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Kohle und Korruption
Wie die Al-Shabab-Miliz ihren Terror in Somalia finanziert

Der Handel mit Holzkohle ist in Somalia illegal und dennoch eine der größten Einnahmequellen der islamistischen Al-Shabab-Miliz. Doch deren Terrorfinanzierung ist nur möglich, weil viele Mitarbeiter des Staates mitverdienen.

27.01.2023
Die Hand eines Mannes hält ein Stück Holzkohle
Holzkohle wird in Somalia aus den schnell schwindenden Akazienwäldern hergestellt – finanziert Terror und befeuert Korruption (imago / Nature Picture Library)
Aufräumarbeiten in der somalischen Hauptstadt Mogadischu: Ladenbesitzer und Händlerinnen schieben Schutt, zerbeulte Türgitter, Teile von Wellblechdächern und Reste ihrer Waren beiseite. Am 29. Oktober 2022 wurden ihre Geschäfte durch zwei verheerende Autobomben teilweise zerstört, die Nachrichtenagentur AFP stellte Bilder von den Auswirkungen ins Internet.
 
Die beiden Autobomben töteten nach Regierungsangaben mehr als 120 Menschen. Für Somalia war das der verheerendste Anschlag seit rund fünf Jahren. Die Islamistische Terrormiliz Al Shabab reklamierte die Tat bald für sich und Präsident Hassan Sheikh Mohamud erklärte nicht zum ersten Mal, die somalische Regierung werde die Terroristen mit allen Mitteln bekämpfen. Doch die Trennlinie zwischen den Terroristen auf der einen Seite und dem Staat auf der anderen ist längst nicht so scharf, wie die Regierung es darstellt. Das deckt eine gemeinsame Recherche von Deutschlandfunk und dem Correctiv V CrowdNewsroom auf. Demnach betreiben die Terroristen ein illegales Geschäft, an dem sich auch Vertreter des Staates bereichern: Es geht um den millionenschweren Handel mit Holzkohle. Sie wird aus den schnell schwindenden Akazienwäldern Somalias hergestellt.

Holzkohleschmuggel für Al Shabab wichtigste Einnahmequelle

Die Folgen sind katastrophal, für die Umwelt, das Klima und die Sicherheitslage. Der Sicherheitsexperte Abdisalan Guled, der lange für den somalischen Geheimdienst gearbeitet und dann eine Sicherheitsfirma gegründet hat, ordnet das Geschäft so ein: „Der Schmuggel von Holzkohle ist für die Shabaab-Miliz die wichtigste Einnahmequelle. Wenn er gestoppt würde, hätte das ohne Zweifel große Auswirkungen auf die Finanzierung der Terrorgruppe. Und wenn sie weniger Geld hätte, würde sie das natürlich militärisch schwächen.“ 
Eine Frau in Somalia vor Säcken mit Holzkohle. ++
Herstellung von Holzkohle und der Handel mit ihr sind in Somalia untersagt - doch beides geht weiter (picture-alliance / Radu Sigheti)
Eine Expertenkommission, die das Ausmaß des Holzkohleschmuggels im Auftrag der Vereinten Nationen untersuchte, kam schon 2011 zu dem Ergebnis, dass sich die Terrormiliz vor allem durch das Geschäft mit der Holzkohle finanziert. Die Experten schätzten die Einnahmen allein aus dem Export in die Golf-Region auf mehr als 15 Millionen US-Dollar. Die Untersuchung hatte Folgen – zumindest auf dem Papier: Herstellung von und Handel mit Holzkohle sind in Somalia seit 2012 gesetzlich untersagt. Verboten zunächst vom UN-Sicherheitsrat, Somalias schwache Regierung zog kurze Zeit später nach. Faktisch läuft das kriminelle Geschäft aber weiter, wie mehrere Akteure nun eingeräumt haben.

