Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 12. bis 14. Oktober

Frankreichs Regierung verhängt über die Region Paris und weitere Großstädte eine nächtliche Ausgangsbeschränkung. Bund und Länder haben sich auf schärfere Corona-Auflagen geeinigt. Mehrere europäische Länder befürchten Gefährdung der Gesundheitsversorgung im Winter. Wichtige Entwicklungen in unserem Newsblog.

12.10.2020

Stadtansicht von Paris bei Nacht - das Foto zeigt den Ausblick vom Triumphbogen Arc de Triomphe.
Frankreich verhängt nächtliche Ausgangssperre (picture alliance / imageBROKER / Andre Kohls)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Mittwoch, 14. Oktober
+++ Bund und Länder haben auf schärfere Corona-Auflagen geeinigt. In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen soll es künftig generell eine Sperrstunde um 23.00 Uhr in der Gastronomie geben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder n Berlin beschlossen. Außerdem sollen private Feiern künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt werden. Die Maßnahmen gelten bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Davon betroffen sind unter anderem Köln, Berlin, Essen, München, Bremen, Stuttgart. Auch die Maskenpflicht soll erweitert werden: Sie soll bereits ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche überall da gelten, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen. Keinen einheitlichen Kurs fanden Bund und Länder zu den Beherbergungsverboten für Urlauber aus innerdeutschen Risikogebieten. Bis zum 8. November soll diese umstrittene Maßnahme demnach auf ihre Wirksamkeit überprüft werden.
Die Maßnahmen im Überblick:
  • Sperrstunde um 23.00 Uhr in der Gastronomie
    (in Städten und Regionen mit 50 Neuinfektionen pro 100.000 EinwohnerInnen innerhalb einer Woche)

  • Private Feiern begrenzt auf maximal zehn TeilnehmerInnen und zwei Hausstände
    (in Städten und Regionen mit 50 Neuinfektionen pro 100.000 EinwohnerInnen innerhalb einer Woche)

  • Erweiterte Maskenpflicht dort, wo Menschen dichter bzw. länger zusammenkommen
    (in Städten und Regionen mit 35 Neuinfektionen pro 100.000 EinwohnerInnen innerhalb einer Woche)

+++ Die irische Regierung will Hausbesuche im ganzen Land verbieten. Ausnahmen würden nur in dringenden Fällen wie etwa Kinderbetreuung gewährt, berichtet der Sender RTE.
+++ Frankreichs Regierung verhängt über die Region Paris und weitere Großstädte eine nächtliche Ausgangsbeschränkung von 21 Uhr bis 6 Uhr. Sie solle von Samstag an für vier Wochen gelten, sagt Präsident Macron. Betroffen seien auch Grenoble, Lille, Lyon, Toulouse und andere Städte. Wer in Frankreich während der nächtlichen Ausgangsbeschränkung auf den Straßen unterwegs sei, müsse einen guten Grund dafür haben, betonte Macron. Anderenfalls sei mit einer Strafe von 135 Euro zu rechnen. Während der Ausgangsbeschränkung dürften keine Restaurants oder Freunde besucht werden. Ein dringend notwendiger Ausgang sei aber erlaubt.
Grundlage für die Verschärfung ist ein landesweiter Gesundheitsnotstand, der ab Samstag gilt. Angesichts der Entwicklung habe man diesen Schritt als erforderlich angesehen, teilte die Regierung nach einer Kabinettssitzung mit. Die Corona-Pandemie gefährde die Gesundheit der Bevölkerung und rechtfertige strikte Maßnahmen. Die Regierung hat mit dem Notstand die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Verordnung umzusetzen. Bereits zwischen März und Juli galt in Frankreich der landesweite Gesundheitsnotstand, mit dessen Hilfe die Regierung den allgemeinen Lockdown durchsetzte.
