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Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 28. Juni bis 1. Juli +++

Englische Fans jubeln auf der Fanmeile beim EM-Achtelfinale zwischen Deutschland und England. (IMAGO / PA Images)
Corona-Tests: Die Inzidenz liegt inzwischen wieder unter fünf. (IMAGO / PA Images)

Die UEFA hat an englische Fans verkaufte Eintrittskarten für das EM-Viertelfinale in Rom gesperrt. In Portugal steigen die Infektionszahlen weiter. Die Stiko empfiehlt nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca nun als zweite Dosis einen mRNA-Impfstoff. Mehr in unserem Newsblog.

Donnerstag, 1. Juli

+++ Die Europäische Fußball-Union hat alle jüngst an englische Fans verkauften Eintrittskarten für das EM-Viertelfinale in Rom gesperrt. Damit soll verhindert werden, dass die Anhänger der Three Lions trotz Quarantänevorschriften nach Italien reisen. Das gab das italienische Innenministerium bekannt.  

+++ Die Infektionszahlen in Portugal steigen immer weiter. Das Gesundheitsministerium in Lissabon meldete am Donnerstag 2449 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der höchste erfasste Wert seit dem 13. Februar. Portugal ist besonders von der Delta-Variante betroffen. In einigen Regionen wird die nächtliche Ausgangssperre wieder eingeführt. Das Ausgangsverbot soll den Angaben zufolge zwischen 23.00 und 05.00 Uhr gelten. Die Maßnahme soll voraussichtlich am Freitagabend in Kraft treten. Betroffen seien 45 Bezirke, darunter die Hauptstadt Lissabon, hieß es. In diesen Gebieten wird neben anderen Einschränkungen Homeoffice wieder zur Pflicht.

+++ Dänemark spendet Balkan-Ländern eine Million Impfdosen. Außenminister Kofod sagte, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo und Nordmazedonien hätten einen großen Bedarf. Eine weitere Million soll das internationale Impfprogramm Covax bekommen. Dänemark hat Astrazeneca aus der eigenen Impfkampagne genommen. 

+++ Angesichts der schnellen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus hat die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung angepasst. Menschen, die eine erste Dosis des Vakzins vom Hersteller Astrazeneca erhalten haben, sollen als Zweitimpfung einen mRNA-Wirkstoff wie Biontech oder Moderna bekommen. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Alter der Geimpften; der Abstand zwischen erster und zweiter Dosis soll dabei mindestens vier Wochen betragen.

Mehr Informationen: Kreuzimpfung - Was über Wirksamkeit und Nebenwirkungen bekannt ist

+++ Die Weltgesundheitsorganisation macht die zunehmenden Zuschauerzahlen in den Stadien der Fußball-EM mitverantwortlich für den neuerlichen Anstieg der Corona-Infektionen in Europa. Der europäische WHO-Regionaldirektor Kluge sagte in Kopenhagen, nach einem mehrwöchigen Rückgang sei die Zahl der neuen Fälle in der vergangenen Woche wieder um zehn Prozent gestiegen. Grund seien die zunehmende Reisetätigkeit, Lockerungen von Kontaktbeschränkungen sowie Menschenansammlungen. Die WHO nannte ausdrücklich auch das Zusammentreffen vieler Fans in den Stadien der Fußball-EM sowie auf dem Weg dorthin, aber auch beim Public Viewing in Kneipen und Bars.

+++ In der EU sind bereits 200 Millionen der neuen Impf-Zertifikate ausgestellt worden. Das teilte die Kommission in Brüssel zum Auftakt der EU-weiten Anerkennung der digitalen Nachweise mit, die man etwa auf Smartphones speichern kann. Mehr

Offizieller EU-Impfzertifikat-Start: Diese Erleichterungen stehen an

+++ Russland meldet den dritten Tag in Folge einen Höchststand an Corona-Todesfällen. Die Behörden registrierten 672 Tote binnen 24 Stunden - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die täglich gemeldeten Neuinfektionen erreichten mit mehr als 23.000 einen Höchstwert seit Mitte Januar. 

+++ Deutschland plant trotz der Ausbreitung der Delta-Variante derzeit keine stationären Grenzkontrollen für Reiserückkehrer. Bundesinnenminister Seehofer sagte in Berlin, dennoch müsse jeder Einreisende mit Kontrollen rechnen. Hinter der Grenze werde die Schleierfahndung verstärkt, und auf den Flughäfen werde heute schon lückenlos kontrolliert. Dabei gehe es um die digitale Einreiseanmeldung ebenso wie etwa um den Nachweis von Coronatests oder Impfungen. Mehr 

+++ Kanzleramtschef Braun hat mit Blick auf die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus leicht zugängliche Impfungen für Studierende in Aussicht gestellt. Der CDU-Politiker sagte nach Medienberichten, das habe man zwischen Bund und Ländern für den kommenden Semesterstart an den Universitäten abgesprochen. Mehr

+++ Die Positiv-Quote bei den Labortests auf das Coronavirus ist auf unter ein Prozent gefallen: In der vergangenen Kalenderwoche waren von den Proben, die mit der PCR-Technik untersucht wurden, laut aktuellem Bericht des Robert Koch-Instituts 0,96 Prozent positiv. Eine Woche zuvor lag der Wert bei 1,4 Prozent, Mitte April waren über 12 Prozent der Proben positiv. 

