Samstag, 04. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Die Entwicklungen vom 14. bis 17. März +++

In Potsdam sollen Einkäufe und der Besuch von Museen künftig nur mit negativem Corona-Test möglich sein. Trotz bundesweit steigender Corona-Infektionszahlen soll es im deutschen Profifußball erstmals wieder ein Spiel mit Zuschauern geben. Die EU-Kommission hat ihre Pläne für einen europaweiten Corona-Impfausweis vorgestellt. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

17.03.2021

Eine Anzeigetafel weist in der Fußgängerzone von Köln auf die Maskenpflicht hin
Eine Anzeigetafel weist in der Fußgängerzone von Köln auf die Maskenpflicht hin (picture alliance/dpa/Oliver Berg)
Mittwoch, 17. März
+++ In Potsdam sollen Einkäufe und der Besuch von Museen künftig nur mit negativem Corona-Test möglich sein. Das teilte das Büro des Oberbürgermeisters mit. Zum Speichern der Testergebnisse und zur Kontaktverfolgung soll die Luca-App verwendet werden. Sie soll in einigen Tagen für die Potsdamer verfügbar sein. Derzeit liegt der Inzidenzwert in Potsdam nach Angaben der Stadt bei 65,4, die Corona-Ampel der Stadt steht damit auf Gelb.
+++ Trotz bundesweit steigender Corona-Infektionszahlen soll es im deutschen Profifußball erstmals wieder ein Spiel mit Zuschauern geben. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Mecklenburg-Vorpommern erklärte, man werde der Landesregierung vorschlagen, beim Heimspiel des Drittligisten Hansa Rostock gegen den Halleschen FC am Samstag 777 Zuschauer zuzulassen. Das Ostseestadion fasst normalerweise 30.000 Zuschauer. Einlass sollen ausschließlich in Rostock lebende Dauerkartenbesitzer sowie Ticketinhaber von Hansa-Partnerfirmen erhalten. Voraussetzung für den Zutritt sollen negative Corona-Schnelltests sein.
Die leere Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart bei starkem Regen und im Flutlicht.
Ein leeres Stadion - sinnbildlich für das Fußballjahr 2020. (mago images / Michael Weber)
+++ Die EU-Kommission hat ihre Pläne für einen europaweiten Corona-Impfausweis vorgestellt. Kommissionspräsidentin von der Leyen erklärte in Brüssel, damit solle ab Juni das Reisen innerhalb der EU erleichtert werden. Auf dem Ausweis ist verzeichnet, wer geimpft oder getestet wurde und wer bereits eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat. Das Zertifikat wird digital und in Papierform ausgestellt und soll kostenlos sein.
+++ Wissenschaftler und Politiker haben angesichts steigender Corona-Zahlen vor weiteren Öffnungsschritten gewarnt. Die Physikerin Priesemann vom Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen sagte in der Sendung "Zur Diskussion" im Deutschlandfunk, Modellrechnungen der britischen Mutante B1.1.7 zeigten, dass es nur noch eine Frage von Wochen sei, bis die Intensivstationen in Deutschland voll von Covid-19-Patienten seien. Mit Blick auf die Mutationen erwarte sie alle 1-2 Wochen eine Verdopplung der Neuinfektionen.
Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach sieht Deutschland in einer "fulminant beginnenden dritten Welle". Wenn man die Schulen ohne die Möglichkeit von wöchentlichen Schnelltests weiter offen lasse, würden die Fallzahlen explodieren. Das habe man bereits Ende des Jahres in England und Irland beobachten können, betonte der Epidemiologe in der Dlf-Sendung.
+++ Nordrhein-Westfalens Familienminister Stamp hat Angaben der Stadt Duisburg widersprochen, wonach örtliche Kitas wieder in den Notbetrieb wechseln sollen. Dieser Schritt sei entgegen der Behauptung der Stadtverwaltung nicht mit dem Land abgestimmt worden, sagte der FDP-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Es könne nicht angehen, dass jetzt jeder Oberbürgermeister nach Gutdünken Maßnahmen verkünde.
+++ Die Korruptionsaffäre um die Beschaffung von Corona-Schutzmasken gefährdet nach Auffassung von CSU-Chef Söder das Vertrauen in die Demokratie. Die gegen den bayerischen Landtagsabgeordneten Sauter erhobenen Vorwürfe müssten deshalb so rasch, so transparent und so lückenlos wie möglich entkräftet und aus der Welt geschafft werden, sagte der bayerische Ministerpräsident im Landtag in München.
Kurz vor Beginn der Osterferien ist weiter offen, in welchem Umfang Urlaub im In- und Ausland möglich ist. Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für einige Urlaubsgebiete im Ausland aufgehoben. Die Balearen-Inseln, Teile des spanischen Festlands, Portugals und Dänemarks sowie die Bahamas gelten seit dem 14. März nicht mehr als Risikogebiete. Doch viele Reisen sind noch schwierig.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, die Corona-Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca bis auf Weiteres fortzuführen. Die Experten seien der Auffassung, dass die Vorteile die Risiken überwögen, teilte die WHO in Genf mit. Ähnlich sieht es die Europäische Arzneimittelbehörde. Sie will morgen eine Empfehlung zum Impfstoff von Astrazeneca geben, nachdem mehrere EU-Länder die Impfungen ausgesetzt haben. EMA-Direktorin Cooke erklärte in Amsterdam, man sehe derzeit keine Hinweise darauf, dass Impfungen mit dem Mittel Blutgerinnsel im Gehirn verursachen könnten.
+++ Wegen anhaltend hoher Corona-Neuinfektionen schränkt Duisburg die Betreuung der Kita-Kinder wieder drastisch ein. Voraussichtlich ab Freitag würden im Notbetrieb nur noch Kinder betreut, deren Eltern in systemrelevanten Berufen tätig sind oder die einen besonderen Betreuungsbedarf haben, sagte ein Sprecher der Stadt. Die Maßnahme sei mit dem Land abgestimmt. Darüber hinaus ist eine Verschärfung der Kontaktregeln im öffentlichen Raum vorgesehen. So sollen die Treffen in der Öffentlichkeit statt auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten wieder auf einen Haushalt mit einer weiteren Person beschränkt werden. In der Großstadt im Ruhrgebiet lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch bei 122,1.
+++ EU-Kommissionschefin von der Leyen erwägt, den Export der knappen Corona-Impfstoffe aus der Europäischen Union stärker zu beschränken. Neue Auflagen könnten dann für jene Länder gelten, die selbst keinen Impfstoff aus dem Land lassen oder die bereits einen höheren Anteil von geimpften Menschen haben als die EU, wie von der Leyen in Brüssel ankündigte. Aus der EU wurden seit dem 1. Februar nach Angaben der Kommission mindestens 41 Millionen Dosen Corona-Impfstoff in 33 Länder exportiert, obwohl in der EU selbst Impfstoff fehlt. Die Kommissionschefin kritisierte zudem den Pharmakonzern Astrazeneca. Die Firma werde im zweiten Quartal nach derzeitigen Angaben nur etwa 70 Millionen Dosen liefern statt der vertraglich zugesicherten 180 Millionen, sagte die deutsche Politikerin in Brüssel.