+++ Durch die zunehmende Verbreitung des Coronavirus befürchten mehrere europäische Länder eine Gefährdung der Gesundheitsversorgung. In Deutschland und Belgien wird vor Engpässen bei den Intensivbetten gewarnt. In den Niederlanden mussten die Notaufnahmen einiger Kliniken teilweise schon geschlossen werden. Unseren ausführliche Bericht lesen Sie hier.
+++ Belgien befürchtet wegen steigender Corona-Infektionszahlen eine Überlastung seiner Intensivstationen. Wenn die Zahl der Fälle weiter im selben Tempo zunehme, sei die Kapazitätsgrenze Mitte November erreicht, warnten die Gesundheitsbehörden. Der Sprecher des Covid-19-Krisenzentrums, van Laethem, sagte, in der vergangenen Woche seien täglich 152 neue Corona-Patienten in Kliniken aufgenommen worden, eine Steigerung um 80 Prozent. Die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus sei in diesem Zeitraum um 56 Prozent gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen verdoppele sich nun alle sieben Tage, betonte van Laethem. Was Neuinfektionen betreffe, liege Belgien europaweit nach Tschechien an zweiter Stelle. Van Laethem sprach sich für strengere Maßnahmen aus, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.
+++ In einigen deutschen Großstädten könnte es im Winter zu Engpässen bei den Intensivbetten kommen. Köln, Berlin und Hamburg seien auch schon vor Corona traditionell stark belegt gewesen, sagte der Leiter des Intensivregisters der "Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin", Karagiannidis, der "Frankfurter Allgemeinen". In diesen Städten könnten die freien Kapazitäten unter den kritischen Wert von zehn Prozent fallen. Ausführliche Informationen finden Sie in diesem Bericht.
Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus steigen weltweit weiter an, und mit fortschreitender Jahreszeit diskutieren Experten auch über die Auswirkungen auf Erkrankungen durch andere Erreger im Winter. Dann könnten beispielsweise zahlreiche Fälle von Coronainfektionen und die Grippewelle aufeinandertreffen. Wir beantworten unter anderem die derzeit beherrschende Frage: Reicht die Menge des Impfstoffs gegen Influenza-Erreger?
+++ Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland wollen Bund und Länder die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie verschärfen. Die Beschlussvorlage des Kanzleramts sieht nach Medienberichten für Corona-Hotspots eine erweiterte Maskenpflicht und neue Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum vor. Zudem sei eine Sperrstunde in der Gastronomie und eine Schließung von Bars sowie eine Einschränkung der Teilnehmerzahl bei privaten Feiern geplant. Die Maßnahmen sollten greifen, wenn die Zahl der Neuinfektionen mehr als 35 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen überschreitet.
+++ Durch die Verbreitung des Coronavirus gerät die Gesundheitsversorgung in den Niederlanden teilweise in Gefahr. In Krankenhäusern und auf Intensivstationen nimmt die Zahl der Covid-19-Patienten rasch zu. Die Regierung verschärfte zuletzt die Maßnahmen und verhängte einen Teil-Lockdow. Im Parlament in Den Haag hieß es, unter anderem in Amsterdam und Rotterdam hätten die Notaufnahmen von Krankenhäusern zeitweilig geschlossen werden müssen. Die Situation sei im Vergleich zur ersten Welle düsterer.
+++ Die deutsche Wirtschaft bricht in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie stärker ein als noch im Frühjahr erwartet. In ihrem heute veröffentlichten Herbstgutachten senkten die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt um mehr als einen Punkt auf minus 5,4 Prozent.
+++ Die Stadt Essen wehrt sich gegen Vorwürfe wegen eines Online-Formulars, mit dem Bürger Verstöße gegen Corona-Regeln melden können. Stadtdirektor Renzel forderte eine Entschuldigung von Bundestagsvizepräsident Kubicki. Der FDP-Politiker hatte das Meldeformular als "Denunziationsportal" bezeichnet, das mit Sicherheit rechtswidrig sei und sofort gelöscht werden sollte.
