jerusalem

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Holocaustgedenken in Israel zwischen Trauma und PolitisierungErinnerungsmonster

„Erinnere dich!“ - so lautet ein jüdisches Gebot, das in Israel auch für den Holocaust gilt. Die quälenden Gespenster der Vergangenheit lassen die Überlebenden bis heute nicht los. Das Trauma lebt in der jüngeren Generation fort – und wird immer wieder auch politisiert.

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Feature

Zwei Personen gehen vor dem Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust durch das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Der Holocaust-Gedenktag wird am 27.01.2021 begangen.

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Historikerstreit 2.0 über ShoahHistoriker Per Leo fordert globale Perspektive auf NS-Verbrechen

Die Shoah – ein singuläres Verbrechen. Kaum ein Satz ist so entscheidend für das deutsche Nationalgedächtnis. Er könne aber auch einer Beschäftigung mit den historischen und psychosozialen Gründen für Auschwitz im Wege stehen, mahnt der Historiker Per Leo. Er fordert, Holocaustforschung und Erinnerungskultur zu weiten, globaler zu denken.

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Kulturfragen

Roland Freisler (mitte), (30.10.1893 - 3.2.1945), Richter, Praesident des Volksgerichshofes , Szene aus einer Sitzung im Gerichtssaal mit Hitlergruss, undatiert, 40er Jahre

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Die Justiz im "Dritten Reich"Die schwierige Rolle der NS-Zeit in der Rechtsprechung

Manche Gesetze enthalten bis heute Formulierungen und Bezüge aus der NS-Zeit. Und bis vor Kurzem war ein wichtiges juristisches Standardwerk nach einem führenden Nationalsozialisten benannt. Die kritische Aufarbeitung der NS-Geschichte hat in der deutschen Justiz erst in jüngerer Zeit begonnen.

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Hintergrund

Das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors, ein schlichter grauer Bau, ist im Hintergrund zu sehen. Ein Weg führt dorthin.

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Auswanderungsverbot vor 80 JahrenWie das NS-Regime die Ermordung der Juden vorantrieb

Am 23. Oktober 1941 versendete das Reichssicherheitshauptamt einen geheimen Erlass. Die NS-Politik wurde damit radikal geändert: Ziel war nicht mehr die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung, sondern ihre Ermordung. Rund 160.000 noch in Deutschland lebende Juden hatten kaum noch eine Chance.

Die Kölner Synagoge in der Roonstraße im Kwartier Latäng. Hier steht Tag und Nacht ein Polizeiauto und hält Wache. Die Landesregierung von NRW richtete zuletzt eine Meldemöglichkeit für antisemitische Vorfälle unterhalb der Strafbarkeitsgrenze ein. Köln, 27.09.2021

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Synagogen in DeutschlandDas Leuchten des Davidsterns

Jede neue Synagoge zeigt: Es gibt wieder jüdisches Gemeindeleben. Zugleich erinnern auch die imposantesten Neubauten daran, wie brüchig das Verhältnis zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Deutschen ist. Ein Besuch in Berlin, Erfurt, Leipzig, Eisenach und Hamburg.

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Aus Religion und Gesellschaft

Gärtner und Reinigungskräfte bereiten das Mahnmal für seine Eröffnung vor.

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Daniel Libeskinds Holocaust-Monument in AmsterdamMahnende Erinnerung auf 102.000 Steinen

Nach vielen Jahren Streit wird nun in Amsterdam das von Daniel Libeskind entworfene Holocaust-Mahnmal eingeweiht. Der Rabbiner Edward van Voolen sieht darin auch einen Wandel in der niederländischen Gedenkkultur.

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Studio 9

Ein Teppich mit verschiedenen Motiven, ein Schiff, ein Einhorn, einen Krug oder Tempel.

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Jüdisches ExilAfghanische Juden pflegen alte Traditionen

Die jüdische Gemeinde in Afghanistan wurde vor über 2000 Jahren gegründet. Doch es sind – bis auf einen – alle afghanischen Jüdinnen und Juden geflohen. Seit Jahren verfolgen sie das Geschehen aus dem Exil und pflegen trotzdem ihre Wurzeln.

07:24 Minuten

Aus der jüdischen Welt

Arkadij Khaet bei der 57. Verleihung des Grimme Preises 2021 im Theater der Stadt Marl. Marl, 27.08.2021

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Mediale Klischees über JudenKlezmer, Bart und Kippa

Das Bild der Juden in Deutschland wird maßgeblich von den Medien, von Film und Fernsehen geprägt. Doch jüdisches Leben erscheint dort auf wenige Aspekte reduziert, kritisiert der Regisseur Arkadij Khaet.

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Studio 9

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Neue Bilder vom Judentum in SchulbüchernGelebte Vielfalt sichtbar machen

Jüdisches Leben in Deutschland wird immer noch viel zu oft in Klischees dargestellt. Das gilt auch für Schulbücher – und das muss und wird sich ändern, sagt der Historiker und Verleger Ilas Körner-Wellershaus vom Verband Bildungsmedien.

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Religionen