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Ingo Metzmacher wieder beim Deutschen Symphonie-Orchester
Angst vor neuer Musik? Nein: Lust!

Ingo Metzmacher, ehemaliger Chefdirigent vom Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, kehrt zu diesem Klangkörper zurück. Er glüht für die Neue Musik und so dirigiert er die Uraufführung "Casio" von Anton Plate und Werke von Max Reger wie John Adams.

Am Mikrofon: Sylvia Systermans | 07.05.2023
Ein Mann mit wilder, heller Mähne dirigiert in T-Shirt und lachend mit großer, lustvoller Geste.
Ingo Metzmacher hat beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin die Veranstaltungsreihe "Casual Concerts" ins Leben gerufen, die mit verkürzten Programmen und lässiger Kleiderordnung junges Publikum ins Konzert einlud. (Felix Broede)
Angst vor neuen Tönen? Wenn Ingo Metzmacher dirigiert, kann daraus schnell eine Lust werden. Erstaunliche Entdeckungen sind garantiert. Beim Konzert mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin hebt der einstige Chefdirigent(2007 - 2010) ein neues Werk seines frühen Mentors Anton Plate aus der Taufe, die Ouvertüre „Casino“.

Herbe Schönheit

Über 100 Jahre alt, aber fast nie gespielt: das Klavierkonzert von Max Reger. „Die Tonsprache ist zu herb und ernst, da muss sich das Publikum erst daran gewöhnen“, meinte Reger nach der Uraufführung resigniert.
Pianist und Reger-Spezialist Markus Becker schafft Zugang zu der widerspenstigen und fantastischen Klangsprache Regers.

Schillernde Ironie

Zwischen treibendem Puls und surrealen Traumbildern changiert die „Harmonielehre“ von John Adams. Eine Parodie auf die „Harmonielehre“ des Zwölftöners Arnold Schönberg und Adams schillerndes Bekenntnis zur Tonalität.
Anton Plate
Casino

Max Reger
Konzert für Klavier und Orchester f-Moll, op. 114

John Adams
Harmonielehre

Markus Becker, Klavier
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Leitung: Ingo Metzmacher
Aufnahme vom 23.4.2023 aus der Berliner Philharmonie