+++ Der Deutsche Lehrerverband hält das Konzept der Kultusministerkonferenz zum Lüften in Klassenzimmern für vollkommen unzureichend. Verbandspräsident Meidinger sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", es sei erbärmlich, dass der KMK und den meisten Schulministerien zum Thema Aerosolbelastung in vollen Klassenzimmern nichts anderes einfalle, als regelmäßiges Stoßlüften zu empfehlen. Alle wüssten doch, dass in einer großen Anzahl von Klassenräumen die Fenster nicht oder nur spaltweise zu öffnen seien.
+++ In München gelten ab heute wieder strengere Auflagen. Welche das sind, listen die Kolleginnen und Kollegen vom BR auf.
+++ Spitzentreffen im Kanzleramt: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen beraten heute Nachmittag die Spitzen von Bund und Ländern über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Im Zentrum der Beratungen steht das Beherbergungsverbot für Reisende aus deutschen Risikogebieten. Es gilt in vielen, aber nicht allen Bundesländern und wird kontrovers diskutiert.
+++ Steigende Infektionszahlen meldet die Nachrichtenagentur AP auch aus Indien. In China wurden in der Stadt Qingdao inzwischen mehr als vier Millionen Tests durchgeführt - laut Behörden ohne weitere Fälle zu entdecken.
+++ Auch in Bulgarien steigen die Infektionszahlen: Das Land meldet knapp 800 neu erfasste Coronafälle, das ist zum vierten Mal in sieben Tagen ein Höchststand. Insgesamt wurden in Bulgarien knapp 26.000 Infektionen gemeldet. Zurzeit befinden sich rund 1.300 Menschen im Krankenhaus, davon 63 in Intensivbehandlung. Mehr als 900 Menschen sind an oder mit dem Virus gestorben.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 5.132 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das waren über 1.000 Fälle mehr als noch am Vortag und erstmals seit April wieder mehr als 5.000. Darüber hinaus wurden mindestens 40 weitere Todesfälle registriert. Damit stieg die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung gebracht wird, auf 9.677.
Hier finden Sie die ausführlichen tagesaktuellen Zahlen. Dor gibt es auch Angaben zu Testkapazitäten, zu Intensivbetten und zur Lage in den Bundesländern.
+++Bundeswirtschaftsminister Altmaier bereitet nach Presseinformationen neue Hilfen für Unternehmen vor. Demnach zielt der CDU-Politiker vor allem auf das Hotel- und Gaststättengewerbe, die Veranstaltungsbranche und die Messe- und Ausstellungswirtschaft. Laufende Überbrückungshilfen für Unternehmen sollen offenbar um ein halbes Jahr bis Ende Juni verlängert werden.
+++Die Weltbank stellt ärmeren Ländern insgesamt zwölf Milliarden Dollar für künftige Impfungen gegen das Coronavirus zur Verfügung. Diesen solle mit den Geldern geholfen werden, sich auf eine breitflächige Versorgung ihrer Bevölkerungen vorzubereiten, teilte die Organisation in Washington mit. Bis zu eine Milliarde Menschen könnten davon profitieren.
Als wirksamstes Mittel gegen Sars-CoV-2 und die von dem Virus ausgelöste Erkrankung Covid-19 gilt ein Impfstoff. Weltweit wird daran geforscht, auch von deutschen Firmen. Welche Perspektiven gibt es? Wie weit die Forschung ist, können Sie hier nachlesen (Stand 7.10.).
+++ Der britische Oppositionsführer Starmer spricht sich angesichts steigender Infektionszahlen für einen kurzen und begrenzten Lockdown aus. Dieser solle zwei bis drei Wochen dauern und ohne eine Schließung etwa von Schulen und Universitäten auskommen, sagte der Vorsitzende der Labour-Partei. Auf diese Weise könne die weitere Ausbreitung des Coronavirus gebremst werden. Der Regierung von Premierminister Johnson warf Starmer vor, die Kontrolle verloren und Ratschläge ihrer wissenschaftlichen Berater ignoriert zu haben. Er bezog sich damit auf ein Expertengremium, das bereits vor Wochen einen landesweiten Lockdown empfohlen hatte. Die Fachleute aus dem Gesundheitsbereich hatten gewarnt, dass Großbritannien andernfalls auf eine große Epidemie mit katastrophalen Konsequenzen zusteuere.