EU-Kommissionspräsident Ursula von der Leyen steht hinter einem Rednerpult.
Ursula von der Leyen (AP/Francisco Seco)
+++ Der digitale europäische Impfausweis soll nach dem Willen der EU-Kommission bis 1. Juni fertig sein. Er könnte somit Reisen in den Sommerferien ermöglichen. Dies sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vor der offiziellen Vorstellung des Projekts heute in Brüssel. "Der Nachweis soll bis zum Beginn des Sommers einsetzbar sein, und der Sommer beginnt am 1. Juni."
+++ Der Vorsitzende des Deutschen Reiseverbands, Fiebig, hält Reisen zu Ostern unter Berücksichtung der Hygiene- und Abstandsregeln prinzipiell für möglich. Die ausgebuchten Flüge nach Mallorca zeigten, dass die Menschen reisen wollten, sagte er im Deutschlandfunk . Es sei der Bevölkerung nicht mehr vermittelbar, Reisen pauschal zu verbieten. Man müsse Einzelfallentscheidungen ausgerichtet nach den aktuellen Situationen an den Reiseorten treffen. Zudem zeigten Studien, dass organisiertes Reisen zu keinem Zeitpunkt Pandemietreiber gewesen sei, erklärte Fiebig. Perspektivisch müsse das Impfen hierzulande endlich intensiviert werden.
+++ Die Linke hat der Bundesregierung in der aktuellen Krisensituation Nichtstun vorgeworfen. Es brenne lichterloh im Land, sagte Co-Parteichefin Hennig-Wellsow der Deutschen Presse-Agentur: "Und die Bundesregierung tut was? Nichts." Die seit Ende Februar amtierende Co-Parteivorsitzende forderte "energische Schritte, um den Engpass bei den Impfdosen zu beheben", die Pharmaindustrie anzuweisen, nach Möglichkeit auf maximale Produktion von Impfstoffen umzustellen und die Impfungen für mehr Bevölkerungsgruppen zu öffnen.
+++ Die Weltgesundheits-Organisation empfiehlt den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson auch für Länder mit Virus-Varianten. Der unabhängiger Expertenrat der WHO erklärte, das Mittel habe eine hohe Effizienz bei schweren Verläufen. Auch für Länder mit Virus-Varianten könne der Impfstoff eingesetzt werden. In der Europäischen Union ist der Impfstoff von Johnson & Johnson seit vergangener Woche zugelassen.
+++ Angesichts der anhaltenden Corona-Krise haben die sogenannten Wirtschaftsweisen ihre Konjunkturprognose für 2021 gesenkt. Infolge der wieder angestiegenen Infektionszahlen und der aktuell noch andauernden Einschränkungen sei im ersten Quartal mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung in Deutschland um etwa zwei Prozent zu rechnen. Für die kommenden Monate rechne man aber mit einer Erholung.
+++ Die Aussetzung der Corona-Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca trifft bei einer knappen Mehrheit der Deutschen auf Zustimmung. In einer Blitzumfrage für RTL und ntv sagten 54 Prozent der Teilnehmenden, das Vorgehen sei verantwortungsvoll, wie die Sender mitteilten. 39 Prozent der Befragten erklärten demnach, das Aussetzen der Impfungen sei übertrieben.
Mehr zum Impfstoff von AstraZeneca können Sie hier nachlesen.
+++ Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen wird der Ruf nach einer Korrektur des Öffnungskurses lauter. Der sächsische Ministerpräsident Kretschmer sagte, der erste Lockerungsversuch von Bund und Ländern vor zwei Wochen sei ein Fehler gewesen und müsse abgebrochen werden.
Ein Schild weist im Blumenladen "Tulpina" auf die Corona-Abstands- und Hygieneregeln hin.
Die bereits erfolgten Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie stehen zunehmend in der Kritik. (dpa / ZB / Klaus-Dietmar Gabbert)
+++ Menschen mit Behinderungen drohen nach Einschätzung der zuständigen Beauftragten von Bund und Ländern bei den Corona-Impfungen immer weiter nach hinten zu rutschen. "Sie dürfen nicht die Leidtragenden sein, wenn immer mehr Gruppen ohne Vorerkrankungen vorgezogen werden", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die am Mittwoch in Berlin veröffentlicht wurde. Die Beauftragten fordern, den knappen Impfstoff vorrangig denen zu geben, die am ehesten an den Folgen von Covid-19 sterben.
Details zur Impfverordnung und der Reihenfolge finden Sie hier.
+++ Die Bundesregierung reagiert auf die Kritik vieler Brauereien und stellt ihnen mehr Corona-Hilfen in Aussicht. Sie sollen - anders als bisher geplant - Zugang zu den Sonderhilfen für die Monate November und Dezember 2020 bekommen, wie das Bundeswirtschaftsministerium und die bayerische Landesregierung mitteilten. Dies betrifft bundesweit neben Brauerei-Gaststätten auch Vinotheken von Weingütern und Straußwirtschaften. Sie sollen nun auch Anträge stellen können.
+++ Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Laumann hat die Entscheidung der Landesregierung verteidigt, an den Schulöffnungen festzuhalten. Der Grundsatz laute, dass Unterricht in den Klassenräumen in Präsenz stattfinden solle – so weit das vertretbar sei, sagte der CDU-Politiker im WDR-Hörfunk. Viele Kinder und Jugendliche seien seit Dezember nicht mehr in den Schulen gewesen.
+++ Vier Millionen Israelis haben bereits einen Anspruch auf den Grünen Pass, der Corona-Geimpften und Genesenen Vorteile und mehr Freiheiten verschafft. "So besiegen wir das Coronavirus und kehren zurück zum Leben", schrieb Gesundheitsminister Edelstein auf Twitter. In Israel sind seit zehn Tagen Cafés und Restaurants wieder geöffnet. In Innenräumen können nur Gäste mit Grünem Pass bedient werden. Ungeimpfte dürfen nur im Außenbereich Platz nehmen. Am Sonntag könnten nach Medienberichten auch Nachtclubs wieder öffnen.
+++ Vor dem Hintergrund der Bereicherungsvorwürfe gegen einzelne Unions-Abgeordnete im Bundestag dringt nun auch der Koalitionspartner SPD auf unabhängige Aufklärung. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Schneider, forderte im ARD-Fernsehen die Einsetzung eines "Transparenzbeauftragten".
Gebrauchte Atemschutzmasken hängen an einem Zaun.
Die sogenannte Masken-Affäre beschäftigt derzeit die Politik. (picture alliance / Frank May)
+++ Der Intensivmediziner Janssens hat die Politik angesichts steigender Corona-Zahlen vor weiteren Öffnungsschritten gewarnt. Die Intensivmedizin habe bereits vor Wochen dafür plädiert, den bestehenden Lockdown bis Ende März zu verlängern, sagte Janssens im Deutschlandfunk.
