Freitag, 02. Dezember 2022

Besserer Corona-Infektionsschutz gefordert
Berliner Schülervertreter drohen mit Streiks

In Österreich streikten bereits landesweit Schülerinnen und Schüler. Auch in Deutschland könnte es bald zu Protesten und Streiks kommen. Entsprechende Pläne dafür seien gerade in Arbeit, erklärte Schülersprecher Anjo Genow im Dlf: "An den Schulen besteht ein zu hohes Infektionspotenzial."

Anjo Genow im Gespräch mit Regina Brinkmann | 20.01.2022

Zwei Schüler der Klasse 6a am Goethe-Gymnasium in Hamburg-Lurup machen einen Corona-Schnelltest im Klassenzimmer am ersten Schultag nach den Ferien.
Die Inzidenzen unter Schülerinnen und Schülern sind hoch, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien verwehrt sich aber gegen den Vorwurf der "mutwilligen Durchseuchung". (picture alliance/dpa)
Die Bundesbildungsministerin und ihre Kolleginnen und Kollegen bekommen demnach bald Post mit einer Frist und Forderungen nach besserem Infektionsschutz an den deutschen Schulen. "Die Schutzmaßnahmen liegen aktuell nicht vor und deswegen besteht an den Schulen ein zu hohes Infektionspotenzial", sagte Anjo Genow, der auch im Landesschülerausschuss Berlin aktiv ist, im Dlf.

Präsenzpflicht aussetzen für Risikoschüler

Im Zentrum steht die Forderungen nach besseren Testsystemen an den Schulen. Schülerinnen und Schülern mit größerem Risikopotenzial soll außerdem angeboten werden, auch von zu Hause aus am Unterricht teilzunehmen. Die psychische Belastung an den Schulen sei enorm, so Genow.
Bei den jüngeren Altersgruppen lägen die höchsten Infektionszahlen vor. "Nur weil ein geringeres Risiko vorliegt, heißt das nicht, dass diese Kinder nicht schützenswert sind". Die Maßnahmen wären in den letzten zwei Jahren leicht umsetzbar gewesen. Es seien unnötige Risiken, die man nicht unbedingt eingehen müsse.

PCR-Tests an allen Schulen gefordert

PCR-Testungen seien sehr rar, an den meisten Schulen würden nur Schnelltests verwendet, kritisierte der Schülersprecher. "Wir brauchen auch PCR-Tests an den Schulen." Man werde nicht zu Tausenden auf die Straße gehen, sondern zu Hause zu bleiben und die Schule zu boykottiere, sagte Genow. Man wolle ein Zeichen setzen, dass man gern lernen wolle - aber nicht an unsicheren Schulen. "Wie sind aktuell in einer Krisensituation und den Schülern und Schülerinnen muss sofort geholfen werden."