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Newsblog zum CoronavirusCoronavirus: Entwicklungen vom 17. bis 18. September

München von oben (AllOverMEV / imago-images)
In München liegt die 7-Tage-Inzidenz inzwischen bei 50,7. (AllOverMEV / imago-images)

München hat die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten. Für die Region Madrid gelten ab sofort wieder strengere Anti-Corona-Maßnahmen. Der Bund will die Schuldenbremse wohl auch im kommenden Jahr aussetzen. Weitere Entwicklungen in unserem Newsblog.

Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem aktuellen Newsblog.

Freitag, 18. Dezember

+++ Das Bundesligaspiel FC Köln gegen TSG Hoffenheim wird an diesem Samstag doch ohne Zuschauer stattfinden. Wegen der gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen könne kein Publikum für das Spiel im RheinEnergieStadion zugelassen werden, teilte die Stadt Köln am Freitagabend mit.

+++ Der französische Finanzminister Bruno Le Maire ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe aber keine Symptome, teilt er auf Twitter mit. Er werde sich für sieben Tage in Selbstisolation begeben und seinen Pflichten weiter nachkommen.

+++ Als erste deutsche Millionenstadt hat München bei der sogenannten 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner den kritischen Wert überschritten. Er liegt in der bayerischen Landeshauptstadt aktuell bei 50,7.

Verkleidetet Karnevalisten sitzen traurig nebeneinander (picture alliance / Presse-Bild-Poss / Uta Poss)Trauriger Spaßmacher (picture alliance / Presse-Bild-Poss / Uta Poss)

+++ Schlechte Nachrichten für die Jecken in Nordrhein-Westfalen: Auf den traditionellen Straßen-, Sitzungs- und Kneipenkarneval müsse man in diesem Jahr weitgehend verzichten, hieß es nach Beratungen der Karnevalsverbände mit der Landesregierung in Düsseldorf. Das Landeskabinett in Düsseldorf wird am Mittwoch beraten.

+++ Mit Blick auf die Corona-Krise will Finanzminister Scholz im Bundeshaushalt 2021 rund 96 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Das wurde aus seinem Ministerium bekannt. Demnach soll die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse auch im kommenden Jahr ausgesetzt werden.

+++ In Großbritannien wurden 4.322 neue Corona-Fälle registriert, der höchste Wert seit dem 8. Mai.

+++ In Madrid gelten wegen der gestiegenen Infektionszahlen wieder schärfere Restriktionen. So werden in besonders betroffenen Gegenden Parks und öffentliche Plätze gesperrt, es werden Ausgangsbeschränkungen verhängt sowie Obergrenzen für Treffen im Freien.

+++ Hessen hebt die Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf. Es werde keine verbindlichen Vorgaben des Landes zur Dauer und Anzahl der Besuche mehr geben, teilten Staatskanzlei und Sozialministerium in Wiesbaden mit. Die neue Regelung gelte ab dem 29. September. 

+++ Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich nach Angaben von US-Wissenschaftlern weltweit mehr als 30 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Das geht aus Daten der Johns Hopkins Universität in Baltimore hervor. Die Zahl der Todesfälle liegt demnach bei 946.000. Am stärksten betroffen sind nach absoluten Zahlen die USA mit 6,6 Millionen Infektionen. An zweiter Stelle steht Indien. Dort haben sich bisher 5,2 Millonen Menschen infiziert.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 1.916 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das waren 278 weniger als am Vortag. Damit sind rechnerisch derzeit etwa 19.700 aktive Infektionsfälle bekannt. Neu gemeldet wurden sieben Todesfälle. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg auf 9.378. Insgesamt haben sich in Deutschland damit 267.773 nachweislich infiziert.

+++ Der Bundestag hat in seiner heutigen Sitzung eine Milliarden-Finanzspritze für die deutschen Kliniken sowie eine Prämie für die dortigen Pflegekräfte bewilligt. Die Prämie sollen Mitarbeiter erhalten, die wegen der Corona-Pandemie besonderen Belastungen ausgesetzt waren.

+++ Das New Yorker Brooklyn Museum hat zahlreiche Werke zur Auktion freigegeben, um die Instandhaltung der restlichen Sammlung gewährleisten zu können. "Das ist etwas, was für uns sehr schwer ist", sagte Direktorin Anne Pasternak der New York Times. "Aber es ist das Beste für unsere Institution und die Langlebigkeit und Pflege unserer Sammlungen." Zu den zwölf Werken, die im Oktober beim Auktionshaus Christie's versteigert werden sollen, gehören Stücke von Lucas Cranach dem Älteren und Gustave Courbet.