+++ Italiens Gesundheitsminister Speranza hat eine Beschleunigung in der Corona-Impfkampagne ab Ende März in Aussicht gestellt. "Im Januar und Februar war die begrenzte Anzahl an Impfdosen das Problem, aber Ende März wird es ein sehr hohes Wachstum geben", sagte Speranza der Zeitung "Corriere della Sera". Im zweiten Quartal erwarte Italien 50 Millionen Impfdosen und gegen Ende des dritten Quartals 80 Millionen.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 13.435 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Das sind fast 4.300 Ansteckungen mehr als vor einer Woche. Allerdings hatten damals die in der Regel dreistelligen Zahlen aus Hamburg gefehlt. Die Zahl der an oder mit dem Virus gestorbenen Menschen erhöhte sich gegenüber gestern um 249. Insgesamt liegt sie nun bei 73.905. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter an und beträgt jetzt 86,2.
+++ Sowohl Bayerns Gesundheitsminister Holetschek (CSU) als auch Baden-Württembergs Gesundheitsminister Lucha (Grüne) vertrauen trotz des Impfstopps grundsätzlich weiter auf das Vakzin von AstraZeneca. "Ich habe Vertrauen in diesen Impfstoff und würde mich jederzeit damit impfen lassen", erklärt Holetschek der Zeitung "Bild" laut Vorabbericht. Er gehe davon aus, "dass die Impfungen mit AstraZeneca bald wieder aufgenommen werden können." Auch Lucha sagt, er sei von der Wirksamkeit des Impfstoffes "absolut überzeugt".
Mehr zur Debatte über den Impfstoff von AstraZeneca finden Sie hier.
+++ Der ehemalige US-Präsident Trump hat seine Anhänger aufgerufen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Der Impfstoff sei großartig, sicher und er wirke, sagte Trump im Fernsehsender FoxNews. Und er empfahl auch den Menschen, die das nicht wollten, sich impfen zu lassen.
Vor einem Impfzentrum im New Yorker Stadtteil Brooklyn stehen die Menschen in einer langen Warteschlange.
Menschen stehen vor einem Impfzentrum im New Yorker Stadtteil Brooklyn Schlange. (imago images / ZUMA Wire)
+++ Zwischen Bund und Kommunen bahnt sich ein harter Streit über einen Ausgleich für die in der Corona-Krise wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen an. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion, lehnt der Bund einen erneuten Gewerbesteuerausgleich wie für das Jahr 2020 ab, wie die Zeitung "Augsburger Allgemeine" unter Berufung auf das ihr vorliegende Schreiben vorab berichtet.
+++ Die Kritik an der Tourismuspolitik der Bundesregierung reißt nicht ab, seit insbesondere die Balearen nicht mehr als Risikogebiet gelten und viele Auflagen für Urlaubsrückkehrer aufgegeben wurden. "Es ist für keinen Hotelier nachvollziehbar, warum man auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht an der Ostsee oder Nordsee. Das kann niemand verstehen - und ich kann es auch niemandem erklären", sagt die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Hartges, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
+++ Erstmals seit 12 Jahren haben die Bundesbürger wieder mehr zum heimischen Festnetztelefon gegriffen. 2020 fielen in Deutschland 104 Milliarden Gesprächsminuten über das Festnetz an und damit 10 Milliarden mehr als ein Jahr zuvor, wie aus Zahlen der Bundesnetzagentur hervorgeht. Der Grund für den Anstieg liegt auf der Hand: Die Menschen griffen in Coronazeiten häufiger zum Telefon, weil sie mehr daheim waren und mehr Zeit zum Plaudern hatten - auch weil Restaurants, Kinos und andere Ausgehmöglichkeiten zeitweise geschlossen waren.
+++ In Brasilien ist die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Tages an oder mit dem Coronavirus gestorben sind, auf einen neuen Höchstwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium in Brasilia mitteilte, waren es 2.841 Todesopfer. Damit stieg die Gesamtzahl auf mehr als 282.000. Das ist in absoluten Zahlen der weltweit zweithöchste Wert nach jenem in den USA. 
Dienstag, 16. März
+++ Frankreich ist Ministerpräsident Castex zufolge von einer dritten Infektions-Welle erfasst. Seine Erklärung vor dem Parlament folgt einem Sieben-Tages-Durchschnitt, der erstmals seit November wieder die Marke von 25.000 Fällen überschreitet. Experten haben einen neuen Lockdown gefordert, um die Belastung des Gesundheitssystems zu lindern. Die Regierung von Präsident Macron hofft jedoch, eine dritte Runde von Beschränkungen mit Impfungen verhindern zu können.
+++ Trotz einer erneuten Verschlechterung der Corona-Lage in Frankreich sollen die Schulen des Landes offen bleiben. Der wissenschaftliche Beirat empfahl Präsident Macron, Schulschließungen nur als "letztes Mittel" anzuordnen. Macron will noch diese Woche mit der Regierung über verschärfte Maßnahmen entscheiden, nachdem er den Corona-Beirat und Intensivmediziner angehört hat. Besonders im Pariser Großraum ist die Lage außer Kontrolle geraten. Dort ist die Inzidenz über 400 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen, fast das Doppelte des landesweiten Schnitts.
+++ Der Chef des Hausärzteverbands, Weigeldt, fordert nach dem vorläufigen Aussetzen des Impfens mit dem Astrazeneca-Vakzin eine Debatte über Vorteile für Geimpfte. Der Impfstopp für Astrazeneca sei "ein Schlag ins Kontor für die Impfkampagne", sagte Weigeldt dem ZDF. Man müsse irgendeinen Vorteil haben, sich impfen zu lassen. Man müsse also die Frage diskutieren, welche Freiheiten Geimpfte zurückbekommen könnten.
+++ Der Impfstoff-Hersteller Moderna hat eine Studie zur Wirkung seines Corona-Vakzins bei Babys und Kindern begonnen. Die klinischen Tests in den USA und Kanada hätten bereits begonnen, teilte das US-Unternehmen mit. Insgesamt rund 6.750 gesunde Kinder im Alter von sechs Monaten bis 12 Jahren sollen demnach daran teilnehmen. Sie erhalten zunächst zwei kleinere Dosen des sogenannten mRNA-Wirkstoffes im Abstand von 28 Tagen.
+++ Die EU-Kommission will einer Zeitung zufolge in EU-weiten Immunitätsausweisen neben einer Impfung auch eine überstandene Infektion festhalten. Die Kommission wolle einen entsprechenden Vorschlag am Mittwoch vorstellen, berichtet das "Handelsblatt" vorab unter Berufung auf einen der Zeitung vorliegenden Text. Eine überstandene Infektion solle mit einem positiven PCR-Test nachgewiesen werden, der mindestens 20 Tage alt ist. Auch frische negative Corona-Tests sollten gespeichert werden können.