Dienstag, 13. Oktober
+++ Der Virologe Christian Drosten hat sich deutlich gegen die Idee ausgesprochen, sich in der Corona-Pandemie nur auf den Schutz von Älteren und anderen Risikogruppen zu konzentrieren, während der Rest der Gesellschaft zum Alltag zurückkehrt. Zum einen könne es nicht gelingen, die Älteren komplett abzuschirmen, sagte der Charité-Wissenschaftler im "Coronavirus-Update" bei NDR-Info. Zum anderen gebe es auch in den jüngeren Altersgruppen nicht so wenige Risikopatienten. Ließe man das Virus in den jüngeren Altersgruppen durchlaufen, gäbe es viele Infektionen auf einmal und man komme auch da an die Belastungsgrenze der Medizin, so Drosten.
+++ Ab morgen Abend sollen in den Niederlanden deutlich striktere Corona-Auflagen in Kraft treten. Das kündigte Regierungschef Rutte an. Bars, Cafés und Restaurants sollen wieder schließen. Nach 20 Uhr abends darf demnach kein Alkohol mehr verkauft werden. Jedem Haushalt sei es lediglich erlaubt, pro Tag maximal drei Gäste zu empfangen. Öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn sollen nur in dringenden Fällen genutzt werden.
Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Europa ausgesprochen, die regelmäßig aktualisiert werden. Dabei orientiert es sich an der Einschätzung des Robert Koch-Instituts, das in diesen Regionen die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus für besonders hoch hält. Wir haben die wichtigsten Informationen zu den Risikogebieten zusammengestellt und erklären, was das aktuell für das Reisen bedeutet.
+++ Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur auch gravierende Auswirkungen auf das globale Energiesystem. Die genaue Entwicklung könne man noch nicht abschätzen, heißt es im jüngsten Bericht der IEA – dem "World Energy Outlook 2020". Ob der Übergang hin zu sauberen Energien und die Erreichung der Klimaziele gelingen werde, hänge davon ab, wie die Regierungen auf die Herausforderungen reagierten.
+++ Die Bundespolizei hat binnen eines Monats mehr als 71.000 Bahnreisende wegen Verstößen gegen die Maskenpflicht in Bahnhöfen und Zügen ermahnt. In 1.124 Fällen seien im Zeitraum vom 12. September bis zum 12. Oktober die örtlichen Gesundheitsämter informiert worden, damit diese Bußgelder verhängen, teilte die Polizeibehörde mit. In 200 Fällen seien Reisende von der Weiterfahrt mit dem Zug ausgeschlossen oder eines Bahnhofs verwiesen worden.
+++ Mit einem Festakt ist am Abend die Frankfurter Buchmesse eröffnet worden. Zuschauer konnten die Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie nur via Livestream verfolgen. Die Messe findet bis Sonntag fast ausschließlich im Internet statt.
+++ Der fünfmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo ist positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Dies gab der portugiesische Verband bekannt. Die Tests wurden im Vorfeld des Nations-League-Spiels gegen Schweden am Mittwoch vorgenommen. Der Torjäger von Juventus Turin kann damit gegen die Skandinavier nicht mitwirken.
Portugals Cristiano Ronaldohebt die Arme beim Gruppenspiel gegen Marokko.
Cristiano Ronaldo (dpa-Bildfunk / AP / Matthias Schrader)
+++ Die Europäische Union plädiert für ein Ampel-System zur farblichen Kennzeichnung von Corona-Risikogebieten. Auf diese Weise solle künftig ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen verhindert werden, erklärten die EU-Europaminister. Danach gelten künftig Abstufungen. Ungehinderter Reiseverkehr soll für Menschen aus als "grün" eingestuften Regionen gelten, für die vergleichsweise geringe Ansteckungsquoten festgestellt wurden. Regionen mit mittlerem Risiko werden orange und Gebiete mit hohem Risiko rot markiert. Bürger können sich künftig auf entsprechenden Karte über die Lage informieren. Ob und welche Maßnahmen die einzelnen Staaten letztlich darauf basierend beschließen, bleibt ihnen freigestellt. Einige Länder übten Kritik an der Regelung.