Tagesaktuelle Zahlen zur Corona-Lage in Deutschland: Ein Überblick

Umfassende Daten zur Corona-Lage in Zeitreihen

+++ Der Anteil der Delta-Variante an den Corona-Neuinfektionen in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts inzwischen bei etwa 50 Prozent liegen. In der letzten verfügbaren Statistik für den Zeitraum bis zum 20. Juni waren 37 Prozent der Fälle der Delta-Variante zugeordnet worden. Der Anteil dieser ansteckenderen Virus-Variante war in den vergangenen Wochen sehr schnell gestiegen. Mehr

Weitere Informationen: Wie gefährlich ist die Delta-Variante?

Mittlere Ansteckungsraten ohne Schutzmaßnahmen: Bei der Delta-Variante steckt ein Infizierter 6-8 Personen an, beim ursprünglichen Coronavirus waren es etwa 3-4. (dpa Grafik)So ansteckend sind die Corona-Varianten (dpa Grafik)

+++ Ab heute  ist es in weiten Teilen der Europäischen Union möglich, eine Corona-Impfung oder überstandene Infektion digital nachzuweisen. Mit dem Impfzertifikat, das man beispielsweise im Spartphone speichern kann, sollen Reisen innerhalb der EU wieder einfacher werden. 

+++ In der Türkei sind die meisten Corona-Beschränkungen aufgehoben worden. Nun können die Menschen auch wieder am Wochenende und nachts auf die Straße gehen. Auch die Reisebeschränkungen fallen weg. Zudem dürfen Kinos und Theater wieder Gäste empfangen. Die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gilt jedoch weiter. Mehr

Mittwoch, 30. Juni

+++  In Frankreich sollen ausländische Touristen vom 7. Juli an für Corona-Tests zahlen. Die Regierung habe beschlossen, dass PCR-Tests 49 Euro und Antigen-Tests 29 Euro kosten sollen, sagt Regierungssprecher Gabriel Attal der Zeitung "Les Echos". Es gehe um Gegenseitigkeit: Franzosen, die ins Ausland reisten, müssten in den meisten Ländern ebenfalls für solche Tests zahlen. Zudem werde erwogen, dass die französische Bevölkerung, die sich lieber bei Bedarf testen statt impfen lässt, nach den Sommerferien für Tests zahlen müsse.

+++ Wegen der Corona-Infektion mit der Delta-Variante muss ein kompletter Abi-Jahrgang aus Solingen in Quarantäne. Das bestätigte ein Sprecher der Stadt  Zwei Abiturientinnen, die an Gottesdienst und Entlassfeier teilgenommen hatten, waren demnach positiv auf die Delta-Variante getestet worden. Beide Veranstaltungen fanden im Freien statt und sahen ausreichende Abstände, aber keine Maskenpflicht vor. Wer engeren Kontakt zu den Infizierten hatte, war bereits in Quarantäne geschickt worden. Nachdem klar war, dass es sich tatsächlich um die vermutlich hoch ansteckende Delta-Variante handelt, sei die Quarantäne auf den gesamten Abi-Jahrgang ausgeweitet worden.

Im Jahr 2020 wurden die schriftlichen Abiturklausuren am Bünder Gymnasium am Markt in der Sporthalle mit den vorgeschriebenen Hygienerichtlinien geschrieben.  (dpa / Kirchner-Media / Noah Wedel)Ein Wegweiser für den Zugang zum Abitur (dpa / Kirchner-Media / Noah Wedel)

+++ Weltweit betrachtet ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen erstmals seit Mitte April wieder leicht gestiegen. Das berichtet die Weltgesundheitsorganisation. Besonders viele neue Ansteckungen wurden aus Afrika gemeldet: plus 33 Prozent. Die Todesfälle stiegen dort um 42 Prozent. Aber auch in Europa wurden in der vergangenen Woche mehr Ansteckungen registriert als eine Woche zuvor. Zur Meldung.

+++ Die Corona-Pandemie hat nach Angaben der Welthungerhilfe in vielen Regionen zur Rückkehr von Hungersnöten geführt. Weltweit müssten 690 Millionen Menschen hungern, das sei etwa jeder elfte Mensch, teilte die Organisation mit. Die Lage habe sich durch die Pandemie verschärft, insbesondere Frauen und Kinder litten unter den Folgen. Die Nahrungsmittelpreise seien enorm gestiegen und die wirtschaftliche Entwicklung sei durch die Lockdowns und die Unterbrechung der Handelswege um Jahre zurückgeworfen worden. Zudem gefährde der Klimawandel vor allem in Afrika Existenzen. In Madagaskar hätten Dürren und in Ostafrika Jahrhundertfluten Ackerland und Viehherden und damit die Lebensgrundlage der Kleinbauern und -bäuerinnen zerstört.

