Morgen geringster Sonnenabstand des JahresDie Erde eilig in Sonnennähe

Morgen um 8 Uhr zieht die Erde durch den sonnennächsten Punkt ihrer Bahn. Wegen des geringeren Abstands erscheint die Sonne größer – und ihr Licht erreicht uns so schnell wie sonst nie.

Von Dirk Lorenzen | 03.01.2022

Morgen erreicht die Erde ihre sonnennächste Stellung des Jahres.
Morgen erreicht die Erde ihre sonnennächste Stellung des Jahres. (Meteosat/Eumetsat)
Morgen liegen „nur“ 147,1 Millionen Kilometer zwischen Erde und Sonne. Die Photonen brauchen von der Sonnenoberfläche bis zu uns acht Minuten und acht Sekunden.
Anfang Juli, zur Sonnenferne der Erde, ist der Abstand der beiden Himmelskörper fünf Millionen Kilometer größer. Das Licht braucht dann fast siebzehn Sekunden länger – und die Sonnenscheibe wirkt etwas kleiner.

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Die scheinbare Größe der Sonnenkugel schwankt um drei Prozent. Nur bei Sonnenfinsternissen ist dieser Effekt zu spüren: Die längsten totalen Verfinsterungen finden im Juni und Juli statt, weil die Sonne besonders klein ist und dann länger hinter der Mondscheibe verborgen bleibt.

Entscheidend ist die Neigung der Erdachse

Mit dem geringeren Abstand nimmt die Anziehungskraft der Sonne auf die Erde und deren Beschleunigung zu. Morgen rasen wir alle mit der Rekordgeschwindigkeit von 109.000 Kilometern pro Stunde um die Sonne. Das führt dazu, dass Herbst und Winter auf der Nordhalbkugel acht Tage kürzer sind als Frühling und Sommer.
Mit der Entstehung der Jahreszeiten hat der schwankende Abstand der Erde von der Sonne allerdings nichts zu tun – wir haben jetzt Winter, obwohl wir der Sonne etwas näher sind als normal.
Entscheidend ist die Neigung der Erdachse. Erst wenn im Juni und Juli die Nordhalbkugel der Erde zur Sonne zeigt, sind bei uns die Tage wieder lang und heiß.