Die EU-Mitgliedsstaaten haben grünes Licht für ein einheitliches Ampel-System zur farblichen Kennzeichnung von Corona-Risikogebieten gegeben. Auf diese Weise solle künftig ein Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen verhindert werden, erklärten die Europaminister mehrheitlich. Was ist geplant?
+++ Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation ist das medizinische Personal im Kontakt mit Corona-Patienten zunehmend besser geschützt. Der WHO-Direktor für Gesundheitspersonal, Campbell, sprach von einem ermutigenden Trend. Rund fünf Prozent aller Covid-19-Neuinfektionen träten bei Ärzten, Pflegern und anderen Mitarbeitern des Gesundheistwesens auf, sagte er in Genf. Mitte September hatte die WHO die Zahl der Neuinfektionen im Gesundheitswesen noch fast dreimal so hoch eingeschätzt.
Gesundheitspersonal in einem Krankenhaus in Manila auf den Philippinen
Gesundheitspersonal in einem Krankenhaus in Manila auf den Philippinen (picture alliance / NurPhoto / Lisa Marie David)
+++ Die Weltwirtschaft wird nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds durch die Coronavirus-Pandemie langfristige Schäden davontragen. Man gehe nach wie vor von einer tiefen Rezession aus, sagte IWF-Chefvolkswirtin Gopinath. Sämtliche Fortschritte bei der Armutsbekämpfung seit den 1990er Jahren würden rückgängig gemacht. Zudem sei in den kommenden Jahren eine größere soziale Ungleichheit zu befürchten. Der Einbruch der Weltwirtschaft ist nach einer IWF-Prognose jedoch weniger stark als befürchtet.
+++ Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat seine Studie für einen künftigen Corona-Impfstoff wegen der ungeklärten Erkrankung eines Teilnehmers vorübergehend unterbrochen. Hier finden Sie weitere Informationen.
+++ Mit Leverkusen und Gelsenkirchen haben zwei weitere Großstädte in Nordrhein-Westfalen die Warnstufe überschritten. In den vergangenen sieben Tagen habe es in Leverkusen 62,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gegeben, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) mit. Die Schwelle liegt bei 50. Aus Sicht von Virologen ist Leverkusen damit wie so viele andere Städte auch ein "Corona-Risikogebiet". Dies gilt nun auch für Gelsenkirchen, wo die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag nach RKI-Angaben bei 58,9 lag.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen 24 Stunden 4.122 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das waren 1.655 mehr als am Vortag. Damit sind rechnerisch derzeit etwa 40.500 aktive Infektionsfälle bekannt. Neu gemeldet wurden 13 Todesfälle. Die Zahl der Menschen in Deutschland, deren Tod mit Covid-19 in Verbindung steht, stieg auf 9.634.
+++ Bayerns Ministerpräsident Söder setzt sich für ein einheitliches Vorgehen der Bundesländer bei den Anti-Corona-Maßnahmen an. Bei der Konferenz der Ministerpräsidenten am morgigen Mittwoch werde er sich für klarere Regeln für alle einsetzen, sagte Söder gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Über das vielfach kritisierte Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Hotspots werde man auf der Konferenz sicherlich noch einmal reden, sagte der CSU-Vorsitzende.
+++ Auch Schnelltests werden wohl vorerst nicht helfen, um bald wieder viele Menschen gleichzeitig in Stadien oder Konzerhallen zu lassen. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Gassen, hat Hoffnungen auf einen Einsatz solcher Corona-Antigen-Schnelltests bei Großveranstaltungen gedämpft. Die Vorstellung, dass man mal eben bei 5.000 Stadionbesuchern einen Test mache, bleibe Science-Fiction, sagte Gassen der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Selbst die besten Schnelltests würden zwei bis zehn Infizierte von hundert Getesteten nicht erkennen.
