Freitag, 03. Dezember 2021

Newsblog zum Coronavirus+++ Entwicklungen vom 2. bis 7. Januar +++

Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 26.391 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. In der Debatte um den zeitlichen Abstand zwischen erster und zweiter Schutzimpfung gibt es unterschiedliche Ansichten. Weltweit haben sich über 86 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Weitere Entwicklungen im Newsblog.

07.01.2021

Eine medizinische Fachkraft hält eine Impfdosis zwischen zwei Fingern in die Kamera
Wieviel Zeit darf vergehen zwischen erster und zweiter Schutzimpfung gegen das Coronavirus? (dpa-Zentralbild)
Die aktuellen Entwicklungen finden Sie hier in unserem Newsblog.
Donnerstag, 7. Januar
+++ Deutschland wird über EU-Verträge nun mehr Impfdosen der Firma BioNTech bekommen. War bisher von rund 55 Millionen Impfdosen ausgegangen worden, so rechnet das Gesundheitsministerium nun mit gut 60 Millionen Impfdosen. Grund dafür ist, dass nicht alle anderen EU-Partner den ihnen zustehenden Anteil abnehmen wollen. Zusammen mit den 30 Millionen Dosen aus bilateralen Vereinbarungen bezieht Deutschland demnach nun rund 90 Millionen.
+++ Spanien hat die Schwelle von zwei Millionen bestätigten Coronavirus-Fällen überschritten.
+++ Frankreich lässt Restaurants, Kinos und Museen den ganzen Januar geschlossen. Die landesweite nächtliche Ausgangssperre wird mindestens bis zum 20. Januar gelten. Zudem wird darüber nachgedacht, die Skigebiete während der Februar-Ferien geschlossen zu halten.
+++ Einer Studie zufolge steigen die Überlebenschancen schwer erkrankter Covid-19-Patienten durch die Arthritismedikamente Actemra von Roche oder Kevzara von Sanofi. Die noch nicht begutachteten Ergebnissen der Studie des Imperial College London zeigten, dass sich die Sterblichkeitsrate dank der die körpereigene Abwehr unterdrückenden Arzneien um 8,5 Prozentpunkte reduzierte.
+++ Nach Einschätzung von Kanzleramtschef Braun könnte der derzeitige Lockdown noch längere Zeit erforderlich sein, um die Corona-Zahlen entscheidend zu senken. Braun sagte den Sendern RTL und n-tv, die Neuinfektionen seien zwar etwas zurückgegangen. Wenn es aber in dieser Geschwindigkeit weitergehe, dauere es noch 15 Wochen, bis die Sieben-Tage-Inzidenz wie angestrebt unter 50 komme. Der CDU-Politiker nannte Versäumnisse im Oktober als Grund für die aktuell zugespitzte Corona-Lage und die damit verbundenen Einschränkungen. Ausdrücklich bezog er sich dabei auf die Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober, als die Länderchefs die von Kanzlerin Merkel geforderten schärferen Schutzmaßnahmen verhindert hatten. Damals sei die zweite Welle der Pandemie bereits erkennbar gewesen, so Braun.
Helge Braun bei einer Pressekonferenz
Kanzleramtschef Helge Braun (imago stock&people)
+++ Die IG Metall fordert, die Schutzmaßnahmen in der Arbeitswelt erneut zu prüfen. Die Betriebe sollten ihren Infektionsschutz nachschärfen, falls nötig. Die Pandemie mache vor den Werkstoren und Büros nicht halt. Von der Politik verlangt die Gewerkschaft klarere Vorgaben zur Nutzung des Home-Office. Die Gewerkschaft verwies auf Umfrage-Ergebnisse der Böckler-Stiftung, nach denen der Anteil der Zuhause tätigen Arbeitnehmer zuletzt wieder deutlich gesunken sei.
+++ Es lassen sich immer mehr Menschen in Deutschland gegen SARS-CoV-2 impfen: Die Zahl ist laut RKI im Vergleich zum Vortag um mehr als 46 000 gestiegen. Seit dem Beginn der Impfkampagne ist das Mittel damit nun über 400.000 Menschen gespritzt worden. Obwohl sich laut einer Umfrage etwa zwei Drittel der Deutschen gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, lehnt die Mehrheit eine Impfpflicht ab, auch, wenn dies bedeuten würde, dass die Maßnahmen für Geimpfte gelockert würden.
+++ In Estland steigen trotz strenger Corona-Maßnahmen die Infektionszahlen weiter an. Heute wurden mit 1104 Fällen erstmals mehr als 1000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
Damit wurden in dem baltischen EU-Land mit 1,2 Millionen Einwohner seit Beginn der Pandemie fast 32.000 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet. 265 Erkrankte starben.
Ein leerer Bahnsteig auf einem bahnhof in Tallinn, Estland.
Estland hatte bereits Mitte März umfangreiche Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie verhängt. (picture alliance /dpa /Sputnik /Oleg Lastochkin)
Nach Angaben der EU ist die Entwicklung in Estland derzeit schlechter als in Deutschland. Die Regierung in Tallinn die Beschränkungen im Dezember verschärft und das öffentliche Leben zurückgefahren.
+++ Angesichts der neuen Variante des Corona-Erregers in Europa zeigt sich die WHO besorgt. Die Variante sei bereits in 22 von 53 Ländern der Region entdeckt worden, warnte WHO-Europadirektor Kluge in Kopenhagen. Ohne verstärkte Anstrengungen, die Ausbreitung der neuen Variante zu verlangsamen, gerieten die Gesundheitssysteme noch weiter unter Druck. Die Mutation des Coronavirus war zunächst in Großbritannien festgestellt worden. Sie gilt als deutlich ansteckender als die Ursprungsform.
+++ Wie lang kann man warten zwischen erster und zweiter Schutzimpfung gegen das Coronavirus, ohne die Wirkung zu verfehlen? Eine Debatte, die die Gemüter zusehends erhitzt: Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Wieler, sagte, wenn dazwischen ein zu langer Zeitraum liege, könne die Wirkung schwach ausfallen. Bei Infektionen könnte das zu Varianten des Virus führen. Ähnlich äußerte sich die Virologin Eckerle von der Universitätsklinik Genf im ZDF. Dagegen hatte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Falk, im Deutschlandfunk erklärt, anhand von vorliegenden Daten komme man zu dem Schluss, dass bei einer Zeitspanne von bis zu 60 Tagen noch ein Impferfolg gewährleistet sei.
Weitere Einblicke in die Debatte können Sie hier nachlesen.
Vorbereitete Spritzen für die anstehenden Corona-Impfungen liegen in einer Schale bereit. Zum Impfstart in Hessen werden am Universitätsklinikum die ersten Impfdosen verabreicht. Am Sonntag haben die Corona-Impfungen mit dem Covid-19 Impfstoff von Biontech/Pfizer in Deutschland begonnen.
Coronavirus – Impfbeginn Hessen (picture alliance/dpa / Andreas Arnold)
+++ Wegen der rasant steigenden Zahl von Corona-Patienten geraten Krankenhäuser in Großbritannien immer stärker unter Druck. Besonders Kliniken in London sind kurz vor der Überlastung und könnten schon in weniger als zwei Wochen keine Kapazitäten mehr haben, berichtete das "Health Service Journal" unter Berufung auf eine Präsentation des Gesundheitsdiensts NHS. Selbst im besten Fall würden in der Hauptstadt zum 19. Januar insgesamt 2.000 Betten, darunter Intensivplätze, fehlen. Mit Stand 4. Januar wurden landesweit etwa 30.500 Corona-Patienten in Krankenhäusern betreut, fast ein Drittel mehr als beim Höchststand im Frühjahr.
+++ Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 26.391 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1.070 weitere Todesfälle registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner liegt bei rund 122 Neuansteckungen. Am höchsten ist sie in Sachsen mit rund 270, am niedrigsten in Bremen mit 74.
+++ Auf das Thüringer Terminvergabeportal für die Corona-Impfungen hat es laut dem Gesundheitsministerium einen Cyberangriff gegeben. Zum Start des Onlineportals am 30. Dezember seien mehr als 158.000 Anfragen an den Server geschickt worden, so dass dieser überlastet wurde, bestätigte ein Ministeriumssprecher. Das Problem habe kurzfristig behoben werden können. Allerdings seien Impftermine verfallen, da mehrere hundert Betroffene in dieser Zeit auf Buchungsanfragen keinen Bestätigungslink erhalten hätten.
+++ In der vergangenen Woche wurden deutschlandweit rund 790.000 Labortests auf das Coronavirus registriert. Das war ein weiterer deutlicher Rückgang gegenüber der Weihnachtswoche. Mitte Dezember waren noch rund 1,6 Millionen Tests in einer Woche erfasst worden. Der Anteil der positiven Ergebnisse an allen Labortests stieg über den Jahreswechsel auf 16 Prozent. In den beiden Wochen zuvor hatte die Positivrate bei rund 12 Prozent gelegen.
Röhrchen mit den Abstrichen von Personen, die sich in einem Corona-Testzentrum einem PCR-Test unterzogen haben
Röhrchen mit den Abstrichen von Personen, die sich in einem Corona-Testzentrum einem PCR-Test unterzogen haben (imago/Sven Simon)
+++ Das Tübinger Unternehmen Curevac hat zur weiteren Entwicklung seines Corona-Impfstoffs einen Kooperationsvertrag mit dem Bayer-Konzern geschlossen. Der Pharmahersteller aus Leverkusen soll die noch laufende Phase-Drei-Studie und anschließend die Zulassungsverfahren und den Aufbau von Lieferketten unterstützen. Curevac rechnet im März mit ersten Ergebnissen aus der für eine Zulassung entscheidenden Studie. Die Europäische Union hat rund 400 Millionen Dosen vorbestellt.
+++ Die Berliner Charité hat in der Coronapandemie von heute an ein striktes Besuchsverbot verhängt. Es solle bis Ende des Monats gelten, erklärte ein Sprecher. Bei der anhaltend angespannten Lage müssten mögliche Infektionswege von außen in die Kliniken verhindert werden. Ausgenommen seien allein Besuche bei Kindern unter 16 Jahren und Schwerstkranken.
