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StartseiteThemaMedikamente zur Behandlung von COVID-1930.04.2020

Kampf gegen CoronavirusMedikamente zur Behandlung von COVID-19

Einen Impfstoff oder ein neues Medikament zu entwickeln, ist langwierig. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie muss es schneller gehen. Die Hoffnung richtet sich daher auf bekannte Medikamente, die zur COVID-19-Therapie umfunktioniert werden könnten. Eines davon gilt inzwischen als vielversprechend: Remdesivir.

Eine Wissenschaftlerin untersucht im Labor die optische Dichte einer Bakterienkultur (dpa / Ole Spata)
Derzeit werden mehrere Medikamente darauf untersucht, ob sie gegen SARS-CoV-2 helfen (dpa / Ole Spata)
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Die Entwicklung neuer Medikamente dauert in der Regel Jahre, oft Jahrzehnte. Vor allem die klinischen Studien an Menschen sind sehr aufwendig. Zur Behandlung der durch das SARS-CoV-2-Virus ausgelösten Lungenkrankheit COVID-19 rücken daher Arzneimittel in den Fokus, die schon zur Therapie anderer Krankheiten zugelassen sind. Diese umzufunktionieren - Pharmaforscher sprechen von "Repurposing" - ist günstiger und schneller.

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Laut Angaben von Thomas Cueni, Generaldirektor des Dachverbandes der Pharmaindustrie, werden weltweit derzeit mehr als 140 Wirkstoffe untersucht, ob sie gegen SARS-CoV-2 helfen. 77 davon seien Medikamente, die für andere Krankheiten entwickelt wurden, 68 seien neue Entwicklungen. Es liefen 25 klinische Studien, um die Sicherheit und Wirksamkeit möglicher Medikamente bei Patienten zu testen, die mit dem neuen Virus Sars-CoV-2 infiziert sind und die Lungenkrankheit COVID-19 entwickelt haben.

Die größte Untersuchungen sind die von der Weltgesundheitsorganisation WHO initiierte Solidarity-Studie sowie die von der französischen Forschungsorganisation INSERM koordinierte Discovery-Studie in Europa, an der sich unter anderem Deutschland, Belgien, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Spanien, Schweden und Großbritannien beteiligen.

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Darüber hinaus hat in Großbritannien die Universität Oxford eine weitere Großstudie gestartet und auch in den USA laufen umfassende vergleichende Untersuchungsreihen.

Die meisten Arzneimittel, deren Einsatz zur COVID-19-Therapie geprüft werden, lassen sich drei Gruppen zuordnen: antivirale Medikamente, Immunmodulatoren und Medikamente für Lungenkrankheiten.

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Antivirale Medikamente

Es handelt sich hierbei um Wirkstoffe, die ursprünglich zur Behandlung anderer Viruserkrankungen entwickelt wurden, etwa Ebola, HIV, Hepatitis C, Grippe, oder der Coronaviren SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome) oder MERS (Middle East Respiratory Syndrome). Beim Einsatz gegen SARS-CoV-2 erhofft man sich, dass diese Medikamente die Vermehrung des Virus blockieren oder verhindern, dass es in Lungenzellen eindringt. Daraufhin wird auch ein seit Jahrzehnten etabliertes Malaria-Medikament geprüft, das auch gegen verschieden Virenarten wirkt.

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Remdesivir: Dieses antivirale Mittel gilt als Hoffnungsträger bei der Suche nach Mitteln zur Behandlung von COVID-19. Remdesivir, das gespritzt wird, dringt in Viren ein und blockiert dort die Synthese ihrer Erbguts, der RNA. Dadurch kann sich das Virus nicht mehr reproduizieren.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat bereits eine Notfall-Genehmigung für den Einsatz des Wirkstoffs erteilt, nachdem erste Studien für die Wirksamkeit des Medikaments sprechen. So kommt eine klinische Studien des Instituts für Infektionskrankheiten der USA (NIAID), die strengste von mindestens sieben größeren Studien mit 1.063 Patienten in den USA, Europa und Asien, zu dem Ergebnis, dass Remdesivir die Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten verkürzt.

