Montag, 04. Juli 2022

Die DARE-Mission
Der Satellit, der noch weiter blickt als James Webb

Im kommenden Jahr soll der Dark Ages Radio Explorer starten, kurz DARE. Er wird die Radiostrahlung des Dunklen Zeitalters erkunden.

Von Dirk Lorenzen | 09.04.2022

Eine Illustration des DARE-Satelliten
Einsatz hinter dem Mond: DARE soll in die Anfänge des Universums blicken (Illustration) (U Colorado)
Damit ist die Epoche zwischen Urknall und dem Aufleuchten der ersten Sterne gemeint – als nur kalte Gaswolken durch den Kosmos waberten.
Die Wasserstoffatome in diesen Wolken strahlen ganz schwach bei einer Wellenlänge von 21 Zentimetern. Um dies zu messen, kreist der Satellit um den Mond.
Die Radioantennen an Bord können nur arbeiten, wenn der Mond Sonne und Erde abdeckt. Dann überlagert keine Störstrahlung die schwachen Radiowellen vom Rand des Universums.

Auf der Erde sind zu viele Störsignale

Auf der Erde machen Funkverkehr, Handys und Radio- und Fernsehsender solche Messungen unmöglich. Durch die Ausdehnung des Kosmos ist die Strahlung des Wasserstoffs zu so großen Wellenlängen gedehnt, dass sie zum Teil mitten im UKW-Bereich liegt – da sind Messungen auf der Erde aussichtslos.
Innerhalb von zwei Jahren soll DARE erfassen, wie sich der Wasserstoff in der Zeit zwischen 80 und etwa 400 Millionen Jahren nach dem Urknall entwickelt hat – also wann er zu ersten Sternen verklumpt ist, wann ihn die Strahlung von Sternen und Galaxien aufgeheizt und ionisiert hat und wann sich Schwarze Löcher gebildet haben.
Das James Webb-Teleskop kann nur die hellsten Sterne und Galaxien erfassen, die es 300 bis 400 Millionen Jahre nach dem Urknall gegeben hat.
DARE aber kommt viel weiter – und entschlüsselt mit der schwachen Radiostrahlung des Wasserstoffs die kosmischen Anfänge.

Website der DARE-Mission
Das wissenschaftliche Ziel: der Blick ins ganz frühe Universum