+++ Japan hat für die Hauptstadt Tokio und drei angrenzende Regionen den Notstand ausgerufen.
+++ China meldet den höchsten Anstieg von Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit mehr als fünf Monaten. In der Provinz Hebei rund um die Hauptstadt Peking wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden 90 neue Fälle innerhalb weniger Tage gemeldet. Verkehrsverbindungen mit Bussen, Zügen und Flugzeugen in die Provinzhauptstadt Shijiazhuang seien weitgehend unterbrochen, hieß es. Einige Wohngebiete seien abgeriegelt worden. Die elf Millionen Einwohner würden nun getestet.
Mittwoch, 6. Januar
+++ Weltweit haben sich über 86,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. An oder mit dem Virus gestorben sind 1,872 Millionen, wie eine Erhebung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten ergibt. Am stärksten betroffen sind die USA mit über 20,96 Millionen Infektionen und 357.135 Todesfällen.
+++ Die US-Seuchenbehörde CDC hat nach eigenen Angaben bislang mehr 5,3 Millionen Impfdosen verabreicht. Insgesamt seien 17,3 Millionen Dosen ausgeliefert worden.
Joe Biden bekommt eine Spritze in den Oberarm gesetzt.
Joe Biden erhält seine Corona-Impfung (AP / Carolyn Kaster)
+++ In Irland werden die meisten Schulen sowie Baustellen für mindestens drei Wochen geschlossen. Um die Ausbreitung des Virus zu bremsen, werden die Beschränkungen weiter verschärft, teilt Ministerpräsident Micheal Martin mit.
+++ In der Schweiz bleiben die Corona-Schutzmaßnahmen trotz deutlich höherer Infektionszahlen als in Deutschland verhältnismäßig locker. Die Regierung verhängte keine Ausgehbeschränkungen und vielerorts bleiben die Geschäfte offen. Treffen im Freundeskreis mit bis zu zehn Personen sind auch weiter erlaubt. Viele Skigebiete und Hotels sind geöffnet, und sie dürfen hauseigene Gäste in ihren Restaurants bedienen.
+++ In Großbritannien hat die Regierung hat die Prüfungen zur mittleren Reife (GCSE) und zur Hochschulreife (A-Level) für dieses Jahr gestrichen. Stattdessen solle die Leistung der Schüler von ihren Lehrern eingestuft werden, sagte Bildungsminister Williamson im Unterhaus in London.
+++ Weil auch in den nächsten Wochen Schulen für Präsenzunterricht in Deutschland mehrheitlich geschlossen bleiben, erweitern ARD und ZDF ihre Bildungsangebote. Unter dem Motto "Schule daheim" sendet der Bildungskanal ARD-alpha ab dem kommenden Montag werktags zwischen 9 und 12 Uhr Lernformate für alle Schularten und Fächergruppen. Zudem werde es ab Montag auf allen Plattformen des Kinderkanals von ARD und ZDF (KiKA) für insgesamt drei Wochen Sonderprogramme geben. In der ZDF-Mediathek und auf dem korrespondierenden YouTube-Kanal finden sich bereits Angebote unter dem Titel "Terra X plus Schule".
+++ In China hat ungeachtet der Corona-Pandemie ein großes Winterfest mit Millionen erwarteten Besuchern begonnen. Riesige Schneelabyrinthe, beleuchtete Türme und aus Eisblöcken geschlagene Paläste sind errichtet worden. Das diesjährige Eis-Festivals in der chinesischen Stadt Harbin konnte trotz kleinerer Corona-Ausbrüche eröffnet werden.
+++ In der Diskussion um Impfstoffmengen gegen das Coronavirus hält es die Deutsche Gesellschaft für Immunologie, DGFI, für möglich, den zeitlichen Abstand zwischen erster und zweiter Impfung zu vergrößern. DGFI-Präsidentin Falk sagte im Deutschlandfunk, Tierversuche legten nahe, dass man bis zu 60 Tage warten könne, damit ein Impferfolg noch gewährleistet sei. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU), kündigte bereits an, dass es in Deutschland trotz der zunächst knappen Anzahl an Impfdosen voraussichtlich keine zeitliche Verzögerung der zweiten Dosis geben wird.
+++ Frankreich will in den kommenden Wochen mehrere hundert Impfzentren eröffnen, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal in Paris an. Die Zahl der Krankenhäuser, die Impfungen durchführen, habe sich außerdem verdreifacht. In Frankreich sind im Vergleich zu anderen Staaten seit Start der Impfkampagne vergleichsweise sehr wenig Menschen geimpft worden - nämlich nur einige Tausend.
+++ Ein Tag trauriger Rekorde:
  • Weltweit starben heute innerhalb eines Tages nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP 15.790 Menschen mit oder an Covid - das ist ein neuer Höchstwert. Seit Ende Dezember 2019 sind nach offiziellen Zahlren rund 1,87 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben.
  • USA: Innerhalb eines Tages starben innerhalb von 24 Stunden 3.936 weitere Menschen an oder mit dem Virus - ein neuer Höchststand. Die Gesamtzahl der Toten liegt in den Vereinigten Staaten nun bei mehr als 357.000.
  • Großbritannien: Das Land meldet den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei der Anzahl neuer Corona-Fälle. Die Behörden zählen 62.322 Positiv-Tests. Am Montag waren 60.916 Fällen gemeldet worden.
  • Portugal: Der Gesundheitsbehörde zufolge wurden 10.027 Neuinfektionen und damit ein Rekordwert binnen eines Tages registriert.
+++ Die Europäische Kommission hat dem Corona-Impfstoff der US-Firma Moderna die Zulassung erteilt. Das teilte Kommissionspräsidentin von der Leyen mit. Zuvor hatte die Arzneimittelbehörde EMA den Einsatz empfohlen. Es ist die zweite Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU. Der Wirkstoff von Biontech/Pfizer wird bereits seit Ende Dezember verimpft. Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet im ersten Quartal mit einer Lieferung von knapp zwei Millionen Dosen des Moderna-Impfstoffes. Die ersten Lieferungen könnten in der nächsten Woche eintreffen.
Wie haben den Stand der Entwicklung von Impfstoffen gegen das Coronavirus in unserem Beitrag zusammengefasst.
Das Rennen um Impfstoffe gegen das Coronavirus ist auf der Zielgeraden – doch auf der Strecke bleibt dabei offenbar die Suche nach wirkungsvollen Medikamenten, die das Leiden von Covid-19-Erkrankten lindern können. Die Bundesregierung hat nun angekündigt, die Medikamentenforschung mit zunächst 50 Millionen Euro zu stützen. Ein Überblick über den Stand der Forschung.
Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Moderna
Ein Fläschchen des Corona-Impfstoffs von Moderna (imago / ZUMA / Meg Mclaughlin)
+++ Die Zahl der weltweit registrierten Corona-Todesfälle innerhalb eines Tages hat einen neuen Höchstwert erreicht. Rund um den Globus starben innerhalb 24 Stunden bis Mittwoch laut einer auf amtlichen Angaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP 15.790 Menschen mit oder an Corona und damit so viele wie noch nie. Weltweit starben seit Ende Dezember 2019 nach offiziellen Zahlren rund 1,87 Millionen Menschen nach einer Infektion mit dem Virus, mehr als 86 Millionen Menschen infizierten sich.
+++ Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Einsatz des Corona-Impfstoffs vom US-Konzern Moderna genehmigt. Der zuständige Ausschuss habe die Zulassung empfohlen, teilte die EMA in Brüssel mit. Die finale Entscheidung muss nun von der Europäischen Kommission gefällt werden. Deren Zustimmung gilt aber als sicher. Es wäre die zweite Zulassung für einen Covid-19-Impfstoff in der Europäischen Union. Der Wirkstoff von Biontech/Pfizer wird bereits seit Ende Dezember verimpft.
+++ In Großbritannien soll das Lockdown-Gesetz mit Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen bis Ende März in Kraft bleiben. Premierminister Johnson sagte im Parlament in London, das bedeute nicht, dass alle Restriktionen auch wirklich bis dahin gelten sollten. Vielmehr gehe es darum, einen steten, kontrollierten und faktenbasierten Übergang zu ermöglichen. Johnson betonte, die Lockdown-Maßnahmen würden ständig überprüft und so rasch wie möglich beendet. Es sei wichtig, dass die Menschen zunächst zu Hause blieben.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn rechnet damit, dass die ersten Lieferungen des Moderna-Impfstoffs kommende Woche in Deutschland eintreffen.
+++ Der FDP-Vorsitzende Lindner hat die jüngsten Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern kritisiert. Beim digitalen Dreikönigstreffen sagte er, die Pandemie habe Auswirkungen auf die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft. Der Gesundheitsschutz sei natürlich ein hohes Gut, es gehe aber darum, dafür das möglichst mildeste Mittel zu wählen. Die neue Kontaktbeschränkung, wonach ein Hausstand nur noch einen weiteren Menschen treffen dürfe, schieße über das Ziel hinaus, meinte Lindner. Er kritisierte auch die Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 Kilometern in Corona-Hotspots.
+++ Luxemburg will seine Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie lockern. Laut Premierminister Bettel dürfen Geschäfte ab kommenden Montag unter strengen Auflagen wieder öffnen. In den Schulen starte wieder der Präsenzunterricht, auch Sport- und Kultureinrichtungen könnten unter Auflagen wieder öffnen. Restaurants und Kneipen bleiben bis Ende Januar geschlossen. Auch die strengen Kontaktbeschränkungen sollen weiterhin gelten.
Der saarländische Ministerpräsident Hans kritisierte die geplanten Lockerungen im Nachbarland. Er halte dies angesichts der hohen Inzidenzzahlen für verantwortungslos, sagte er im Saarländischen Rundfunk. Angesichts enger Verknüpfungen zwischen Luxemburg und Großbritannien bestehe die Gefahr einer Ausbreitung der mutierten Form des Coronavirus.