+++ Sollten die Weihnachtsferien zum Schutz gegen Corona verlängert werden? Bundestagsabgeordnete der Union schlagen das vor. Der CDU-Abgeordnete Ploß sagte der "Bild"-Zeitung, um Schülerinnen und Schüler besser zu schützen, sollte über eine Verlängerung der Weihnachtsferien "um zwei bis drei Wochen" nachgedacht werden. Die Ferien im Sommer könnten dann entsprechend gekürzt werden. Der CSU-Abgeordnete Pilsinger regte bis zu vier Wochen längere Weihnachtsferien mit entsprechender Kürzung über Ostern und im Sommer an.
+++ In Tschechien gelten ab morgen härteren Maßnahmen im Kampf gegen Corona. Versammlungen mit mehr als sechs Menschen werden verboten, wie Gesundheitsminister Prymula bekanntgab. Restaurants, Bars und Klubs müssen dann bis auf weiteres schließen. Der Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit wird untersagt. Alle Schulen müssen bis Anfang November für knapp drei Wochen zum Fernunterricht übergehen. Geschäfte sollen aber geöffnet bleiben.
+++ Panama erlaubt wieder internationale Flüge. Auf dem größten Flughafen Mittelamerikas starten und landen erstmals nach rund sieben Monaten wieder internationale Passagierflüge. Mehr als 16,5 Millionen Passagiere nutzten den Flughafen im vergangenen Jahr. Er ist eine wichtige Drehscheibe in der Region. Panamas Präsident Laurentino Cortizo, der vor Ort war, schrieb bei Twitter, alle nötigen gesundheitlichen Maßnahmen würden ergriffen. Bei Ankunft auf dem FLughafen von Panama wird ein negativer Corona-Test verlangt, der zum Zeitpunkt des Starts höchstens 48 Stunden alt sein darf.
Montag, 12. Oktober
+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat davor gewarnt, bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf eine Herdenimmunität durch massenweise Ansteckungen zu setzen. Niemals in der Geschichte des Gesundheitswesens sei eine solche Strategie gegen einen Ausbruch oder eine Pandemie eingesetzt worden, sagte WHO-Chef Tedros in Genf. Er sprach von einem ethisch und wissenschaftlich problematischen Vorgehen.
+++ Düsseldorf hat die wichtige Warnstufe von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Am Montag sei ein Wert von 54,8 erreicht worden, teilte die Stadt mit. Zuvor hatten bereits acht nordrhein-westfälische Städte - darunter Köln und Essen - sowie zwei Kreise laut Robert Koch-Institut die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten.
+++ Die Zahl der Virus-Neuinfektionen in Frankreich sinkt erneut deutlich. Zuletzt gab es nach Angaben der Gesundheitsbehörden 8.505 neue Fälle, nach 16.101 am Sonntag und dem Rekordhoch von knapp 27.000 am Samstag. Die eher geringe Zahl vom Montag könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass am Sonntag nicht so viel getestet wurde. Die Zahl der Toten stieg zuletzt um 95, nach 46 am Sonntag. Insgesamt verstarben nach amtlichen Angaben in Frankreich bislang 32.825 Menschen an den Folgen von Covid-19.
+++ Das Land Berlin sowie vier Landkreise haben offenbar Schwierigkeiten mit der Verfolgung der Kontaktpersonen von Corona-Infizierten. Das geht aus einem vertraulichen Regierungspapier zur Infektionslage in Deutschland hervor, das der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Es ist auf heute datiert, die Angaben zur Überlastung geben allerdings den Stand vom 6. Oktober wieder. "Durchführung von Infektionsschutzmaßnahmen absehbar nicht mehr sichergestellt", heißt es dort. In allen Fällen gab es demnach Engpässe bei der Nachverfolgung von Kontaktpersonen, in Berlin auch bei der Betreuung und Überwachung von Menschen in Quarantäne und bei der Entnahme von Abstrichen für Tests.