Demnach waren Patienten mit der Lungenkrankheit COVID-19, die in Krankenhäusern Remdesivir bekamen, nach durchschnittlich elf Tagen wieder genesen, die Patienten der Kontrollgruppe erst nach 15 Tagen. Zum Vergleich: Antivirale Medikamente gegen die Grippe verkürzen die Krankheit im Durchschnitt nur um einen Tag. Auch die Sterblichkeitsrate war bei den Patienten, die mit Remdesivir behandelt wurden, etwas geringer: Etwa 8 Prozent der Patienten starben mit dem Medikament und 11,6 Prozent ohne. Wissenschaftler halten diesen Unterschied aber für statistisch nicht signifikant genug, um das Medikament sicher dafür verantwortlich machen zu können.

Was wissen wir über die Wirksamkeit von Remdesivir gegen COVID-19?
Wie aussagekräftig sind die ersten Studien zu Remdesivir als Medikament in der COVID-19-Therapie? Eine kurze Einordnung von unserem Wissenschaftskorrespondenten Volkart Wildermuth.

Eine im Fachmagazin "The Lancet" vorgestellte chinesische Studie kommt zu dem Schluss, dass Remdesivir weder auf die Sterberate noch auf die Krankheitsdauer einen statistisch bedeutsamen Einfluss hat. Allerdings musste die Studie, die an Krankenhäusern in Wuhan durchgeführt wurde, wegen Patientenmangel abgebrochen werden. Deshalb berücksichtigt sie nur 237 Patienten. Als weitere Schwäche dieser Studie gilt, dass die meisten ihrer Patienten erst recht spät im Krankheitsverlauf mit Remdesivir behandelt wurden. Da das Medikament die Virenvermehrung hemmt, scheint es plausibel, dass er vor allem zu Beginn einer COVID-19-Erkrankung hilft.

Das Gilead-Logo wird auf einem Smartphone neben einem Bildschirm mit einer Coronavirus-Grafik (AFP / Olivier Douliery) (AFP / Olivier Douliery)Medikament gegen COVID-19 - Remdesivir gilt als "Hoffnungsträger"
Im Kampf gegen das Coronavirus laufen erste Medikamententests. Das ursprünglich für Ebola entwickelte Remdesivir habe "sehr gute therapeutische Effekte gezeigt", so Clemens Wendtner, Chefarzt in München. 

Nach Ansicht deutscher Experten sind die Ergebnisse der US-Studie ausreichend belastbar. Es seien genügend Patienten untersucht worden; unter Therapie mit Remdesivir seien sie früher aus dem Krankenhaus entlassen worden, sagt etwa Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing. 

Remdesivir wurde von dem US-amerikanischen Pharmazie- und Biotechnologieunternehmen Gilead ursprünglich gegen das Ebolavirus entwickelt, bewährte sich dabei in der klinischen Prüfung allerdings nicht. In Laborversuchen zeigte es jedoch einige Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2. In Zellversuchen stoppte es die Vermehrung des Virus, in Tierversuchen wirkte es gegen andere Coronavirus-Infektionen wie SARS und MERS. 

Offiziell als Medikament zugelassen ist das Mittel bislang nicht. Die Sondergenehmigung der US-Arzneimittelbehörde erlaubt aber vorläufig den Einsatz im Kampf gegen das Coronavirus. Laut FDA darf das Mittel bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden, die im Krankenhaus wegen einer schweren COVOD-19-Erkrankung behandelt werden.

EIDD-2801: Der Wirkstoff wurde bereits vor Beginn der COVID-19-Pandemie am Emory Institute for Drug Development (EIDD) in Atlanta zur Bekämpfung von Coronaviren entwickelt. Grund dafür war die Befürchtung, dass es in der Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Pandemien durch Coronaviren kommen wird. Denn vor allem Fledermäuse sind Träger einer Reihe von Coronaviren, die potentiell auf den Menschen und andere Säugetiere überspringen können.

In Versuchen mit Mäusen hat EIDD-2801 die Tiere vor einer Infektion mit SARS-CoV oder MERS-CoV geschützt sowie im Therapieeinsatz bei frühzeitiger Gabe eine Erkrankung geheilt. In Zellkulturen war der Wirkstoff auch gegen SARS-CoV-2 wirksam. EIDD-2801 hat einen vergleichbaren Wirkmechanismus wie Remdesivir. Es wird bei der Reproduktion des Virus in dessen RNA-Kette eingebaut, blockiert jedoch nicht direkt die weitere Vermehrung, sondern führt bei weiteren Reproduktionen zu Fehlern, die die Herstellung weiterer funktionsfähiger Coronaviren verhindern.