+++ In Bayern werden wegen der Corona-Krise die Faschingsferien abgesagt. Die eigentlich vom 15. bis 19. Februar geplante Ferienwoche werde es nicht geben, in der Zeit könne Unterricht nachgeholt werden, der wegen der Pandemie ausgefallen sei, teilte Ministerpräsident Söder (CSU) nach einer Sondersitzung des bayerischen Kabinetts in München mit.
+++ In Tschechien haben die Krematorien in fast allen Region ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Innenminister Hamacek begründete das mit der hohen Zahl von Corona-Toten. Am schlimmsten sei es in der Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien. Aus der dortigen Industriestadt Ostrava sollen nun Leichen zur Einäscherung in die 150 Kilometer entfernte Kleinstadt Hustopece gebracht werden. Derweil erreichte die Zahl der Neuinfektionen in Tschechien einen neuen Höchststand. Am Mittwoch meldeten die Behörden 17.278 Fälle innerhalb von 24 Stunden - so viele wie noch nie an einem Tag. Tschechien hat rund 10,7 Millionen Einwohner.
+++ Bundespräsident Steinmeier hat den Sternsingern in einer Videobotschaft für ihr Engagement gedankt. Zugleich bedauerte er, dass der Besuch der Sternsinger im Schloss Bellevue in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht möglich gewesen sei. Er nannte die Sternsinger einen Lichtblick in dieser schwierigen Zeit. Bei dem katholischen Brauch gehen die Sternsinger traditionell von Tür zu Tür und hinterlassen den Segensspruch "C+M+B" an den Haustüren.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender empfangen Sternsinger im Kostüm vor dem Schloss Bellevue. 
Im vergangenen Jahr empfing Bundespräsident Steinmeier Sternsinger aus Passau. (dpa/Bernd von Jutrczenka)
+++ Der FDP-Bundestagsabgeordnete Cronenberg hat einen Skiurlaub über den Jahreswechsel in der Schweiz als Fehler gewertet. Er verstehe die Kritik und bitte um Entschuldigung, teilte der 58-Jährige auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Trotz seiner kritischen Haltung gegenüber der Corona-Politik der Großen Koalition hätte er seine Vorbildfunktion als Bundestagsabgeordneter wahrnehmen müssen, räumte Cronenberg ein. Das Nachrichtenportal "Sauerlandkurier.de" hatte über die Reise des Arnsberger Unternehmers und FDP-Politikers berichtet. Demnach war Cronenberg mit seiner Familie im Kanton Wallis.
Der FDP-Politiker Carl-Julius Cronenberg am 29.05.2020 im Bundestag
Der FDP-Politiker Carl-Julius Cronenberg am 29.05.2020 im Bundestag (dpa-Zentralbild)
+++ Die Weltgesundheitsorganisation hat kritisiert, dass China den Beginn einer internationalen Untersuchung zu den Ursprüngen des Coronavirus verzögert. Generaldirektor Tedros sagte in Genf, er sei enttäuscht darüber, dass WHO-Experten ihre Reise in die Volksrepublik gestern nicht hätten antreten können. Sie sollten unter anderem klären, wie sich das Virus vor gut einem Jahr in der Region Wuhan ausbreiten konnte. Zwei Forscher hatten sich schon auf den Weg gemacht, als die chinesischen Behörden plötzlich weitere Einreisedokumente verlangten.
Das Außenamt in Peking begründete die Verzögerung damit, dass noch Vorbereitungen getroffen werden müssten. China hatte eine internationale Mission zur Erforschung des Coronavirus lange Zeit abgelehnt. Das Land wehrt sich gegen die Darstellung, dass die Pandemie in Wuhan ihren Ausgang nahm. Staatsmedien verweisen auf unbestätigte Berichte, wonach es mögliche Sars-CoV-2-Infektionen schon im Herbst 2019 in anderen Ländern gegeben haben könnte.
+++ Als letzter EU-Staat haben nun auch die Niederlande mit ihrem Impfprogramm gegen das Coronavirus begonnen. Die erste Spritze erhielt die Mitarbeiterin eines Pflegeheims. Der Start der Impfkampagne war nach massiver Kritik um zwei Tage vorgezogen worden. Die meisten anderen EU-Staaten hatten schon Ende Dezember begonnen, das Mittel des deutschen Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer einzusetzen.
Zahlreiche EU-Staaten stehen wegen ihrer Impf-Strategien in der Kritik - neben den Niederlanden auch Deutschland. Ein Überblick
+++ Bundesfinanzminister Scholz hat die gestern beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verteidigt. Im ARD-Fernsehen betonte der SPD-Politiker, das Land befinde sich ja nicht in einem kompletten Lockdown. Vielmehr werde in der Industrie und in den Firmen gearbeitet, oft eben auch im Homeoffice. Finanziell könne der Staat dies noch lange durchhalten. Voraussichtlich werde die Staatsverschuldung geringer sein als nach der weltweiten Finanzkrise durch die Lehman-Pleite 2008.
Die Beschlüsse von Bund und Ländern zum weiteren Vorgehen gegen die Corona-Pandemie im Überlick
Mit Blick auf die Impfstrategie der Bundesregierung wies Scholz den Eindruck zurück, die SPD habe mit ihrer Kritik an Gesundheitsminister Spahn einen Vorwahlkampf eingeläutet. Es gehe vielmehr um die Frage, wie genügend Impfstoff beschafft werden könne. Darüber wolle man heute im Kabinettsausschuss beraten.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1.019 neue Todesfälle registriert, damit stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Virusinfektion auf 36.537. Eine Interpretation der aktuellen Daten bleibt allerdings schwierig, weil um die Weihnachtstage und den Jahreswechsel die Corona-Fälle nur verzögert erfasst und übermittelt wurden.
+++ In den USA ist bei der Zahl der täglichen Corona-Todesopfer ein neuer Höchststand erreicht worden. Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore starben innerhalb von 24 Stunden 3.936 weitere Menschen an oder mit dem Virus. Die Gesamtzahl der Toten liegt in den Vereinigten Staaten nun bei mehr als 357.000. Das sind die meisten weltweit. In Bezug auf die Bevölkerungszahl liegen die USA hier an fünfter Stelle.
Von dramatischen Entwicklungen berichten unter anderem Gesundheitsämter und Politiker in Südkalifornien. Rettungskräfte im Bezirk Los Angeles sind gemäß einer Anordnung inzwischen angewiesen, bestimmte Patienten mit geringer Überlebenschance nicht mehr in Kliniken zu bringen. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Krankenhäuser nur noch in absoluten Notsituationen aufzusuchen. Auch Sauerstoff für Covid-19-Patienten ist knapp und soll rationiert werden. Laut Anweisung soll das Verabreichen von Sauerstoff auf Patienten mit niedriger Sauerstoffsättigung im Blut von weniger als 90 Prozent begrenzt werden.
+++ In den Kommunen stoßen die neuen Corona-Regelungen teilweise auf Kritik. Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Sager, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, er befürchte, dass mit den Kontaktverboten zu mehr als einer Person außerhalb des eigenen Haushalt der Bogen überspannt werde. Man bringe damit große Teile der Bevölkerung in Schwierigkeiten, auf deren Mitmachen man angewiesen sei.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßte den bis Ende Januar verlängerten Lockdown grundsätzlich. Hauptgeschäftsführer Landsberg sagte der "Rheinischen Post", er frage sich jedoch, wie der Beschluss, dass sich Menschen in besonderen Risikogebieten nur noch in einem Radius von 15 Kilometern von ihrem Wohnsitz bewegen dürften, in der Praxis umgesetzt werden könne.
+++ Bundeskanzlerin Merkel berät heute mit den zuständigen Ministern darüber, wie mehr Impfstoff gegen das Coronavirus produziert werden kann. Teilnehmen wollen Bundesgesundheitsminister Spahn, Wirtschaftsminister Altmaier, Kanzleramtschef Braun und Finanzminister Scholz. Mehrere Bundesländer und die Opposition, aber auch die Regierungspartei SPD hatten zuletzt eine nicht ausreichende und zu langsame Versorgung mit Impfstoff kritisiert.
Dienstag, 5. Januar
+++ Die Kontaktbeschränkungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden wegen der weiter hohen Infektionszahlen verschärft. Darauf haben sich Bund und Länder bei ihren Beratungen in Berlin verständigt.
Kontaktbeschränkungen
Private Treffen sind wie schon im Frühjahr nur noch mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes erlaubt. Diese Regelung ist nicht an eine bestimmte Inzidenzzahl geknüpft. Bisher waren Treffen mit bis zu fünf Personen gestattet.
Bewegungsfreiheit
In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner können Länder nach dem Infektionsschutzgesetz zur Einschränkung den Bewegungsradius auf 15 Kilometer um den Wohnort anordnen. Dies gilt, sofern kein triftiger Grund vorliegt. Einkaufen, Reisen und tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar. Nach aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts überschreiten derzeit 67 Landkreise in Deutschland den Schwellenwert von 200. Spitzenreiter sind die Landkreise Meißen (493), Altenburger Land (463) und Vogtland (435), die in Sachsen und Thüringen liegen.
Schulen und Kitas
Im Beschluss heißt es: Die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen müssten "bis Ende Januar verlängert werden". Was das im Einzelnen bedeutet, war auch im Laufe des Dienstagabands nicht ganz klar. Das nordrhein-westfälische Kabinett will etwa am Mittwoch in einer Sondersitzung entscheiden, wie es an Kitas und Schulen weitergeht. In Baden-Württemberg will die grün-schwarze Landesregierung auf Basis neuer Zahlen in der kommenden Woche entscheiden, ob Kitas und Grundschulen ab 18. Januar öffnen dürfen.
Arbeit
Arbeitgeber werden dringend gebeten, Homeoffice-Möglichkeiten zu schaffen. Betriebskantinen werden geschlossen, wo immer die Arbeitsabläufe es zulassen. Zulässig bleibt die Abgabe von mitnahmefähigen Speisen und Getränken. Ein Verzehr vor Ort ist untersagt.
Handel und Gastronomie
Der Einzelhandel, Bars und Restaurants bleiben mindestens bis zum Ende des Monats geschlossen. Die Maßnahmen waren bisher bis zum 10. Januar befristet. Seit dem 16. Dezember gelten eine Schließung von weiten Teilen des Handels und der Gastronomie.