+++ Rheinland-Pfalz wird die Pflicht für einen negativen Corona-Test für Reisende aus deutschen Risikogebieten nun zunächst doch nicht umsetzen. Die ersten Erfahrungen und Rückmeldungen aus den Kommunen hätten große Zweifel an der Wirksamkeit aufkommen lassen, teilt die Landesregierung mit. Daher starte man doch nicht mit der geplanten Umsetzung am Dienstag.
+++ Bundesfinanzminister Scholz will Veranstaltungswirtschaft, Kultur, Messewirtschaft und auch Schausteller mit gezielten Hilfen stärker unterstützen. In einigen Hilfsprogrammen wie etwa den Überbrückungshilfen habe man Luft, weil sie weniger stark als befürchtet beansprucht würden, sagt der SPD-Politiker bei einer Diskussion des Wirtschaftsforums seiner Partei. Er werbe für "maßgeschneiderte Programme".
+++ Auf Teilen der Nordseeinsel Helgoland gilt tagsüber eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Raum. Die gebotenen Abstände könnten nicht überall gewährleistet werden, teilte der Kreis Pinneberg mit. Tagsüber von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr müssen Touristen mit Verlassen des Schiffes bis zur Hafenstraße und auf weiteren Straßen und Plätzen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Dies gilt dort auch in allen Restaurants und Gaststätten beim Betreten und Verlassen sowie beim Verlassen des Sitzplatzes.
Viele bunte Häuser auf dem Unterland von Helgoland mit grauen Dächern und der Nordsee am Horizont
Viele bunte Häuser auf dem Unterland von Helgoland mit grauen Dächern und der Nordsee am Horizont (picture alliance / Michael Narten)
+++ Die Expertenkommission zu den Vorgängen im Skiort Ischgl attestiert den Verantwortlichen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene folgenschwere Fehleinschätzungen beim Corona-Krisenmanagement.
+++ Großbritanniens Premierminister Johnson verschärft im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Teilen des Landes die Beschränkungen. Um die Zahl der Neuinfektionen in den Griff zu bekommen, sollen dazu in den besonders betroffenen Regionen Pubs und Bars geschlossen werden. Auch Fitnessstudios und Wettbüros sollten ihren Betrieb einstellen, sagte Johnson im Parlament: "Wir müssen handeln, um Leben zu retten." Derzeit treffe die höchste Warnstufe aber nur für die Region Merseyside um die Stadt Liverpool im Norden Englands zu. Einen erneuten landesweiten Lockdown strebe er nicht an, betonte Johnson, stattdessen solle ein dreistufiges Alarmsystem helfen, das Virus unter Kontrolle zu bringen.
+++ Die durch das Coronavirus ausgelöste Krise in Israel ist nach Worten von Präsident Rivlin eine der schlimmsten Krisen in der Geschichte des Landes. "Ich fühle, dass die Luft voller Schießpulver ist. Ich fühle die Wut auf den Straßen", sagte Rivlin zum Auftakt der Winter-Sitzungsperiode des israelischen Parlaments. Darin rief er die israelische Gesellschaft auf, sich nicht länger gegenseitig zu bekämpfen. Es scheine ihm, als habe Israel "den Kompass grundlegender Prinzipien und Werte" verloren, der seit der Unabhängigkeit bis heute gegolten habe.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat im sogenannten Corona-Kabinett mit den Fachministern über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie beraten. Regierungssprecher Seibert sagte im Anschluss in Berlin, man sei sich einig darüber, dass die Pandemielage in Deutschland ernst sei. In den kommenden Wochen entscheide sich, ob Deutschland sich weiterhin erfolgreich gegen die Ausbreitung des Virus stemmen könne. Das Wichtigste sei, dass man bundesweit gewährleisten könne, Infektionsketten nachzuverfolgen. Dazu müsse alles dafür unternommen werden, wieder unter die Inzidenzzahl von 50 Infizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen zu kommen.
