Dienstag, 16. April 2024

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Micah Thomas Solo
Raffinesse und Eigensinn

Micah Thomas ist der rising star der New Yorker Jazzszene. Der Pianist spielt in mehreren Bands und ist ein Improvisator, der stilistisch nur schwer zu fassen ist. Das unterstrich er eindrucksvoll mit einem Solo-Konzert im Bonner Beethoven-Haus.

Am Mikrofon: Michael Rüsenberg | 21.03.2023
Ein bärtiger Mann mit schwarzer Brille schaut, über seinen Klavierflügel gelehnt, zur rechten Seite.
Der Pianist Micah Thomas: Für sein erstes Solo Piano-Album hat er von zwölf Standards zehn in einer Stunde aufgenommen, allesamt first takes. (Günther Huesmann)
"Ich bezeichne ihn schon jetzt als jemanden, der sowohl einen einzigartigen Stil als auch das nötige Rüstzeug hat, um einen wichtigen Beitrag zur Welt des Jazzpianos zu leisten.“ So spricht der renommierte Jazzpianist Fred Hersch über seinen erst 25-jährigen Kollegen Micah Thomas.

Vertrauen aufs Unterbewusstsein

Frank Kimbrough (1956-2020), sein Lehrer an der New Yorker Juilliard School, war von Thomas‘ harmonischem Verständnis so verblüfft, dass er ihm nach eigener Aussage gerne etwas abgeguckt hätte. Ersten Kontakt mit Beethoven hatte Micah Thomas durch die umfangreiche Schallplattensammlung seines Vaters. Die Gelegenheit, am Flügel im Kammermusiksaal des Beethovenhauses in Bonn zu spielen, war daher eine sehr spezifische Herausforderung für den improvisierenden Musiker, der sich von der Idee leiten lässt, „dass alles passieren kann“.
Micah Thomas, Klavier
Aufnahme vom 25.1.2023 aus dem Beethoven-Haus Bonn