+++ In Israel tritt ab heute um 13 Uhr MESZ der zweite landesweite Lockdown in Kraft. Die Regierung will damit eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen sollen mindestens drei Wochen gelten. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Donnerstagabend, angesichts der hohen Infektionszahlen der letzten Tage könnte sogar eine weitere Verschärfung der Maßnahmen notwendig werden. Die Opposition kritisiert den Corona-Kurs der Regierung und den zweiten Lockdown scharf. 

+++ Neuseeland hat zum ersten Mal seit fünf Wochen einen Tag ohne eine Neuinfektion gemeldet. Zudem seien alle Neuinfektionen der jüngsten vier Tage Menschen zuzuordnen, die von Reisen zurückgekehrt sind und sich in Quarantäne befinden. In dem Land gab es bislang rund 1.800 Infektionen, 25 Todesfälle werden mit dem Virus in Verbindung gebracht.

+++ Gegner der Corona-Politik dürfen in Düsseldorf am Sonntag ohne Masken demonstrieren. "Es gibt keine Maskenpflicht", sagte ein Polizeisprecher zur für 12 Uhr geplanten Demonstration, die am Rheinufer im Stadtteil Oberkassel beginnen und dann durch die Innenstadt und zurück führen soll. Rund 10.000 Menschen werden erwartet. Die Veranstaltung wird von regionalen Gruppen der Initiative "Querdenken" getragen, wie aus einem Aufruf im Internet hervorgeht. Die Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" rief zu einer Gegenveranstaltung für Sonntagnachmittag um 14 Uhr auf.

+++ Die Corona-Krise hat offenbar für zahlreiche Arbeitnehmer in Deutschland zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf geführt. Von 750 befragten Unternehmen habe jedes zweite (51 Prozent) als Reaktion auf die Pandemie Arbeitszeitregeln eingeführt oder ausgebaut, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern, zitiert das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) aus einer Studie für das Bundesfamilienministerium. Die Untersuchung soll heut offiziell veröffentlicht werden. Zu den neuen oder erweiterten Regelungen gehören demnach individuell vereinbarte Arbeitszeiten, flexible Tages- und Wochenarbeitszeiten sowie Heim- und Telearbeit. 

+++ Nach dem Start des Schuljahres in allen Bundesländern ziehen Lehrervertreter und Bildungsgewerkschaften eine durchwachsene Zwischenbilanz. Dass es unter Corona-Bedingungen bis jetzt so gut funktioniert habe, liege weniger an "vollmundigen Hygieneplänen" der Kultusministerkonferenz und der einzelnen Landesministerien, sondern daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland derzeit noch überschaubar sei, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe viel Verunsicherung, sagte Ilka Hoffmann, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Schulleitungen beschwerten sich, dass vieles an ihnen hängenbleibe und der Rückhalt von der Politik fehle. "Es gibt Vorgaben, die zum Teil - etwa wegen baulicher Gegebenheiten - nicht erfüllt werden können."

+++ SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert neue konkrete Pläne zur Organisation des Schulbetriebs. Es müsse sichergestellt werden, dass der Präsenzunterricht an den Schulen weitergehen könne, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der SPD-Politiker kritisierte, dass es bislang zu wenige Konzepte dafür gebe, wie der Schulbetrieb aufrechterhalten werden solle, sollten die Zahlen der Neuinfektionen weiter steigen und zugleich die bisherigen "Lüftungskonzepte" nicht mehr funktionieren. Er verwies darauf, dass bei den sinkenden Außentemperaturen in den kommenden Monaten die Fenster der Klassenzimmer nicht mehr ständig offen stehen können. Notwendig seien daher entweder Lüftungsanlagen oder Unterrichtskonzepte, um den räumlichen Abstand zwischen Schülern zu gewährleisten, sagte Lauterbach. 

+++ Eine frühere Beraterin von US-Vizepräsident Mike Pence hat schwere Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erhoben. Olivia Troye sagte der "Washington Post", Trumps Reaktion auf die Krise habe eine "völlige Missachtung menschlichen Lebens" gezeigt. Ihm sei es vor allem um die Wirtschaft und um seine Wiederwahl gegangen. 

Donnerstag, 17. September

+++ Kurz vor Beginn eines zweiten Corona-Lockdowns in Israel hat Ministerpräsident Netanjahu eine mögliche weitere Verschärfung der vorgesehenen Einschränkungen angekündigt. Netanjahu sagte, angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen könnte dies notwendig sein. Der Lockdown beginnt am Freitag. Dann dürfen sich alle Menschen nur noch im Ausnahmefall weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Möglicherweise wird die Entfernung aber noch vergrößert. Schulen und Kindergärten bleiben jedenfalls ebenso geschlossen wie Einkaufszentren, Hotels und Freizeiteinrichtungen.