Recherchen zu dem heiklen Thema sind in Somalia für Medienschaffende und ihre Gesprächspartner lebensgefährlich. Über eine digitale Plattform, die der Correctiv Crowdnewsroom eingerichtet hat, konnten sich nun Holzfäller, Köhler, Lastwagenfahrer, Händler und Käufer anonym und sicher zum Holzkohle-Handel äußern. Einige sind an dem illegalen Geschäft beteiligt. Viele leben in Gebieten, die von der Shabaab-Miliz kontrolliert werden. Mit einigen von ihnen haben somalische Kollegen zusätzlich Interviews geführt. Alle Aussagen wurden von einem Experten mit Hilfe von Satellitenbildern überprüft und analysiert.

Abholzung für Umwelt katastrophal

Ganz am Anfang der illegalen Wertschöpfungskette steht Ahmed. Er verbrennt das Holz in selbst gebauten Meilern zu Kohle. Der Mann heißt eigentlich anders, will aber, wie alle übrigen Befragten, anonym bleiben: „Ich mache das nicht gerne. Ich habe nur mit dem Brennen von Holzkohle angefangen, weil ich keine andere Möglichkeit habe, Geld zu verdienen.“

Ahmed weiß, dass sein Job schädlich ist – für ihn, die Umwelt in Somalia und das globale Klima: „Dass wegen der Holzkohle so viele Bäume gefällt werden, hat schlimme Folgen. Die Dürre, unter der Somalia zurzeit leidet, hat damit zu tun. Außerdem werden die Böden immer härter und schlechter, wenn die Bäume fehlen. Aber für uns Köhler gibt es keine Alternative, wir müssen ja irgendwie überleben.“
Der ohnehin knappe Baumbestand ist in den vergangenen Jahren dramatisch zurückgegangen. Laut einer gemeinsamen Studie der Europäischen Union und der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO wurden allein zwischen 2006 und 2012 sieben Prozent der ohnehin spärlichen Vegetation für Holzkohle abgeholzt. Nach der Abholzung werden die Böden schnell knochenhart, die ausgelaugten Flächen gleichen Wüsten. An Landwirtschaft oder Viehhaltung ist dann nicht mehr zu denken. In den entwaldeten Regionen ist die Folge ein Teufelskreis aus Armut, Raubbau an der Natur und noch mehr Armut.
Auch der somalische Umwelt- und Klimaschutzminister Adam Aw Hirsi sieht, dass die Abholzung schlecht für das Land ist: "Der Holzkohleschmuggel und die Abholzung verschärfen die Folgen der Klimakrise, die in Somalia verheerende Auswirkungen hat. Das ist im ganzen Land spürbar.“ Natürlich verschuldet Somalia die Auswirkungen der Klimakrise bei weitem nicht allein. „Somalia hat 2021 pro Kopf nur 0,03 Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Und trotzdem leiden wir zu 100 Prozent unter den Folgen der Klimakrise.“

Mehr zu Treibhausgasen

Zum Vergleich: Deutschland stößt pro Kopf etwa 300 Mal so viel CO2 aus. In Somalia wandelt sich das Klima also auch durch den globalen Ausstoß an Treibhausgasen. Zusätzlich hat die Abholzung das lokale Klima sehr spürbar verändert. Die Entwaldung geht vor allem in drei Regionen, die überwiegend von der Al-Shabab-Miliz kontrolliert werden, schnell voran: Jubaland, Lower Shabelle und Bay. Beispiel Jubaland: Dort wird die Stadt Jilib von den Islamisten kontrolliert. 2006 ist das Umland auf Satellitenbildern noch von sattem Grün. Jetzt ist alles Rostrot, die Farbe des nackten Bodens.