Mangelernährte Kinder stehen in der Gemeinde von Shanamaro in einer Reihe. (dpa-Bildfunk / Welternährungsprogramm WFP)Hungersnot in Madagaskar (dpa-Bildfunk / Welternährungsprogramm WFP)

+++ Der russische Präsident Wladimir Putin ist nach Angaben der Regierung bereits vor Monaten mit dem heimischen Corona-Vakzin Sputnik V geimpft worden. Der 68-Jährige habe die beiden Impfdosen im März und im April erhalten, teilt das Präsidialamt in Moskau mit. Bilder von der Impfung wurden nicht veröffentlicht. Putin hatte zwar über seine Impfung berichtet, aber bislang nicht erklärt, welchen Wirkstoff er erhalten hat.

+++ Nach Angaben der Vereinten Nationen könnten sich wegen der anhaltenden Corona-Pandemie die wirtschaftlichen Einbußen für den weltweiten Tourismus auf mehr als vier Billionen US-Dollar summieren. Wie aus einem gemeinsamen Bericht der Welttourismusorganisation und der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung hervorgeht, führt dies vor allem in Entwicklungsländern zu wachsenden Schäden, da deren Wirtschaft häufig sehr vom Tourismus abhängig ist.

Sonnenschirme und Tische am Strand, Mallorca, Spanien  (STOCK4B/VisualEyze)Leerer Strand mit Sonnenschirmen auf Mallorca (STOCK4B/VisualEyze)

+++ Der gesundheitspolitische Sprecher der EVP-Fraktion im Europaparlament, Liese, hat im Deutschlandfunk-Interview die Quarantäne in der Bundesrepublik für vollständig geimpfte Reiserückkehrer kritisiert. Er fordert zudem ein europaweit einheitliches Vorgehen.

+++ Die Arbeit im Homeoffice muss nach Ansicht von Verdi-Chef Werneke verbindlich geregelt werden, etwa durch Tarifverträge. Mit dem heutigen Auslaufen der coronabedingten Homeoffice-Verordnung werde schmerzlich deutlich, dass es an Regelungen für die neue Normalität mangele, sagte Werneke der "Rheinischen Post". Auch DGB-Chef Hoffmann forderte eine schnelle gesetzliche Nachfolgeregelung. Man müsse über die Pandemie hinaus die Chancen des mobilen Arbeitens nutzen, sagte er im ZDF-"Morgenmagazin".

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 808 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 208 weniger als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist nach Angaben des RKI auf 5,2 gesunken. Gestern lag der Wert bei 5,4, vor einer Woche bei 7,2. Er gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 56 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus.

Weitere Zahlen zur Corona-Lage in Deutschland haben wir hier zusammengestellt.

+++ Schwere Fehler im Kampf gegen das Coronavirus haben Nordkorea nach den Worten von Machthaber Kim Jong Un in eine Krise gestürzt. "Hochrangige Beamte" hätten einen "entscheidenden Fall" herbeigeführt, der eine große Krise für die Sicherheit des Staats und der Bevölkerung ausgelöst habe, wurde Kim von den staatlich kontrollierten Medien zitiert. Das weithin isolierte Nordkorea ist eines der wenigen Länder, die bisher keinen einzigen Infektionsfall mit Sars-CoV-2 gemeldet haben.

+++ Rumänien verkauft überschüssigen Impfstoff an Dänemark, weil es ihn mangels Interesses nicht an die eigene Bevölkerung verabreichen kann. 1,17 Millionen Dosen würden abgegeben, teilt das dänische Gesundheitsministerium mit. Rumänien hat sein Ziel verfehlt, bis Ende Mai fünf Millionen Menschen zu impfen. Bislang sind 4,47 Millionen Menschen geimpft - etwas mehr als ein Fünftel der Bevölkerung. 

+++ Einige Menschen sorgen sich um die Nebenwirkungen der Impfstoffe. Was darüber bisher bekannt ist, lesen Sie hier.

Dienstag, 29. Juni 

+++ Die Impfkampagne in Deutschland kommt nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium in eine neue Phase: Erstmals übersteige derzeit das Angebot in einigen Regionen die Nachfrage. Man rechne in der zweiten Juli-Hälfte mit einer europäischen Zulassung für den Impfstoff von Moderna für über Zwölfjährige, heißt es im Ministerium.

+++ Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V weist nach Hersteller-Angaben eine Wirksamkeit von rund 90 Prozent gegen die hochansteckende Delta-Variante auf. Diese Zahl basiere auf medizinischen Daten und Impf-Daten, sagt der stellvertretender Direktor des Moskauer Gamaleya-Instituts, das das Vakzin entwickelt hat, laut der Nachrichtenagentur RIA. Gegen den ursprünglichen Virusstamm hatten Forscher bei Sputnik V eine Wirksamkeit von 92 Prozent festgestellt.

+++ Malta lässt ab morgen, Mittwoch, 30.6., keine Personen mehr aus Großbritannien ins Land, die nicht vollständig geimpft sind. So soll verhindert werden, dass die dort grassierende Delta-Variante sich auch in Malta ausbreitet. Auf Malta ist bislang nur ein Fall einer solchen Ansteckung bekannt. Malta ist vom Tourismus und insbesondere von britischen Reisenden abhängig.

+++ Der Impfstoff von Moderna zeigt nach Angaben des US-Pharmakonzerns eine vielversprechende Wirkung gegen Varianten des Coronavirus. Eine Laborstudie ergebe, dass neutralisierende Antikörper gegen Mutanten gebildet würden - auch gegen die erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante und die zuerst in Südafrika nachgewiesene Beta-Variante.