Impfungen
Allen Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen soll noch im Januar ein Impfangebot gemacht werden. Aus Regierungskreisen hieß es, man wolle die Produktionskapazitäten von Impfstoff in Deutschland wie etwa bei der Firma Biontech ausbauen - geplant ist das in Marburg. Insgesamt sollen bis Mitte Februar weitere 2,7 Millionen Impfdosen von Biontech ausgeliefert werden.
Kinderbetreuung
Eltern sollen sich in diesem Jahr doppelt so lange für Kinder krankschreiben lassen dürfen wie üblich. Das sogenannte Kinderkrankengeld pro Elternteil wird von 10 auf 20 Tage erhöht. Alleinerziehende können es demnach für 40 statt 20 Tage erhalten. Der Anspruch soll auch für die Fälle gelten, in denen eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird, weil die Schule oder der Kindergarten beziehungsweise die Klasse oder Gruppe pandemiebedingt geschlossen ist oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt wurde.
Reisen
Die Regeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten im Ausland werden noch einmal verschärft. Ab dem 11. Januar müssen sie nicht nur für zehn Tage in Quarantäne, sondern sich auch 48 Stunden vor oder unmittelbar nach Einreise zwingend auf das Virus testen lassen. Bei Einreisen aus Gebieten, in denen mutierte Virusvarianten vorkommen, wird die Bundespolizei die Einhaltung der besonderen Einreisebestimmungen verstärkt kontrollieren. Die Länder stellen sicher, dass die Kontrolle der Quarantäne in solchen Fällen ebenfalls verstärkt mit besonderer Priorität wahrgenommen wird, ebenso die Nachverfolgung von Fällen beim Auftreten solcher Virusvarianten in Deutschland.
+++ Israels Regierung will mit einem härteren Corona-Lockdown die Infektionsdynamik bremsen. Nach einer erneuten Zunahme der Fälle beschloss das Kabinett eine Verschärfung der geltenden Restriktionen. Diese soll nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag um Mitternacht in Kraft treten und zwei Wochen andauern.
+++ In mehreren europäischen Ländern gibt es Kritik an den Impfstrategien der Regierungen.
In Italien bemängelte der nationale Ärzteverband, es stünden 60.000 Mediziner bereit, die täglich mehr als eine Million Menschen impfen könnten. Von staatlicher Seite habe sich aber noch niemand beim Verband gemeldet.
In Lettland trat die Gesundheitsministerin zurück, nachdem Regierungschef Karins ihr das Misstrauen ausgesprochen hatte. Er begründete das mit dem Fehlen eines klaren Impfplans.
Der niederländische Ministerpräsident Rutte räumte angesichts des späten Impfstarts Fehler ein.
+++ Der Deutsche Pflegerat hat an die Pflegekräfte appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Das diene dem eigenen Schutz und dem Schutz der von ihnen betreuten Menschen, erklärte Ratspräsident Wagner in Berlin. Auch der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Westerfellhaus, hatte im Deutschlandfunk an das Pflegepersonal appelliert, sich immunisieren zu lassen.
+++ Der Epidemiologe Michael Meyer-Hermann fordert eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen. Meyer-Hermann sagte im Deutschlandfunk, die Kontrolle über die Pandemie sei verloren gegangen. Unser Land verzeichne dramatische Todeszahlen von zwischen 500 und 1.000 am Tag. Die anlaufende Impfung helfe noch nicht gegen das epidemische Geschehen. Die wiederholt verlängerten bisherigen Lockdowns machten die Menschen fertig und ruinierten die Wirtschaft. Um dem ein schnelles Ende zu setzen, sei jetzt ein effektiverer Lockdown nötig.
+++ Der Medizinstatistiker Gerd Antes sieht wegen der hohen Corona-Infektionszahlen keine schnelle Rückkehr in die Normalität.
Dadurch dass es an den Feiertagen einen "totalen Einbruch" der Testaktivitäten gegeben habe, könne man derzeit gar nicht sagen, wie sich das Infektionsgeschehen in Deutschland entwickele, sagte Antes im Deutschlandfunk. Zudem kritisierte er generell die Verlässlichkeit der Datenerhebung. Anstatt auf die tägliche Zahl der Neuinfizierten zu achten, müssten die Daten viel differenzierter betrachtet werden.
+++ Der Apotheker im US-Bundesstaat Wisconsin, der absichtlich hunderte Dosen Corona-Impfstoff zerstört hat, tat dies aufgrund eines Verschwörungsmythos.
Das Aurora Medical Center Grafton in Wisconsin.
Das Aurora Medical Center Grafton in Wisconsin. (www.imago-images.de)
Die örtliche Bezirksstaatsanwaltschaft erklärte, der Mann sei der Überzeugung, dass das Vakzin der Firma Moderna die menschliche DNA verändern könne. Der Apotheker hatte in der vergangenen Woche zugegeben, zahlreiche Ampullen mit dem Impfstoff absichtlich aus der Kühlung eines Krankenhauses im Ort Grafton genommen und dadurch unbrauchbar gemacht zu haben. Da er sie später wieder zurückstellte, wurden Dutzende Menschen mit dem unwirksamen Mittel geimpft. Der Mann wurde nach dem Vorfall entlassen und verhaftet.
+++ Bundeskanzlerin Merkel will morgen mit den zuständigen Ministern darüber beraten, wie mehr Impfstoff gegen das Coronavirus produziert werden kann.
Teilnehmen werden Bundesgesundheitsminister Spahn, Wirtschaftsminister Altmaier, Kanzleramtschef Braun und Finanzminister Scholz. Aus Spahns Ministerium verlautete, bei dem Treffen solle erörtert werden, ob und wie eine zusätzliche Produktion von Impfstoffen in Deutschland koordiniert und unterstützt werden könne. Mehrere Bundesländer und die Opposition, aber auch die Regierungspartei SPD hatten zuletzt eine nicht ausreichende und zu langsame Versorgung mit Impfstoff kritisiert.
+++ In England könnte der dritte harte Lockdown bis März aufrechterhalten werden.
Staatssekretär Gove sagte dem Sender "Sky News", vor dem Land lägen "sehr, sehr schwierige Wochen". Es sei nicht "mit Sicherheit" vorherzusagen, ob die Einschränkungen, die bisher für sechs Wochen angeordnet sind, Mitte Februar aufgehoben werden könnten. Im März sollte es möglich sein, einige der Beschränkungen aufzuheben, sagte Gove - "aber nicht zwangsläufig alle". Mit Hilfe des Lockdowns soll die Ausbreitung der neuen Virus-Mutante eingedämmt werden. Schulen werden geschlossen, und es gilt eine Ausgangssperre.
+++ Bundeskanzlerin Merkel hat mit dem russischen Präsidenten Putin über eine mögliche Zusammenarbeit beider Länder bei der Impfstoffproduktion gesprochen. Dies teilte der Kreml in Moskau mit. Bei dem Telefonat seien weiterführende Gespräche der Gesundheitsministerien vereinbart worden. Details wurden nicht genannt. Russland hatte Mitte August den Impfstoff "Sputnik V" für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben. Mittlerweile wurde ein zweiter Impfstoff registriert.
Inzwischen sind weltweit mehrere Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen. Doch die Entwicklung geht weiter. Hier haben wir den aktuellen Stand zusammengefasst.
+++ Nach heftiger Kritik am schleppenden Start der Corona-Impfkampagne in Frankreich hat die Regierung Verbesserungen versprochen. Frankreich werde "in den kommenden Tagen unsere Nachbarn einholen", versicherte Gesundheitsminister Véran im Sender RTL. Die Impf-Strategie werde "verstärkt, beschleunigt und vereinfacht". Bis zum 1. Januar wurde das Vakzin von Biontech-Pfizer in Frankreich 516 Menschen verabreicht - gegenüber rund 200.000 Impfungen in Deutschland im gleichen Zeitraum. Kritiker sprachen von einem "Skandal".
Doch auch in Deutschland steht die Impf-Strategie der Regierung in der Kritik.
+++ In Belgien läuft nach einer einwöchigen Testphase die großflächige Impfaktion gegen das Coronavirus an. Wie die Nachrichtenagentur Belga berichtet, sollen ab heute wöchentlich rund 87.000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer im ganzen Land verabreicht werden. Zunächst sind Mitarbeiter und Bewohner von Pflegeheimen an der Reihe. Anschließend folgen Beschäftigte im Gesundheitswesen. In der Testphase waren nur rund 700 Freiwillige in einigen Pflegeheimen geimpft worden.
+++ Die dänische Regierung will die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus nach Medienberichten verschärfen. Die Zeitung "Jyllands-Posten" schreibt, die Maßnahme solle im Laufe des Tages verkündet werden. Demnach sollen künftig nur noch Treffen von fünf Personen erlaubt sein. Bisher sind es zehn.
+++ Die Maßnahmen gegen den Ansturm von Schnee-Touristen in der Eifel-Gemeinde Hellenthal scheinen zu wirken.
Die Lage sei etwas entspannter, erklärte ein Vertreter der 8.000-Einwohner-Gemeinde am Dienstag. Der Ausflugsort war am Wochenende trotz Corona-Pandemie von Tausenden Ausflüglern besucht worden und hatte ein Verkehrschaos erlebt. Daraufhin sperrte die Stadt die Parkplätze an Ausflugszielen ab. Lifte am Skigebiet und Schneewanderwege waren bereits vorher gesperrt. In Winterberg im Sauerland sind Pisten und Parkplätze seit Sonntag gesperrt.
+++ Die Corona-Warnapp wird laut einer Studie vor allem von Menschen aus Risikogruppen und von jüngeren Menschen genutzt. Männer nutzten sie zudem eher als Frauen, erläuterten Forscher der Ruhr-Uni Bochum und der Humboldt-Universität Berlin. Menschen, die die Warnapp nicht nutzen, sind ihren Untersuchungen zufolge im Durchschnitt älter, weiblich und gesünder. Sie vertrauten zudem anderen Menschen im Allgemeinen weniger. Insgesamt wurden 1.972 Deutsche im Alter von 18 bis 88 Jahren befragt.
