Samstag, 02. Juli 2022

Radioschüssel und viele Planetarien
Die Astronomie in Nordrhein-Westfalen

Das Dorf Effelsberg in der Eifel kennen dem Namen nach weltweit alle Radioastronomen. Dort steht das Radioteleskop Effelsberg, eine Antennenschüssel mit 100 Metern Durchmesser.

Von Dirk Lorenzen | 15.05.2022

Weltklasse-Instrument in NRW: Das 100 Meter große Radioteleskop Effelsberg
Weltklasse-Instrument in NRW: Das 100 Meter große Radioteleskop Effelsberg (MPIfR)
Für optische Astronomie mag das Wetter in Nordrhein-Westfalen meist zu schlecht und das Firmament wegen des vielen Kunstlichts zu hell sein – Radiowellen aber lassen sich auch bei bewölktem Himmel und mitten am Tage empfangen.
Das Effelsberger Teleskop gehört zum Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Auch an den Universitäten Bonn, Köln, Aachen, Duisburg-Essen, Bochum und Münster gibt es Institute, die sich der Astrophysik widmen.
Duisburg verfügt über den bemerkenswerten Zweig der Experimentellen Astrophysik. Dort erforscht das Team um Gerhard Wurm im Labor, wie sich in der Urwolke um unsere Sonne die ersten Staubteilchen verklumpten und schließlich Planeten wie die Erde bildeten.
Wenn Wolken den Blick nach oben versperren, hilft der Besuch eines Planetariums. Köln, Solingen, Erkrath und Recklinghausen haben kleine Kuppeln mit künstlichen Sternen – zwei rund zwanzig Meter große Kuppeln gibt es in Bochum und Münster.
Ein Kuriosum ist das Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward bei Recklinghausen. Große Stahlbögen stellen die Nord-Süd-Linie – den Meridian – und den Himmelsäquator dar.
Mithilfe dieser modernen Version einer Anlage wie in Stonehenge lässt sich der Lauf der Sonne und anderer Gestirne am Himmel verfolgen. Zudem gibt es eine begehbare Sonnenuhr – als Schattenwerfer mitten in NRW dient ein über acht Meter großer Obelisk.