+++ In Frankreich wurden mehr als 10.000 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Mit 10.593 Fällen sei das eine neue Höchstzahl seit der Einführung von umfassender Testung im ganzen Land. "Santé Publique" teilte mit, 50 weitere Menschen seien an oder mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das Verhältnis von positiven Fällen zur Anzahl der getesten Personen bleibt mit 5,4 Prozent stabil. Der bisherige Höchststand war am 12. September mit 10.561 Neuinfektionen registriert worden. Alle Zahlen aus Frankreich finden Sie hier.

+++ Nach heftiger Kritik an Verzögerungen bei Coronavirus-Testergebnissen hat New York ein eigenes städtisches Labor eröffnet. Die Einrichtung in Manhattan sei speziell für Einwohner der Millionenmetropole gedacht und solle dabei helfen, die Wartezeit auf ein Test-Ergebnis auf maximal 48 Stunden zu drücken, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Die Kapazität des Labors solle bis November schrittweise von derzeit rund 3000 auf 20 000 Coronavirus-Tests pro Tag hochgefahren werden.

+++ Die französische Regierung hat weitere Regionen im Land aufgefordert, strengere Maßnahmen im Kampf gegen Corona zu verhängen. Für die Städte Lyon und Nizza sollten die Behörden bis Samstag Vorschläge machen, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Véran. In Städten wie Paris, Lille, Toulouse, Rennes und Dijon seien die kritischen Schwellenwerte noch nicht erreicht.

+++ Das serbische Gesundheitsministerium führt eine elektronische Registrierungspflicht für Bürger ein, die aus einem als Corona-Risikogebiet eingestuften Land zurückkehren. Konkret bedeutet das, dass Serben, die aus Kroatien, Bosnien-Herzegowina oder Montenegro in ihre Heimat zurückkehren, einen Fragebogen ausfüllen müssen, der auf der Webseite des Gesundheitsministeriums zugänglich ist.

+++ Bundespräsident Steinmeier hat bei einem Besuch in Italien die grenzüberschreitende Solidarität beider Länder in der Corona-Krise gelobt. Bei einem Treffen mit dem italienischen Präsidenten Mattarella in Mailand hob Steinmeier die engen Verbindungen beider Staaten hervor

+++ In Österreich sind die Corona-Schutzmaßnahmen wegen steigender Infektionszahlen wieder verschärft worden. Unter anderem werden Zusammenkünfte auf zehn Personen beschränkt.

+++ Die Bundespolizei hat innerhalb von fünf Tagen fast 15.000 Reisende an Bahnhöfen oder in Zügen ermahnt, weil sie keinen Mund-Nasen-Schutz trugen.

+++ Für das morgige Saison-Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga zwischen Bayern München und Schalke 04 sind nun doch keine Zuschauer zugelassen. Grund ist die steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen in der Landeshauptstadt.

+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat den Anstieg der Corona-Neuinfektionen in Europa als alarmierend bezeichnet. Die wöchentlichen Fallzahlen seien höher als in der ersten Hochphase im März.

+++ Das Supercup-Spiel zwischen Bayern München und dem FC Sevilla am 24. September findet wie geplant in Budapest statt, obwohl die Stadt vom RKI als Risikogebiet eingestuft wird. 

+++ Die EU-Kommission hat Vorgaben gemacht, wie die Mitgliedsstaaten die Gelder des milliardenschweren Corna-Wiederaufbaufonds am besten einsetzen sollen. Ziel ist demnach, dass die Mittel so schnell wie möglich fließen können und zu einer Konjunkturerholung nach der Pandemie beitragen.

+++ Die deutsche Justiz ermittelt in mehr als 10.000 Fällen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen und anderer Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit der Pandemie. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Euro.

+++ In Deutschland ist die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden wieder auf mehr als 2.000 gestiegen: Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut 2.194 neue Ansteckungen.

+++ Durch die Corona-Pandemie sind laut einer Unicef-Studie weltweit 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut geraten. Das ist ein Anstieg von 15 Prozent. Insgesamt seien jetzt etwa 1,2 Milliarden Kinder von Armut betroffen.

+++ Rotes Kreuz und Roter Halbmond beklagen eine Diskriminierung von Ausländern in asiatischen Ländern wegen der Pandemie. In einer Umfrage in mehreren Staaten wurden häufig Migranten und andere Ausländer für die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht.

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