Lopinavir/Ritonavir: Als Wirkstoffkombination sind Lopinavir und Ritonavir in den Medikamenten Kaletra und AbbVie enthalten, die üblicherweise zur Behandlung von HIV-Patienten genutzt werden. Lopinavir greift in den molekulare Reproduktionsmechanismus des Virus ein. Es behindert den Umbau von Eiweißmolekülen, die das Virus dazu verwendet, neue Viren aufzubauen. Ritonavir übernimmt dabei die Rolle eines Bodyguard, der verhindert, dass Lopinavir in den Zellen zerlegt wird.

Erste Ergebnisse aus China mit dieser Wirkstoffkombination sollen allerdings eher entmutigend gewesen sein. Eine im "New England Journal of Medicine" (NEJM) erschienen Arbeit kam zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von Lopinavir/Ritonavir keinen Unterschied gemacht habe. Das könnte aber auch daran gelegen haben, dass COVID-19 bei den Patienten schon weit vorangeschritten war, sodass das Medikament vielleicht einfach zu spät kam. Denn es wurde erst sehr spät, nämlich zwölf bis 13 Tage nach Beginn der Erkrankung, mit der Therapie begonnen.

Eine Infektiologin in Schutzausrüstung steht mit vorgefertigten Fragebögen in der Eingangstür der Corona-Ambulanz an der Uniklinik Dresden. (imago / Max Stein) (imago / Max Stein)COVID-19 - Die Jagd nach spezifischen Wirkstoffen
Bei der Behandlung von COVID-19 kommen oft altbewährte Medikamente zum Einsatz. Um die Virusvermehrung zu blockieren, müsse aber an mehreren Punkten im Lebenszyklus des Virus eingegriffen werden, sagte der Wissenschaftsjournalist Martin Winkelheide.

Danoprevir/Ritonavir: Danoprevir wird eigentlich für die Therapie von Hepatitis C eingesetzt. Der Wirkstoff funktioniert ähnlich wie Lopinavir: Er hemmt das virale Protease-Enzym und behindert damt den Umbau von Eiweißmolekülen, die das Virus zur Reproduktion benötigt. Im klinischen Einsatz gegen SARS-CoV in China wurde das Medikament gemeinsam mit Ritonavir verabreicht, um die Plasmakonzentration von Danoprevir zu erhöhen.

In einem Beitrag auf dem wissenschaftlichen Portal "MedRxiv" berichten Ärzte aus China über den erfolgreichen Einsatz von Danoprevir bei COVID-19-Patienten im Nineth Hospital von Nanchang. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass der Wirkstoff ein vielversprechendes Medikament zur Therapie der durch das SARS-CoV-Virus ausgelösten Krankheit sein könnte. Allerdings waren in die chinesische Ministudie lediglich elf Patienten einbezogen. 

Interferone: Im Rahmen der Solidarity- und der Discovery-Studie soll nicht nur die Therapie mit der Kombination Lopinavir/Ritonavir getestet werden, sondern auch deren Ergänzung mit dem Wirkstoff Beta-Interferon. Bei der Bekämpfung von SARS CoV-2 wird aber auch der Einsatz von Alpha-Interferon getestet.

Es handelt sich dabei um Varianten körpereigener Botenstoffe, die gentechnisch hergestellt werden und die körpereigene Abwehr stärken. Einige Alpha-Interferon-Medikamente besitzen zum Teil die Zulassung zur Therapie bestimmter Virusinfektionen, beispielsweise Hepatitis B oder C. Für Beta-Interferon gibt es zumindest in der EU noch keine Zulassung zur antiviralen Therapie, in Laborversuchen konnte der Wirkstoff jedoch die Vermehrung verwandter SARS-Viren aufhalten.

Avigan/Favipiravir: Bei Avigan handelt es sich um ein antivirales Grippemittel aus Japan. Unter dem Namen Favipiravir ist es als Generikum in China lizenziert. Das Medikament verhindert, dass sich ein Influenza-Virus in der menschlichen Zelle repliziert. In Japan und China soll man mit dem Präparat gute Erfahrungen bei der Behandlung von COVID-19-Patienten gemacht haben. Laut Angaben der chinesischen Regierung liegen dazu vielversprechende klinische Studien aus Wuhan vor, von wo aus sich das Virus ausgebreitet hatte.

Unproblematisch sind diese sogenannten Virostatika allerdings nicht. Virologen warnen davor, dass Viren durch Mutationen Resistenzen entwickeln könnten, ähnlich wie bei der Bekämpfung von Bakterien durch Antibiotika.

