Freitag, 27. Januar 2023

Meister Lampe, Orion und Großer Hund
Die ewige himmlische Hasenjagd

In den langen Winternächten hoppelt der Hase tief über das Firmament. Er befindet sich unterhalb des Orion und steht gegen 22 Uhr genau im Süden.

Von Dirk Lorenzen | 07.01.2023

Gegen 22 Uhr hoppelt der Hase genau im Süden über den Himmel – unterhalb des markanten Orion
Gegen 22 Uhr hoppelt der Hase genau im Süden über den Himmel – unterhalb des markanten Orion (Stellarium)
Diese Figur besteht aus einem schiefen Viereck, an das sich links zwei Sternbögen anschließen. Sehr markant, auch wenn sie nur aus schwachen Sternen bestehen, sind die Löffel des Hasen. Die aufgestellten Ohren weisen Richtung Rigel, dem rechten Fuß des Himmelsjägers Orion.
Der Hase gehört zu den 48 klassischen Sternbildern – er wird schon seit der Antike von Orion und Großem Hund gejagt. Der Hund mit dem funkelnden Sirius lauert links des Hasen.
Nach dem römischen Autor Hyginus gab es einst auf der Insel Leros vor der Küste Kleinasiens keine Hasen. Deshalb besorgten sich die Bewohner ein trächtiges Weibchen. Zunächst freuten sich alle über die vielen Hasen. Doch schon bald gab es eine Plage. Die Ernte wurde vernichtet und die Menschen hungerten. Sie brachten die Tiere wieder von der Insel weg. Ein Hase aber wurde an den Himmel gesetzt, um ewig zu mahnen, dass auch Gutes schnell zu viel wird.

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Der hellste Stern des Hasen trägt den Namen Arneb, nach al-arnab, arabisch Hase. Dieser Stern ist wirklich ein Hasenfuß, denn er ist schon über 2000 Lichtjahre von uns fort gerannt.
Dabei hat er gar keinen Grund sich zu verstecken. Stünde Arneb in der gleichen Entfernung wie Sirius, erschiene er fast so hell wie der Vollmond.
Wie in jedem Winter hetzen Orion und Großer Hund auch jetzt den Hasen über das Firmament – zum Glück Nacht für Nacht vergeblich.