+++ Die Corona-Regeln in Sachsen-Anhalt bleiben trotz gestiegener Infektionszahlen bis mindestens zum nächsten Dienstag unverändert. Die Landesregierung wolle noch mehrere Gesprächsrunden zwischen Bund und Ländern sowie weitere Erkenntnisse zum Astrazeneca-Impfstoff abwarten, bevor sie über das weitere Vorgehen entscheide. Eigentlich müssten die Lockerungen der letzten Bund-Länder automatisch zurückgenommen werden, sobald der Inzidenzwert drei Tage in Folge über 100 liegt, was in Sachsen-Anhalt nun der Fall ist.
+++ Die nordrhein-westfälische Stadt Dortmund darf trotz steigender Corona-Infektionszahlen die Schulen nicht wieder schließen. Das sagte Landesgesundheitsminister Laumann, der einen Antrag der Stadt ablehnte. Oberbürgermeister Westphal hatte zuvor erklärt, seit Bekanntgabe des vorläufigen Impfstopps mit dem Präparat von AstraZeneca fehle die Geschäftsgrundlage für den Gesamtplan von "Impfen, Testen, Öffnen". Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Dortmund bei 71,2, in Nordrhein-Westfalen bei knapp 83.
+++ Die Europäische Arzneimittelagentur hält den Nutzen des Impfstoffs von AstraZeneca weiterhin für größer als die Risiken. EMA-Direktorin Cooke teilte mit, bislang gebe es keine gesicherten Hinweise, wonach das Vakzin für das Auftreten von Blutgerinnseln im Gehirn verantwortlich sein könnte. Wie zuvor unter anderem Deutschland setzten nun auch Schweden, Luxemburg und Zypern die Astrazeneca-Impfungen vorsorglich aus.
+++ Der CDU-Vorsitzende Laschet bezeichnete die Aussetzung von Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca als schlechte Nachricht. Der Impfstoff sei hoch wirksam, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. Das Impfen sei der Ausweg aus der Pandemie. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Müller. Der SPD-Politiker nannte die Entscheidung einen bitteren Rückschlag. Dieser Einschätzung widersprach seine Partei-Kollegin Bas.
+++ Bereits gegen das Coronavirus geimpfte Menschen müssen sich laut einem Urteil bei Ansteckung eines Haushaltsmitglieds trotzdem zwei Wochen lang isolieren. Das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße lehnte den Eilantrag eines Ärzte-Ehepaars aus der Vorderpfalz gegen die Dauer der Isolierung ab. Deren Tochter hatte sich mit Corona infiziert. Das Gericht erklärte, noch lägen keine ausreichenden Belege dafür vor, dass Geimpfte nicht infektiös erkrankten.
+++ Ab Anfang April soll in Schottland das öffentliche Leben nach monatelangem Corona-Lockdown wieder langsam seinen Betrieb aufnehmen. Ab dem 5. April dürfen Friseure und einige nicht-essenzielle Geschäfte wie Gartenzentren wieder ihre Türen öffnen, wie Regierungschefin Sturgeon ankündigte. Am 26. April sollen dann Reisen innerhalb Großbritanniens wieder möglich sein. Auch Fitnessstudios, Museen und touristische Unterkünfte sollen wieder öffnen.
+++ Bayern spricht sich für eine Testpflicht für Reiserückkehrer von der spanischen Ferieninsel Mallorca aus. Der Bund müsse überlegen, ob nicht eine verbindliche und deutschlandweit gültige Regelung möglich wäre, sagte Ministerpräsident Söder nach einer Kabinetts-Sitzung in München. Alles andere wäre aus seiner Sicht "kein gutes Signal".
Badegäste liegen an einem Strand auf Mallorca.
Urlaub auf Mallorca ist nun wieder möglich - bisher ist keine Testpflicht bei der Rückkehr nach Deutschland geplant. (Joan Mateu/AP/dpa)
+++ Die Anbieter privater Ferienunterkünfte in Deutschland haben sich "fassungslos" dazu geäußert, dass Flugreisen ins Ausland wieder erlaubt sind, das Beherbergungsverbot im Inland aber Bestand hat. Für die ungleiche Behandlung von Aus- und Inlandsreisen habe man "null Komma null" Verständnis, heißt es in einem Schreiben des Verbands der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäusern an Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs. Da es keinerlei Öffnungsperspektive gebe, fordert der Verband ein Soforthilfe-Programm.
+++ Die EU-Kommission hat mit Biontech/Pfizer eine vorgezogene Lieferung von zehn Millionen Impfdosen im zweiten Quartal vereinbart. Damit steige die Gesamtzahl der zugesagten Dosen des Herstellers für den Zeitraum von April bis Juni auf über 200 Millionen, erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Dies gebe den Mitgliedstaaten "Spielraum" und könne "Lücken bei Lieferungen" anderer Hersteller füllen.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 5.480 Neuinfektionen gemeldet. Das sind knapp 1.230 mehr als am Dienstag vor einer Woche. Außerdem wurden 238 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit einer Ansteckung registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter auf 83,7.
+++ Der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionsvorsitzende Kutschaty hat die Entlassung von Bundesgesundheitsminister Spahn, CDU, gefordert. Kutschaty sagte dem Magazin "Der Spiegel", erst habe der Minister bei der Beschaffung der Impfstoffe versagt, dann bei der Teststrategie. Spahn sei mit seinem Job überfordert und sei in dieser historischen Krise nicht mehr tragbar. Bundeskanzlerin Merkel müsse jetzt schnell handeln. Spahn habe das Vertrauen der Menschen in die Gesundheitspolitik schwer beschädigt. Die Entscheidung des Gesundheitsministeriums, die Impfungen mit Astrazeneca vorläufig auszusetzen, bezeichnete Kutschaty als "Desaster".
+++ Das für die Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat seine Empfehlung zur Aussetzung von Impfungen mit dem Präparat von AstraZeneca verteidigt. Von den sieben in Deutschland aufgetretenen Fällen mit Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung seien drei tödlich verlaufen, sagte Institutspräsident Cichutek im ARD-Fernsehen. Über die Befunde müsse nun im europäischen Vergleich diskutiert werden. Zu den Auswirkungen auf die Impfungen in Deutschland erklärte Cichutek, wenn es ein bisschen länger dauere, sei das in Ordnung.
+++ Die Weltgesundheitsorganisation will heute über den Impfstoff von Astrazeneca beraten. Die WHO-Chefwissenschaftlerin Swaminathan empfahl, die Impfungen vorerst fortzusetzen. Es gebe bislang keine dokumentierten Todesfälle, die mit den Vakzinen zusammenhingen. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA kündigte eine Sondersitzung für Donnerstag an und erklärte, man sei nach wie vor der Überzeugung, dass die Vorteile einer Impfung größer seien als die Risiken.
+++ Mehrere Wochen vor der geplanten Öffnung der Außengastronomie in England melden zahlreiche Pubs bereits: Ausgebucht. Viele Gaststätten und Pub-Ketten teilten mit, ihre Tische im Freien seien bereits auf Wochen reserviert. Die Nachfrage sei geradezu explodiert, betonte der Chef der City Pub Group, Clive Watson. Dem aktuellen Plan der britischen Regierung nach dürfen Restaurants und Kneipen in England vom 12. April an ihre Außenbereiche öffnen, vom 17. Mai an sind auch wieder Besuche in geschlossenen Räumen erlaubt. Frühestens am 21.