+++ Um die Weltklimakonferenz in Glasgow im November als Präsenzveranstaltung zu ermöglichen, bietet Großbritannien allen Teilnehmern Corona-Impfungen an. Delegierte, Beobachter oder Journalisten, die andernfalls zum Zeitpunkt der Konferenz noch nicht geimpft wären, können sich bis zum 23. Juli für das Impfprogramm anmelden, teilte die britische Regierung mit.
Durchgeführt werden sollen die Impfungen mithilfe der Vereinten Nationen. So sollen die Impfstoffe möglichst in die betreffenden Länder geliefert und in Städten in aller Welt verabreicht werden.

Paula McMahon prepares a shot of the Pfizer-BioNTech COVID-19 vaccine, as the mass public vaccination program gets underway, at the NHS Louisa Jordan Hospital in Glasgow, Scotland, Tuesday Dec. 8, 2020. The United Kingdom is beginning its vaccination campaign to inoculate people against the COVID-19 virus. (Jeff J Mitchell/Pool via AP) (picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Jeff J Mitchell)Großbritannien bietet Impfungen für Weltklimakonferenz-Teilnehmer an. (picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Jeff J Mitchell)

+++ Vor dem heutigen EM-Achtelfinale zwischen England und Deutschland mehren sich die kritischen Stimmen zur geplanten Zahl der Zuschauer im Stadion. Außerdem dringen deutsche Politiker auf die Einhaltung der Hygiene-Regeln.

Bundesinnenminister Seehofer sagte der "Augsburger Allgemeinen", er halte es für unverantwortlich, wenn in Ländern, die als Virusvariantengebiet der hoch ansteckenden Delta-Mutation gelten, zigtausende Menschen auf engem Raum zusammenkämen. Im Londoner Wembley-Stadion sind bis zu 45.000 Fans zugelassen, für die Halbfinals und das Endspiel bis zu 60.000 Zuschauer.

Das Foto zeigt das Wembley-Stadion in London vor dem Gruppenspiel England gegen Schottland bei der EM 2021. (dpa-Bildfunk / EPA / Facundo Arrizabalaga)Das Foto zeigt das Wembley-Stadion in London vor dem Gruppenspiel England gegen Schottland bei der EM 2021. (dpa-Bildfunk / EPA / Facundo Arrizabalaga)

+++ Der baden-württembergische Ministerpräsident Kretschmann forderte die UEFA auf, die Corona-Regeln durchzusetzen. Der Plan, jetzt noch mehr Leute in die Stadien zu lassen, wie in Wembley, sei unverfroren, sagte der Grünen-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Spiele in vollen Stadien und Zuschauer ohne Abstand oder Masken könnten zum Superspreader-Event werden, warnte Kretschmann.

+++ Bayerns Ministerpräsident Söder, CSU, mahnte zur Vorsicht. Dass in Budapest mehr als 55.000 Zuschauer in das Stadion durften, hätte er so nicht verantworten wollen, sagte Söder der "Bild"-Zeitung.

+++ Der bayerische Gesundheitsminister Holetschek fordert eine Einhaltung der Maskenpflicht bei den Spielen der Fußball-Europameisterschaft. Der DFB und die UEFA würden aufgefordert, die Maskenpflicht durchzusetzen, sagte der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Er sei vor besorgt, dass etwa im Wembley-Stadion in London beim Spiel England gegen Deutschland 45.000 Zuschauer zugelassen seien.

+++ Der Virologe Stürmer warnt vor zu viel Leichtsinn auch beim Public Viewing. Wenn viele Menschen über eine lange Zeit zusammensäßen, Alkohol tränken und jubelten, seien dies Risikosituationen, die man sich nicht leisten sollte, sagte Stürmer im Deutschlandfunk. Die Delta-Variante des Corona-Virus sei hochgradig ansteckend und nutze jede Chance, wenn der Kontakt zu eng werde. Stürmer rief die Gastronomie auf, auch im Außenbereich weiterhin für ausreichend Abstand zu sorgen.

+++ Die Bundesregierung rechnet damit, dass sie ihr Corona-Impfversprechen früher einlösen kann als geplant. Die Zusage, jedem bis zum Ende des Sommers im September ein Impfangebot machen zu können, werde bereits in der ersten Hälfte des Sommers, wahrscheinlich schon im Juli erfüllt, hieß es aus Regierungskreisen in Berlin. Noch im Juli werde man bis zu 18 Millionen Erstimpfungen mit einem mRNA-Impfstoff anbieten können. Die Nachfrage sei wahrscheinlich mehr als gedeckt, hieß es weiter.

Das Hinweisschild auf das noch geschlossenen Impfzentrum in der Sport- und Kongresshalle ist am frühen Morgen zu sehen. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)Auch in Impfzentren wird nach wie vor gegen das Coronavirus immunisiert. (picture alliance / dpa / Jens Büttner)

+++ Die EU-Kommission hat fünf Medikamente vorgestellt, mit denen bald Covid-19-Erkrankungen behandelt werden könnten. Die Kandidaten seien bereits weit in der Entwicklung und könnten schon im Oktober zugelassen werden, hieß es in Brüssel. Bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA laufen derzeit enstprechende Verfahren für die Medikamente.

