Energie
Merz kritisiert vorübergehende Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl - "will Motive dahinter wissen"

Bundeskanzler Merz hat die Entscheidung der US-Regierung kritisiert, die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend zu lockern. Er halte dies für falsch, sagte Merz während eines Besuchs im norwegischen Andöya.

    Bundeskanzler Merz steht vor einer Deutschlandflagge und hat den Zeigefinger gestikulierend ausgestreckt.
    Bundeskanzler Merz kritisiert das US-Vorgehen gegenüber Russland. (AP / Ebrahim Noroozi)
    Er wolle wissen, welche Motive dahinter stünden. Beim Öl gebe es aktuell ein Preisproblem, kein Mengenproblem, erklärte der CDU-Politiker. Auch innerhalb der G7-Gruppe sei man sich mit Ausnahme der USA einig, dass eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland nicht richtig sei. Merz betonte, Moskau zeige weiter keine Verhandlungsbereitschaft im Krieg gegen die Ukraine.
    Ähnlich äußerte sich der SPD-Außenpolitiker Stegner. Die Strafmaßnahmen jetzt zu lockern, belohne diejenigen, die gerade keine Belohnung brauchten, sagte Stegner im Deutschlandfunk. Er kritisierte auch die US-Regierung für ihre Kriegsführung im Iran. Die hohen Ölpreise seien die Folge davon, dass man "mal eben" den Iran angegriffen habe, ohne die Konsequenzen zu überdenken. Stegner betonte, man werde aus der Wirtschaftskrise nicht herauskommen, solange die Kampfhandlungen andauerten. Deutschland und die europäischen Partner müssten alles für eine Beendigung des Krieges tun - sowohl im Iran, als auch in der Ukraine.

    Merz: Teheran ist in der Verantwortung

    Bundeskanzler Merz sagte mit Blick auf ein mögliches Kriegsende, das Mullah-Regime habe es in der Hand, die Angriffe auf die Golfstaaten zu beenden. Er bekräftigte jedoch auch seine Kritik, dass es von Seiten der USA und Israels keine einheitliche Strategie für ein Ende des Krieges gebe.
    Die USA haben für 30 Tage die Sanktionen gegen Länder aufgehoben, die russisches Öl kaufen wollen. Die Maßnahme ist laut Finanzminister Bessent in der Menge begrenzt.

    Russland begrüßt Entscheidung

    Die russische Führung begrüßte die Entscheidung. Der Berater von Präsident Putin, Dmitrijew, sprach von rund 100 Millionen Barrel. Ohne russisches Öl könne der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben, schrieb Dmitrijew bei Telegram.
    Die USA hätten faktisch das Offensichtliche anerkannt. Eine weitere Lockerung der Beschränkungen für russische Energieträger werde immer unausweichlicher, meinte Dmitrijew.

    Weitere Informationen:

    Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
    Diese Nachricht wurde am 13.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.