Energie
Merz kritisiert vorübergehende Lockerung der US-Sanktionen gegen russisches Öl - "will Motive dahinter wissen"

Bundeskanzler Merz hat die Entscheidung der US-Regierung kritisiert, die Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehend zu lockern. Er halte dies für falsch, sagte Merz während eines Besuchs im norwegischen Andöya.

    Andenes: Bundeskanzler Friedrich Merz (l, CDU) und Jonas Gahr Støre, Ministerpräsident von Norwegen, unterhalten sich vor der Kulisse der Raketenstartrampe (l) im Andoya Space Port.
    Bundeskanzler Merz reist nach Norwegen (Soeren Stache / dpa / Soeren Stache)
    Er wolle wissen, welche Motive dahinter stünden. Beim Öl gebe es aktuell ein Preisproblem, kein Mengenproblem, erklärte der CDU-Politiker. Auch innerhalb der G7-Gruppe sei man sich mit Ausnahme der USA einig, dass eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland nicht richtig sei. Merz betonte, Moskau zeige weiter keine Verhandlungsbereitschaft im Krieg gegen die Ukraine.
    Einen internationalen Militäreinsatz in der Straße von Hormus hält der Bundeskanzler unterdessen nicht für sinnvoll. Deutschland sei kein Teil dieses Krieges. Im Augenblick gebe es daher keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken. Alle Bemühungen seien darauf gerichtet, den Krieg zu beenden, erklärte Merz. Frankreichs Präsident Macron hatte vorgeschlagen, eine Mission der G7-Staatengruppe zum Schutz von Öltankern und Frachtschiffen in der Straße von Hormus vorzubereiten.

    Merz: Teheran ist in der Verantwortung

    Mit Blick auf ein mögliches Kriegsende ergänzte Merz, das Mullah-Regime habe es in der Hand, die Angriffe auf die Golfstaaten zu beenden. Merz bekräftigte jedoch auch seine Kritik, dass es von Seiten der USA und Israels keine einheitliche Strategie für ein Ende des Krieges gebe.
    Die USA haben für 30 Tage die Sanktionen gegen Länder aufgehoben, die russisches Öl kaufen wollen. Die Maßnahme ist laut Finanzminister Bessent in der Menge begrenzt.

    Russland begrüßt Entscheidung

    Die russische Führung begrüßte die Entscheidung. Der Berater von Präsident Putin, Dmitrijew, sprach von rund 100 Millionen Barrel. Ohne russisches Öl könne der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben, schrieb Dmitrijew bei Telegram.
    Die USA hätten faktisch das Offensichtliche anerkannt. Eine weitere Lockerung der Beschränkungen für russische Energieträger werde immer unausweichlicher, meinte Dmitrijew.

    Weitere Informationen:

    Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
    Diese Nachricht wurde am 13.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.