Freitag, 19. April 2024

Dlf-Musikproduktion: Wiederentdeckung der Komponistin Maria Herz
Der Stille entrissen

Zehn Jahre war die in Köln geborene Komponistin Maria Herz in der Musikszene präsent. 1935 emigriert sie als Jüdin nach England und in die Vereinigten Staaten. Von Zürich aus wirkt ihr Enkel Albert Herz an ihrer Wiederentdeckung, die zu dieser CD-Einspielung führte.

Am Mikrofon: Georg Beck | 11.03.2024
Maria Herz steht auf einer Wiese mit kleinen Bäumen und Sträuchern.
Maria Herz wurde am 19. August 1878 in Köln geboren und lebte bis zum 22. Oktober 1950 in New York City. (Zentralbibliothek Zuerich)
Maria Herz gehört zu den wenigen Frauen, die sich als Komponistin im frühen 20. Jahrhundert einen Namen machen konnte. Die Entfaltung ihres kompositorischen Schaffens in ihrer Geburtsstadt Köln vollzieht sich binnen eines Jahrzehnts. Zwischen 1922 und 1932 erfährt ihre Musik auf Konzert- und Rundfunkpodien eine breite Öffentlichkeit.

Bruch in der Biografie

1935 emigriert sie nach England, nach Kriegsende in die Vereinigten Staaten. Vergessen ist sie trotzdem. Die vor einigen Jahren einsetzende Wiederentdeckung hat nun zu einer allerersten Einspielung geführt.
Das in den Studios von WDR und Deutschlandfunk produzierte, beim Label Genuin erschienene Album präsentiert Kammermusik. Das Echo auf die Veröffentlichung ist groß: sie wurde bereits mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet und ist für den International Classical Music Awards 2024 nominiert. Autor Georg Beck stellt die Aufnahmen vor und begibt sich auf Spurensuche nach ihrer Urheberin.

Booklet des Albums "Sterne steigen dort": hier.

Maria Herz Maria Herz
Chaconne
Fünf Lieder nach Stefan George, op. 7
Vier kleine Stücke für Streichquartett
Streichquartett h-Moll, op. 6
Rundfunkmusik für acht Instrumente, op. 9

Christiane Oelze, Sopran
Asasello Quartett
E-MEX Ensemble