APN01: APN01 ist ein aus der SARS-Forschung hervorgegangenes Medikament, das in Österreich entwickelt wurde und bereits in einer klinischen Studie bei der Behandlung anderer Lungenerkrankungen erprobt wird. APN01 blockiert mit Hilfe von löslichem ACE2 (Angiotensin Converting Enzyme 2) ein Molekül auf den Viren, das diese zum Eindringen in Lungenzellen benötigen. Dadurch sollen Lungenschäden durch Entzündungsreaktionen vermieden werden. Laut Angaben des Unternehmens Apeiron Biologics, das APN01 entwickelt hat, soll das Medikament in einer Pilotstudie in China mit 24 schwer erkrankten COVID-19-Patienten getestet werden.

Chloroquin/Hydroxychloroquin: Chloroquin – beziehungsweise der verwandte Wirkstoff Hydroxychloroquin - sind seit Jahrzehnten etablierte Mittel gegen Malaria. Über welchen Mechanismus sie den Körper schützen, ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird: Die Substanzen bekämpfen nicht unmittelbar das Virus, sondern blockieren einen Weg, auf dem es in die menschlichen Zellen gelangen kann, nämlich über kleine Abschnürungen der Zellmembran, die dann das Virus in die Zelle hineinschleusen. Das ist allerdings nicht der Haupteintragspfad für das Coronavirus.

Deshalb sind viele Experten skeptisch, ob Chloroquin wirklich gegen SARS-CoV-2 helfen kann. Eine vorgestellte französische klinische Studie dazu ist nach Ansicht des Berliner Virologe Christian Drosten nicht aussagekräftig. Er erwarte sich von dem Medikament keinen "durchschlagenden, großen Effekt, der wirklich über das Schicksal des klinischen Ausgangs entscheidet", sagte Dorsten in seinem täglichen NDR-Podcast. Nach neuesten US-Forschungsergebnissen zeigt Hydroxychloroquin allerdings keine positiven Effekte auf die Krankheitsverläufe, sondern erhöhte sogar die Sterberate. Zu ähnlichen Ergebnisse kam eine Studie aus Brasilien.

Immunmodulatoren

Diese Medikamente beeinflussen das menschliche Immunsystem. Sie zielen darauf ab, überschießende Immunreaktionen zu dämpfen und so schwere Schäden in der Lunge zu verhindern.

Tocilizumab: Eins der häufig auftretenden Probleme bei schweren Verläufen der Lungenkrankheit COVID-19 ist eine Überreaktion des Immunsystems. Die körpereigene Abwehr kann dabei schwere Kollateralschäden in der Lunge verursachen. Um die überschießende Immunantwort einzudämmen, testen Forscher in klinischen Studien den Wirkstoff Tocilizumab. Er ist Hauptbestandteil eines zugelassenen Rheumamittels des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Tocilizumab wird auch von Hämatologen in der Zelltherapie, bespielsweise bei Blutkrebs, angewandt.

Blick in den Flur einer Intensivstation. An der Eingangstür hängt ein STOP-Schild. (dpa/ Sebastian Kahnert) (dpa/ Sebastian Kahnert)Studie zu Tocilizumab - Forscher testen Rheumamittel bei COVID-19-Patienten
Bei schweren COVID-19-Verläufen kommt es mitunter zu starken Immunreaktionen des Körpers. Die Therapie mit dem Rheumamittel Tocilizumab erscheint da vielversprechend. Intensivmediziner Michael von Bergwelt ist an einer Studie zum Wirkstoff beteiligt und erklärt, bei welchen Patienten eine Therapie möglich sein könnte.

Interleukin-6-Antagonisten: Erprobt werden unter anderem die Immunmodulatoren Sarilumab und Tocilizumab. Sarilumab ist bereits für die Rheuma-Therapie zugelassen, Tocilizumab, zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis. Chinesische Mediziner sollen neben Tocilizumab auch den für die Therapie der Multiplen Sklerose entwickelten und zugelassenen Immunmodulator Fingolimod zur Behandlung von schwer infizierten COVID-19-Patienten eingesetzt haben.

(Redaktion: Frank Barknecht, Daniela Kurz, Arndt Reuning, Wulf Wilde)

Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)Übersicht zum Thema Coronavirus (Imago/Rob Engelaar/Hollandse Hoogte)

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