Vier der Mittel enthalten sogenannte monoklonale Antikörper. Diese werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Ein weiteres Medikament mit dem Namen Olumiant reduziert die Aktivität des Immunsystems und soll eigentlich gegen Rheuma helfen. Die Hoffnung ist, dass die entzündungshemmende Wirkung auch bei schweren Covid-19-Verläufen hilft.

Ein Patient auf der Intensivstation des Universitätsklinikums Tulln im April 2021. (apa/Helmut Föhringer)Die neuen Medikamente sollen auch bei schweren Covid-19-Verläufen helfen. (apa/Helmut Föhringer)

+++ Weltweit sind nach Recherchen der Nachrichtenagentur AFP inzwischen mehr als drei Milliarden Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden.

Der am weitesten verbreitete Impfstoff ist demnach das Vakzin von Astrazeneca. Es werde in 80 Prozent aller Länder verabreicht, heißt es. Danach folgten Biontech/Pfizer mit 47 Prozent sowie Sinopharm und Moderna mit jeweils 22 Prozent.

+++ Die Außenminister der G20-Staaten beraten im süditalienischen Matera über die Bekämpfung der Pandemie, den Klimaschutz und Hilfen für Afrika.

Es gehe darum, wie man der Weltwirtschaft nach Corona wieder auf die Beine helfen könne, erklärte der deutsche Ressortchef Maas. Zudem müssten die globalen Strukturen im Gesundheitssektor krisenfest gemacht werden, betonte der SPD-Politiker.

+++ Die Sterblichkeit in deutschen Pflegeheimen ist während der ersten beiden Wellen der Corona-Pandemie deutlich angestiegen. Bereits rund drei Wochen nach Beginn des ersten Lockdowns im April vergangenen Jahres lag sie um 20 Prozent höher als im Schnitt der Vorjahre, wie aus dem in Berlin veröffentlichten Pflegereport der AOK hervorgeht. Am höchsten war die Übersterblichkeit dem Bericht zufolge am Jahresende, so habe sie in der Weihnachtswoche 80 Prozent betragen.

+++ In England sind so viele Schulkinder wegen Corona zuhause wie seit der Wiedereröffnung der Schulen im März nicht mehr. Die vom Bildungsministerium veröffentlichten Daten zeigen, dass etwa 5,1% aller Schüler der staatlichen Schulen am 24. Juni aus COVID-19-bedingten Gründen nicht in der Schule waren - insgesamt 375.000 Kinder.

+++ In Russland sind nach Angaben der Behörden so viele Corona-Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Registriert wurden 652 neue Todesfälle und mehr als 20.000 Neuinfektionen. Grund der Entwicklung ist die deutlich ansteckendere Delta-Variante Zudem verweigern viele Russen eine Impfung. Allein in St. Petersburg starben 119 Menschen, auch dies die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie. Dort soll  am Freitag vor zehntausenden Zuschauern eines der Viertelfinalspiele der Fußball-Europameisterschaft stattfinden.

+++ In der Diskussion über Risiken durch die Delta-Variante für Kinder haben sich Kinder- und Jugendärzte hinter die Beurteilung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gestellt. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Dötsch, sagte der "Rheinischen Post", die Stiko habe die Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren prinzipiell nur bei bestimmten Vorerkrankungen empfohlen. Daran ändere nach aktuellem Wissensstand auch die Delta-Variante nichts.

Eine Impfung wird in einen Oberarm gegeben (picture alliance /dpa/Klaus Rose)An der Impfempfehlung hat sich nichts geändert. (picture alliance /dpa/Klaus Rose)

+++ In Australien wird der Lockdown wegen der hochansteckenden Delta-Variante ausgeweitet. Ab heute Abend gelten auch im Südosten des Bundesstaates Queensland rund um die Hauptstadt Brisbane zunächst für drei Tage die strengeren Vorschriften, teilte Queenslands Premierministerin Palaszczuk mit. Von den Lockdowns in den Regionen um Sydney, Perth, Darwin und nun Brisbane sind mehr als 20 Millionen Australier - rund 80 Prozent der Landesbevölkerung - betroffen.

+++Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 404 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 455 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,4 an. 57 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Ansteckung.

+++Der Städte- und Gemeindebund dringt wegen der Ausbreitung der Coronavirus-Delta-Variante auf eine schnelle Umrüstung der Schulen. Für die Zeit nach den Sommerferien müssten schnellstmöglich die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, um eine erneute Schließung der Schulen zu verhindern, sagte Hauptgeschäftsführer Landsberg den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Mehr zur Diskussion über den Schulunterricht nach den Sommerferien finden Sie hier.

+++Für Flüge aus Virusvariantengebieten wie Portugal und Russland gelten von heute an strengere Regeln. Die Fluggesellschaften dürfen nur noch deutsche Staatsbürger, enge Angehörige sowie Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland von dort zurückbefördern. Nach der Einreise gilt für alle Reisenden eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht. Sie kann nicht durch ein negatives Testergebnis verkürzt werden.