Mohamed ist einer der Fahrer, die Baumstämme oder Holzkohle aus den Regionen in die Städte fahren, wo sie zu Kohle verarbeitet oder verkauft werden. Genauso wie Ahmed findet er seinen Job in jeder Hinsicht problematisch: „Ich mache mir große Sorgen wegen meines Jobs. Ich weiß, dass ich immer wieder Probleme kriegen kann. Holzkohle ist Schmuggelware, die Regierung kann jederzeit entscheiden, das Verbot wirklich durchzusetzen. Hinzu kommt, dass Somalia unter den Folgen leidet, schwere Dürren werden häufiger. Ich finde es nicht gut, dass immer mehr Bäume gefällt werden, aber ich habe nur diesen Job, um meine Familie zu ernähren.“

Ganze Regionen der Willkür der Terror-Miliz ausgeliefert

Er und viele andere berichten, angesichts der gegenwärtigen Krise seien sie mehr denn je gezwungen, auf diese illegale und schädliche Weise ihr Geld zu verdienen. Infolge des Kriegs in der Ukraine sind in Somalia die Preise für Energie und Getreide stark gestiegen. Das betrifft auch das Gas zum Kochen, für die meisten die einzige denkbare Alternative zur Holzkohle. Zwar wurde auch Holzkohle teurer, aber nicht ganz so deutlich wie Gas.
Diejenigen, die in der illegalen Wertschöpfungskette mitmachen, quält nicht nur das schlechte Gewissen. Sie leiden ihrerseits unter der Dürre und dem Terror, wobei sie zu beidem mit beitragen: Weil der illegale Handel mit Holzkohle die letzten Wälder zerstört und die islamistische Shabab-Miliz finanziert. Die Mitglieder der Terrorgruppe bedrohen und peinigen die Bevölkerung in den von ihnen kontrollierten Regionen - und machen auch den Lastwagenfahrern das Leben schwer, die Holz oder Holzkohle transportieren.
Menschen drängen sich um eine Wasserstelle  in einem Flüchtlings-Camp vor Dollow in Somalia
Die Abholzung der Bäume für Holzkohle befördert auch die vielen Dürren in Somalia (picture alliance / Jerome Delay)
Omar ist einer von denen, die der Willkür der Milizionäre ausgeliefert sind: „Einmal hat mich die Shabab-Miliz verhaftet, als ich mit voller Ladung auf dem Weg nach Mogadischu war, sie haben mich ins Gefängnis gesteckt. Ich war nicht der einzige, sie haben mich und einige andere tagelang festgehalten. Wir haben sie angefleht uns freizulassen und ihnen Geld gezahlt. Schließlich haben sie uns gehen lassen.“

In den Gebieten, die sie kontrollieren, führen sich die Mitglieder der Terrormiliz wie eine Verwaltung auf, erzwingen so genannte Steuern und andere Abgaben, drücken ihre Regeln durch. Dagegen hat in der Hauptstadt Mogadischu und in anderen Regionen die somalische Regierung das Sagen – doch deren Vertreter verhalten sich oft gar nicht so anders als Al Shabab. Das wird in vielen Antworten auf unsere Fragen deutlich und auch in den anonymen Interviews.

Omar fährt Baumstämme oder Holzkohle aus anderen Regionen nach Mogadischu. Über die Gefahren seines Jobs sagt er: "Wir haben viele Schwierigkeiten, jeden Tag gibt es neue Probleme. Manchmal halten uns Soldaten oder Polizisten an und verlangen Steuern, an anderen Tagen nehmen sie unser Geld nicht an und stecken uns stattdessen ins Gefängnis. Dann flehen wir sie an, dass wir zahlen können und sie uns gehen lassen. So was erzählen mir Kollegen immer wieder. Mich haben sie noch nicht verhaftet, ich habe stattdessen mehr Probleme mit der Shabaab-Miliz. Einmal haben sie mir sogar meinen LKW in Brand gesteckt."