+++ Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 944 weitere Todesfälle verzeichnet. Damit sind die Fallzahlen im Vergleich zu gestern wieder gestiegen. Im Vergleich zum Dienstag vor einer Woche sanken sie jedoch um rund eintausend Fälle. Um Weihnachten und den Jahreswechsel hatten die Daten weniger Aussagekraft, weil Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz betrug 134,7. Ziel der Bundesregierung ist es, den Wert auf unter 50 zu drücken.
+++ In Brasilien sind die nach offiziellen Angaben ersten beiden Fälle der in Großbritannien entdeckten und besonders ansteckenden Variante des Coronavirus in dem Land aufgetreten. Dies teilte das Gesundheitssekretariat des Bundesstaates São Paulo mit. Brasilien ist einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Mehr als 7,75 Millionen Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, 196.500 Patienten sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. São Paulo ist einer der am meisten betroffenen Bundesstaaten des Landes.
+++ Auch Mexiko hat den Coronavirus-Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca und der Universität Oxford zugelassen. Die staatliche Kommission zum Schutz vor Gesundheitsrisiken erteilte am Montag nach eigenen Angaben eine Notfallzulassung des Vakzins. In Lateinamerika hatten vor Mexiko bereits Argentinien und El Salvador das Präparat zugelassen. Der Impfstoff von Astrazeneca wies in Studien eine geringere Wirksamkeit auf als das Präparat von Biontech/Pfizer auf, kann aber mit weniger Aufwand gelagert werden und ist deutlich günstiger. Er wird derzeit von den europäischen Zulassungsbehörden geprüft.
Montag, 4. Januar
+++ Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen hat die britische Regierung erneut einen Lockdown für ganz England angeordnet. Die Schulen bleiben generell geschlossen und sollen nur noch Fernunterricht anbieten. Die Arbeitnehmer sollen von zu Hause aus arbeiten und die Bevölkerung nur noch für Arztbesuche oder andere notwendige Aktivitäten das Haus verlassen. Premierminister Johnson sagte in einer Fernsehansprache, man müsse mehr tun, um die sich schnell ausbreitende Virus-Mutation unter Kontrolle zu bringen. Am Montag wurden in Großbritannien 59.000 Neuinfektionen sowie 407 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.
+++ Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA wird nun doch nicht mehr heute über eine Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Konzerns Moderna entscheiden. Die Beratungen seien noch nicht abgeschlossen und würden am Mittwoch fortgesetzt, teilte die in Amsterdam ansässige Behörde am Abend mit. Zuvor hatte es noch geheißen, die Entscheidung könnte noch am Montag fallen.
+++ Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, fordert einen Corona-Sonderurlaub zur Kinderbetreuung. "Es ist Eltern nicht zuzumuten, jetzt schon ihren Jahresurlaub zur Betreuung der Kinder zu nehmen, der dann in den Ferien fehlt", sagt Schneider dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Wenn Arbeitgeber die Möglichkeiten zu Homeoffice nicht bieten oder dies in Unternehmen nicht möglich ist, schauen Eltern in die Röhre." Für diese Familien müsse die Politik nun etwas tun.
+++ Wer aus der Pandemie wirtschaftlichen Vorteil zieht, sollte nach Ansicht von Bundesentwicklungsminister Müller einen Beitrag für Impfkampagnen in ärmeren Ländern leisten. Er denke an Konzerne wie Amazon, Google, Facebook oder Apple und andere, sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Diese machten derzeit hohe Milliardengewinne. Deswegen fände er es angemessen, wenn sie sich an der Bewältigung der Krise beteiligten und die internationale Plattform Covax mitfinanzierten. Covax soll weltweit für eine faire Verteilung der Impfstoffe sorgen.
+++ Die Bundesregierung verteidigt die Impfstoff-Beschaffung über die EU gegen Kritik. "Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg war und ist", sagt Regierungssprecher Seibert. Zwar habe Deutschland zunächst mit drei anderen EU-Ländern eine Impf-Allianz gestartet, die aber offen für weitere Staaten gewesen sei. Da sich daran immer mehr beteiligen wollten, habe man das Vorhaben dann der EU insgesamt übergeben. Diese habe auch mehr Verhandlungsmacht.
Ein Mitarbeiter der Asklepios Klinik wird von einem Kollegen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Zahlreiche Mitarbeiter der Klinik haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen.
Die Impfungen gegen das Coronavirus haben begonnen (dpa)
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn lässt Möglichkeiten prüfen, um die Impfungen gegen das Coronavirus zu beschleunigen. Dabei geht es um die Frage, ob sich der zeitliche Abstand zwischen den beiden vorgesehenen Impfdosen des Vakzins von Biontech und Pfizer vergrößern lässt. In der Folge könnten dann mehr Menschen mit der ersten Dosis geimpft werden.
+++ In Großbritannien sind schärfere Corona-Maßnahmen im Kampf gegen die rasch steigenden Infektionszahlen laut Premierminister Boris Johnson unvermeidlich. "Wenn man sich die Zahlen ansieht, dann ist es keine Frage, dass wir härtere Maßnahmen ergreifen müssen, und wir werden diese zu gegebener Zeit bekanntgeben." Die Regierung werde alles unternehmen, um das Virus unter Kontrolle zu halten. "Vor uns liegen harte Wochen."
In Großbritannien und Südafrika haben sich Mutationen des Coronavirus verbreitet. Vor allem die britische Variante ist inzwischen in vielen weiteren Ländern nachgewiesen worden. Politik und Wissenschaft sind aufmerksam bis alarmiert – doch wie gefährlich sind die Virus-Varianten überhaupt? Darüber gibt es inzwischen mehr Erkenntnisse.
+++ In Großbritannien wird seit heute auch mit dem Vakzin des Unternehmens AstraZeneca und der Universität Oxford gegen das Coronavirus geimpft. Es hatte in der vergangenen Woche die Zulassung der Gesundheitsbehörde erhalten. Als erstem wurde einem 82-jährigen Dialyse-Patienten an der Oxforder Universitätsklinik der Impfstoff gespritzt. Zunächst stehen nach Regierungsangaben 530.000 Dosen dieses Vakzins zur Verfügung. Insgesamt hat Großbritannien 100 Millionen Dosen bei AstraZeneca bestellt. Das Mittel aus Oxford kann bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden, was die Logistik deutlich vereinfacht. In der EU ist es noch nicht zugelassen.
Die Impfungen mit dem Serum von Biontech und Pfizer sind schon vor einigen Tagen angelaufen - auch in Deutschland. Viele haben darauf gewartet, doch die verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit der Zulassung verunsichert auch. Es stellt sich unter anderem die Frage nach möglichen Nebenwirkungen. Mehr dazu hier.
+++ Österreich verlängert den landesweiten Lockdown nach Angaben aus Regierungskreisen um eine weitere Woche. Ursprünglich sollten die strengen Einschränkungen bis zum 18. Januar aufrecht erhalten bleiben, nun gelten sie bis zum 24. Januar. Die Opposition hatte sich gegen eine probeweise Lockerung durch sogenanntes Freitesten gestellt. Damit sollten alle, die einen negativen Corona-Test vorweisen können, ab dem 18. Januar in die dann wieder geöffneten Geschäfte gehen dürfen. Für alle ohne Test sollte dies erst eine Woche später erlaubt sein.
+++ Zum Schutz vor der Corona-Pandemie insbesondere während des chinesischen Neujahrsfestes werden in der Volksrepublik derzeit massenhaft Menschen geimpft. In Peking standen tausende Menschen für das Vakzin des chinesischen Herstellers Sinopharm Schlange, wie auf Bildern des staatlichen Fernsehsenders CCTV zu sehen war. Seit der Zulassung des Impfstoffs am Freitag seien bereits mehr als 73.000 Menschen geimpft worden, berichteten Staatsmedien am Sonntag.
Das Foto zeigt Impfungen in Peking.
Das Foto zeigt Impfungen in Peking. (imago)
Wie hoch liegt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland? Wie ist die Infektionslage in den einzelnen Bundesländern? Wie viele Menschen werden auf Intensivstationen behandelt? Diese und andere Zahlen aktualisieren wir täglich. Sie finden Sie hier.
+++ Der Gesundheitsausschuss des Bundestages trifft sich heute zu einer Sondersitzung, um über die Impfstrategie gegen das Coronavirus in Deutschland zu beraten. Der gesundheitspolitische Sprecher der Linken-Bundestagsfraktion, Kessler, wirft der Bundesregierung und den Bundesländern schwere Versäumnisse vor. Er sprach im Deutschlandfunk wörtlich von "völligem Staatsversagen". Die Impfungen liefen nur schleppend an und kein Mensch wisse, wieviele Impfdosen tatsächlich zur Verfügung stünden. Kessler forderte bundeseinheitliche Maßnahmen. Bundesregierung und Bundestag müssten genaue Grenzwerte festlegen, damit die Bevölkerung verlässlich wisse, wann sie womit zu rechnen habe.
+++ Der US-Virologe Fauci warnt vor einer Verschlechterung der Corona-Lage.
+++ Die Corona-Krise macht aus Sicht des Grünen-Kovorsitzenden Habeck die Dringlichkeit einer Digitalsteuer deutlich. Habeck sagte der Deutschen Presse-Agentur, die lokalen Geschäfte schlössen zugunsten des Pandemieschutzes, und die Innenstädte drohten auszusterben. Die großen Online-Händler dagegen machten das Geschäft des Jahrhunderts. Doch sie zahlten im Vergleich zum Buchladen um die Ecke viel weniger Steuern, kritisierte der Grünen-Vorsitzende. Sie nutzten Infrastruktur wie Breitband-Internet und Straßen, beteiligten sich aber kaum an der Finanzierung.
+++ Das vergangene Jahr mit den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie war nach Ansicht der Verfassungsrechtlerin Markard in bestimmter Hinsicht ein gutes Jahr für die Grundrechte. Markard sagte im Deutschlandfunk, bei harten Einschnitten und Maßnahmen, die die Freiheitsrechte eingrenzten, hätten Gerichte schnell reagiert. Im Rückblick auf das vergangene Jahr habe der Rechtsstaat funktioniert. Zudem sei viel über Grundrechte diskutiert worden. Die Mehrheit der Bevölkerung habe verstanden, dass es bei diesen Fragen immer um eine Abwägung gehe.