Juni sollen alle Corona-Restriktionen aufgehoben werden.
+++ Nach mehreren Corona-Ausbrüchen im Zusammenhang mit Karaoke-Treffen haben die Behörden in Japan vor der Freizeitbeschäftigung gewarnt. Mindestens 215 Menschen wurden in jüngster Zeit im Zusammengang mit Karaoke-Sitzungen positiv getestet. Laut Wirtschaftsminister Nishimura ist das Singen eine Beschäftigung, die besonders bei Rentnern und älteren Menschen beliebt ist.
Menschen sitzen eng an einem Tisch, zwei haben Face Shields auf und singen in Mikrofone.
Ein Karaoke-Treffen in Japan im Juli. (Yomiuri Shimbun)
+++ Die Zahl der Covid-Patienten auf deutschen Intensivstationen steigt. Während gestern um 6.30 Uhr laut "DIVI"-Intensivregister 2.769 Menschen mit positivem Coronatest dort lagen, waren es heute zur gleichen Zeit 2.883 - ein Anstieg von über 110.
+++ Bundesfamilienministerin Giffey fordert mehr Coronatests für Kinder und Jugendliche. So lange flächendeckendes Impfen nicht möglich sei, müsse das Testen vor dem Besuch von Kitas und Schulen ausgeweitet werden, sagte die SPD-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dabei sollten Selbsttests zur Anwendung kommen. Dies schaffe mehr Sicherheit und unterbreche Infektionsketten, meinte Giffey. An den weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen erhält jeder Schüler allerdings bis zum Beginn der Osterferien am 29. März zunächst nur einen einzigen Corona-Selbsttest. Das teilte das Schulministerium mit. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Schüler sich einmal pro Woche freiwillig unter Aufsicht in der Schule selbst testen können.
+++ Die Gewerkschaft GEW hat kritisiert, dass Schüler und Lehrer zu Präsenzunterricht verpflichtet würden, obwohl nicht genügend Tests vorhanden seien. Dadurch steige die Gefahr von Infektionen, die in die Familien getragen werden könnten.
+++ Der brasilianische Präsident Bolsonaro wechselt mitten in einer Corona-Welle erneut seinen Gesundheitsminister aus - zum vierten insgesamt Mal. Interims-Minister Eduardo Pazuello werde sein Amt verlieren, auf ihn solle Marcelo Queiroga folgen, sagte Bolsonaro. Bis zur Amtsübernahme würden noch zwei bis drei Wochen vergehen. Queiroga ist Präsident der kardiologischen Gesellschaft Brasiliens. Sein Vorgänger Pazuello war zuvor General und verfügte über keine Erfahrung aus dem medizinischen Bereich.
Montag, 15. März
+++ Weitere europäische Staaten setzen die Impfungen mit Astrazeneca aus - darunter Slowenien, Portugal und Zypern. Im Gegensatz zu anderen EU-Staaten hält Österreich mehreren Medienberichten zufolge an Impfungen mit AstraZeneca fest. Das nationale Impfgremium habe am Abend eine entsprechende vorläufige Empfehlung ausgesprochen, heißt es.
+++ Angesichts steigender Zahlen von Reisenden in den USA hat die US-Gesundheitsbehörde CDC eindringlich zur Einhaltung der Schutzmaßnahmen aufgerufen. Die Infektionszahlen entwickelten sich zwar in die richtige Richtung, sagte CDC-Direktorin Walensky, aber ob da so bleibe, hänge vom Verhalten der Bürgerinnen und Bürger ab. Die Behörden hatten am Freitag mehr als 1,35 Millionen Reisende an US-Flughäfen registriert - den höchsten Wert seit dem Einbruch der Zahlen wegen der Pandemie vor knapp einem Jahr.
+++ Estlands Ministerpräsidentin Kallas ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Angaben der Staatskanzlei in Tallinn habe die Regierungschefin des baltischen EU- und Nato-Landes leichtes Fieber, zeige bislang aber keine anderen Symptome und fühle sich im Allgemeinen gut. Das 1,3-Millionen-Einwohner-Land weist nach Angaben der EU-Behörde ECDC aktuell eine der höchsten Infektionsraten in Europa auf.
+++ CDU-Chef Laschet befürchtet, dass der vorläufige Stopp der Astrazeneca-Impfungen die Impfkampagne empfindlich beeinträchtigt. Man habe darauf gesetzt, jetzt sehr schnell und viel impfen zu können, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident am Abend im ZDF. Und nun sei ein Impfstoff nicht mehr da, jedenfalls nicht in den nächsten Tagen. Darauf müsse die Politik reagieren. Am Mittwochabend werde es Gespräche zwischen Bund und Ländern geben. Der CSU-Vorsitzende Söder sprach sich dafür aus, das Präparat von Astrazeneca nach einer wissenschaftlichen Überprüfung für alle Willigen freizugeben. Bei diesem Impfstoff sollten die geltenden Priorisierungen ausgesetzt werden, sagte Söder im ARD-Fernsehen.
+++ Der Reiseforscher Jürgen Schmude befürchtet, dass die verstärkten Buchungen von Reisen auf die Ferieninsel Mallorca "ein zweites Ischgl" nach sich ziehen könnten. Grundsätzlich sei dieser Ansturm eine Katastrophe, sagte der Professor für Tourismuswirtschaft und Nachhaltigkeit an der Universität München dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland". Er habe große Sorge, dass der Mallorca-Ansturm ein erneutes Ansteigen der Fallzahlen verursachen werde.
+++ Oslo führt angesichts wachsender Neuinfektionszahlen seine bislang striktesten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ein. Unter anderem dürfen die Einwohner der norwegischen Hauptstadt vorübergehend nicht mehr als zwei Gäste im Eigenheim begrüßen, wie der Vorsitzende der städtischen Regierung, Johansen, bekanntgab. Alle Schüler ab der achten Klasse und in den weiterführenden Schulen stellen komplett auf Digitalunterricht um, viele Schüler der fünften bis siebten Jahrgänge müssen ebenfalls auf Homeschooling ausweichen.
+++ Nach Astrazeneca will auch der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson seinen Corona-Impfstoff teilweise in Dessau in Sachsen-Anhalt produzieren. Die Firma IDT Biologika teilte mit, dass sie das Mittel abfüllen und verpacken werde. Dafür stünden ab sofort für zunächst drei Monate Kapazitäten zur Verfügung. Der Impfstoff von Johnson & Johnson ist der vierte, den die EU zugelassen hat.
Schachteln des Impfstoffs von der Johnson & Johnson-Tochter Janssen COVID-19 werden bei der McKesson Corporation sind in einem Karton gestapelt.