Korruption auch unter staatlichen Sicherheitskräften

In der anonymen Befragung nannten mehrere Teilnehmer Zahlen. Mehrere Händler und Fahrer berichteten, sie müssten der Shabab-Miliz und der Regierung pro Fuhre zwischen 75 und 85 US-Dollar bezahlen. Das Geld wird an den Straßensperren fällig, die Mitglieder der Terrormiliz ebenso wie staatliche Sicherheitskräfte errichten. Andere Befragte berichten, die Abgaben würden direkt von der Verwaltung in den verschiedenen Distrikten Mogadischus erhoben – und das, obwohl das Geschäft ja illegal ist.
Satellitenbilder bestätigen, dass Bäume massenhaft gefällt, transportiert, gelagert und nahe der Absatzmärkte zu Holzkohle verschwelt werden. In Afgooye am Stadtrand von Mogadischu zeigen die Satellitenbilder ein regelrechtes Industriegebiet für Holzkohle, kaum vier Kilometer von einer Straßensperre des somalischen Militärs entfernt. Dort müssten die somalischen Soldaten die Lastwagen und deren Ladung eigentlich beschlagnahmen. Stattdessen verlangen sie ihrerseits eine sogenannte „Steuer“, verdienen also kräftig mit. Und helfen so, ihre Feinde zu finanzieren - deren Opfer sie womöglich beim nächsten Terroranschlag werden.
Selbst der Regierung ist das bewusst, aber sie tut nichts dagegen. Auch der somalische Umwelt- und Klimaschutzminister Adam Aw Hirsi leugnet gar nicht, dass korrupte Vertreter des Staates häufig Schmiergelder aus dem illegalen Geschäft annehmen: „Es stimmt, dass Mogadischu von der Regierung kontrolliert wird. Aber Regierungen sind für ihr Handeln auf Gesetze angewiesen, und wir haben noch nicht genug Gesetze, um gegen dieses neue Phänomen vorgehen zu können.“

Korrupte Politiker verdienen mit

Worauf der Minister anspielt: Somalia ist als Staat noch im Aufbau. Jahrzehntelang galt das Land am Horn von Afrika als Paradebeispiel für einen gescheiterten Staat. Auslöser für den Zusammenbruch aller staatlichen Strukturen war der Sturz von Diktatur Siad Barre im Januar 1991.
Somalia versank im Bürgerkrieg, erst seit 2012 hat das Land überhaupt wieder eine international anerkannte Regierung, die aber noch immer nicht das ganze Staatsgebiet kontrolliert. In der Tat ist bis heute vieles ungeklärt. So gibt es beispielsweise nur einen Verfassungsentwurf, keine gültige Verfassung. Aber Gesetze, die die Herstellung von und den Handel mit Holzkohle verbieten, gibt es durchaus.
Sicherheitsexperte und Ex-Geheimdienstmitarbeiter Abdisalan Guled hat denn auch eine andere Erklärung dafür, dass niemand das kriminelle Geschäft stoppt, trotz dessen katastrophaler Folgen: „Der einzige Grund dafür ist, dass Al Shabab und andere Kriminelle damit Geld verdienen, darunter korrupte Politiker. Das nutzt Al Shabab aus.“
Das will Minister Hirsi natürlich so nicht stehen lassen. Er bringt ein zweites Argument um zu erklären, warum die Sicherheitskräfte das illegale Tun nicht unterbinden: „Es gibt Leute, die für ihr Überleben auf das Geschäft mit der Holzkohle angewiesen sind. Bisher können wir nicht sicher zwischen denen unterscheiden, die aus purer Not dabei mitmachen, und denen, die aus dem Export von Holzkohle nur zusätzlichen Profit schlagen wollen.“
Wogegen sich der Minister zu Recht wehrt, ist der Begriff „Steuer“ für die Abgaben, die Militärs, Polizisten oder Behördenvertreter von denen erzwingen, die in die Wertschöpfungskette des Holzkohleschmuggels eingebunden sind: „Weil der Handel mit Holzkohle in Somalia illegal ist, kann es keine Steuern geben, sondern nur Schmiergeld. Wer Schmiergeld annimmt, wird die Konsequenzen zu spüren bekommen, sobald wir die entsprechenden Gesetze und alle staatlichen Organe haben die nötig sind, um die Gesetze durchzusetzen.“