Die Kultusministerinnen und -minister der Bundesländer beraten heute darüber, wie und in welcher Unterrichtsform es an den Schulen weitergehen soll. Zuletzt war die Skepsis gegenüber einer Rückkehr zum Präsenzunterricht nach dem 11. Januar gewachsen. Ein Überblick.
+++ Die Gesundheitsbehörden haben dem Robert-Koch Institut innerhalb von 24 Stunden 9.847 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg im gleichen Zeitraum um 302. Die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner liegt bei 139,4. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, fallen die Zahlen zu Beginn der Woche erfahrungsgemäß geringer aus.
+++ In der Diskussion über die deutsche Impfstrategie sieht der Vorsitzende der Jungen Union, Kuban, den Föderalismus an seinen Grenzen. Er sagte der Zeitung "Die Welt", in besonderen Krisefällen müsse der Bund den Rahmen vorgeben.
s+++ In Japan erwägt die Regierung nach den Worten von Ministerpräsident Suga, wegen steigender Infektionszahlen erneut den Notstand auszurufen. Von April bis Mai vergangenen Jahres galt diese Regelung bereits. Die Menschen wurden etwa vor zu vielen Kontakten gewarnt und aufgerufen, von zu Hause aus zu arbeiten. Einen harten Lockdown gab es in Japan noch nie.
Sonntag, 3. Januar
+++ In Norwegen hat Ministerpräsidentin Solberg weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus angekündigt. Damit die Epidemie nicht außer Kontrolle gerate, müsse das Sozialleben in den nächsten zwei Wochen heruntergefahren werden, erklärte Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo. Restaurants und Bars dürften landesweit keinen Alkohol mehr ausschenken. Auch werde es untersagt, Gäste nach Hause einzuladen. Zuvor hatte die Regierung bereits eine Aussetzung der Vorlesungen an Universitäten bis zum 18. Januar angekündigt.
+++ Papst Franziskus hat im Anschluss an das wöchentliche Mittagsgebet Kritik an denjenigen geübt, die trotz geltender Corona-Lockdowns über die Feiertage Urlaub im Ausland gemacht haben. Er verweist auf Medienberichte, wonach zahlreiche Menschen mit Flugreisen den Einschränkungen entkommen wollten, um anderswo ihren Spaß zu haben. Diese Leute hätten nicht an diejenigen gedacht, die zu Hause geblieben seien, wirtschaftliche Probleme hätten oder krank seien. Das habe ihn sehr traurig gemacht, betonte der Papst. Aber alle könnten sich dafür einsetzen, gemeinsam etwas mehr füreinander da zu sein, auch wenn es die Versuchung gebe, sich nur um die eigenen Interessen zu kümmern.
Der Papst spricht in ein Mikrophon, im Hintergrund erscheinen die Gemälde der Sixtinischen Kapelle.
Papst Franziskus besucht in der Sixtinischen Kapelle immer die extra aufgestellte Grippe. (picture alliance / AP Photo / L'Osservatore Romano)
+++ Angesichts der Corona-Lage in England hat der britische Premier Johnson in einem BBC-Interview die Einführung verschärfter Maßnahmen ins Gespräch gebracht. "Möglicherweise gibt es Dinge, die wir in den nächsten Wochen tun müssen, die härter sein werden". Darunter könne etwa auch eine Schließung der Schulen sein. Die vollständige Meldung finden Sie hier.
Boris Johnson während einer Fernsehansprache zur Bekanntgabe der Einigung auf ein Post-Brexit-Handelsabkommen
Boris Johnson während einer Fernsehansprache zur Bekanntgabe der Einigung auf ein Post-Brexit-Handelsabkommen (picture alliance / DPR | DPR)
In Großbritannien breitet sich eine neue Variante des Coronavirus aus, die Experten zufolge ansteckender ist als die ursprüngliche Variante. Das Land verzeichnete am Samstag mit 57.000 neuen Infektionen einen Höchstwert. Insbesondere in London und im Süden Englands geraten die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen.
Lese-Tipp:
Wie gefährlich sind die neuen Mutationen des Coronavirus?
+++ Der Virologe Christian Drosten hat die Europäische Union und die Regierungen der Mitgliedsstaaten in der Debatte über mögliche Versäumnisse bei der Impfstoffbeschaffung in Schutz genommen.
Christian Drosten bei den "Formaten des Politischen"
Christian Drosten berichtet über den Unterschied zwischen Wissenschafts- und Politik-Journalismus (Deutschlandradio / Simon Detel)
"Man musste den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen – und wusste zu dem Zeitpunkt gar nicht, ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde", sagte Drosten der "Berliner Morgenpost". Es sei daher nun praktisch unmöglich, das im Nachhinein zu bewerten. Drosten forderte die EU auf, schnell den Impfstoff der Firma Astrazeneca zuzulassen, da dieser – anders als das Vakzin von Biontech und Pfizer – nicht aufwändig gekühlt werden müsse. Er könne deshalb in Arztpraxen verimpft werden.
In Deutschland war zuletzt verstärkt Kritik an der Impfstoff-Beschaffung durch die Bundesregierung aufgekommen.
Weiterführende Informationen:
Die Impfverordnung: Wer wird zuerst geimpft, wer später?
Wie, wann und wo kann ich mich impfen lassen?
Was über die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekannt ist
+++ Auch in der Schweiz gibt es Kritik an einem nur schleppend anlaufenden Impfprozess. Wie die "NZZ am Sonntag" berichtet, mangele es zurzeit vor allem an Impfstoff. Die Schweiz habe drei Millionen Dosen des Vakzins von Biontech und Pfizer bestellt - der bis jetzt einzige, der zugelassen sei. Geliefert worden seien aber erst rund 100.000 Dosen. Erschwerend komme hinzu, dass der Bund sein nationales IT-System für Anmeldungen zur Impfung erst Mitte Dezember in Auftrag gegeben habe. Das sorge für eine Verzögerung bei der Einführung. Kritik werde vor allem aus der Wirtschaft laut, so die "NZZ am Sonntag".
+++ Auch am Sonntag sind wieder viele Tagesausflügler nach Winterberg im verschneiten Sauerland gefahren. Die Polizei riegelte daraufhin wichtige Zufahrtsstraßen ab.
Polizisten sperren die Zufahrt zum Skigebiet im nordrhein-westfälischen Winterberg.
Polizisten sperren Zufahrt zum Skigebiet in Winterberg. (dpa / Henning Kaiser)
Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt Winterberg in einem dpa-Bericht. Man habe gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute seien trotzdem wieder gekommen. .
+++ Angesichts der Schwierigkeiten bei den Impfungen gegen das Coronavirus fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine neue Impfverordnung.
Der Vorsitzende Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur, man müsse genauer festlegen, welche Bevölkerungsgruppe wann geimpft werden solle. Bund und Länder seien gefordert, in ihren Beratungen am Dienstag, dem "Impf-Wirrwarr" ein Ende zu setzen. Bundesgesundheitsminister Spahn habe bei der Priorisierung versagt. Es sei sein Fehler gewesen, in der ersten Phase gleichberechtigt acht Millionen Menschen auf eine Stufe zu stellen, meinte Brysch.
Mehrere Bundesländer hatten die verzögerte Versorgung mit Impfstoff kritisiert und das Bundesgesundheitsministerium aufgefordert, eine erhöhte Impfstoffproduktion zu prüfen, um allen Impfbereiten das Vakzin verabreichen zu können.
+++ Die indischen Behörden haben neben dem Corona-Impfstoff der Universität Oxford und des Unternehmens AstraZeneca auch dem Vakzin des indischen Unternehmens "Bharat Biotech" eine Notfallzulassung erteilt.
Eine Ärztin hält einen Corona-Impfstoff bereit.
Impfkampagne in Indien gestartet (www.imago-images.de)
Diese seien für den "eingeschränkten Gebrauch" zugelassen worden, teilte demnach die Arzneimittelaufsichtsbehörde mit. Damit könnte in dem Land mit seinen rund 1,3 Milliarden Einwohnern bald eine der größten Impfkampagnen der Welt beginnen. Wie der Probelauf verlief und warum Kritiker eine unfaire Verteilung fürchten, erläutern wir hier.
+++ Unbekannte haben ein neu eingerichtetes Corona-Impfzentrum im sächsischen Vogtlandkreis sowie vier dafür aufgestellte Wegweiser mit Farbe besprüht. Die Schilder und das Gebäude waren nach Angaben der Polizei jeweils mit dem Wort "Gift" versehen - in gelb und in schwarz, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete.
+++ In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts binnen 24 Stunden 10.315 neue Coranavirus-Infektionen registriert worden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 312 auf 34.272. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 139,6. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich innerhalb von sieben Tagen neu anstecken. Da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln, fallen die Zahlen erfahrungsgemäß geringer aus als werktags.
Mehr zum Thema:
Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig?
+++ In einer Freikirche im nordrhein-westfälischen Herford hat die Polizei einen Gottesdienst mit mehr als 100 Teilnehmenden aufgelöst.
Bei der Messe am Samstagabend trugen die Teilnehmer keine Mund-Nasen-Bedeckung und sangen, wie ein Polizei-Sprecher mitteilte. Die Gäste und den Veranstalter erwarteten nun Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie.
+++ Der amerikanische Talkshow-Moderator Larry King ist an Covid-19 erkrankt und muss stationär im Krankenhaus behandelt werden.
US-Talklegende Larry King
US-Talklegende Larry King (AFP)
Der 87-Jährige sei schon vor gut einer Woche in die Klinik in Los Angeles gebracht worden, berichtete sein langjähriger Arbeitgeber CNN unter Berufung auf das Umfeld der Familie. Über die Schwere seiner Erkrankung war zunächst nichts bekannt.