Coronavirus - Impfstoff von Johnson&Johnson (Pool AP/Timothy D. Easley)
+++ Als Folge der sofortigen Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen in Deutschland müssen einzelne Impfzentren ihren Betrieb einstellen. "In Berlin betrifft die Aussetzung die Corona-Impfzentren Tegel und Tempelhof, die vorübergehend geschlossen werden, das Impfen der Mitarbeitenden in den Krankenhäusern sowie das Pilotprojekt für Impfungen durch niedergelassene Ärzte", teilt die Landesregierung mit. Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium erklärt, alle bereits vereinbarten Termine mit diesem Impfstoff könnten vorerst nicht stattfinden und würden abgesagt. Weitere Informationen dazu, was der Rückschlag für die Impfkampagne bedeutet, finden Sie hier.
+++ Nach der vorsorglichen Aussetzungen der Astrazeneca-Impfungen in mehreren europäischen Ländern will die Europäische Arzneimittelbehörde am Donnerstag auf einer Sondersitzung die neue Informationslage über das Vakzin bewerten. Zurzeit sei man weiter der Überzeugung, dass die Vorteile von Astrazeneca bei der Verhinderung einer Corona-Infektion mit der Gefahr eines tödlichen Verlaufs größer seien als das Risiko durch Nebenwirkungen. Auch der Beratungsausschuss der Weltgesundheitsorganisation trifft sich morgen, um über den Astrazeneca-Impfstoff zu diskutieren.
+++ Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Brysch, kritisierte den Impfstopp mit Astrazeneca. Spahn zünde damit einen "Flächenbrand". Durch den Impfstopp werde massiv Vertrauen in der Bevölkerung verspielt, so Brysch. Der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach bezeichnete das Vorgehen der Bundesregierung als "großen Fehler". Das Risiko einer Thrombose läge in der Größenordnung von 1 zu 100.000 oder weniger und scheine im Vergleich zu Ungeimpften nicht erhöht zu sein, sagte Lauterbach der "Rheinischen Post".
+++ Die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca sind in Deutschland vorsorglich ausgesetzt. Die Bundesregierung folgt damit einer Empfehlung des Paul-Ehrlich-Instituts. Zuvor waren neue Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung bekannt geworden. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte in Berlin, es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Mehrere Bundesländer erklärten, dass bereits vereinbarte Termine mit diesem Impfstoff vorerst nicht stattfinden können und von den zuständigen Stellen abgesagt werden.
+++ Auch Frankreich und Italien kündigten inzwischen an, die Impfungen mit Astrazeneca vorübergehend einzustellen. Frankreich wolle bis zur Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA den Impfstoff erstmal nicht mehr einsetzen, sagte Frankreichs Präsident Macron. Er sprach von einer Vorsichtsmaßnahme angesichts möglicher Nebenwirkungen. Auch Spanien setzt Impfungen mit dem Mittel von Astrazeneca aus, wie der Radiosender Cadena SER berichtet. Dies gelte für einen Zeitraum von mindestens 15 Tagen.
Ein blau behandschuhte Hand hält ein Fläschchen mit dem Covid-Impfstoff von AstraZeneca und präpariert eine Spritze. 
AstraZeneca-Impfstoff (picture alliance / /dpa-Zentralbild / Ronny Hartmann)
+++ Der Schweizer Pharma-Auftragshersteller Lonza kann die Produktion des Coronavirus-Impfstoffs der US-Botechnologiefirma Moderna hochfahren. Die Aufsichtsbehörde Swissmedic hat die Betriebsbewilligung für weitere Produktionslinien im Lonza-Werk Visp im Kanton Wallis erteilt. Auf insgesamt drei Produktionslinien soll Wirkstoff für 300 Millionen Impfdosen pro Jahr hergestellt werden.
+++ Nach dem Anstieg der Urlaubsbuchungen für die Ferieninsel Mallorca hat die Bundesregierung dazu aufgerufen, wegen der Corona-Pandemie auf touristische Reisen zu verzichten. Entsprechend äußerte sich Regierungssprecher Seibert in Berlin. Das Auswärtige Amt erklärte, das Fehlen einer Reisewarnung sei keine Einladung zum Reisen. Die Entscheidung müsse aber jeder für sich treffen.
Die Bundesregierung appelliert mit Nachdruck an die Länder, die sogenannte Corona-Notbremse einzuhalten – also gegebenfalls Lockerungen rückgängig zu machen und den Lockdown wieder in Kraft zu setzen. Doch erste Landkreise und eine Stadt scheren bereits aus.
+++ Trotz der steigenden Infektionszahlen haben viele weiterführende Schulen den Präsenzunterricht wieder aufgenommen. So werden in Nordrhein-Westfalen auch die Klassenstufen 5 bis 10 wieder in einer eingeschränkten Form in den Klassenräumen unterrichtet. Um die Zahl der Kontakte zu begrenzen, sind die Klassen und Kurse in der Regel in Gruppen geteilt. In Bayern dürfen in Landkreisen mit einer Inzidenz unter 100 die Klassenräume ebenfalls wieder öffnen.
+++ Russland wird eigenen Angaben zufolge seinen Corona-Impfstoff Sputnik V auch in Deutschland produzieren. Zudem seien Herstellungsabkommen mit anderen EU-Ländern wie Frankreich und Spanien abgeschlossen worden, teilten die russischen Impfstoff-Entwickler mit. Von deutscher Seite gibt es noch keine Bestätigung für diese Angaben.
+++ Wegen des weiter nur schleppenden Verlaufs bei den Corona-Impfungen fordert CSU-Chef Söder einen Exportstopp für das in Europa hergestellte Vakzin von Astrazeneca. "Es kann nicht sein, dass aus Europa heraus ständig Impfstoff abfließ", sagte der bayerische Ministerpräsident vor einer Sitzung des CSU-Vorstands in München. Zudem müsse mit den USA über die Probleme gesprochen werden. "Es kann nicht sein, dass die USA an der Stelle Impfstoff vielleicht hortet und umgekehrt Europa darauf wartet."
+++ Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. Zur Begründung verwies der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Karagiannidis, im rbb-Hörfunk unter anderem auf die britische Mutante. Es gelte, eine starke dritte Welle zu verhindern.
Deutschland setzt die Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca fort. Das Gesundheitsministerium erklärt, man nehme die Berichte über Blutgerinnsel bei Geimpften aber ernst und prüfe sie gründlich. Nach Dänemark haben inzwischen mehrere weitere europäische Länder die Impfungen mit diesem Wirkstoff vorerst ausgesetzt, darunter die Niederlande.
+++ Anders als in mehreren europäischen Ländern soll in Deutschland weiter auch mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca geimpft werden. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mit. Zugleich hieß es, man nehme die Berichte über Blutgerinnsel bei Geimpften aber ernst und prüfe sie gründlich. Das Thema werde in dieser Woche auch eingehend mit dem Robert Koch-Institut erörtert.
+++ Sowohl die niedrige Beteiligung als auch der hohe Anteil an Briefwahlstimmen bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz sind nach Einschätzung des Landeswahlleiters deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie. Die Zahl der Nichtwähler stieg um mehr als 200.000 Menschen. "Die Corona-Pandemie dürfte dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet haben", schrieb Landeswahlleiter Marcel Hütter in einer Analyse. Die Wahlbeteiligung von 64,4 Prozent blieb um sechs Punkte hinter der Landtagswahl 2016 zurück. Fast zwei Drittel der Wählerinnen und Wähler - 65,9 Prozent - machten diesmal von der Briefwahl Gebrauch. Das waren rund doppelt so viele wie 2016.