+++ Angesichts der Herbstferien und steigender Corona-Fallzahlen verschärft sich die Debatte um Beherbergungsverbote für Reisende aus Risikogebieten innerhalb Deutschlands. Der Deutsche Städtetag verlangte ein Ende der Regelung. Die niedersächsische Gesundheitsministerin Reimann verteidigte sie. Hier weitere Details.
Bungalowsiedlung im Wald im Landkreis Vorpommern-Rügen im Herbst.
Bungalowsiedlung im Wald im Landkreis Vorpommern-Rügen (imago/Torsten Becker)
+++ Auch Duisburg hat die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Wie aus den Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen hervorgeht, liegt der Wert bei 50,1. München liegt auch wieder über dem kritischen Wert.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 2.467 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Gestern hatte die Zahl bei rund 3.500 gelegen, vor einer Woche waren es etwa 1.400 gewesen. Erfahrungsgemäß sind die erfassten Zahlen an Sonntagen und Montagen niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI weitergeben. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion stieg auf 9.621.
+++ Das Coronavirus kann laut einer neuen Studie auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays oder Bankautomaten bis zu 28 Tage überleben. Die Untersuchung wurde von der australischen Wissenschaftsbehörde "Csiro" durchgeführt und im Fachblatt "Virology Journal" vorgestellt. Demnach ist das Virus damit bei Raumtemperatur deutlich robuster als bislang angenommen. Bei früheren Studien habe das Virus nur bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen nachgewiesen werden können, heißt es in dem Bericht. Die Experimente der Studie wurden allerdings im Dunkeln durchgeführt. Sonnenlicht könne das Virus schnell abtöten, schreiben die Forscher.
Mehr zum Thema Coronavirus und Schmierinfektionen finden Sie hier.
+++ Zwei weitere französische Städte haben die höchste Warnstufe ausgerufen. In Montpellier und den umliegenden Gemeinden im Süden Frankreichs sollen ab morgen unter anderem Cafés und Bars geschlossen werden, in Toulouse im Südwesten einigten sich die Bürgermeister von Gemeinden und der Präfekt auf ähnliche Maßnahmen. In Paris, Marseille, Lyon, Grenoble, Saint-Etienne und Lille gilt bereits die höchste Warnstufe.
Zwei Passantinnen mit medizinischem Mundschutz spazieren über eine Brücke über die Seine.
Frankreich meldet weiter steigende Infektionszahlen (dpa/AP/Michel Euler)
+++ Südkorea hat wegen eines moderaten Anstiegs der Neuinfektionen Lockerungen der Abstandsregeln in Kraft gesetzt. So dürfen Unternehmen mit höherem Risiko wie Nachtclubs und Karaoke-Bars wieder öffnen, sofern sie sich an Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken halten und Gästelisten führen. Auch im Profisport werden wieder Zuschauer erlaubt. Allerdings dürfen zunächst nur 30 Prozent der Sitzplätze in einem Stadion gefüllt werden.
+++ Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet hat sich für bundesweit ähnliche Bußgelder bei Corona-Verstößen ausgesprochen. Damit unterstützt der CDU-Politiker den Vorstoß von CSU-Chef Söder. Laschet sagte im ZDF, er könne sich vorstellen, dass die Bundesländer in dieser Frage zu gemeinsamen Beschlüssen kommen könnten. Söder hatte zuvor einheitliche Bußgelder von 250 Euro etwa bei Missachtung der Maskenpflicht gefordert.
+++ Der Deutsche Philologenverband rät Schülerinnen und Schülern, sich für den Klassenunterricht in den kommenden Monaten warm zu kleiden. Richtiges Lüften sei das A und O, um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus möglichst gering zu halten, sagte die Verbands-Vorsitzende Lin-Klitzing der "Bild"-Zeitung. Für die kalten Monate müssten Pullover, Schals und Decken zur Grundausstattung in den Klassen gehören.
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