
Als Beispiele nannte er Schwimmbäder, Sportvereine, Kulturangebote und Spielplätze. Jung mahnte, die Bürgerinnen und Bürger erlebten zunehmend einen Staat, in den sie das Vertrauen verlören. Es gehe um das Funktionieren und den Zusammenhalt der Gesellschaft, ergänzte die neu ernannte Vizepräsidentin des Städtetags und Oberbürgermeisterin von Lüneburg, Kalisch (Grüne). In ihrer Stadt etwa seien die freiwilligen Ausgaben auf drei Prozent des Haushalts reduziert. Daher müsse "über jede zusätzliche Betreuungsstunde" diskutiert werden. Kalisch ergänzte: "Man kann sich gar nicht vorstellen, dass diese Botschaft nicht ankommt. Das kann keiner wollen."
Insbesondere die Sozialkosten belasten die Kommunen. Jung verwies konkret auf den Eigenanteil der Pflegekosten, den die Sozialämter ganz oder anteilig übernehmen, wenn Pflegebedürftige die im bundesweiten Schnitt 3.245 Euro pro Monat nicht selbst stemmen können.
Konkret forderte der Städtetag eine Soforthilfe, die etwa dem derzeitigen jährlichen Defizit der kommunalen Haushalte von 30 Milliarden Euro entspreche. Bei zweitägigen Beratungen in Dresden waren mehr als 100 Stadtoberhäupter zusammengekommen.
Rekorddefizit belastet Städte und Gemeinden
Im Deutschen Städtetag haben sich rund 3.200 Städte und Gemeinden mit rund 54 Millionen Einwohnern zusammengeschlossen. Im Mittelpunkt der zweitägigen Beratungen in Dresden stand das laut Städtetag größte Defizit der kommunalen Haushalte in der Geschichte der Bundesrepublik. Jung bezifferte es für 2025 auf über 30 Milliarden Euro - fast fünfmal so hoch wie noch zwei Jahre zuvor.
Jung zeigte sich zuversichtlich, dass in den kommenden Wochen und Monaten Lösungen gefunden werden können. Im Gespräch mit Bundeskanzler Merz (CDU) habe man vereinbart, dass Bundesregierung, Ministerpräsidenten und kommunale Spitzenverbände in einem vertraulichen Kreis zusammenkommen.
Diese Nachricht wurde am 22.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.