Ein Wählerin wirft in einem Wahllokal ihren Stimmzettel in die Wahlurne.
Die Pandemie hat sich auf die Wahlen ausgewirkt - bei der Beteiligung an sich ebenso wie bei der Briefwahl. (dpa)
+++ Der Deutsche Lehrerverband hat trotz steigender Corona-Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen vor erneuten Schulschließungen gewarnt. "Wenn wir nicht wollen, dass die überwiegende Mehrzahl der Schulen wieder auf Distanzunterricht umsteigen muss, weil dort die 100-er Inzidenzgrenze überschritten wird, müssen wir jetzt sofort die Impfungen von Lehrkräften an allen Schularten vorziehen, alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal wöchentlich testen", sagte der Präsident Meidinger der "Rheinischen Post".
+++ Die seit Montag voriger Woche möglichen Corona-Lockerungen beim Einkaufen sehen die Brandenburger Einzelhändler skeptisch. "Erste Befragungen landesweit haben ergeben: Ein großes Geschäft ist damit nicht zu machen", sagte Wolfgang Krampmeier vom Handelsverband Berlin-Brandenburg. Es sei mehr Aufwand als Nutzen bislang. Niemand sei mit der Verordnung zufrieden. "Wir brauchen die nächste Lockerung", betonte er. Es gebe regional Gebiete, in denen die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus weiter gesunken sei.
+++ Die Corona-Krise hat den privaten Konsum in Deutschland stark gedrosselt. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, gaben die Haushalte im vergangenen Jahr preisbereinigt 5,0 Prozent weniger aus als ein Jahr zuvor. Es handele sich um den größten Rückgang seit 1970.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 6.604 neue Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind 1.593 mehr als heute vor einer Woche. 47 neue Todesfälle wurden registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter an auf jetzt 82,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.
+++ Die BBC berichtet über einen freiwilligen Helfer in einem Krankenhaus in Nordirland, der die Pandemie fotografisch dokumentiert.
+++ Niedersachsens Wirtschaftsminister Althusmann schlägt vor, das Robert Koch-Institut mit einer neuen Art der Risiko-Berechnung zu beauftragen. Der CDU-Politiker sagte der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung", der Inzidenzwert müsse dringend weiterentwickelt werden zu einem "gewichteten Risikowert". Einfließen sollten etwa die Lage in den Krankenhäusern und regionale Entwicklungen in Hotspots. Zur Begründung sagte Althusmann, es müsse nachvollziehbar bleiben, welche Freiheiten aus welchen Gründen eingeschränkt würden. "Es ist für die Niedersachsen kaum erklärbar, dass sie jetzt nach Mallorca fliegen, aber nicht im eigenen Land reisen können", sagte der Wirtschaftsminister.
+++ In den Niederlanden beginnt heute die Parlamentswahl unter Corona-Bedingungen. Um Warteschlangen zu vermeiden, haben die Wahllokale drei Tage lang geöffnet.
+++ New York hat an die Bürgerinnen und Bürger erinnert, die an Covid-19 gestorben sind. Genau vor einem Jahr war in der Stadt der erste Corona-Todesfall bestätigt worden. Seitdem wurden dort mehr als 30.000 Opfer gezählt. Auf der Gedenkveranstaltung spielten Musiker der New Yorker Philharmoniker. Bürgermeister de Blasio betonte, mittlerweile seien mehr New Yorker an Corona gestorben als durch den Zweiten Weltkrieg, den Vietnam-Krieg, den Wirbelsturm Sandy und die Anschläge vom 11. September 2001 zusammen.
Sonntag, 14. März
+++ Immer mehr Länder setzen die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca aus. Die Niederlande wollen bis zum 29. März den Impfstoff nicht mehr verwenden. Zuletzt war bekannt geworden, dass auch Irland das Vakzin vorerst nicht verimpft. Die Gesundheitsbehörde in Dublin erklärte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die man nach einem Bericht der norwegischen Arzneimittelbehörde über weitere Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften ergreife.
+++ Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen hat der SPD-Gesundheitspolitiker Lauterbach unter anderem einen Schulstopp bis Ostern gefordert. Die Virusmutationen breiteten sich vor allem bei jüngeren Menschen rasant aus, sagte er der "Rheinischen Post". Lauterbach bezeichnete es als Fehler, die Schulen ohne flächendeckend funktionierende Testabläufe zu öffnen.
+++ Für Paris wird womöglich ein neuer Lockdown wegen des Coronavirus verhängt. "Die Situation ist angespannt und verschlechtert sich in der Region zusehends", sagte der Chef der französischen Gesundheitsbehörde, Salomon, dem Fernsehsender BFM. Sollte ein Lockdown nötig sein, werde dieser beschlossen. Eine landesweite Ausgangssperre, die ab 18.00 Uhr gilt, sei in einigen Gegenden "nicht genug" gewesen, um einen Anstieg von Fällen mit dem Coronavirus zu verhindern, betonte Salomon.
+++ Wegen der reduzierten Liefermengen des Impfstoffs von AstraZeneca stoppt Hamburg die Vergabe von Impfterminen für unter 80-Jährige. Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde sagte der Deutschen Presse-Agentur, bereits vereinbarte Termine würden eingehalten. Dafür würden alle noch im Lager befindlichen Dosen benötigt. Neue Termine könnten erst vergeben werden, wenn neue Lieferungen einträfen.
Impfzentrum der KVH und Sozialbehörde Hamburg in den Messehallen.
Impfzentrum der KVH und Sozialbehörde Hamburg in den Messehallen. Die Hansestadt soll in den kommenden zwei Wochen nur noch jeweils 4.800 Dosen des Impfstoffes von AstraZeneca erhalten, ursprünglich waren gut 26.000 Dosen zugesagt. (IMAGO / Joerg Boethling)
+++ Seitdem die spanische Insel Mallorca nicht mehr auf der Liste der Corona-Risikogebiete steht, sind die Buchungen für Flüge dorthin deutlich gestiegen. Die Lufthansa-Tochter Eurowings etwa richtete für die Osterferien rund 300 Zusatzverbindungen nach Mallorca ein. Diese seien rasch ausgebucht gewesen, teilte das Unternehmen mit. Das Robert Koch-Institut hatte am Freitag die Balearen-Inseln und weitere Gebiete Spaniens von der Liste der Risikogebiete gestrichen. Seit Mitternacht sind Reisen dorthin wieder ohne Quarantäne möglich. Allerdings muss ein negativer PCR-Test vorgelegt werden.
