Mittwoch, 28. Februar 2024

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Body Turn
Körper und Körperlichkeit in der Musik

Ein Schlagzeuger sitzt auf der Bühne. Er schlägt und trommelt dabei auf seinem Körper. 1985 war das noch sensationell. Heute zeigen Komponistinnen und Komponisten neuer Musik das Körperliche des Musikmachens viel selbstverständlicher. Dabei rühren sie an einer grundsätzlichen Frage: Was ist Musik?

Von Hanno Ehrler | 28.12.2021
Ein junger Mann mit nacktem Oberkörper spielt auf einer Geige.
Ohne körperliches Agieren erklingt kein Instrument. (Deutschlandfunk / Hanno Ehrler)
Seit den 1990er-Jahren gibt es in den Kulturwissenschaften eine zunehmende Hinwendung zum Körper. Dieser „body turn“ hat sich auch in der neueren europäischen Kunstmusik niedergeschlagen. Vinko Globokars „Corporel“ ist eines der ersten Stücke, die die Körperlichkeit von Musik direkt thematisieren.

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Wobei seine Sprengkraft weniger im perkussiven Spiel auf dem eigenen Körper bestand als vielmehr im Einspruch gegen das weit verbreitete Verständnis, komponierte Musik sei vor allem eine rein geistige Angelegenheit.
Medialisierung der Körper
Für die Jüngeren ist das Körperliche ein Anlass zum Weiterdenken geworden. Jennifer Walshe spricht von einer neuen Disziplin, denn zu Musik gehöre körperliche Aktion unabdingbar dazu.
Annesley Black inszeniert das Auseinanderfallen von Spieltechniken, körperlichen Gesten und Klangerwartungen. Und Alexander Schubert verweist auf den Körper als mediales Konstrukt, indem er sich selbst bei Alltagstätigkeiten filmt und dies als Material in seine Komponieren einfließen lässt.