King wurde mit seiner Show "Larry King Live" bekannt, die von 1985 bis 2010 bei CNN zu sehen war. In der Sendung interviewte der Journalist Hollywoodstars, Sportler und Spitzenpolitiker.
+++ Der Lockdown in Deutschland wird voraussichtlich über den 10. Januar hinaus verlängert. Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung haben die Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer sich bereits grundsätzlich darauf geeinigt. Kein Einvernehmen gibt es demnach darüber, ob die Coronabeschränkungen zwei oder drei Wochen länger gelten sollen. Strittig war auch der Umgang mit den Kitas und Schulen. Länder mit hohen Fallzahlen wollten sie weiter geschlossen halten.
+++ Nach den Daten der Seuchenbehörde CDC sind in den USA inzwischen mehr als 20 Millionen Infektionen bekannt. Die CDC meldet nun 168.637 Neuinfektionen und 2.428 weitere Todesfälle - und damit insgesamt 346.925 Tote. 4,2 Millionen Menschen wurden nach Angaben der Behörde in den USA inzwischen gegen das Coronavirus geimpft.
+++ Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig fordert von der Bundesregierung mehr Anstrengungen bei der Bereitstellung von Corona-Impfstoff. "Wir könnten deutlich mehr Menschen impfen, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehen würde", sagt die SPD-Politikerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Deutschland dürfe im Vergleich zu anderen Ländern bei der Bereitstellung des Impfstoffs nicht hinterherhinken.
+++ Der Kandidat für den Vorsitz der CDU, Röttgen, hat Kritik am schleppenden Start der Corona-Impfungen in Deutschland zurückgewiesen. Er finde es richtig, dass die deutsche Politik einem Impf-Nationalismus eine klare Absage erteilt habe, sagte Röttgen den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Virologe Drosten betonte in der Berliner Morgenpost, es sei unmöglich die Bestellung von Impfstoffen im Nachhinein zu kritisieren. Man habe den Impfstoff mit Monaten Vorlauf ordern müssen - und habe zu dem Zeitpunkt gar nicht, ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde.
Eintragung der Corona-Impfung im Impfpass.
Thema: Covid 19 Impfstoff Bonn Deutschland *** Topic Covid 19 Vaccine Bonn Germany Copyright: xUtexGrabowsky/photothek.n (imago images / photothek)
Samstag, 2. Januar
+++ In Frankreich hat die Polizei beim Auflösen der illegalen Massen-Party fünf Personen festgenommen. Nach Angaben von Innenminister Darmanin, wurden zudem gegen mehr als 1.200 Teilnehmende Bußgelder verhängt. Derzeit liefen noch Ermittlungen, wer für die Organisation verantwortlich war. Trotz Corona-Auflagen hatten sich rund 2.500 Menschen aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland in einem Ort in der Nähe von Rennes in der Bretagne versammelt.
+++ Bundesgesundheitsminister Spahn geht nach eigenen Angaben davon aus, dass alle Bewohner von Pflegeheimen in Deutschland noch im Laufe des Januars geimpft werden können. Dieses Ziel könne und wolle man gemeinsam mit den Ländern erreichen, sagte der CDU-Politiker dem Fernsehsender RTL. Wenn dies gelinge, mache es einen entscheidenden Unterschied im Pandemieverlauf. In den Einrichtungen schlage das Virus besonders brutal zu.
+++ Ungeachtet des Corona-Lockdowns haben die deutschen Wintersportgebiete an diesem Wochenende erneut einen Ansturm von Ausflüglern verzeichnet. Nach Angaben der Stadt Winterberg im Sauerland mussten Polizei und Ordnungsbehörden Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Coronaschutzmaßnahmen schreiben. In den Ortschaften der Region bildeten sich Verkehrsstaus. Lifte und Pisten sowie Restaurants sind allerdings bis zum 10. Januar geschlossen. Auch rund um den Feldberg im Taunus waren viele Straßen verstopft.
+++ Italiens Wintersportgebiete dürfen nach einer langen Corona-Sperre ihre Ski-Lifte ab dem 18. Januar wieder für Freizeitsportler öffnen. Eine entsprechende Anordnung gab Gesundheitsminister Speranza in Rom heraus. Ursprünglich war der Neustart der Wintersportsaison schon nach der ersten Januarwoche vorgesehen gewesen.
+++ Bis heute früh sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts insgesamt mehr als 188.000 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft worden. Das seien gut 21.000 mehr als am Vortag. Dieser Wert könnte allerdings auch Nachmeldungen enthalten und spiegele deswegen nicht unbedingt die Zahl der an einem Tag tatsächlich Geimpften wider, erklärte das RKI. Unter ihnen seien etwa 83.000 Bewohner von Pflegeheimen und annähernd 87.000 Personen, die die Impfung aus beruflichen Gründen erhalten hätten. Darunter fallen medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko und Personal in der Altenpflege.
Ein Mitarbeiter der Asklepios Klinik wird von einem Kollegen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Zahlreiche Mitarbeiter der Klinik haben sich gegen das Coronavirus impfen lassen.
Bis Sonntag früh wurden in Deutschland 188.000 Menschen geimpft. (dpa)
+++ Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dedy, erwartet für das laufende Jahr Einnahme-Einbußen der Kommunen bei der Gewerbesteuer von knapp sieben Milliarden Euro. Diese Prognose beruhe auf einem Lockdown bis zum 10. Januar, sagte Dedy im Interview der Woche des Deutschlandfunks. Das wirke sich auf die Investitionsplanung aus. Die Städte benötigten ein Signal von Bund und Ländern, dass sie nicht im Regen stehengelassen würden.
+++ In Großbritannien haben die Krankenhäuser Lieferungen des Impfstoffs von Astra Zeneca erhalten. Anders als in der EU ist das Serum dort bereits zugelassen.
In Großbritannien und Südafrika haben sich Mutationen des Coronavirus verbreitet. Vor allem die britische Variante ist inzwischen in vielen anderen Ländern nachgewiesen worden. Politik und Wissenschaftler sind alarmiert – doch wie gefährlich sind die Virus-Varianten überhaupt? Dazu gibt es neue Erkenntnisse.
+++ Der SPD-Politiker Lauterbach hält den Lockdown in Deutschland für geboten, bis die Inzidenzzahl auf 25 gesunken ist. Lauterbach schrieb auf Twitter, der jetzige Zielwert von 50 sei zu hoch, um die neue Variante des Coronavirus abzuwehren, die sich zurzeit vor allem in England ausbreitet.
Die Inzidenzzahl gibt an, wie viele Menschen sich pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen infizieren. In Deutschland liegt sie zurzeit bei 141,2.
+++ Nach Kritik an der Corona-Impfstrategie wollen die Niederlande den Beginn nun doch vorziehen. Wie das Gesundheitsministerium in Den Haag mitteilte, sollen ab der nächsten Woche 30.000 Mitarbeiter in Krankenhäusern geimpft werden. Die Niederlande sind das einzige Land der EU, in dem bisher noch nicht geimpft wird. Ursprünglich sollte nach einem symbolischen Start am 8. Januar ab dem 18. Januar landesweit in 25 Zentren geimpft werden.
+++ Die groß angelegten Corona-Schutzimpfungen in Deutschland haben bereits vor einigen Tagen begonnen. Bisher wird vor allem in Seniorenheimen und Pflegeeinrichtungen geimpft. Termine in den Impfzentren lassen sich derzeit noch nicht überall ausmachen.
Eine Auswertung der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion zeigt, wie unterschiedlich die Vergabe in den einzelnen Bundesländern läuft. In Hessen sollen Bürgerinnen und Bürger, die "zu einer priorisiert zu impfenden Bevölkerungsgruppe zählen", über "die Möglichkeit und Terminierung der Impfung zeitnah informiert" würden – sobald zugelassene Impfstoffe in ausreichender Anzahl verfügbar seien und die Impfzentren in Betrieb gingen. Auch weitere Bundesländer wie Nordrhein-Westfalen wollen die Menschen informieren, die zunächst mit höchster Priorität geimpft werden sollen. Baden-Württemberg verfolgt dagegen einen anderen Weg. Hier sollen sich die Bürgerinnen und Bürger selbst erkundigen bzw. an die entsprechenden Informationen aus Medien und anderen öffentlich verfügbaren Quellen gelangen. Termine lassen sich bereits ausmachen.
In Bayern erfolgt die Terminvergabe laut Gesundheitsministerium über die direkte Telefonnummer des jeweiligen Impfzentrums. Eine Online-Anmeldung soll im Laufe des Januars verfügbar sein. In Thüringen ist das Terminvergabe-Portal schon gar nicht mehr freigeschaltet. Man habe bereits mehr als 20.000 Erst- und Folgetermine vergeben. Weitere seien derzeit nicht möglich.
Wie die Terminvergabe für eine Corona-Schutzimpfung in Ihrem Bundesland abläuft, entnehmen Sie unserer aktualisierten Übersicht.
+++ Indien hat dem von der Universität Oxford und dem britisch-schwedischen Unternehmen Astrazeneca entwickelten Corona-Impfstoff eine Notfallzulassung erteilt.
Symbolbild eines Corona Impfstoffs mit Logo des Pharmaunternehmens AstraZeneca. Forschern der Universität Oxford scheint ein großer Schritt in Richtung Corona-Impfstoff gelungen zu sein. *** Symbol image of a corona vaccine with the logo of the pharmaceutical company AstraZeneca Researchers at Oxford University seem to have succeeded in taking a big step towards a corona vaccine Foto:xJ.xKrickx/xFuturexImage
Symbolbild eines Corona Impfstoffs mit Logo des Pharmaunternehmens AstraZeneca. Forschern der Universität Oxford scheint (Imago)
Das teilte die Regierung mit. Es ist der erste Impfstoff, der in Indien eingesetzt werden darf. Damit ist der Weg frei für eine breit angelegte Impfaktion in dem Land, das mit 1,35 Milliarden Einwohnern die zweitgrößte Bevölkerung weltweit hat. In den ersten sechs bis acht Monaten sollen 300 Millionen Menschen geimpft werden. Mindestens drei weitere Impfstoffe warten laut der Regierung noch auf ihre Zulassung. Indien verzeichnet mehr als zehn Millionen nachgewiesene Ansteckungsfälle. Das ist weltweit der zweithöchste Wert. Die meisten Ansteckungen registrierten die USA.