Holzkohle aus Somalia international leicht erhältlich

Eine andere Behauptung des Ministers ist hingegen bestenfalls eingeschränkt richtig: „Ich denke, die Käufer sind schwer zu fassen. Niemand stellt ein Plakat auf und sagt, dass er Holzkohle kauft oder exportiert. Aber es gibt verdächtige Länder, von denen wir wissen, dass sie Holzkohle erhalten. Wir werden die internationalen Strafverfolgungsbehörden, die regionalen Organisationen und alle anderen uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um diese Länder dazu zu bringen, keine illegale Holzkohle mehr zu importieren. Gleichzeitig werden wir diejenigen in Schach halten, die Holzkohle aus Somalia exportieren.“
Akazienbäume in einer trockenen Landschaft in Afrika.
Bei Shisha-Rauchern besonders beliebt: Holzkohle aus dem Holz des Akazienbaums (imago images / Hans Lucas)
Tatsächlich machen einige Importeure im Internet kein Geheimnis daraus, dass sie mit Holzkohle aus Somalia handeln. Wegen des speziellen Aromas der somalischen Akazien ist sie in arabischen Ländern bei Shisha-Rauchern besonders beliebt. So wirbt beispielsweise eine Firma mit Sitz in Ägypten damit, die herausragende somalische Holzkohle in, so wörtlich, „jeder beliebigen Menge“ liefern zu können. „Schnellste Lieferung“ und „beste Qualität“ seien garantiert. Exportiert werde von Zwischenhändlern oder direkt aus Somalia.
Im vergangenen September konnten die UN-Kontrolleure den Hafen von Kismayo im Süden des Landes besuchen. Er ist der landesweit wichtigste für den Export von Holzkohle. In Kismayo türmen sich die Lagerbestände an Holzkohle in einem großen Gebiet viele Meter hoch – die UN-Kontrolleure zählten mehr als 500.000 Säcke. Der geschätzte Wert auf dem internationalen Markt: 12 Millionen Dollar.
Die Entwaldung dürfte in Zukunft sogar noch schneller voranschreiten, fürchtet Sicherheitsexperte Guled - trotz der anhaltenden Dürre: „Heutzutage nutzen sie Maschinen zum Fällen, nicht mehr Äxte, so wie früher. Mit Hilfe der Maschine kann ein Mann vielleicht hundert Bäume am Tage fällen. Das ist eine reale Gefahr für die verbliebenen Bäume.“ 

Regierung duldet illegales Geschäft mit Holzkohle

Angesichts der riesigen Lagerbestände könnte man erwarten, dass die Preise für Holzkohle in Somalia auf einem historisch niedrigen Stand wären. Das Gegenteil ist aber offenbar der Fall, das berichten übereinstimmend Händler und auch die Menschen in Somalia, die selbst auf die Holzkohle angewiesen sind.
Früher habe sie ein Kilo Holzkohle für 5.000 somalische Shilling gekauft, sagt beispielsweise Aamina. Heute müsse sie mehr als das Doppelte bezahlen, nämlich 12.000 Shilling – etwa einen halben US-Dollar. Um die Mahlzeiten für ihre Familie kochen zu können, gibt sie einen großen Teil ihres Einkommens aus: „Trotzdem ist Holzkohle für mich immer noch die bessere Wahl, weil ich mir Gas gar nicht leisten kann. Das geht vielen Familien so, die wenig Geld haben.“
Weil die Binnennachfrage gestiegen ist, wird Nachschub im Land knapp. Noch häufiger führen Händler die gestiegenen Preise allerdings darauf zurück, dass sie immer mehr Abgaben zahlen müssen: an die Shabab-Miliz entlang des Transportweges und an die Behörden in der Stadt. Wehren können sich die Händler, Köhler und Lastwagenfahren gegen diese erzwungenen Abgaben nicht. Schließlich ist ihr Geschäft illegal. Ob sich auch führende Regierungsmitglieder daran beteiligen, ist schwer zu sagen. Klar ist aber, dass sich das Geschäft so offensichtlich vor den Augen aller abspielt, dass die Regierung es jedenfalls duldet. Das lässt befürchten, dass der lukrative Schmuggel recht ungehindert weitergehen wird.
Korrektur: Wir haben im Teaser einen sachlichen Fehler mit Blick auf die Herstellung von Holzkohle korrigiert und präzisiert, woran die Al-Shabab-Miliz mitverdient.