+++ Auch Irland setzt die Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca aus - aus Sorge vor möglichen schweren Nebenwirkungen. Die Gesundheitsbehörde in Dublin erklärte, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, die man nach einem Bericht der norwegischen Arzneimittelbehörde über weitere Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften ergreife. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Blutgerinnseln und den Impfungen gibt, ist bislang nicht geklärt. Die Weltgesundheitsorganisation und die Europäische Arzneimittelbehörde traten Zweifeln an der Sicherheit des Impfstoffs entgegen.
Deutschland setzt den AstraZeneca-Impfstoff weiter ein. Die Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts und weitere Stellungnahmen zum Thema finden Sie hier.
+++ Einige Corona-Soforthilfen der Bundesregierung sind offenbar für die Finanzierung von Terroraktivitäten missbraucht worden. Die Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet unter Berufung auf Berliner Strafverfolgungsbehörden berichtet, dass Staatsschutz und Staatsanwaltschaft mehr als hundert Ermittlungsverfahren gegen Einzelpersonen, Moscheevereine und Vereinigungen führen, die dem islamistischen Spektrum zugerechnet werden. Die Behörden prüfen demnach, ob Corona-Soforthilfen kassiert wurden, ohne dass ein Anspruch bestand. Die Gelder sollen unter anderem in Kriegsgebiete des Nahen Ostens geflossen sein.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 10.790 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind rund 2.700 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz stieg weiter auf 79. Gestern hatte dieser Wert 76,1 betragen. Das RKI hat zudem 70 weitere Todesfälle registriert, 26 weniger als vor einer Woche. Insgesamt sind in Deutschland 73.371 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.
+++ Nach der Aufhebung der Reisewarnungen für Mallorca und andere Urlaubsgebiete im Ausland fordert der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Bareiß, auch Urlaub in Deutschland wieder zu ermöglichen. Der CDU-Politiker sagte der Deutschen Presse-Agentur, für ihn wäre es schwer vorstellbar, dass auf Mallorca Urlaub möglich sei, aber im Schwarzwald Hotels noch geschlossen blieben. "Das wäre eine ganz bittere Botschaft", so Bareiß. Wie es mit den Hotels in Deutschland weitergeht, wollen Bund und Länder am 22. März entscheiden.
Kurz vor den Osterferien ist weiter offen, in welchem Umfang Urlaub im In- und Ausland möglich ist. Die aktuell gültigen Regeln haben wir hier für Sie zusammengetragen.
Ein Mann und eine Frau gehen über die Promenade am Strand von Arenal.
Mallorca während der Corona-Pandemie (dpa / Clara Margais)
+++ Der Lockdown kostet die deutsche Wirtschaft nach Schätzungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft allein im ersten Quartal dieses Jahres rund 50 Milliarden Euro. Der Direktor des IW, Hüther, sagte der "Bild am Sonntag", der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts durch die Corona-Krise belaufe sich damit bislang auf 250 Milliarden Euro. Hüther spricht von rund 5.000 "Zombie-Unternehmen", die nur noch existierten, weil die Insolvenzpflicht ausgesetzt sei. Auf der anderen Seite schätzt der Verband Deutsches Reisemanagement, dass seit Beginn der Pandemie rund 50 Milliarden Euro eingespart wurden, weil Dienstreisen ausfielen.
+++ Im Streit um die Impfstrategie der Europäischen Union hat EU-Kommissions-Vizepräsident Timmermans Versäumnisse eingeräumt. Bei der Bestellung der Mittel seien sowohl in Brüssel als auch in den Mitgliedstaaten Fehler gemacht worden, sagte Timmermans dem "Tagesspiegel am Sonntag". Sechs Länder haben sich wegen der Verteilung von Impfdosen offiziell bei EU-Ratspräsident Michel und Kommissionspräsidentin von der Leyen beschwert, darunter Österreich und Tschechien.
+++ Intensivmediziner befürchten, dass sich in der Corona-Pandemie der Personalmangel auf Intensivstationen weiter verschärft. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Marx, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, in der beginnenden dritten Welle der Pandemie hielte das Pflegepersonal derzeit aus Pflichtgefühl noch durch, die Frage sei aber, was danach komme. Einer Umfrage zufolge überlegt derzeit etwa ein Drittel aller Pflegerinnen und Pfleger, aus dem Beruf auszusteigen.
Im Infektionszimmer für Covid-19-Patienten auf der Interdisziplinären internistischen Intensivtherapiestation (ITS) der Universitätsmedizin Rostock pflegt Uta Kautz einen Patienten im künstlichen Koma. Für die Mitarbeiter auf der Intensivstation ist nicht nur der psychische Druck groß, sondern auch die körperliche Belastung bei der Versorgung der Patienten.
Infektionszimmer für Covid-19-Patienten in der Universitätsmedizin Rostock (dpa/dpa-Zentralbild/picture alliance/Bernd Wüstneck)
+++ Die Lieferprobleme beim Corona-Impfstoff von AstraZeneca haben Konsequenzen für die Impfkampagnen in Deutschland. In Berlin werden nach Angaben von Gesundheitssenatorin Kalayci neue Termine gestreckt. Thüringen stoppt die Terminvergabe in den Impfzentren und verschiebt den Beginn von Impfungen durch Hausärzte. Dort war eigentlich ein Modellprojekt vorgesehen. Der britisch-schwedische Konzern AstraZeneca hatte am Freitag angekündigt, statt 220 Millionen Dosen Impfstoff nur 100 Millionen an die EU-Staaten zu liefern. Der Vorsitzende der EVP, Weber, forderte einen Exportstopp, solange Astrazeneca seine Zusagen nicht erfülle. Der CSU-Politiker sagte der "Welt am Sonntag", es entstehe der Eindruck, dass das Unternehmen andere Länder gegenüber der EU bevorzuge.
+++ In mehreren Städten hat es wieder Proteste gegen die Corona-Auflagen gegeben. In Dresden versammelten sich am Samstag trotz des Verbots einer "Querdenken"-Demonstration mehrere Hundert Personen. Viele trugen keine Maske und achteten auch nicht auf Mindestabstände. Sperren wurden durchbrochen und Polizisten bedrängt. Nach jüngsten Angaben wurden zwölf Einsatzkräfte verletzt.
Demonstranten und Polizisten stehen während einer Kundgebung am Congresszentrum.
Polizisten in Dresden (dpa-Zentralbild)
In Berlin protestierten mehrere Hundert Menschen vor dem Bundesgesundheitsministerium gegen Grundrechtseinschränkungen. In München löste die Polizei eine Versammlung unter anderem wegen Verstößen gegen Maskenpflicht und Mindestabstand auf. In Stuttgart wurde ein Fernsehteam angegriffen.
+++ Mallorca und die anderen Balearen-Inseln gelten offiziell nicht mehr als Corona-Risikogebiet. Ab heute sind Reisen dorthin wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Auf den Balearen werden derzeit 21 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen registriert. Der Grenzwert für die Einstufung als Risikogebiet liegt bei 50. Der Reiseveranstalter Tui hat angekündigt, die Ostersaison vorzuziehen und ab dem 21. März Flüge nach Mallorca anzubieten. Auch für einige spanische Festlandregionen und den Norden Portugals ist die Quarantänepflicht ab heute aufgehoben.
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