Montag, 13.07.2020
 
Seit 01:10 Uhr Interview der Woche

Nächste Sendung: 19.07.2020 09:30 Uhr

Essay und Diskurs
Altruismus
Der Mensch in Zeiten der Katastrophe
Von Andreas von Westphalen

Drei weitverbreitete Überzeugungen beherrschen unsere Vorstellung über das Verhalten von Menschen in Katastrophensituationen: Massenpanik, das Gefühl von Ohnmacht und die starke Zunahme egoistischer und krimineller Verhaltensweisen. Ohne Rücksicht rennen Menschen davon, schubsen Ältere aus dem Weg und trampeln hemmungslos über Personen, die zu Boden gestürzt sind. Bei Erdbeben, Flugzeugabstürzen oder Vulkanausbrüchen scheint das wahre Wesen des Menschen hervorzutreten, und sich sein ungezügelter Egoismus zu offenbaren. Diese weitverbreitete Ansicht über das menschliche Verhalten ist Teil jedes Katastrophenfilms und entspricht dem Denken des britischen Philosophen Thomas Hobbes, der der Überzeugung war, ohne die schützende Hand des Staates würden Menschen in einem Krieg aller gegen alle leben. Erstaunlicherweise unterscheidet sich aber das wirkliche menschliche Verhalten deutlich von diesem negativen Bild, das Menschen gemeinhin von der eigenen Spezies haben. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen offenbaren ein deutlich optimistischeres Bild des Menschen.
Andreas von Westphalen veröffentlichte „Die Wiederentdeckung des Menschen“ im Westend-Verlag. Zuletzt schrieb er für den Deutschlandfunk das Feature „Die Wurzeln des Misstrauens. Russland und die Deutsche Einheit 1990“.
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