 

Montag, 28. Juni

+++ Bei der Immunisierung der Bevölkerung soll der Schwerpunkt laut Gesundheitsministerkonferenz künftig zunehmend auf mobilen Impfteams liegen. Die Länder würden aber selbst über die künftige Infrastruktur des Impfangebots entscheiden, teilte die GMK nach einer Videokonferenz mit. Bei Bedarf könnten die Länder auch einzelne Impfzentren weiter betreiben. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte einen Erhalt der Impfzentren gefordert. Nordrhein-Westfalen will die Impfzentren Ende September schließen.

+++ Die europäische Luftfahrtbranche warnt vor Chaos rund um den EU-Impfpass. Das digitale Zertifikat, mit dem Reisende über einen QR-Code eine vollständige Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder einen negativen Corona-Test nachweisen können, soll von Donnerstag an für Reisen innerhalb der EU gelten. Ein Flickenteppich an Regelungen für die Kontrollen gebe Anlass zur Sorge, schreiben der Flughafen-Verband ACI und Airline-Branchenorgansiationen wie IATA in einem Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs.

+++ Die britische Regierung hat für England trotz massiv steigender Corona-Zahlen für Mitte Juli weitreichende Lockerungen in Aussicht gestellt. Der 19. Juli bleibe das Zieldatum, sagte der neue britische Gesundheitsminister Sajid Javid. Derzeit sehe man keine Gründe dafür, die Lockerungen erneut zu verschieben. Die Impfungen wirkten auch gegen die Delta-Variante. Mit 22.868 neuen Fällen verzeichnete Großbritannien heute erstmals wieder so viele neue Corona-Fälle wie zuletzt Ende Januar. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 134.

+++ Die EU-Kommission hat insgesamt 800 Millionen Euro an Corona-Hilfen nach Deutschland und in 15 weitere Staaten überwiesen. Das Geld sei ein Teilbetrag der ersten 20 Milliarden Euro, die jüngst am Kapitalmarkt aufgenommen worden seien, teilte die Brüsseler Behörde mit. Es solle unter anderem Investitionen für den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen ermöglichen.

+++ Nach der Ansteckung von rund tausend Schülern mit dem Coronavirus bei Abiturfahrten auf Mallorca hat die Regionalregierung der Balearen eine Verschärfung der Einreiseregeln für große Gruppen beschlossen. Diese müssten künftig einen negativen PCR-Test vorlegen oder einen vollständigen Impfschutz nachweisen, wie die Regierung in Palma mitteilte. Die Regelung gelte künftig für Gruppen ab 20 Personen gelten, die Mallorca, Ibiza, Menorca oder Formentera besuchten.

+++ Die Reisewirtschaft stemmt sich gegen eine erneute generelle Quarantänepflicht bei Auslandsreisen als Mittel im Kampf gegen Corona. Die Politik dürfe das Reisen nicht wieder stigmatisieren; Pauschalreisen seien nicht für steigende Covid-Infektionszahlen verantwortlich, sagte die Sprecherin des Deutschen Reiseverbandes, Heinen, mit Blick auf das morgige Spitzentreffen der Branche mit Bundeswirtschaftsminister Altmaier.

+++ Rund jeder zehnte Landkreis in Deutschland hat nach RKI-Angaben in den vergangenen sieben Tagen keinen einzigen Corona-Fall verzeichnet. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts von Montag hervor. Demnach lag die 7-Tage-Inzidenz in 40 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten bei 0. In weiteren 45 Kreisen gab es jeweils nur einen Fall.

+++ Der bayerische Ministerpräsident Söder warnt vor der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante. Delta sei bis zum Sommer auf jeden Fall die dominierende Variante in Deutschland, sagte der CSU-Politiker nach dem Corona-Impfgipfel der Bayerischen Staatsregierung. Die Delta-Variante zu ignorieren wäre ein schwerer Fehler. Zudem betonte er, dass die Impfbereitschaft derzeit etwas abnehme.

+++ Schweden lockert ab Donnerstag viele Corona-Auflagen. Somit können auch wieder mehr Zuschauer in Stadien und Restaurants gehen. Die Verbreitung des Virus habe sich deutlich verlangsamt, so Gesundheitsministerin Lena Hallengren zur Begründung. Schweden hat bei der Virusbekämpfung weitgehend auf Freiwilligkeit gesetzt, Besucherzahlen in Sportstätten, in der Gastronomie sowie in Läden und Einkaufszentren allerdings begrenzt.

+++ In Griechenland sollen junge Menschen für eine Corona-Impfung künftig finanziell belohnt werden. Ministerpräsident Mitsotakis erklärte, ab dem 15. Juli würden alle Impfwilligen unter 26 Jahren 150 Euro erhalten. Die Summe soll nach der ersten Impfdosis als digitales Guthaben ausgezahlt werden. Damit danke der Staat den jungen Menschen für ihr verantwortungsvolles Handeln, betonte Mitsotakis.

+++ Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, hat in der Debatte um strengere Regeln für Reiserückkehrer davor gewarnt, Urlauber zu verunsichern. Für Gebiete, aus denen aufgrund der Delta-Variante eine Gefahr ausgehe, existierten bereits höchste Sicherheitsvorschriften, sagte Bareiß in Berlin. Dabei sollte es bleiben. Die aktuelle Diskussion um erneute Änderungen verunsichert die Menschen unnötig und koste Vertrauen, betonte der CDU-Politiker. In vielen Regionen der Welt sei das Reisen derzeit sicher möglich - wenn man die Hygienemaßnahmen vor Ort und die geltenden Einreisebestimmungen einhalte. 

