Russisches Öl
Ukraines Präsident Selenskyj: Aufhebung der US-Sanktionen für 30 Tage bringt Moskau Milliarden ein

Der ukrainische Präsident Selenskyj hat die Entscheidung der USA kritisiert, die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend zu lockern. Auch Bundeskanzler Merz äußerte Unverständnis.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (links) und der französische Präsident Emmanuel Macron (rechts) geben in Paris eine gemeinsame Pressekonferenz.
    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Paris (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Ludovic Marin)
    Selenskyj sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Frankreichs Präsident Macron in Paris, dies trage nicht dazu bei, den Krieg in der Ukraine zu beenden, sondern stärke Russlands Position. Diese einzelne Lockerung durch die USA könne Russland rund zehn Milliarden Dollar einbringen, wofür Moskau weitere Waffen kaufen könne.

    Macron: Zeitlich begrenzte Ausnahme

    Macron nannte die US-Entscheidung eine zeitlich begrenzte Ausnahme, die die Sanktionen nicht dauerhaft infrage stelle. In seinen Gesprächen mit Präsident Trump habe dieser seine Haltung dazu nicht geändert, betonte Macron.

    Merz: US-Entscheidung ist falsch

    Bundeskanzler Merz hatte die US-Entscheidung zuvor als falsch bezeichnet und darauf verwiesen, dass Moskau weiter keine Verhandlungsbereitschaft im Krieg gegen die Ukraine zeige. Er wolle wissen, welche Motive dahinter stünden. Beim Öl gebe es aktuell ein Preisproblem, kein Mengenproblem, erklärte der CDU-Politiker. Auch innerhalb der G7-Gruppe sei man sich mit Ausnahme der USA einig, dass eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland nicht richtig sei. Merz betonte, Moskau zeige weiter keine Verhandlungsbereitschaft im Krieg gegen die Ukraine.

    Russland begrüßt Entscheidung

    Die russische Führung begrüßte die Entscheidung. Der Berater von Präsident Putin, Dmitrijew, sprach von rund 100 Millionen Barrel. Ohne russisches Öl könne der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben, schrieb Dmitrijew bei Telegram.
    Die USA hätten faktisch das Offensichtliche anerkannt. Eine weitere Lockerung der Beschränkungen für russische Energieträger werde immer unausweichlicher, meinte Dmitrijew.

    Weitere Informationen:

    Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
    Diese Nachricht wurde am 13.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.