+++ Wegen der hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen werden unter Ärztevertretern, Wirtschaftsexperten und in der Politik Forderungen nach einer Verlängerung der Einschränkungen laut. Niedersachsens Gesundheitsministerin Reimann rechnet mit einer Verlängerung des Lockdowns bei den am Dienstag anstehenden Bund-Länder-Beratungen.
Im Deutschlandfunk sagte die SPD-Politikerin, die Zahlen für die Krankenhäuser sprächen eine deutliche Sprache. Im Lichte der aktuellen Zahlen müsse man gegebenenfalls auch andere Maßnahmen wählen. Sie schloss Ausgangsbeschränkungen nicht aus. Man wolle das aber vermeiden und setze auf die Einsicht der Bürger.
Link-Tipp:
Was bringen nächtliche Ausgangssperren?
+++ Wie ist die Corona-Lage auf den Intensivstationen in Deutschland? Aus den Ländern werden ganz unterschiedliche Zahlen gemeldet. In Rheinland-Pfalz ist mit 26,9 % mehr als jedes vierte Intensivbett frei. In Schleswig-Holstein liegt der Wert mit 25 % etwas darunter. In Berlin sind dagegen nur noch 10 % der Intensivbetten frei. Damit verzeichnet die Hauptstadt im Ländervergleich den derzeit niedrigsten Wert. Mehr zur Lage in den Kliniken lesen Sie hier.
+++ Die illegale Rave-Party in der Bretagne ist beendet.
Teilnehmer einer illegalen Rave-Party in Frankreich.
Illegale Rave-Party in Frankreich (AFP / Jean-Francois Monier)
Laut einem ARD-Bericht haben zahlreiche Teilnehmer das Gelände verlassen. Trotz einer Ausgangssperre und weiterer durch die Corona-Pandemie bedingten Auflagen hatten rund 2.500 Teilnehmern aus verschiedenen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland in einem kleinen Ort in der Nähe von Rennes gefeiert.
Als die Polizei die Party beenden wollte, wurde sie angegriffen und vertrieben. Innenminister Darmanin berief wegen der Lage eine Sondersitzung ein. Verschiedene Politiker kritisierten die Regierung und die Sicherheitsbehörden dafür, dass die Party weder verhindert noch zügig aufgelöst wurde.
+++ Australiens bevölkerungsreichste Stadt Sydney reagiert mit weiteren Maßnahmen auf den Anstieg bei neuen Corona-Fällen.
Ab Sonntag gilt laut einem dpa-Bericht eine Maskenpflicht unter anderem in Einkaufszentren und öffentlichen Verkehrsmitteln sowie für Mitarbeiter im Gastgewerbe. Australien gilt dank rascher und umfassender Maßnahmen als vergleichsweise erfolgreich im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Zuletzt hatte es in Sydney und dem Umland wieder vermehrt lokale Fälle gegeben.
+++ Im Vatikanstaat sollen in der zweiten Januarhälfte die Corona-Impfungen beginnen. Das habe das vatikanische Gesundheitsamt mitgeteilt, berichtet die Nachrichtenagentur KNA. Es sei eine "ausreichende Menge" an Impfdosen bestellt worden. Der Impfplan sehe vor, bei den ansteckungsgefährdetsten Personen zu beginnen, vorrangig Beschäftigte im Gesundheits- und Sicherheitsbereich, Betagte und Mitarbeiter mit häufigem Publikumskontakt. Die Teilnahme an dem Programm sei freiwillig. Ob und wann Papst Franziskus geimpft wird, der vor kurzem sein 84. Lebensjahr vollendete, teilte die Behörde nicht mit.
+++ Wegen steigender Corona-Zahlen haben die Behörden der thailändischen Hauptstadt Bangkok einen Teil-Lockdown verhängt. Wie die NAchrichtenagentur AFP berichtet, wurden Bars und Diskotheken geschlossen, auch der Verkauf von Alkohol in Restaurants ist demnach nicht mehr gestattet. Von den Maßnahmen seien auch Boxstadien und Schönheitssalons betroffen. Zudem seien alle öffentlichen Schulen für zwei Wochen geschlossen worden.
+++ Der Vorstandsvorsitzende des Autoherstellers Audi, Duesmann, lehnt Corona-Hilfen des Staates für seine Branche ab.
Ein Audi Logo, aufgenommen auf der North American International Auto Show (NAIAS) in Detroit (Michigan) 
Ein Audi auf der Detroit-Auto-Show (dpa)
Die Automobilindustrie weiter zu fördern, hielte er für vermessen, sagt er der "Süddeutschen Zeitung". Die Gewinne fielen zwar komplett weg, aber fast alle Firmen – Hersteller wie Zulieferer – könnten überleben. Anders sei dies etwa in der Gastronomie und im Veranstaltungsbereich, wo viele Unternehmen wohl dauerhaft schließen müssten. Das sei tragisch, betonte der Audi-Chef.
+++ Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut 12.690 Neuinfektionen mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden gemeldet.
Außerdem wurden 336 neue Todesfälle in Zusammenhang mit der Pandemie verzeichnet. Wegen der Feiertage ist ein Vergleich mit Zahlen der Vorwoche nicht aussagekräftig. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei etwa 141. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen positiv getestet wurden.
Weiterführende Informationen:
Aktuelle Zahlen zum Coronavirus in Deutschland
Ist die Orientierung am Inzidenzwert 50 richtig?
Übersterblichkeit – Wie tödlich ist das Coronavirus wirklich?
+++ In Russland melden die Behörden rund 26.300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Allein in der Hauptstadt Moskau sind laut Nachrichtenagentur Reuters fast 5.500 weitere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit haben sich insgesamt mehr als 3,2 Millionen Menschen nachweislich angesteckt. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um 447 auf 58.002. Nach den USA, Indien und Brasilien verzeichnet Russland weltweit die meisten Ansteckungsfälle.
+++ Der Präsident der Bundesärztekammer, Reinhardt, hat Lücken beim Infektionsschutz in Alten- und Pflegeheime angeprangert.
Die Teststrategie im Personalbereich werde nicht den Regeln entsprechend durchgezogen, sagte Reinhardt der "Bild-Zeitung". Mit Blick auf die Corona-Impfkampagne meinte er, zwar würden mobile Teams vor dem Einsatz getestet. Er kenne aber aus persönlicher Erfahrung Fälle, wo Ärzte vorher keinen Schnelltest in Heimen hätten machen müssen. Hier gebe es eine Differenz zwischen politischen Ankündigungen und der Praxis vor Ort, so Reinhardt.
+++ Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert eine bundesweit einheitliche Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen.
Ein Pfleger überwacht die Monitore bei einem Patienten auf der Covid 19 Intensivstation im SRH Waldklinikum. Hier werden derzeit acht Covid 19 erkrankte Menschen intensivmedizinisch versorgt.
Coronavirus - Intensivstation im SRH Waldklinikum (dpa-Zentralbild)
Die Vorsitzende Johna sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die Belastung durch die Versorgung der Patienten mit Covid-19 sei an den Feiertagen weiter angestiegen. Das Gesundheitssystem brauche dringend eine Entlastung, die nur durch eine Verlängerung der Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zu erreichen sei. Auf den Intensiv- und Infektionsstationen müssten immer mehr Patienten mit immer weniger Personal versorgt werden, weil sich auch Krankenhauspersonal mit dem Virus infiziere. Diese extreme Arbeitslast sei dauerhaft nicht zu schultern.
Johna dämpfte zudem die Hoffnung auf eine rasche Entspannung durch den Start der Impfungen. In den ersten drei Monaten des neuen Jahres sei kaum eine Entlastung für das Infektionsgeschehen zu erwarten, meinte sie.
+++ Der luxemburgische Außenminister Asselborn hat die Corona-Impfstrategie der Europäischen Union verteidigt. Die Kommission habe sehr viel in die Erforschung des Corona-Impfstoffs investiert, sagte Asselborn im RBB-Inforadio. Die Kommission müsse zudem jedem in Europa ein Recht auf Impfung garantieren.
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+++ Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Genth, rechnet nicht mit einem raschen Ende der coronabedingten Ladenschließungen.
Eine weihnatlich geschmücktes Einkaufszentrum ohne Kunden
Leere Einkaufszentren deutschlandweit - Einzelhandelsgeschäfte werden ab dem 16. Dezember 2020 geschlossen (picture alliance / SvenSimon)
Er fürchte, dass die Geschäfte am 10. Januar noch nicht wieder öffnen dürften, sagte Genth der Deutschen Presse-Agentur. Denn das Ziel, die 7-Tage-Inzidenz bundesweit auf unter 50 zu senken, werde bis dahin wohl nicht zu erreichen sein. In den nächsten Monaten drohe eine Insolvenzwelle im Einzelhandel, warnte Genth.
Bundeswirtschaftsminister Altmaier befürwortete angesichts des Online-Booms weitere Finanzhilfen. So müsse es etwa darum gehen, attraktiven, zeitgemäßen Einzelhandel in Innenstädten zu ermöglichen, erklärte der CDU-Politiker. Das werde ohne öffentliche Unterstützung nicht möglich sein.
+++ Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Fratzscher, erwartet in Folge der Corona-Krise eine Zunahme der Unternehmenspleiten.
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Institutes fur Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin
Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher (imago images / IPON)
Die zweite Welle werde härter, sagte Fratzscher der "Augsburger Allgemeinen". Je länger die Pandemie dauere, desto mehr Unternehmen kämen an die Grenzen ihrer Möglichkeiten. Die Frage sei nicht, ob eine Welle an Unternehmensinsolvenzen kommen werde, sondern wann.
Dennoch sei es richtig, den Lockdown zu verlängern, meinte der DIW-Chef. Auch für die Wirtschaft müsse es oberste Priorität haben, dass die zweite Infektionswelle möglichst schnell begrenzt werde. Wirtschaftliche Lockerungen jetzt könnten kurzfristig manchen nutzen, langfristig würden sie jedoch allen schaden.
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