+++ Die Bundesregierung lehnt eine Verschärfung der Einreisebestimmungen wegen der Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus derzeit ab. Bundesinnenminister Seehofer sehe momentan keine Veranlassung für stationäre Grenzkontrollen, sagte ein Sprecher seines Ministeriums in Berlin. Auch das Bundesgesundheitsministerium erklärte, es sei zur Zeit keine Änderung der Einreiseverordnung geplant. Wie mehrere Agenturen berichten, wollen Bund und Länder noch heute über mögliche Regelungen für die Urlaubszeit beraten. Beschlüsse seien nicht zu erwarten, hieß es.

+++ Der Arzt und Grünen-Gesundheitspolitiker Dahmen mahnt wegen der Ausbreitung der Delta-Variante zu mehr Vorsicht. Diese könne bei einer einfacher Impfung nicht wirksam bekämpft werden, sagte Dahmen im  (Audio-Link). Er warb für mehr Corona-Tests und eine konsequente Umsetzung der Quarantäne-Regelungen.

Wie gefährlich ist die Delta-Variante des Corona-Virus? Die wichtigsten Fakten haben wie hier zusammengefasst.

+++ Angesichts der Einstufung von Portugal als Virusvariantengebiet haben mehrere deutsche Reiseanbieter Pauschalreisen in das Land vorerst ausgesetzt. Wie der Tui-Konzern mitteilte, wurden alle Pauschalreisen bis Ende Juli abgesagt. Wer eine Reise gebucht habe, könne kostenfrei auf andere Ziele ausweichen, hieß es. Urlauber, die bereits vor Ort seien und ihren Urlaub vorzeitig beenden wollten, würden nach Hause gebracht. Zuvor hatte bereits das Unternehmen Olimar angekündigt, Reisende aus Portugal schnellstmöglich nach Deutschland zurückzuholen. Bezüglich geplanter Reisen würden zunächst Kunden mit Anreise bis zum 10. Juli kontaktiert, hieß es.

Menschen sitzen am Sao-Rafael-Strand in Albufeira, Portugal in der Sonne.  (AP / Ana Brigida)Reisende an der Algarve. (AP / Ana Brigida)

Das Robert Koch-Institut stuft Portugal wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante ab morgen als Virusvariantengebiet ein. Damit dürfen Fluggesellschaften und andere Reiseunternehmen nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland zurückbefördern. Nach der Einreise gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die selbst Geimpfte und Genesene nicht durch einen Test verkürzen können.

+++ Die Gewerkschaft der Polizei in Berlin fordert politische Konzepte zum Umgang mit Partys in der Öffentlichkeit. Die kommunalen Verantwortlichen seien hier in der Pflicht, sagte GdP-Sprecher Jendro der Deutschen Presse-Agentur. Dazu gehöre auch, alternative Angebote für Jugendliche zu schaffen. Im vergangenen Jahr habe man es versäumt, Konzepte zu entwickeln, und auch in diesem Jahr sei es nicht gelungen. Bundesweit musste die Polizei zuletzt immer wieder ausrücken, um wegen der Corona-Pandemie Partys in Parkanlagen aufzulösen. Am Wochenende etwa hatten wieder Tausende in der Hasenheide in Berlin-Neukölln gefeiert.

Der SPD-Politiker Schreiber schlug die dauerhafte Einzäunung der Parks vor. Ab 22 Uhr sollte niemand mehr reinkommen. Das spare große Polizeieinsätze und die Grünanlagen könnten sich erholen.

+++ Zum ersten Mal ist in Deutschland in einem Quartal die öffentliche Verschuldung über 2,2 Billionen Euro gestiegen. Dies teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Vor allem die Ausgaben für die Corona-Krisenmaßnahmen hätten die Schulden in die Höhe getrieben. Im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres bedeutete das nach Angaben des Bundesamtes einen Zuwachs von 12,8 Prozent oder 250 Milliarden Euro. In die Statistik fließen die Schulden von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen am sogenannten nicht-öffentlichen Kreditmarkt ein.

+++ Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein wird erst ab September so viel Corona-Impfstoff zur Verfügung stehen, dass eine freie Wahl der Präparate möglich ist. Der Vorstandsvorsitzende Bergmann führte im WDR-Hörfunk aus, zwar seien die Inzidenzahlen aktuell niedrig. Doch das dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies eine Momentaufnahme sei. Sie könne sich mit der Ausbreitung der Delta-Variante wieder ändern. 

Jeweils ein Fläschchen der Corona-Impfstoffe von Pfizer-BioNTech, Moderna und AstraZeneca stehen auf einem Tisch. (dpa/Daniel Karmann)Coronavirus-Impfstoffe (dpa/Daniel Karmann)

Laut Apothekerverband Nordrhein gibt es für Arztpraxen inzwischen bei Bestellungen von Corona-Impfstoffen kein Mengenbeschränkungen mehr. Verbandschef Preis sagte der "Rheinische Post", da jedoch zahlreiche Zweitimpfungen anstehen würden, könnten dennoch nicht so viele Erstimpfungen wie gewünscht stattfinden.

+++ Die katholische Hilfsorganisation Malteser International hat die Unterstützung für die Corona-Impfkampagne in Afrika als unzureichend kritisiert. Die afrikanischen Länder könnten sich keine eigenen Impfstoffe leisten, sagte der Leiter der Afrika-Abteilung, Hansen, im Deutschlandfunk. Darum seien sie komplett abhängig von der Covax-Initiative, die unter dem Dach der WHO und der EU einen weltweit gerechten Zugang zu Covid-19-Impfstoffen gewährleisten will. Im Schnitt seien in Afrika nur 1,5 Prozent der Bevölkerung geimpft, betonte Hansen. Wegen der Delta-Variante sei die Lage in Südafrika, Uganda und der Republik Kongo besonders dramatisch.

+++ Italien hebt ab heute die Maskenpflicht im Freien sowie die letzte noch geltende regionale Ausgangssperre auf. Landesweit gilt die Pflicht zum Tragen einer Schutzmaske nur noch in öffentlich zugänglichen Innenräumen sowie draußen an stark frequentierten Orten.

+++ Der Deutsche Reiseverband hat die pauschale Einstufung Portugals als Virusvariantengebiet durch die Bundesregierung kritisiert. Es wäre wünschenswert, wenn die Verantwortlichen in der Politik zu einer regionaleren Betrachtungsweise übergehen könnten, sagte Verbandssprecherin Heinen der "Rheinischen Post". Insbesondere Madeira weise eine sehr niedrige Inzidenz auf, die aktuell bei 16 liege. Dennoch werde sie ab morgen wie ganz Portugal als Virusvariantengebiet gelistet. Das sei nur schwer nachzuvollziehen.

+++ Hamburgs Erster Bürgermeister Tschentscher hat sich für eine rasche Verschärfung der Corona-Einreiseverordnung ausgesprochen. Diese sei in ihrer geltenden Fassung an mehreren Stellen zu lax, sagte Tschentscher der Zeitung "Die Welt" mit Blick auf die sich ausbreitende Delta-Variante des Coronavirus. Alle nicht geimpften Reiserückkehrer aus Risikogebieten und Hochinzidenzgebieten sollten in Quarantäne gehen. Niedersachsens Ministerpräsident Weil forderte eine zweifache Testpflicht für alle nicht vollständig geimpften Rückkehrer, auch aus Nicht-Risikogebieten.

Hier finden Sie eine aktuelle Liste der vom RKI als Risiko-, Hochinzidenz- und Virusvariantengebiet geführten Länder.

+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut 219 neue Covid-19-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Das sind 127 weniger als am Montag vergangener Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz wird mit 5,6 angegeben. Gestern lag sie bei 5,7 und vor einer Woche bei 8,6. Es wurden acht weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

+++ Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. Er sagte der "Rheinischen Post", die Stiko argumentiere, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gelte dies seiner Ansicht nach aber nicht. In Großbritannien seien bereits viele Kinder in der Klinik, so Lauterbach. Die Stiko empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen.

+++ In Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg werden heute weitere Corona-Regeln gelockert. Für den Nordosten bedeutet dies, dass dort etwa der Urlaub wieder einfacher wird. Für Hotelgäste bleibt es zwar bei der Testpflicht vor der Anreise. Zusätzlich ist aber nur noch einmalig nach 72 Stunden ein weiterer Corona-Test notwendig. Außerdem sind in Schleswig-Holstein nun auch wieder deutlich größere Veranstaltungen erlaubt. Das gilt unter anderem für Konzerte, Theater, Kino oder Gottesdienste. Auch in Baden-Württemberg werden die Kontaktbeschränkungen gelockert. So dürfen sich in Regionen mit einer stabilen Inzidenz von weniger als zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen. Geimpfte und Genesene werden nicht dazu gerechnet. Die Maskenpflicht dagegen bleibt.

+++ In der russischen Hauptstadt Moskau treten heute wegen des Anstiegs der Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus verschärfte Schutzbestimmungen in Kraft. Unternehmen müssen die Anzahl ihrer Mitarbeiter in Büros um 30 Prozent reduzieren. Geimpfte sind davon ausgenommen. Arbeitnehmer über 65 Jahre sowie solche mit Vorerkrankungen müssen von zu Hause aus arbeiten. Die Stadt führt zudem einen "Anti-Covid-Pass", der nur Geimpften, Genesenen oder Getesteten den Zutritt etwa zu Restaurants erlaubt. In Moskau werden nach Angaben von Bürgermeister Sobjanin derzeit täglich fast 2.000 Infizierte in die Krankenhäuser eingeliefert. Gestern vermeldeten die Behörden 144 Todesopfer innerhalb von 24 Stunden - das ist die höchste Zahl in einer russischen Stadt seit Beginn der Pandemie.

Krankenhauspersonal in Moskau (AFP)Krankenhauspersonal in Moskau (AFP)

+++ Die gesetzlichen Krankenversicherungen rufen die Bürger dazu auf, sich auch weiter möglichst telefonisch krankschreiben zu lassen und Videosprechstunden zu nutzen. Die Chefin des GKV-Spitzenverbands, Pfeiffer, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, man müsse weiterhin sehr vorsichtig sein, trotz des Impffortschritts. Sie verwies auf die ansteckendere Delta-Variante des Coronavirus.

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